R 571   U 405 

Beschreibung von Brüssow, das im Juni 1694 vermessen wurde1 .

Brüssow ist ein Bauerndorf im Distrikt Wolgast und Kirchspiel Zarnekow, 1 1/4 Meilen von Wolgast, zwei Meilen von Greifswald und zwei Meilen von Anklam, nach Rechnungsart der Einwohner, unweit von Wrangelsburg und dem Kronwald auf unebenem Land gelegen. Es grenzt im Norden an den Kronwald Prägel, im Osten an Giesekenhagen, im Süden an Zarnekow und Moeckow und im Westen an Wrangelsburg. Hier gibt es zwei Herrschaften und Besitzer, denn die Hälfte vom Dorf gehört zu Wrangelsburg und die andere Hälfte zu Moeckow.

Jetzt waren hier folgende Einwohner vorhanden:

1 . Hinrik Schÿnman
2 . Jochom Fahl
3 . Giorgen Aden
4 . Erenst Maas
Moeckows untertänige Dienstbauern

5 . Petter Holtz
6 . Jochom Oldhoffwe
7 . Jochom Jäger
8 . Casten Nadwig
Wrangelsburgs untertänige Dienstbauern

Handwerker und einliegende Leute:
9 . Balsar Köbk, ein Leinweber, wohnt allein an der Straße und ernährt sich von seinem Handwerk, pachtet eine kleine Wiese vom Heidereiter2  der Krone, die Mÿllenwisch genannt wird.
10 . Frederick Färman, Viehhirt
11 . ein Schweinehirte
12 . eine einliegend wohnende Witwe, wohnt bei Nr. 4
13 . saß auch sonst hier im Dorf ein alter verarmter Mann, der früher Bauer war.

Die Beschaffenheit des Dorfes

1. Das Dorf besteht aus neun Höfen oder Wohnstellen, die von alters her Bauern besessen haben  R 572  U 406 und nach dem Bericht der Einwohner waren damals nicht mehr Einwohner. Und wie diese Höfe früher zu verschiedenen Herrschaften gehört haben, so sind sie auch in ihrer Zugehörigkeit unterschiedlich geblieben, denn was die vier Einwohner Moeckows betrifft, haben sie das halbe Dorf unter sich, aber doch untereinander nicht gleich große Wirtschaften. Der betreffende halbe Teil Wrangelsburgs besteht aus fünf Höfen, von denen die vier mit ihren zugehörigen Bewohnern bewohnt sind, welche gleichen Anteil zu bewirtschaften haben. Aber in Anbetracht der vier Untertanen von Moeckow haben sie im Verhältnis um soviel weniger, wie bei einer Wohnstelle liegt. Denn in früheren Zeiten hat der Pastor von Zarnekow den einen Hof mit allem Zubehör vom Feldherrn Wrangel3  bekommen, der früher hier im Dorf der Schulzenhof gewesen war, welches so sagt man, aus dem Grunde erfolgt war, da der Pastor von Zarnekow von alters her Acker in Wrangelsburg gehabt hat. Deswegen, weil der dort bei dem Herrensitz4  bleiben möge, ist ihm dieser Hof gegeben worden, zu dem zwei Hakenhufen gehören sollen. Der Hof liegt wüst und unbebaut, aber das Land hat der Pastor früher selbst bestellen lassen, welches er jetzt seit sechs Jahren an den Schmied von Wrangelsburg verpachtet hat, der ihm jährlich für die Bewirtschaftung acht Rthl gibt.

2. Seit uralten Zeiten hat der Wrangelsburger Teil zum Amt Wolgast gehört und die Einwohner leisten ihren Dienst auf dem Ackerwerk5  Pritzier, jenes Gut schließlich Oberst Mardefeld6   R 573 bekam, der eine Zeit hier in Brüssow einen Pächter hatte, damals als die Einwohner von Giesekenhagen hier Dienst tun mussten. Aber dann ist es in Wrangels Besitz gekommen und nach ihm seinen Erben zugefallen.

3. Vom Moeckower Anteil hat ein Hof früher zu Owstin gehört und die anderen drei gehörten Horn, welche schließlich Peterswald7  durch Kauf bekommen hat.

