Beschreibung des Adels- und Kirchdorfs Zarnekow
Zarnekow ist ein Adelshof und Kirchdorf im Distrikt Wolgast, 5/4 Meilen von der Stadt Wolgast, 7/4 Meilen von Anklam und zwei Meilen von Greifswald gelegen, nach der Rechenweise der Einwohner. Es grenzt im Norden an Brüssow, im Osten an Giesekenhagen, im Süden an Gnatskow und im Westen an Moeckow. Dieses Dorf besitzt und gehört zu Wolgasts Stadtkirche, zu Moeckow, Gnatskow und zum Pastorat hier im Dorf, die jeder hier ihre bestimmten Anteile haben. Auch hat dieses Kirchspiel hier seine Gemeindekirche, zu der folgende Dörfer gehören: Zarnekow, Moeckow, Wrangelsburg, Brüssow, Giesekenhagen, Steinfurth und Gnatskow mit Pretschow.
Jetzt findet man hier im Dorf die Einwohner wie folgt angezeigt:
1 . Herr Christian Kiddendorff, Pastor
Bauern der Wolgaster Kirche
2 . Giorgen Stenbrinck
3 . Christian Martens
Moeckow zugehörig
4 . Petter
Wischer
5 . Jochom
Fählhoff
| 6 . Michel
Hannman 7 . Jochom Kiöping |
Dienstbauern |
R 682 U 483
Gnatskow zugehöriger Dienstbauer
8 . Ephriam Wys
Andere Einwohner, Handwerker und Einlieger
9 . Manwild Greger, Küster, hat keinen Acker, sondern pachtet bisweilen etwas von den anderen und hat etwas Vieh, außerdem
ernährt er sich durch seinen Dienst.
10 . Theuws Holts, ein Tagelöhner, wohnt einliegend auf einem Wolgaster Hof, verdient sein
Essen durch Arbeit bei anderen.
11 . Jochom Becker, ein Schneider, wohnt auch auf dem selben Hof einliegend.
| 12 . Christopher Ewert, ein Leinweber 13 . Hinrick Cuur, ein Schneider |
diese wohnen beim Pastor einliegend und geben ihm Pacht |
14 . Jacob Kuus,
Viehhirte
15 . Gorius
Fellhawer, wohnt bei Nr. 7 einliegend.
1. Der Anteil von Wolgasts Kirche
Wolgasts Kirche hat hier seit alter Zeit drei Höfe gehabt, zu welchen 7 Hakenhufen gehört haben sollen. Das findet man in der Kirchmatrikel1 von 1584, als diese Höfe mit drei Einwohnern besetzt waren. Jetzt aber haben seit Menschengedenken nur zwei R 683 diesen Anteil unter sich aufgeteilt und bewirtschaftet. Aber außer den einen Hof, mitten auf der Straße, den Stenbrinck allein hat, auf den sein Vater, der vor ihm diesen Teil in Pacht hatte, auf eigene Kosten zwei Katen bauen ließ, in denen jetzt Nr. 10 und Nr. 11 wohnen, die ihm jährlich dafür 2 Rthl Miete geben. Nr. 2 und 3, die gleiche Wirtschaft haben, geben jedes Jahr Pacht an die Kirche, jeder eine Last Getreide oder 96 Scheffel, 32 Scheffel von jeder Sorte: Roggen, Gerste und Hafer. U 484 Dieses liefern sie im Herbst dem Probst in Wolgast, der hierüber die Verfügung hat. Sonst geben sie zusammen jährlich 27 Hühner und weil der eine die dritte Hofstelle extra nutzt, gibt er von besagter Summe eine Menge mehr Hühner als die anderen und jeder gibt auch 20 Eier. Außerdem dienen sie einen Tag im Jahr mit Fuhrdiensten beim Probst in der Stadt. Sonst sind sie der Kirche nicht weiter durch Dienste oder Abgaben verpflichtet. Von den Einwohnern hörte ich sagen, dass Wolgasts Kirche auch in alten Zeiten ein Haus zwischen den Höfen, R 684 wo Nr. 4 und 5 sitzen, hatte, wo ein Mann gegen Pacht saß und die dortige Ackerstelle ist hier noch vorhanden. Früher wurde hier auch ein Krug unterhalten auf dem Hof, wo Nr. 2 wohnt.
