R 994   U 947 

Beschreibung Groß Kiesows1 

Groß-Kiesow liegt im Distrikt Wolgast über eine Meile von Greifswald entfernt, etwa drei Meilen von Anklam sowie ungefähr zwei Meilen von Wolgast. Der große Landweg zwischen Anklam und Greifswald verläuft hier durch das Dorf, welches im Westen an Sanz und die Heide Kooshit grenzt, im Norden und Nordosten an Diedrichshagen und Hanshagen sowie die Kronheide Benthorst, im Osten und im Süden grenzt das Dorf an Schlagtow und Klein-Kiesow. Der Gut gehört zwei Herrschaften, der eine Teil umfasst 20 Landhufen und gehört einigen Erben des Prälaten Eickstedt. Hier haben früher zehn Bauern gewohnt, aber nun sind es nur noch zwei, die Witwe des verstorbenen Grauelsch aus Greifswald, die 18 Landhufen bewirtschaftet und Jacob Bensin, ein Bauer, leistet für die anderen Hufe Dienst. Diese Hufen gehörten dem Herzog2 . Der andere Teil soll seit uralten Zeiten ein Lehen der Familie Behr sein und gehört jetzt der Familie Behr auf Schlagtow. Es sind sieben Landhufen, die früher von drei Bauern bewohnt waren, zwei davon waren Kossaten3  gewesen und jeder hatte seine Landhufe gehabt. Zwei Landhufen gehören dem Pastor, der hier im Dorf wohnt. Die Kirche ist auch hier im Dorf.

 R 995 

Namen der Einwohner

1 . Die Frau Grauelsche, pachtet hier 18 Landhufen.4 
2 . Petter, Buggenhagens Pächter, pachtet fünf Landhufen.5 

3 . Jacob Möller
4 . Martin Smitt
Diese haben jeder ihre Hufen von Buggenhagens Acker

5 . Jacob Bensin, hat zwei Hufen, die Eickstedt gehören.

Einlieger

6 . Jörgen Erick
7 . Barthel Post
Zu Eickstedt gehörige Einlieger, diese haben keinen Acker, außer sie leihen manchmal etwas von der Pächterin. Sie dienen alle Tage mit einer Person zu Fuß6 .

8 . Elias Herman, ein Wollweber
9 . Clas Grick, ein verlebter, alter Mann
Diese wohnen im Haus, das der Kirche gehört.

10 . Schröder, ein Schneider.
11 . Hindrick Lüdert, Küster.
12 . Hans Kröger, Schäfer.
13 . Petter Nils, Kuhhirte.
Diese wohnen auf Buggenhagens Hof.

14 . Michael Busse.
15 . Jacob Karkhof
Diese sind Häker auf Eickstedts Anteil.

Christian Anders wohnt zur Miete bei Krüger.
Ebenso die Grauelsche, sie hat einen Schreiber und dessen Frau auf dem Gut.
16 . Der Pastor hat zwei Hufen.
17 . Die Kirche.

 R 996   U 948 

Arealausrechnung von Groß-Kiesow

DerAcker

Der Acker ist in drei Felder geteilt, wovon eines immer als Brache liegt.

A ist dasRoggenfeld

[A]   128M60R
Aa  etwas hochgelegener Humusboden, ebenes Land  43M 150R
Ab  guter und etwas tiefliegender Humusboden, ebenes Land  61M 120R
Ac  sandig-humos, etwas steinvermischt  23M 90R

Das Sommerfeld B

[B]   143M 180R
Ba  guter Humus, ist etwas tiefliegend, hinab zum Graben und zur Wiese abfallend, aber zum Dorf und zum Roggenfeld ansteigend  24M 90R
Bb  guter Humus, meistensteils etwas tiefliegend, jedoch ebenes Land  59M 120R
Bc  sandvermischter Humus  31M 120R
Bd  sandig-humos mit Steinen vermischt  37M 150R

Das Brachfeld

[C]   97M 210R
Ca  tiefliegender Ackerboden  23M 240R
Cb  tiefliegend und teils humoser Ackerboden  6M 90R
Cc  schwarz-humoser, tiefer Boden, nördlich beim Dorf, wird jährlich bestellt  3M
Cd  sandvermischter tiefliegender Acker  9M 180R
 U 949 Ce  humusvermischter Sandboden  16M 150R
Cf  feinsandiges Land  5M 120R
C 1 , [C] 2  teils Humusboden  6M 120R, teils mittelmäßig liegender Acker  13M 120R
C 3  teils mit Sand vermengt  13M
[C1-C3]  ergibt für alle drei Stücke zusammen  33M 30R