 U 407 

Die Hufenzahl

1. Wie viele Hufen hier im Dorf von alters her gerechnet worden waren, konnte ich nicht so genau in Erfahrung bringen. Jedoch wurde mir gesagt, dass Moeckows Anteil aus neun Hakenhufen bestehen soll und weil dieser die Hälfte im Dorf umfassen soll, macht folglich alles zusammen 18 Hakenhufen. Wenn man aber mit dem Hof des Pastors beurteilen sollte, so scheinen beim ganzen Dorf 20 Hakenhufen gewesen zu sein, sofern er den 10. Teil umfasst, wenn nicht sonst zu ihm von alters her mehr Acker gehört hat als zu einem von den anderen vom Wrangelsburger Teil.

2. Der gesamte Acker ist hier steuerpflichtig, aber wie hoch dieses Dorf jetzt für die Kontribution8  veranschlagt ist, erfuhr ich nicht. Denn was Moeckows Anteil betrifft, erstattet der Rittmeister Peterswald jährlich für diese Einwohner alleHufensteuer9 , weil sie selbst das nicht so gut zu tun vermögen und so sagten sie, hat es sich zugetragen seit Menschengedenken.  R 574  Die Einwohner Wrangelsburgs aber mussten immer selbst diese Last tragen. Da die Steuer ungleich ist, so wie sie von Wrangelsburg befohlen wird, wissen sie selbst nicht, wieviel sie versteuern.

Verteilung des Ackers

Der Acker wird hier nicht wie andernorts am Ort in drei bestimmte Schläge geteilt, denn die Einwohner besäen meist jährlich ihr Land, welches einigermaßen gut ist, das eine Jahr mit Roggen und das andere mit Gerste. Sie lassen aber auch bei bester Gelegenheit etwas als Brache liegen. Sonst habe ich bei dieser Gelegenheit den bestellten Acker in drei Klassen geteilt in Anbetracht seiner Güte und Bewirtschaftung:
A welcher der beste ist und jährlich bestellt wird.
B der mittlere, der jedoch auch mit Sommergetreide besät wird und etwas hiervon jährlich als Brache gelassen wird.
C der schlechteste, worunter magerer Acker und Sandland gezählt wird, der nur jedes dritte Jahr Roggen tragen können soll.

 R 575   U 408 

Arealausrechnung von Brüssow

A: erste Klasse

[A]   64M 75R
Aa  Op den SwartenBerg, guter Humusacker  17M
Ab  Coter Land genannt, und das Ackerstück unten beim Dorf von schwarz-humosem gutemAcker  7M 150R
Ac  der nördliche Teil von Katten Brucks Feld besteht aus Humusboden, teils lehmgründig, ist aber westlich am Wege etwas sandvermischt  10M 210R
Ad  der andere Teil, zumeist hochgelegen und magerer, zu den Wegen hin Sandhumus, aber zum Wald hin von humosem Boden  9M 45R
Ae  Acker, etwas niedriger bei der Wiese, zumeist aus Humusboden bestehend, teils wenig schwarz-humos, zum Wege hin etwas sandvermischt  9M 210R
Af  Sandhumus und teils niedriger Boden  4M 255R
Ag  ein Stück von schwarzem, niedrigem Boden und eine kleine Stelle beim Dorf  2M 195R
Ah  ein Ackerstück oben an Moeckows Grenze, das dem Müller von Wrangelsburg gehört und das er bewirtschaftet, welches von alters her zur Mühle gehört hat, in dem jedoch ein Moeckower Bauer hier in Brüssow einen Furchenrücken hat, welches auch seit alter Zeit so war  2M 210R

 R 576   U 409 

B: zweite Klasse

[B]   104M 30R
Ba  sandig-humoser, ebener Acker, der jetzt brach lag  13M 150R
Bb  Sandhumus  58M 120R
Bc  meist sandig-humoser Boden; hier oben beim Wald, wo der Acker etwas höher liegt, ein kleiner Teil lehmvermischt und ein besonderes Stück daneben von lehmartigem, feinsandhaltigem Ackerboden  32M 60R

C: dritte Klasse

[C]   70M 225R
Ca  Sand und Sandheideland, teils etwas humushaltig, sehr mager  23M 150R
Cb  Sandheideland und wenig humusvermischter Sandboden, etwas besserer Boden befindet sich bei Bb  31M 105R
Cc  Sandland und Sandboden hier und da stückweise liegend  15M 270R

Anmerkung: Der Acker, der auf der Südseite liegt, ist ziemlich eben und höher gelegen als der andere, der nahezu uneben ist und sich zum Dorf und den Wiesen hin verändert.