2. Moeckows Anteil
Moeckow hat das meiste Eigentum hier im Dorf, das nach der Kirchenmatrikel aus 9 Hakenhufen bestehen soll und zu diesem Anteil gehören fünf Höfe, die früher alle Herrn Owstin gehört haben, dann aber an Herrn Peterswalds Erben verkauft wurden. Der eine Hof liegt wüst, nur eine Scheune ist darauf gebaut. Die anderen sind von vier Einwohnern bewohnt, die oben aufgeführt sind, von denen Nr. 4 oder Wischer mehr zu bewirtschaften hat als einer der anderen, fast doppelt gegenüber jenen. Aber die anderen drei haben untereinander gleiche Wirtschaft. Von diesem Anteil liegt viel Acker wüst und ist nicht so bewirtschaftet wie die anderen. Auch haben die Einwohner nicht alles unter sich. Nr. 4 ist frei, gibt jährlich 20 Rthl Pacht. Nr. 5 ist untertänig, dient jedoch nicht bei der Ackerbestellung wie die anderen, sondern tut den einen oder anderen Dienst, R 685 der außerdem von ihm verlangt wird, wenn es nötig ist. Nr. 6 und 7 sind Untertänige und machen Dienst.
U 4853. Gnatskows Anteil
Herr Bohl in Gnatskow hat hier einen Hof, zu dem 2 Hakenhufen gehören. Den hat Nr. 8 in Bewirtschaftung, liegt aber sehr wüst und unbebaut, denn der, welcher vor ihm hier wohnte, war bei der Ackerbestellung nachlässig. Er ist untertänig und leistet Hofdienst auf Gnatskow.
4. Pastoratsanteil
Zum Pastorat, das hier im Dorf ist, gehören auch nach der Kirchenmatrikel 2 Hakenhufen, die der Pastor auch selbst in Bewirtschaftung hat.
Beschaffenheit der Hufen
Aus den vorhergehenden Punkten erkennt man, dass seit alten Zeiten 20 Hakenhufen hier zu Zarnekow gerechnet wurden. Wenn man das aber mit der neuen Ausrechnung vergleicht, findet man, dass sie mit bebautem und unbebautem Acker 1/3 darüber hinaus geht. Moeckows und Gnatskows Anteile sind R 686 steuerpflichtiges Land und die Besitzer haben selbst Abgaben dafür erstattet. Was aber zu Wolgasts Kirche gehört, meinten die Einwohner, dass sei in herzoglichen Zeiten von der Steuer befreit worden.
Verteilung des Ackers
Der bewirtschaftete Acker wird hier in vier Felder geteilt, von denen das eine oder Kleine Fält mit den Stellen beim Dorf jährlich bestellt wird, aber die anderen drei abwechselnd jedes dritte Jahr brach liegen.