 R 997 

D Wüster Acker

[D]   262M 270R
Da  meist hochgelegener wüster Acker mitHeide  101M 240R
Db  mit Busch bewachsener wüster Acker  16M 120R
Dc  alter, wüster Acker mit Heide bewachsen, meistenteils sumpfig  92M
Dd  alter, wüster Acker von sandigem Grund, überall mit kleinenBirken  47M
Df  ebenso, bültig  2M 30R
Di  mit Espen, Eichen etc. bewachsen  2M 180R

 U 950 

Wiese

[E]  [Ertrag:] 109 Fuder,  78M 270R
Ea  mittelmäßig gute, sumpfige Wiese, etwas mit Erlen und Birkenbüschen bewachsen  16M 120R
Eb  Koo- und Berhnwisch sumpfige Wiese, etwas buschig, können durch Erweiterung vergrößert werden, ergeben mit einem Stück beim Dorf  13M 150R
Ec  teils sumpfig, teils fest, dazu guteWiese  24M
Symbol 10  mittelmäßig gute Wiese, etwas sumpfig, liegt hier und da in Stücken im Acker, wird nur alle zwei Jahre je Schlag eingezäunt  25M

Weideland

[Fa, Fb]   48M 60R
Fa  Heidekrautberg, der nur als Weide brauchbar ist  30M
Fb  ist ein sumpfiger Morast mit hohem Gras bewachsen, kann nur an den Seiten als Weide genutzt werden, wo er auch gemäht werden kann, wenn er umzäunt wird  18M 60R

 R 998   U 951 

[Fc,Fi,Fd,Fe]   49M
Fc  kahle Weide, teils sumpfigere, teils festere Wiese, meist mit Gras bewachsen  20M 70R
Fi  altes, bültiges und kahles feinsandiges Land  3M
Fd  festes Weideland, zumeist mit kleinem Erlen- und Birkenwald bewachsen  23M 150R
Fe  sumpfiges und bültiges Weideland nördlich an der Grenze  1M 180R

Wald

[Ga,Gb]   201M 60R
Ga  sehr sumpfiger und morastiger Boden mit Erlen- und Weidenwald, sowie dazwischen mit Birken bewachsen  93M 60R
Gb  ist ein sumpfiger Erlen- und Weidenbruch, in welchem am südlichen Ende zwei Horste oder Heideberge liegen, mit Eichen, Hasel und Erlen bewachsen. Der eine heißt Lütkehost und gehört zu Buggenhagen in Schlatkow, nämlich Rittmeister Severin von Bandelin und Kapitän Kirchbach von Stresow. Der andere heißt Hafke Host und kommt beiden Herrschaften zu. Der Platz beträgt zusammen  108M

 R 999   U 952 

[Gs,Ge,Y]   220M 210R
Gs  Koowisch sumpfiger Bruch, war früher eine Wiese, aber nun mit Birken, Erlen etc. bewachsen  50M
Ge  etwas tiefliegendes Heideland, mit Birken, Erlen, Hasel sowie großen und kleinen Eichen bewachsen und das je näher zum südlichen Ende, desto dichter. Hier war früher Acker  154M
Y  einigeErlenbrüche  16M 210R

Symbol 18  ein Stück Wald von gleicher Beschaffenheit wie Ge, ist strittig zwischen Groß Kiesow, Dambeck und Vargatz  5M

Moraste

Symbol 32  Symbol 25  Tümpel und Moraste meist bewachsen, sowie eine Lehmkuhle Symbol 25  westlich bei Dc, ergibt zusammen  15M 60R

Hofstellen 7 

[Hofstellen insgesamt]   19M 60R
Symbol 68  Symbol 27   [...]8  Symbol 71  l.b.  T  Hofstellen sowohl die bebauten als auch die unbebauten mit demWeg  16M, Obst- undGemüsegärten  1M 240R, Kälberkoppel  1M, sowie der Teich im Dorf, ergibt zusammen 19M 60R.