 R 577   U 410 

D Wüstes Land

[D]   74M
Da  das gesamte wüste Land, das in vielen Feldstücken südlich zwischen dem bestellten Acker liegt und wie er von gleicher Art ist, jetzt zumeist kahl und überall mit Heidekraut bedeckt. Es gibt jedoch auf einem Teil einige Bäume und Büsche. Dieses soll mit der Zeit mehr und mehr bestellt werden. Es kann auch alles in Bewirtschaftung kommen ungeachtet dessen, dass er zumeist aus Sandboden und magerer Bodenart besteht.  61M 60R
Db  altes kahles Sandheideland  8M
Dc  einige kleine wüste Ackerstücke zwischen dem anderen Acker, teils kahl, teils bewachsen  4M 240R

Anmerkung: Hier gibt es wohl auch noch viel mehr auf der Feldmark, wie man erkennen kann, dass früher bestellt wurde. Aber weil das alles mit Wald bewachsen ist und sonst der größte Teil aus magerem Sandboden besteht, habe ich dieses jetzt bei Wald und Weideland einbezogen, wozu es genutzt wird, auch wäre hier sonst zu wenig oder nahezu kein Weideland vorhanden.

 R 578   U 411 

E Wiesen

[E]   45M 210R
Ea  ziemlich gute und kahle Wiese von niedrigem Weideland beim Acker, aber sonst zum Bruch hin niedrig und etwas sumpfig  13M 150R
Eb  Oben, Mittel und Neden Klem, zumeist niedrige und sumpfige Wiese, jedoch teils besser und etwas fest beimAcker  5M 195R
Ec  Brÿssower Wisch, eine sehr niedrige und nasse Wiese, größtenteils mit Erlen- und Weidenbüschen, jedoch licht bewachsen, das mit der Zeit wohl gemäht werden könnte  26M 165R

Die Wiesen können jährlich etwa 50 Fuhren Heu geben, wie man in den Annotationen finden kann.

Anmerkung: Die anderen Wiesen, die hier drin liegen, gehören teils zu Zarnekow, teils zum Kronwald und sind bei ihren zugehörigen Stellen aufgeführt.

F Wald undWeide

[F]   239M 150R
Fa  Heidekraut und Sandland, zumeist mit Kiefer und kleinen Eichen- und Birkenbüschen bewachsen, jedoch teilweise dazwischen kahl, war früher größtenteils bestellt  57M
Fb  unebenes Land, aus Sandboden, mit Eichenbüschen sowie einigen Kiefern-, Espen- und Birkenbüschen überall bewachsen, war teilweise früher auch Acker gewesen  56M 90R
 R 579  U 412 Fc  kleiner Eichen-, Espen-, Birken- und Weidewald, für Zaunstangen brauchbar, zumeist auf gutem, ebenem Grasland gewachsen, jedoch teilweise Heideland sowohl hier auf der Südseite als auch unten beim Acker. Hiervon weist der größte Teil alte Ackerfurchen auf  75M 150R
Fd  Hohbeck und Katenbruch Erlenbruch mit Weiden, Espen und Birken dazwischen  34M 150R
Fe  niedriger Erlenwald mit einigen Haselbüschen vermischt, zur Zarnkover Visch hin kahl  12M 90R
Ff  eine kleine Koppel von niedrigem Land, teilweise kahl, teilweise mit Erlenbüschen bewachsen  1M 270R
Symbol 66  einigeTümpel  2M

Das Dorf

[Dorf gesamt:]   9M 210R
å  kleine Ackerstückchen in den Grundstücken  105R
T.K.  alle Obst- und Gemüsegärten  1M 165R
Symbol 68  die Höfe zusammen  2M 150R
Symbol 67  die Straße innerhalb des Dorfes  1M 240R
Triften10 , Wege und Gräben in der Feldmark 3M 150R

Summe

Acker: 239M 30R
wüstes Land: 74M
Wiesen: 45M 210R
Wald undViehweide: 239M 150R
Dorf: 9M 210R
Heufuder: 50

