Beschreibung des Adelsgutes Krenzow, das im Distrikt Wolgast liegt und im Juni des Jahres 1694 geometrisch vermessen wurde1
Namen der Bewohner
| 1 . Michel
Klywer 2 . Christoffer Weland 3 . Michel Schumacher 4 . Christoffer Klywer 5 . Giörgen Bölck |
Diese fünf Bauern sind Vollbauern und untertänig. Sie haben alle gleich viel Land zum Bewirtschaften, das nach der Kirchenmatrikel zweieinviertel Hakenhufen pro Bauer beträgt, das er besitzt und bebaut. Es ist alles steuerpflichtiges Land. |
6 . Ein seit zwei Jahren wüst liegender Bauernhof, zu dem gleich viel Land gehörte wie zu dem zweiten der anderern Bauernhöfe, das die Herrschaft nun bebauen und besäen lässt.
Krenzow ist ein Lehen, das im Distrikt Wolgast liegt, zwei Meilen von Wolgast entfernt. Es war seit alten Zeiten ein Dienstdorf Jamitzows, was es immer noch ist. Sein Besitzer ist der Präsident von Owstin2 , aber wer es in alten Zeiten besessen hat, weiß hier niemand. Doch ein Pächter auf Bünzow mit Namen Mathias Barendorff hat mir erzählt, R 704 und versichert, er könne dies durch Eid bekräftigen, dass dieses Dorf ebenso wie Zarrentin, Jamitzow und vier Bauernhöfe in Klitschendorf in alten Zeiten fürstlich waren. Wie die Hufenzahl dieses Dorfes nach der reduzierten Zahl eigentlich sei, wissen die Bauern selbst nicht, sondern nur das, was sie aus der Kirchenmatrikel wissen, wie es bereits oben erwähnt wurde. Nach Hakenhufen gerechnet, beläuft es sich auf 13 1/2 Hakenhufen Land. In herzoglichen Zeiten3 haben hier acht Bauern gelebt. Vor 60 Jahren wurden hier zwei Hakenhufen Acker abgezogen und zu Zarrentin gelegt. Mit seinen Grenzen stößt dieses Dorf im Süden an Murchin, im Osten an Zarrentin, Lentschow und Wangelkow, im Norden an Buggow und im Westen an Rubkow. Es gehört zum Kirchspiel Rubkow.
R 705 U 503Arealausrechnung von Krenzow
Es gibt drei Ackerfelder
[A,B,C,] 283M 60R
Feld A ist mit Wintersaat besät
[A]
95M
Aa , Humushaltiger Sandboden
21M 210R
Ab , hoch liegender, etwas
sandhaltiger Humusboden
30M 60R
Ac , Sandhumus, dessen Sand an
einigen Stellen härter ist
43M 30R
Feld B Brache
[B]
73M 210R
Ba , Harter Sandhumus
19M 270R
Bb , hoch liegender, sandhaltiger
Humusboden
53M 240R
Feld C Sommersaat
[C]
114M 150R
Ca , Guter Sandhumust
31M 180R
Cb , niedriger, guter Humusboden,
stellenweise sandhaltig und kaltgründig
29M 270R
Cd , hochliegender Sandboden, der
in den Senken etwas humushaltig ist
Ce , kaltgründiges
Sandhumusland
Wüster Acker
[D]
261M 60R
Da , Bergiges altes Wüstland, mit
Heide bewachsen, mit sandigem Boden, kann wieder als Acker genutzt werden
56M
Db , alter, sandiger wüster Acker, der
mit Heide bewachsen ist und erneut als Acker taugt
33M 210R
Dc , alter, mit Heide bewachsener
wüster Acker, der an der Grenze zu Buggow liegt und aus sandigem Grund, der etwas mit Humus vermischt ist, besteht
22M
Dd , alter wüster Acker mit Sandboden,
der niedrig und mit kleinen Kiefern und Heide bewachsen ist. Könnte stellenweise als Sandacker bezeichnet werden, wenn er
kultiviert würde
150M 150R
Wiese
[E]
5M
Ea , Zwei sumpfige Wiesenflecken im
Acker
2M 30R
Eb , eine bewachsene, sumpfige Wiese
an der Grenze zu Wangelkow
2M 270R
Heufuderzahl
Jeder Bauer kann nach eigenen Angaben höchstens 2 Fuder Heu bekommen, zusammen ergibt ihre Heuernte 10 Fuder Heu.
R 707 U 505Viehweide
[F]
91M 30R
Fa , Ein niedriges Grasland im wüsten
Acker
9M 120R
Fb , Tümpel und Morast im Acker
6M 60R
Fc , Tümpel, Moore und kleine
bewachsene Moraste, die es hier und da im wüsten Acker gibt
20M 30R
Fd , festeres Heideland an der Grenze
zu Buggow mit einem Stück des Morastes oder Erlenbruchs, der hier zum Dorf gehört
10M 60R
Fg , bergiges, buschiges Land, das an
einer Stelle sumpfig und morastig ist und an der Grenze zwischen Krenzow und Rubkow liegt
11M 30R
Fh , Morast oder Erlenbruch, der längs
des Mühlenbachs zur Grenze nach Wangelkow und Lentschow verläuft
17M 180R
Fi , teils festes, teils morastiges
Land zwischen dem Dorf und dem Ackerfeld
16M 120R
Ga , das Dorf in seinem Umfang mit Straßen und Gemüsegärten verfügt über 8M 120R
Summe
Acker: 283M 60R
Wüster Acker: 261M 60R
Wiese: 5M
Heufuder: 10
Viehweide: 91M 30R
Hofstellen: 8M 120R
Annotationen über Krenzow
Über den Acker
Der Acker ist in drei Felder geteilt, von welchen Feld C das beste ist. Die anderen beiden sind größtenteils aus Sand und sehr mager. Generell kann über alle drei Felder gesagt werden, dass sie in den Jahren am fruchtbarsten mit Roggen besät werden können, die nasse Sommer haben. Dann wächst die beste Saat auf diesen Feldern. In durchschnittlichen Jahren gibt der Acker größtenteils das dritte und vierte Korn, und auf den Stellen, wo der beste Acker ist, gibt er das fünfte Korn zurück. Zweimal kann allein in den Dünger Körnersaat gesät werden, und drei Scheffel werden pro Morgen gesät.