Summe

Acker: 378M 210R
Wüster Acker: 262M 270R
Wiese: 78M 270R
Heu: 109 Heufuder
Weide: 97M 60R
Wald: 426M 270R
Moraste: 15M 60R
Hofstellen: 19M 60R

 R 1000   U 953 

Annotationen von Groß-Kiesow

Über den Acker

Das Feld A war in diesem Jahr Winterfeld, B das Sommerfeld, aber C lag als Brache. A und B sind größtenteils von einer Beschaffenheit und Fruchtbarkeit, ausgenommen Bd, das mit Roggen besät und sandiger ist, daneben hochgelegen und schlechter. Sonst sind diese Felder ziemlich gut, so dass sie sowohl in trockenen als auch in nassen Jahren gute Saat zu tragen scheinen. Das Feld C ist ein guter Acker, aber zum größten Teil etwas tiefliegend, welches in nassen Jahren Misswuchs gibt.

Über die Aussaat

In das Feld A hat Eickstedts Pächter vergangenes Jahr zwölf Drömt Roggen gesät, sowie drei Drömt in das Trappenfelt Bd, das damals auch mit Roggen besät war. In das Feld B säte er zehn Drömt Gerste und 14 Sch Hafer. Der Bauer Jacob Bensin, welcher hier dazu gehört, säte in jedes Feld zwei Drömt sowohl Sommer- als auch Winterkorn. Buggenhagens Pächter sät in jedes Feld sechs Drömt Roggen, aber Gerste sät er vier Drömt in das Sandfeld, sowie zweieinhalb Drömt Hafer. Und in jedes der anderen beiden Felder werden fünf Drömt Gerste und zweieinhalb Drömt Hafer gesät.

Wüster Acker

Der wüste Acker ist durchweg sandig, teils flach, teils bewachsen, wie es aus der Ausrechnung ersichtlich ist. Von diesem scheint Da das beste Stück zu sein, um aufgebrochen zu werden, welches flach ist und mit Heide bewachsen.

 R 1002   U 954 

ÜberWiesen

Diese Wiesen sind alle durchweg ziemlich gut, wenn auch sumpfig, dass sie wohl eineinhalb Last auf jedem Morgen zu tragen scheinen, nicht mehr. Ea und Eb sind etwas bewachsene Wiesen mit Erlen und Weiden etc. und können nicht nur gerodet, sondern auch vergrößert werden, wenn Fleiß aufgewendet wird. Von Eickstedts Anteil bekommen sie, nach ihrer eigenen Aussage, 20 Fuder Heu.

Weideland

An Weide ist hier im Wald für das Vieh genug Gelegenheit, dieser ist an einigen Stellen mit Gras bewachsen, da er zu einem großen Teil niedrig liegt. Außerdem sind hier eine Menge flache Plätze mit Gras bewachsen, die nur als Weide genutzt werden. Aber weil sie im Winter nicht soviel Vieh halten können, nehmen sie den Sommer über anderes in Pflege. Eickstedts Pächter hat acht Ochsen, acht Pferde und 30 Stück Vieh über den Winter, sowie 250 Schafe. Davon gehören einige 50 dem Schäfer, wenn man will, kann man über 300 halten. Der Bauer hat zwei Ochsen, vier Pferde, sechs Kühe, sieben Schafe. Beide Einlieger haben zusammen elf Stück Rindvieh und die Häker haben jeder hat eine Kuh.

 U 955 

Über denWald

Wald gibt es hier sowohl zum Verkauf als auch für den Hausbedarf, aber nur Brennholz. Bauholz findet man hier nur sehr wenig, denn der meiste Wald besteht hier aus Birken, Erlen und Weiden etc. Eichen und Kiefern gibt es hier nur wenige. Wildschweine sind hier wohl manchmal zu fangen, aber hier ist niemand, dem sie ein Anliegen wären.

Über Abgaben und Dienst

Eickstedts Pächter versteuert für den Teil, der Eickstedt gehört zu vier einhalbreduzierten Hufen9 
Kopf-10  undViehsteuer11  betrug im Januar 1693 für die Pächter und alle Leute Eickstedts mit Bauern, Einliegern etc. 17 Rthl 4ß
Im November sieben Rthl 38ß
Akzise12  für sie alle zusammen drei Rthl 21 einhalb ß jedes Vierteljahr
Tribunalsteuer13  alle halbe Jahr einen Rthl
Magazinkorn14  für jede reduzierte Hufe acht, sind 36 Sch
Für jedes Vieh werden vier Groschen gegeben
An Pacht werden für diesen Teil 200 Rthl gegeben
Der Bauer Bensin dient drei Tage in der Woche mit Pferd, den vierten Tag mit zwei Personen
Pettersch, Buggenhagens Pächter gibt 50 RthlPacht
Die zwei Kossaten dienen in Schlagtow vier Tage die Woche, drei Tage mit Ochsen und einen zu Fuß, aber wenn Saat- und Heuernte ist dienen sie alle vier Tage mit zwei Personen. Einer von diesen hat einen Krug, der Buggenhagen gehört, dafür gibt er sechs Rthl weniger acht Schilling Akzise alle Jahre. Buggenhagen bekommt dafür zwei Rthl Pacht.