 R 580   U 413 

Annotationen von Brüssow

1. Über die Aussaat

Laut eigener Angabe der Einwohner soll jeder von Moeckows Angehörigen jährlich 20 Sch Roggen, 12 Sch Gerste, 12 Sch Hafer, 1 oder 1/2 Sch Buchweizen, 1/2 Sch Wicken aussähen. Erbsen sähen sie wenig oder nicht, denn wenn keine Regenjahre sind, wollen sie hier nicht gedeihen.
Anmerkung: Jedoch werden diese Einwohner nicht gleiche Aussaat haben, weil sie auch selber meinten, nicht gleich zu bewirtschaften.
Wrangelsburgs Angehörige können nicht so viel aussähen, weil sie nicht so viel Acker haben, auch nicht so starke Anspannung, dass sie ihren Acker so gut bestellen können; auf jeden können jetzt nur 10 Sch Roggen, 7 Sch Gerste, 7 Sch Hafer, 1/2 Sch Buchweizen kommen.
In das Pastorenland können jährlich 14 Sch Roggen, 9 Sch Gerste und ungefähr 6 Sch Hafer gesät werden.
Anmerkung: Das gute Land wird jedes dritte Jahr gedüngt, und sie säen dort Roggen und Gerste wechselweise hinein. Der Acker kann mit der Zeit zum Teil mehr bestellt werden, was wohl bereits teilweise geschehen wäre, wenn ein Teil der Einwohner das vermocht hätte.

2. ÜberWiesen

Die Wiesen sind zumeist sehr nass und niedrig, außerdem zum großen Teil hier und da mit Büschen bewachsen. Sie sind in regenreichen Jahren nicht so ergiebig wie in trockenen, denn dann verhindert das Wasser oft seinen rechten Nutzen, wie die Einwohner sagten. Jeder Einwohner meinte, jährlich davon 6 kleine Fuder Heu bekommen zu können. Beim Hof des Pastors wird jedoch weniger gemäht. Mit der Zeit können die Wiesen wohl durch Rodung vermehrt werden, sofern nicht sonst die Büsche darin jetzt teilweise zu deren besserem Wuchs beitragen.

 R 581   U 414 

3.Wald

Den Wald nutzen die Einwohner für Brennholz aber Bauholz muss von anderen Orten geholt werden. Der Rittmeister kauft für seine Höfe aus der KarbowerHeide, aber die anderen bekommen solches aus dem Wrangelsburger Wald. Sonst wird der Wald für Zaunstangen genutzt, und sie sollen bisweilen einige Fuhren Brennholz verkaufen.

4.Weideland

Gute und reichliche Viehweide hat dieses Dorf, denn, was es nicht auf der eigenen Feldmark hat, das steht ihm frei im Kronwald zu nutzen, der unmittelbar hier angrenzt, weil die Einwohner hier in Brüssow von alters her die Erlaubnis gehabt haben, ihr Vieh frei in Prägel und seinen danebengelegenen Brüchen zu weiden.

5. Vieh

1. Auf jedem Hof sollen über Winter sieben Rinder und vier Pferde gehalten werden können, jedoch einige Einwohner haben viel weniger. Die Wrangelsburger haben jeder nur drei Pferde. Schafe haben sie einige, jeder drei oder vier Stück. Über Sommer nehmen sie auch wohl von anderen Kühe um sie gegen Milch zu füttern. Nr. 9 hat vier Stück Hornvieh, Nr. 10 und 13 jeder zwei Kühe. Moeckows Angehörigen können jeder ihre Ackerbestellung und den Hofdienst mit vier Pferden und zwei Ochsen verrichten. Sonst haben die Einwohner auch eine Menge Kleinvieh wie Schweine und Gänse.

 R 582  U 415 2. Einige Einwohner haben auch einige Bienenstöcke, welche hier gute Nahrung haben können.

6. Nahrungsmittel

Durch den Ackerbau und das Vieh haben die Einwohner ihre Nahrung.

7. Herrenhofarbeit und Dienst

1. Nr. 1, 2 und 4 dienen bei Moeckow, die drei ersten Tage in jeder Woche jeder mit vier Stück Zugvieh und zwei Personen und donnerstags mit einer Person zu Fuß.
Aber Nr. 3 leistet dort an drei Tagen Dienst mit zwei Ochsen und einer Person und den vierten mit einer Dienstperson wie die anderen. Die übrigen zwei Tage haben sie frei.

2. Die Wrangelsburger leisten auch dort Dienst, vier Tage pro Woche, jeder die zwei ersten Tage mit drei Pferden oder Ochsen und zwei Personen und die zwei anderen Tage schickt jeder einen zum Fußdienst.