R 687 U 486Arealausrechnung von Zarnekow
A Acker, der jährlich bestellt wird
[A]
46M 105R
Aa
Kleinefelt besteht beim Dorf aus gutem Humusboden,
sonst aus Humus, ein Teil etwas magerer,
33M 195R
Ab
Ackerstellen nördlich vom Dorf aus Humusboden,
7M
Ac
ein Ackerstück von lehmhaltigem Humusboden, das auch jährlich besät wird,
5M 210R
B Das Feld zu Brüssow
[B]
115M 129R
Ba
Humus und Lehmhumus,
33M 45R
Bb
Sandhumus und lockeres Land,
49M 165R
Bc
Sandhumus, magerer Acker,
32M 219R
C Medelfelt
[C]
92M 150R
Ca
Lehmhumus und teils Lehmboden,
40M 12R
Cb
Humusland, sandvermischt,
21M 105R
Cc
magerer Sandhumus,
20M 285R
Cd
neu bewirtschafteter Acker aus Sandboden,
10M 48R
D Das Feld zu Gnatskow
[D]
65M 255R
Da
Twerfelt, Humusboden und Lehmhumus,
20M 255R
R 688 Db
lehmig-humoser Acker, teilweise ein wenig sandvermischt,
31M 180R
Dc
Sandhumus,
13M 120R
E Wüstes Land
[E]
134M
Ea
Ackerstücke, die nur einige Jahre unbestellt lagen,
2M 75R
Eb
wüste Ackerstücke im Feld B, von sandig-humosem Boden,
30M 240R
Ec
etwas steiniges wüstes Land,
7M 180R
Ed
teils mit Kiefern bewachsen, teils kahles wüstes Land,
23M 150R
Ee
unebenes Sandheideland,
29M 45R
Ef
hügeliger wüster Acker,
28M 240R
Eg
kleine Stücke wüstes Land im Feld D,
11M 120R
Eh
wenig wüster Acker im Kleine Felt, 150R
Anmerkung: Das wüste Land ist ganz mit Heidekraut bewachsen und von gleicher Bodenart wie der bewirtschaftete Acker, zwischen oder bei dem er gelegen ist, je weiter vom Dorf entfernt desto magerer, so dass zu Giesekenhagens Grenze hin der Schlechteste ist, aus sandigem Sandheideboden bestehend und soll, wie es scheint, allmählich mehr und mehr erschlossen werden.
R 689 U 488Wiesen
... hat Zarnekow innerhalb seiner Grenzen keine, sondern andernorts, die dort mit ihren Namen bezeichnet sind.
[
,
]
33M 240R
1.)
, bei Brüssow neben Prägel hat Zarnekow eine Wiese von niedrigem Grund mit
Erlenbrüchen dazwischen bewachsen, die wohl mit der Zeit gerodet werden kann, Zarnkower
Wisch genannt und ist ganz von Gräben umgeben,
27M 240R
2.)
, sonst hat Wolgasts Anteil von alters her eine Wiese bei Steinfurth gehabt, sehr
niedrig, die jetzt nur zu 2 Morgen 45 Ruten gemäht werden kann aber das Übrige ist alles mit kleinen Bäumen bewachsen, die
als
Brennholz genutzt werden und sie umfasst zusammen
6M
Anmerkung: Von der vorherigen Wiese meinten die Einwohner jährlich nicht mehr bekommen zu können, weil sie so viele Büsche enthält, das jeder von Nr. 2 und 3, die den größten Anteil haben, 7 Fuder Heu oder 14 zusammen bekommen, wo Moeckows Einwohner nur einen Fuder haben. Der Gnatskower Bauer hat hieran keinen Anteil aber der Pastor hat hier einen kleinen Teil aber mir wurde nicht gesagt, wieviel er geben kann. Von der anderen Wiese sollen Nr. 2 und 3 nur 2 Fuder Heu werben können, sollen doch im Ganzen 30 Fuder Heu erzielt werden können.