 RRev 280   URev 405 

Arealausrechnung des Ackers, der in Groß-Kiesow seit 1694 aufgebrochen und bei der Revision 1704 vermessen worden ist.

Das Feld A

Ad  ein Stück vom wüsten Acker Da aufgebrochen und besteht aus Sandhumus  9M 240R

Das Feld B

[Be-Bg]   24M 180R
Be  fünf Stücke schwärzlicher Sandboden, etwas niedrig, aufgebrochen von Da  6M 270R
Bf  vier Stücke aufgebrochen vom wüsten Acker Da und sind Sandhumus  15M 90R
Bg  vier Stücke vom Weideland Fa aufgebrochen und bestehen aus niedrigem Sandboden  2M 120R

Das Feld C

Cf  zwei Stücke sind kaltgründiger und schwärzlicher Sandboden vom wüsten Acker Dc aufgebrochen  2M 120R

Beschreibung des übrigenwüsten Ackers

Da ist als Acker geeignet, aber Db und Dc können wegen der Höhe und teils wegen des kalten und niedrigen Grundes nicht als Acker gebraucht werden.
Dd ist sehr niedrig und Df und Di sind von eisenrostiger und morastiger Erde.

Summe

Neuer Acker: 36M 240R

 RRev 281   URev 406 

Arealausrechnung des Pastorenackers in Groß-Kiesow, der bei der Revision 1704abgeteilt wurde

Das Feld A

[Pa-Pc]   15M 60R
Pa  drei Stücke von der Güte wie Aa  5M 240R
Pb  zwei Stücke wie Ab  7M 210R
Pc  zwei Stücke wie Ac  1M 210R

Das Feld B

[Pd-Pg]   23M 120R
Pd  drei Stücke wie Ba  2M 270R
Pe  fünf Stücke wie Bb  8M 60R
Pf  fünf Stücke wie Bc  6M 30R
Pg  zwei Stücke wie Bd  6M 60R

Das Feld C

[Ph-Po]   10M 120R
Ph  ein Stück wie C1  2M 60R
Pi  ein Stück wie C  2M 180R
Pk  zwei Stücke wie Ca  1M 60R
Pl  drei Stücke wie Cc  2M 30R
Pm  zwei Stücke wie Cd  1M 60R
Pn  drei Stücke wie Cb  1M
Po  ein Stück wie Ct  2M 30R

[Pp-Pr]   8M 30R
Pp  zwei Stücke im Feld A aufgebrochener Acker, die dem Pastor gehören  1M 60R
Pq  zwei Stücke bestehen aus Sandhumus, vom wüsten Acker Da aufgebrochen  6M 120R
Pr  zwei Stücke vom Weideland Fa aufgebrochen  150R

Summe

Pastorenacker: 57M 30R

 RRev 282   URev 485 

Arealausrechnung von Rittmeister Lepels15  Anteil, das vorher Prälat Eickstedt gehörte und ehemals dem königlichem Amt in Groß Kiesow im Distrikt Wolgast gehörte. Es wurde auf Verordnung der königlichen Matrikelkommission im April 1707 abgeteilt

Acker

Das Feld A

[L1-L4]   87M 270R
L 1  vier Stücke in Aa  26M 30R
L 2  vier Stücke in Ab  36M 240R
L 3  fünf Stücke in Ac  15M 60R
L 4  ein Stück in Ad  9M 240R

Das Feld B

[L5-L11]   98M 270R
L 5  sieben Stücke in Ba  15M 180R
L 6  acht Stücke in Bb  34M 30R
L 7  sechs Stücke in Bc  14M 30R
L 8  zwei Stücke in Bd  24M 150R
L 9  drei Stücke in Be  3M 60R
L 10  drei Stücke in Bf  6M 30R
L 11  zwei Stücke in Bg  1M 90R