3. Gesinde meinten die Einwohner nicht zu haben, sondern sie bedienen sich ihrer Kinder.

8. Abgaben

1.Akzise11  gibt jeder von Nr. 1, 2 und 4 vierteljährlich 21 lß vorpom., Nr. 3 10 ß und jeder der anderen Bauern 14 ß. Nr. 9 gibt auch 14 ß, Nr. 10 7 ß.
2. Jeder Bauer gab dieses Jahr 5 Mark Kopfsteuer12  und Nr. 10 ebensoviel aber Nr. 9 gab 1 Rthl.
3. Messkorn13  gibt jeder von Moeckows Angehörigen an den Pastor jährlich 2 1/2 Sch und jeder von den anderen 2 Sch.

 R 583   U 416 links Anmerkung: Wenn der Kronwald hierbei Mastfrüchte trägt, lassen die Einwohner dort ihre Schweine hin, um sie zu mästen, und geben pro Stück 3 1/2 Mark. Sonst, wenn man sehr wenig Frucht auf den Bäumen findet, geben sie pro Stück 3 ß, damit sie also dort frei gehen und sich etwas zum besten suchen mögen. Aber demjenigen, der es nicht will, steht es frei es zu unterlassen.

9. Die Monumente

Im Ackerstück Ah hat in alten Zeiten eine Windmühle gestanden, die dann, wie gesagt, auf Wrangelsburgs Feldmark versetzt wurde, wo jetzt die Mühle steht. Ohne Zweifel wird aus diesem Grunde besagter Acker bis heute in der Bewirtschaftung des Müllers sein. Im Laubwald daneben auf der Ostseite, der voll alter Lehmgräben ist, findet man einen alten gemauerten Brunnen, der dort wegen der Mühle angelegt war.

 RRev 180   URev 275 

1704 ist das Dorf Brüssow revidiert und wie folgt befunden worden

Im Feld A

[Ai, Ak]   4M 100R
Ai  vom Weideland oder Waldboden Fc vier Stücke bestellt, die vollständig mittelmäßiger Humusboden zu sein scheinen und wohl jedes dritte Jahr tragen können. Die Bauern geben aber vor, dass der Boden so kalt sei, dass er nicht tragen will, insbesondere Gerste und Roggen überhaupt nicht.  3M 250R
Ak  guter tiefliegender Humusboden, von der Wiese Ea bestellt, wird ebenso wie das Feld besät  150R

Das Feld B

[Bc, Bd]   15M 30R
Bd  sieben Stücke vom wüsten Acker Da bestellt. Der Boden besteht aus losem Sand, wird nur jedes 4. oder 5. Jahr mit Roggen besät. Andere Saat kann er nicht tragen.  10M 30R
Bc  lockerer Sandhumus, etwas kaltgründig, wird jedes 3. Jahr nur mit Hafer und Buchweizen besät, vom Waldboden Fc bestellt.  5M

Das Feld C

[Cd-Cf]   35M 80R
Cd  loser Sand, vom wüsten Acker Da bestellt, wird jedes 4. Jahr mit Roggen besät; Sommerkorn will hier nicht wachsen und es müsste wohl gedüngt werden, wenn es die Mühe lohnen soll.  19M 250R
Ce  vom wüsten Acker Db bestellter humoser Boden, etwas kalt, wird nur jedes 3. Jahr mit Sommerkorn besät. Weil es sehr tiefliegend ist, will kein Roggen wachsen, laut Bericht der Einwohner.  5M 70R
Cf  roter Sandboden vom Waldboden Fa und Fb bestellt, kann jedes 4. Jahr besät werden, sofern man es schafft dies alles zu düngen, sonst muss es wohl 6 bis 7 Jahre ruhen.  10M 60R

 RRev 181   URev 276 links 

Anmerkung

Der ganze Acker, der hier noch wüst liegt, kann mit der Zeit kultiviert werden. Obgleich er sehr sandig und mager ist, könnte er wohl dennoch Roggen tragen können, wenn er gedüngt würde.
Vom Waldboden Fa, Fb und Fc wird noch ein ziemlicher Teil bestellt werden, insbesondere hin zur oder bei der Wrangelsburger Grenze, wo der Boden einigermaßen brauchbar ist. Außerdem ist in der Kronheide Prägel ein Stück wüster Acker mit Qd bezeichnet, aus feinem Sand bestehend, kann nicht besonders gut bestellt werden, denn es ist so weit entlegen, dass man nicht imstande ist, dorthin etwas Dung zu fahren. Es würde auch wohl großen Schaden durch Wildschweine und Rehböcke erleiden.
Zwei Ackerkämpe14  in selbiger Heide bei der Zarnekower Wiese mit Cn bezeichnet oder Middel und Kleine Brinck genannt, sind jetzt als Weide wüstgelegt worden.