R 690 U 489F Viehweide und Wald
[F]
87M 201R
Fa
drei kleine Weidelandflecken im Acker, die gemäht werden können, wenn er bestellt
wird,
195R
Fb
Nachtkoppel, teils festes und baumloses Grasland,
wenig bültig, teils niedrig und mit Erlenbüschen bewachsen,
13M 90R
Fc
teils niedriges, teils festes Land, alles mit Erlenbüschen bewachsen,
15M 150R
Fd
baumloses und festes Weideland, zumeist bültig, trägt Gras und kleines Heidekraut
dazwischen,
48M 126R
Fe
sumpfiges Land und Morast, sowie Tümpel,
9M 240R
Das Dorf mit seinem Zubehör
[Dorf insgesamt] 12M 60R
tr .K .T alle kleinen Obstgärten, Gemüse- und Hopfengärtchen, 3M
alle Höfe und Wohnstellen, sowie der Kirchhof,
2M 60R
Fischgewässer, teils auf der Straße, teils westlich vom Dorf, worin Karauschen gefangen
werden,
1M
Anmerkung: Karauschen waren auch im Moor
Soll, weiß aber nicht, ob jetzt dort einige zu finden sind
die Straße im Dorf,
4M 90R
Alle Wege, die über die Feldmark verlaufen, 1M 210R
Summe
Acker: 320M 39R
wüster Acker: 134M
Wiese: 33M 240R
Heufuder: 30
Viehweide und Wald: 87M 201R
das Dorf: 12M 60R
Annotationen von Zarnekow
1. Beschaffenheit des Ackers
1.) Der Acker ist hier ganz eben und gut gelegen, so dass das Wasser ihm kaum Schaden zufügen kann. Die Lage des ganzen Dorfes ist mittelmäßig und alle seine Ländereien liegen nahezu in einer Ebene. Der Acker, der dicht beim Dorf liegt, als auch was Moor Soll mit seinem Strich nach Süden auf der Westseite hat, ist von den drei Feldern der Beste. Und die Einwohner halten diesen von nahezu gleicher Güte. Was außerdem dabei liegt, ist magerer und mehr sandvermischter Acker, der auch seine Güte mit seiner Entfernung ändert. Was jährlich bestellt wird, ist guter Boden, jedoch findet man das Kleine Felt nach Süden zu etwas mager. Das Land wäre wohl auch sonst zum Teil besser, wenn die Einwohner es vermocht hätten, das alles so zu handhaben und zu düngen, wie es nötig ist. Jetzt war das Feld B mit Wintergetreide und C mit Sommergetreide besät, aber D lag als Brache.
2.) Das wüste Land kann mit der Zeit größtenteils wieder bewirtschaftet werden, zum mindesten zum größten Teil von dem, was innerhalb von dem bestellten Acker liegt und ist von gleicher Bodenart, obwohl mager, kann das Düngung einigermaßen verbessern und ist teilweise so R 692 lange wüst liegen gelassen worden, nicht so von selbst wegen als aus Mangel und Unvermögen der Einwohner. Was aber an Giesekenhagens Grenze liegt, ist schwaches Land von Sandheide- und Sandboden, der wohl nicht das Bewirtschaften lohnen würde.
2. Die Aussaat
Nr. 2 und 3 können jeder jährlich aussäen: Wintersaat 3 Drömt, Sommersaat 2 1/2 Drömt Gerste und 9 Scheffel Hafer, auch nicht immer gleich viel, bisweilen einige Scheffel darüber.
Nr. 4 zwei Drömt
Roggen und 2 Drömt Sommersaat,
Nr. 5 ein Drömt Roggen, 4 1/2 Scheffel
Gerste, 6 1/2 Scheffel Hafer,
U 491 Nr. 6 ein Drömt Roggen und 8 Scheffel Sommerkorn,
Nr. 7 ein Drömt Roggen, 10 Scheffel Sommersaat,
Nr. 8 15 Scheffel
Roggen, 8 Scheffel Gerste, 5 Scheffel Hafer, 1/2 Scheffel
Buchweizen.
Erbsen säen die Einwohner nur etwas in die Stellen beim Dorf. In einem Morgen können 2 1/2 Scheffel gesät werden, sagten die Einwohner.
3. Wald
Da hier auf der Feldmark kein Wald für den Hausbedarf zu finden ist, müssen sich die Einwohner Brennholz und anderes notwendiges Baumwerk von R 693 anderen Orten beschaffen. Nr. 2 und 3 haben Wald für Brennholz auf ihren Wiesen bei Steinfurth und Gnatskow. Der Bauer hat die Freiheit auf dieser Feldmark Brennholz zu holen.
4. Weideland
Die Viehweide ist hier sehr knapp und wenig. Jetzt aber wird das wüste Land auch dafür nach Möglichkeit genutzt. Deshalb meinten die Einwohner nicht viel Vieh den Sommer über weiden zu können.
5. Vieh
1.)
Nr. 2 hat drei Pferde, zwei Ochsen und fünf Kühe,
Nr. 3 vier Pferde, zwei Ochsen und sechs Kühe,
Nr. 4 vier Kühe,
zwei Ochsen und drei Pferde,
Nr. 6 zwei Pferde, zwei Ochsen, zwei Kühe und einen jungen Ochsen,
Nr. 7 zwei Pferde, zwei
Ochsen und drei Kühe,
Nr. 8 vier Pferde, zwei Ochsen und drei Kühe,
Nr. 9 zwei Ochsen, fünf Kühe,
Nr. 10 und 11 jeder
eine Kuh,
Nr. 15 auch eine Kuh.