 RRev 283   URev 486 

Neuer Acker in diesem Feld, seit der Revisionsmessung aufgebrochen

[L12 - L 16]   13M
L 12  zwei Stücke von Fa aufgebrochen, mittelmäßig guter Sandboden, jedoch etwas niedrig  1M 270R
L 13  ein Stück von Da aufgebrochenesSandland  270R
L 14  ein Stück von Db aufgebrochener, mittelmäßig guter, ebener Sandboden  6M 120R
L 15  ein Stück von Dc aufgebrochen, besteht aus etwas niedrigem und eisenrostigem Sandboden  3M 150R
L 16  ein stück von Gb aufgebrochen, ziemlich niedriger Moorboden  90R

Das Feld C

[L17-L23]   56M 180R
L 17  zehn Stücke in Ca  16M 120R
L 18  sechs Stücke in Cb  4M 30R
L 19  sechs Stücke in Cd  4M 210R
L 20  sechs Stücke in Ce  8M 90R
L 21  ein Stück in C1  2M 150R
L 22  zwei Stücke in C 2  9M 120R
L 23  drei Stücke in C 3  11M

 RRev 284   URev 487 

Neuer Acker in diesem Feld, seit der Revisionsmessung aufgebrochen

[L24,L25]   4M 60R
L 24  ein Stück von Dc aufgeberochen, besteht aus etwas niedrigem humusvermischten Sandboden  1M
L 25  fünf Stücke ebenfalls von Dc aufgebrochener Sandboden, etwas niedrig und eisenhaltig  3M 60R

Wüster Acker

[L26-L28]   59M 60R
L 26  sieben Stücke in Da  53M 150R
L 27  sechs Stücke in Dc  3M 240R
L 28  zwei Stücke in Df  1M 270R

Notiz

Im übrigen wüsten Acker nämlich Dc, Dd und Di konnte mir keiner der Einwohner irgendeine Trennung zeigen, sondern es ist jetzt allgemeines Weideland für das gesamte Dorf.

Summe

Acker: 243 M 120R
Neuer Acker, seit der Revision bewirtschaftet: 17M 60R
Wüster Acker: 59M 60R

 RRev 285   URev 488 

Arealausrechnung für Hartmansdorfs Anteil in Groß-Kiesow und im Distrikt Wolgast

Acker

Im Feld A

[H1-H3]   34M 270R
H1  sechs Stücke in Aa  11M 180R
H2  vier Stücke in Ab  16M 270R
H3  vier Stücke in Ac  6M 120R

Im Feld B

[H4-H10]   54M 120R
H 4  acht Stücke in Ba  5M 30R
H 5  sieben Stücke in Bb  17M 90R
H 6  acht Stücke in Bc  11M 60R
H 7  zwei Stücke in Bd  6M 240R
H 8  vier Stücke in Be  3M 210R
H 9  drei Stücke in Bf  9M 60R
H 10  zwei Stücke in Bg  1M 30R

Neuer Acker in dem seit der Revisionsmessung aufgebrochenen Feld

H 11  ein Stück, von Da aufgebrochen besteht aus magerem Sandland  2M 30R

 RRev 286   URev 489 

Im Feld C

[H12-H21]   30M 90R
H 12  sechs Stücke in Ca  5M 30R
H 13  drei Stücke in Cb  1M 60R
H 14  zwei Stücke in Cc  3M
H 15  vier Stücke in Cd  3M 210R
H 16  fünf Stücke in Ce  6M 30R
H 17  ein Stück in Ct  1M 180R
H 18  zwei Stücke in Cf  2M 120R
H 19  ein Stück in C 1  1M 210R
H 20  drei Stücke in C 2  3M 150R
H 21  ein Stück in C3  2 M
Anmerkung: von Ct liegt 1M 210R wüst.

Wüster Acker

[H 22-H 24]   17M
H 22  vier Stücke in Da  14M 210R
H 23  zwei Stücke in Dc  2M 30R
H 24  ein Stück in Df  60R
 RRev 287   URev 490  Der übrige wüste Acker ist gemeinsames Weideland und die Einwohner wussten nicht, ihre Stücke darin auszuweisen.

Notiz

Auch hier auf dem Feld findet man Pastoren-, Küster- und Kirchenacker, der bei der Revision nicht ausgewiesen worden ist, nämlich:
K1  ein Stück Kirchenacker in Ba  105R
K2  ein Stück Küstenacker in Ba  105R
Noch ein Stück Pastorenacker in Ca von  1M 30R
das ist auf der Karte mit Pk  bezeichnet, ebenso wie der andere Pastorenacker in Ca, wo er eingefügt werden muss.