 RRev 182   URev 276 rechts 

Arealausrechnung vom Pastorenacker in Brüssow

Im Feld A

[Pa-Pe]   7M 135R
Pa  zwei Stücke, von der Güte wie Aa  2M 120R
Pb  ein Stück, wie Ab von 150 Ruten und eines wie Ag von 90 Ruten, zusammen  240R
Pc  drei Stücke, von der Güte wie Ac, umfassen  1M 50R
Pd  drei Stücke, ebenso wie Ad  1M 40R
Pe  vier Stücke, wie Ae und Af  1M 285R

Feld B

[Pf-Ph]   10M 120R
Pf  zwei Stücke, von der Güte wie Ba  1M 50R
Pg  vier Stücke, von der Güte wie Bb  6M 180R
Ph  vier Stücke, wie Bc  2M 190R

Feld C

[Pi-Pl]   11M 70R
Pi  fünf Stücke15 , von der Güte wie Ca  3M 150R
Pk  zwei Stücke, wie Cb  1M 190R
Pl  fünf Stücke, wie  Cc 6M 30R

 RRev 183   URev 277 links 

Arealausrechnung von dem kürzlich bestellten Pastorenacker in Brüssow

Im Feld B

[Pf1-Ph1]   2M 210R
Pf1  strenger Humusboden, wird zusammen mit dem Feld besät  120R
Pg1  loser Sandboden, wird jedes 4. Jahr mit Roggen besät  1M 210R
Ph1  zwei Stücke, kaltgründiger Sandhumus  180R

Im Feld C

[Pi1-Pl1]   5M 150R
Pi1  drei Stücke, Humusboden, werden jedes 3. Jahr besät  1M 270R
Pk1  drei Stücke, sandiger Boden, werden jedes 4. Jahr besät  3M 120R
Pl1  ein Stück, etwas magerer  60R

Pb1  ein Stück, im Feld A, kaltgründiger Humusboden  270R

  liegt noch wüst, kann jedoch mit der Zeit bestellt werden  3M 90R

Kirchenacker ist hier nicht. Die Matrikel wird in Stettin sein.

Als die Matrikel16  mir nicht mitgeteilt wurde, weil der Pastor sie im Original an die Königl. Matrikelkommission gesandt hat, so habe ich keine andere Nachricht bekommen können, als was die Bauern berichten, dass der Feldherr Wrangel ihn [den Acker] dem Pastorat geschenkt hat dafür, dass er in Wrangelsburgs Kapelle predigen sollte. Aber Herr Rittmeister Peterswald berichtet, er [der Acker] habe früher auf dem Wrangelsburger Feld gelegen und wurde also nur von dem Herrn Feldherrn getauscht, worüber man mehr Nachricht in der Kirchenmatrikel finden wird.

Summe

NeuerAcker: 54M 210R
Pastorenacker: 29M 15R
neuerPastorenacker: 9M 30R
wüsterPastorenacker: 3M 90R

 RRev 339   URev k.A. 

Im Juli 1708 wurde auf Befehl der Amtsacker in Brüssow verteilt und wie folgt befunden

Acker

Im Feld A

[C1-C7,C14]   24M 135R
C1  drei Stücke, in Aa  5M 270R
C2  sieben Stücke, in Ab  2M 180R
C3  neun Stücke, in Ac  4M
C4  sechs Stücke, in Ad  4M
C5  acht Stücke, in Ae  3M 150R
C6  vier Stücke, in Af  1M 235R
C7  drei Stücke, in Ag  1M 135R
C14  ein Stück, in Ai  1M 65R

Im Feld B

[C8-C10,C15,C16]   44M 105R
C8  fünf Stücke, in Ba  5M 285R
C9  elf Stücke, in Bb  17M 270R
C10  15 Stücke, in Bc  14M 270R
C15  drei Stücke, in Bd  4M 150R
C16  drei Stücke, in Be  1M 30R

Im Feld C

[C11-C13,C17-C19]   38M 135R
C11  13 Stücke, in Ca  8M 210R
C12  sieben Stücke, in Cb  7M 105R
C13  neun Stücke, in Cc  5M 210R
C17  sechs Stücke, in Cd  11M
C18  zwei Stücke, in Ce  1M 120R
C19  sechs Stücke, in Cf  4M 90R

 RRev 340   URev k.A. 