Über Aussaat
Jeder sät an Roggen in die beiden besten Felder drei Drömt, ergibt 36 Scheffel, aber in die Brache werden nur zweieinhalb Drömt gesaät, ergibt 28 Scheffel. Jeder sät an Sommersaat anderthalb Drömt Gerste, macht 18 Scheffel, und ebenfalls anderthalb Drömt Hafer. An Erbsen werden ein oder zwei Scheffel gesät, ergibt für alle sechs Bauernhöfe 444 Scheffel.
Über Wiesen
Eine kleine bewachsene Wiese an der Grenze zu Wangelkow, aus der jeder ein Fuder bekommen kann. R 709 Außerdem haben die Bewohner zwei Wiesenflecken in den Feldern, aus denen sie auch jeder ein kleines Fuder erhalten können. Sie pachten darüber hinaus Wiesen von den Bewohnern Anklams.
Über Viehweiden
Auf den wüsten Äckern haben sie ihr meistes Weideland, das aber für Großvieh sehr trocken ist. Darüber hinaus pachten sie eine Wiese vom Eigentümer in Pulow, der Scharpwisch heißt, die sie als Weide nutzen.
U 507Über Wald
Brennholz haben sie notdürftig auf ihren Besitzungen durch den Kiefernwald auf den wüsten Äckern. Was sie zum Bauen brauchen, können sie unentgeltlich in Jamitzow holen, wenn die Herrschaft dies erlaubt.
R 710Über Windmühlen
Die Art und Beschaffenheit der Windmühle kann aus den Annotationen zu Rubkow entnommen werden.
Über Gesinde
Einen Knecht, einen Jungen und eine Magd hat jeder Hausvorstand nötig, um seine und die Hofdienste verrrichten zu lassen.
Über Herrenhofdienste
Sie dienen sechs Tage in der Woche und das auf dem Ackerwerk Zarrentin, vier Tage dienen sie mit Pferd und Knecht, zwei Tage leisten sie Fußdienst. Während der Erntezeit dienen sie alle Arbeistage mit zwei Mann. Doch in der Roggenernte dienen sie täglich mit vier Mann und während der Gerstenernte mit drei Mann.
RRev 319 URev 458Im Jahre 1704 ist das Dorf Krenzow revidiert und wie folgt befunden worden
Im Feld C
Cf , ein Stück, wie Cd von Da aufgepflügt 1M 240R
Anmerkung: Was den übrigen wüsten Acker hier auf dem Feld betrifft, so besteht er zumeist aus Sanderde, die hier und da etwas humushaltig und hügelig ist. Er kann sicher zu einem Teil aufgepflügt und alle fünf bis sechs Jahre bewirtschaftet werden, doch wegen des Unvermögens der Dorfbewohner kann dies nicht geschehen. Sie lassen jedes Jahr in den Feldern hier und da Stellen brach liegen, die sie nicht besäen können, da sie nicht düngen können, so dass es die Mühe lohnen würde. Diese werden dann alle vier bis sechs Jahre einer nach dem anderen besät. Dd ist auf sandigem Boden überall mit Kiefernwald bewachsen.
1 Laut Urkarte vermessen von Olaus Spaak.
2 von Owstin, Joachim Rüdiger von Owstin (14. Oktober 1634 - 13. Okt. 1698). In den Jahren 1663 bis 1671 war von Owstin als Assessor tätig, daran anschließend übernahm er den Posten als pommerscher Regierungsrat. In der Zeit 1680 bis 1693 wirkte er als Vizepräsident des Wismarer Tribunals. Schließlich bekleidete er den Posten eines Geheimen Rats am Hofgericht des Herzogs von Würtemberg. Owstin starb 1698 und wurde in der St. Nicolaikirche zu Greifswald beigesetzt. Asmus Ivo, Das Testament des Grafen – Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion, in: Asmus, Ivo; Droste, Heiko; Olesen, Jens E.: Gemeinsame Bekannte. Schweden und Deutschland in der Frühen Neuzeit, Münster 2003, S. 242. Lang, Edmund: Die Greiffswalder Sammlung Vitae Pomeranorum. Alphabetisch nach Geschlechtern verzeichnet. (Baltische Studien, Erste Folge. Ergänzungsband ) Greifswald 1898. S. 237.
3 Die Regierungsepoche der pommerschen Herzöge wird in der Beschreibung häufig als die herzogliche Zeit oder die Zeit der Herzöge bezeichnet und es bezieht sich auf einen Zeitraum vor 1637, dem Jahr, in dem der letzte pommersche Herzog Bogislaw XIV. kinderlos starb. Mit seinem Tod endete in Pommern die Zeit, in der es von einem Fürsten aus dem pommerschen Greifengeschlecht regiert wurde und die Schweden in den Gebieten westlich der Oder die Herrschaft übernahmen. Wachowiak, Bogda: Das vereinigte Herzogtum Pommern (bis 1648). In: Piskorski, Jan M. (Hg.): Pommern im Wandel der Zeiten. Stettin 1999. S. 153 f.