Folgende Bauern haben den Acker in Groß-Kiesow ausgewiesen:
Jacob Bentzin
Jochim Möller
Jürgen Erich
Marten Schmitt

Summe

Acker: 119 M 180R
Neuer Acker, seit der Revision bewirtschaftet: 2M 30R
Wüster Acker: 17M

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2009, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Johan Gabriel Höök
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Johan Gabriel Höök vermessen.

2  Die Regierungsepoche der pommerschen Herzöge wird in der Beschreibung häufig als die herzogliche Zeit oder die Zeit der Herzöge bezeichnet und es bezieht sich auf einen Zeitraum vor 1637, dem Jahr, in dem der letzte pommersche Herzog Bogislaw XIV. kinderlos starb. Mit seinem Tod endete in Pommern die Zeit, in der es von einem Fürsten aus dem pommerschen Greifengeschlecht regiert wurde und die Schweden in den Gebieten westlich der Oder die Herrschaft übernahmen.  Wachowiak, Bogda: Das vereinigte Herzogtum Pommern (bis 1648). In: Piskorski, Jan M. (Hg.): Pommern im Wandel der Zeiten. Stettin 1999. S. 153 f.

3  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.

4 Laut dem vorangegangenem Text und der Urschrift pachtet Frau Grauelsche 18 Landhufen und nicht eine, wie es die Reinschrift vermerkt.

5 Laut Urschrift pachtet Petter fünf Landhufen.

6  Dienste, die zu Fuß verrichtet werden. Dazu zählen besonders Fron- und Hofdienste, sowie Gänge, die geleistet werden müssen.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 15, Berlin 1778, Sp. 543.

7 Andere Symbolfolge in der Urschrift: Symbol 68  Symbol 27  = Symbol 71  Symbol 85  T

8 Fehlendes Kartensymbol "=", welches in der Urschrift Wege kennzeichnet.

9  Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.

10  Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.

11  Viehsteuer, auch Viehschatz genannt, ist in einigen Orten eine Abgabe für das Vieh, das gehalten wird.  Adelung; Johann Christoph: Grammatisches kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, bd. 4, Wien 1811, Sp. 1196.

12  Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste.  Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.

13  Für die im Westfälischen Frieden zugesprochenen norddeutschen Provinzen erhielt Schweden das privilegium de non appellando. Damit verbunden war die Verpflichtung, ein eigenes Oberappellationsgericht als Substitut des Reichskammergerichts einzurichten. Dieses 'Tribunal' wurde nach 1648 in Wismar errichtet; die Etablierungsphase endete allerdings erst 1664 mit der vollständigen Besetzung der Richterstellen. Die Finanzierung sollte durch die deutschen Provinzen Schwedens geleistet werden. Diese Tribunalsteuer lag in Pommern im Verantwortungsbereich des ständischen Landkasteneinnehmers, der sich direkt an jede Ortsobrigkeit wenden sollte. Aufgrund der starken Kriegsschäden in Pommern verzögerten sich in den ersten Jahrzehnten nach Gründung die Zahlungen allerdings häufig oder gingen nur unregelmäßig ein, erst zum Ende des 17. Jahrhunderts begannen die Zahlungen regelmäßig zu fließen.  Dähnert, Johann Carl: Platt-deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1782, S. 228.

14  Das Magazinkorn war eine Abgabe in Form von Getreide, Mehl oder ähnlichen Agrarprodukten, die in einigen Ländern in das obrigkeitliche Kornmagazin geliefert werden musste. Im Magazin wurde das Getreide gelagert, als Vorrat für schlechte Zeiten, wie Missernten, Teuerungen oder Belagerungen für die Versorgung der Einwohner und der Besatzung.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 45, Berlin 1789, Sp. 441ff.

15  Die Familie Lepel ist ein seit dem 14. Jahrhundert in Pommern und Mecklenburg bekanntes Adelsgeschlecht, welches über Güter auf der Insel Usedom, wie Karnin, Gnitz und Gellentin verfügte, sowie Pinnow bei Greifswald und anderen pommerschen Gütern, die im Verlauf des 15. und 16. Jahrhunderts hinzukamen. In Mecklenburg besaßen sie Grambow (Amt Lübs), Fincken (Amt Wredenhagen), Niederkrug bei Rostock und weitere Güter.  Kneschke, Ernst Heinrich: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexikon. Bd. 5, Hildesheim [u.a.] 1996. S. 474.