Neu bestellter Amtsacker seit der letzten Revision

[C20-C25]   11M 195R
C20  ein Stück, vom wüsten Acker Da bestelltes Sandland  270R
C21  zwei Stücke, von Db bestellt, besteht aus sehr magerem Sandboden  180R
C22  zwei Stücke, vom wüsten Acker Dc bestellt, magerer Sandboden, die nur jedes 3. oder 4. Jahr einmal besät werden können  1M 60R
C23  drei Stücke, von Fa bestellt, reines Sandland, die alle 6 Jahre einmal besät werden können  4M 60R
C24  zwei Stücke, von Fb bestellt und von oben stehender Beschaffenheit  2M 120R
C25  vier Stücke, von Fc bestellt, mageres Sandland  2M 105R

Wüster Acker

[C26-C28]   17M 180R
C26  14 Stücke, in Da  16M 30R
C27  drei Stücke, in Db  210R
C28  drei Stücke, in Dc  240R

Gilland, welches das ganze Dorf gemeinsam hat

[G1-G3]   2M
G1  ein Stück, in Ab  180R
G2  ein Stück, in Ac  210R
G3  ein Stück, in Ah  210R

Summe

Acker: 107M 75R
neuerAmtsacker: 11M 195R
wüster Acker: 17M 180R
Gilland: 2M

 RRev 341   URev k.A. 

Pastorenacker, der bei der Revision nicht angewiesen wurde und jetzt vermessen worden ist.

[Pm-Pq]   5M 40R
Pm  zwei Stücke, in Ba  130R
Pn  ein Stück, in Bb  1M 270R
Po  ein Stück, in Bc  90R
Pp  ein Stück, in Ce  210R
Pq  drei Stücke, in Cf  1M 240R

Anmerkung: Der Pastorenacker Pl in Cc ist aus Versehen in der Ausrechnung bei der Revision als 6 Morgen 30 Ruten aufgeführt worden, ist aber in Wirklichkeit nicht mehr als 1 Morgen 150 Ruten.

 RRev 342   URev k.A. 

Daß der Landtmeßer Plönnies in dreijen dörffern, alß Lüssow, Züssow und Fritzow gewesen, umb in selbigen daß königl: antheile von dem Adelichen zu Separiren, aber dabeij nichtes Vornehmen können, weill weder die Einwohner noch sonst jemandt in der Nachbahr=schaft Ihn die königl: antheile zu weisen gewust, darumb die separation biß zu Einziehung mehrern nachricht vor der Handt außgesetzet bleiben müßen, Solches wirdt auff begehren hiemitt attestiret.

Wolgast den 16 Julij a:o 1708.
Ruhle

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Anke Maiwald M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Brynolph (Bryniel) Hesselgreen
Revision:
Anmerkungen:

1 Brüssow wurde von Brynolph (Bryniel) Hesselgreen vermessen.

2  Heidereiter: ein Förster zu Pferde mit der Aufgabe, die Heide zu bereiten. Darüber hinaus hatte er ebenfalls die Aufsicht über den Wald. Krünitz, Johannes Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 22, Berlin,1789, Sp. 739; LAGreifswald Rep6a Band 4, Beschreibung von Karbow, Fol. 421.

3  Carl Gustaf Wrangel: Der bekannte schwedische Feldherr Carl Gustaf Wrangel wurde am 13. Dezember 1613 geboren, seine Eltern waren der Sohn des baltisch-stämmigen Adligen Hermann Wrangel und der Margareta Grip (eine Cousine Gustav II. Adolfs). Wrangel erhielt die übliche Ausbildung eines jungen Adligen jener Zeit, wozu auch die Bildungsreise in andere europäische Länder zählte. Nach Aufenthalten in den Niederlanden und Frankreich schloss er sich den schwedischen Truppen in Deutschland an und durchlief eine außerordentliche militärische Karriere. Schon 1645 wird er Feldmarschall, sechs Jahre später erhält Wrangel einen Grafentitel, im Jahr 1657 ist er Admiral und 1664 Reichsmarschall. Außerdem gehört er in der Zeit 1660-1672 zur Vormundschaftsregierung Karls XI. Als Generalgouverneur Schwedisch-Pommerns (1648-1650 und 1661-1676) übernimmt er die Mittlerfunktion zwischen dem schwedischen Reich und dem Kontinent, wobei es ihm gelang, recht unabhängig in seiner Position zu wirken - schon seine Zeitgenossen nannten ihn, wegen seines Auftretens einen "norddeutschen Prinzen". Neben seinen umfangreichen Besitzungen in Pommern, besaß der Feldherr auch u. a. große Anwesen in Schweden und Finnland, und wirkte als einer der großen Bauherrn seiner Epoche. Wrangels glanzvolle militärische Laufbahn endete1675 wenig ruhmvoll mit der Niederlage bei Fehrbellin, wo er der Oberbefehlshaber über die schwedischen Truppen war. Schwer krank starb er am 25. Juni 1676 auf seinem Sitz Spyker auf Rügen. Da er keine überlebenden Söhne hatte, vererbte Wrangel seinen umfangreichen Nachlass seinen Schwiegersöhnen.  Hofberg, Herman: Svenskt biografiskt handlexikon, Bd.II, Stockholm 1906, S. 746

4  Herrensitz: der Wohnsitz des Herren eines Rittergutes. Krünitz, Johann Georg: Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft, Bd. 23, Berlin 1781, Sp. 89.

5  Ackerhof (auch Ackerwerk oder Vorhof): ein Nebenhof, der zu einem Gutshof gehört und zum Ackerbau oder zur Viehwirtschaft genutzt wird.  Der Ackerhof, In: Adelung, Johann Christoph: Grammatisches kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, Bd. 1. Wien 1811. Sp. 159.

6  Die Familie Mardefeld stammte aus Geldern und trug ursprünglich den Namen Maasberg. 1628 trat Conrad Maasberg in schwedische Kriegsdienste. Am 20. Januar 1646 wurde er geadelt und am 9. Juni 1677 als Feldmarschall und Vizegouverneur von Pommern unter dem Namen Mardefeld in den schwedischen Freiherrenstand erhoben.  Koser: Mardefeld, Gustav v. M.In: Allgemeine Deutsche Biographie Bd. 20, [Historische Commission bei der Königl. Akademie der Wissenschaften] Leipzig 1884. Seite 308 f.

7  Major von Peterswald lebte auf Gut Divitz bei Barth, zu seinen Besitzungen gehörte Gahlkow. Im Jahr 1691 wird er als der Hauptmann von Wrangelsburg vermerkt. Asmus, Ivo, Das Testament des Grafen. Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. Asmus, Ivo; Droste, Heiko; Olesen Jens: (Hg.) Gemeinsame Bekannte. Schweden und Deutschland in der Frühen Neuzeit, Berlin 2003, S. 217; 219.

8  Allgemeine Bezeichnung für Abgaben jeglicher Art.  

9  Hufensteuer bezeichnet die Steuer, die von den Feldern nach Hufen gerechnet gezahlt wird. Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 25. Berlin 1782. Sp. 602 ff.

10  In der Landwirtschaft ein breiter, gemeiniglich eingeschlossener Weg, auf welchem das Vieh von der Weide getrieben wird, in welcher Bedeutung es im Hochdeutschen am gewöhnlichsten ist: Die Viehtrift, der Viehweg, Treibeweg. 2) Der Ort, auf welchen das Vieh zur Weide getrieben wird. In weiterer Bedeutung führt jeder Ort dieser Art den Namen Trift, in engerer aber nur das Brachfeld, in so fern es dem Vieh zur Weide dient, zum Unterschied von der Weide.  Wehrmann, Martin: Geschichte der Stadt Stettin, Stettin 1911, ND Frankfurt a. M. 1979, S. 276ff.

11  Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste.  Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.

12  Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.

13  Kirchenkorn oder Priesterkorn 

14  Kamp, ein mit einem Zaum oder Graben eingefasstes Stück Feld von unbestimmter Größe.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 34, Berlin 1785, Sp. 1.

15 Laut Urschrift sind es sechs Stücke.

16  Eine Kirchenmatrikel ist ein Verzeichnis über die Eigentums- und Einkommensverhältnisse von Kirchen und ihren Kirch- und Schuldienern.  Deutsches Rechtswörterbuch: Wörterbuch der älteren deutschen Rechtssprache, Bd 7. Weimar 1974-1983. Sp. 883.