Mehr ist mir an Vieh nicht angegeben worden. Schafe meinten sie keine zu haben, auch nicht
einige halten zu können.
2.) Nr. 6, 9 und 10 haben jeder zwei oder mehr Bienenstöcke, die anderen keine.
R 694 U 4926. Hofdienst
Nr. 6 und 7 leisten Dienst nach Moeckow drei Tage in der Woche, jeder mit zwei Ochsen und einer Person, den vierten Tag mit einem zu Fuß und die anderen zwei Tage sind frei. Aber solange die Ernte dauert, dient jeder alle Tage mit zwei Personen. Nr. 5 leistet dort Dienst ohne Feldarbeit, wenn es so verlangt wird.
Nr. 8 dient auf Gnatskow zwei Tage in jeder Woche mit vier Pferden und zwei Personen, den dritten Tag mit einem Paar Ochsen und einer Person und den anderen drei Tage täglich mit einem zu Fuß. Aber in der Heuernte und Mahd leistet er alle Tage Dienst mit zwei Personen und Pferden, wenn es nötig ist, etwas einzufahren.
7. Gesinde
Der Pastor hat [einen] Knecht, aber die anderen Einwohner nichts.
8. Abgaben
1.) Akzise2 geben
Nr. 2 und 3 jeder
jedes Vierteljahr 34 Schilling,
Nr. 4 16 Schilling,
Nr. 5, 6, 7 jeder 9 1/2 Schilling,
Nr. 8, 11, 12 und 13 jeder 14 Schilling,
Nr. 10 9 1/2 Schilling.
2.) Kopfsteuer3 geben
Nr. 2 und 3 jeder
dieses Jahr jetzt zuletzt 5 Mark, früher aber R 695 3 Gulden oder 1 1/2 Rthl,
Nr. 4 gab ebensoviel,
Nr. 12 gab zuerst dieses Jahr 3 Gulden,
jetzt das zweite Mal 2 Rthl 1 Riksort
3.) Viehsteuer4 haben die vier Einwohner 8
Schilling pro Stück gegeben, aber die Untertänigen, welche dienen, waren von dieser Abgabe befreit.
Vergangenes Jahr gab jeder
Einwohner 1 Rthl Kopfgeld.
4.) Hufensteuer5 , Magazinkorn6 und Reuterverpflegung erstatten die Besitzer selbst für Moeckows und Gnatskows Anteile. Die anderen sind frei.
U 494 links9. Messkorn7
Nr. 2 und 3 geben jeder an den Pastor 4 Scheffel Roggen und an den Küster 2 Scheffel Hafer,
Nr. 4 3 Scheffel Roggen, an den
Küster 1 1/2 Scheffel Hafer,
Nr. 5, 6 und 7 jeder an den Pastor 1 1/2 Scheffel Roggen, an den Küster 1 Scheffel Hafer,
Nr. 8 gibt 2 Scheffel
Roggen und 1 1/2 Scheffel Hafer.
10. Die Kirche
Die Kirche ist aus Stein, ohne Turm und zu ihr gehört kein Land.
11.
Feld- und Hofrecht hierüber hat der Rittmeister in Moeckow.
RRev 175 URev 269 URev 270 links1704 ist das Dorf Zarnekow revidiert und wie folgt befunden
Im Feld A
Ad guter Sandhumus vom wüsten Land Eh bewirtschaftet, wird mit dem Feld gleich besät, 70R
Das Feld B
[Bd-Bf]
28M 240R
Bd
Sandhumus, etwas kaltgründig, ist gleichfalls dreischlägig, von Eb bewirtschaftet,
19M
Be
Sandland, etwas flacherer Art, wird alle drei bis vier Jahre einmal besät, von Eb
bewirtschaftet,
2M
Bf
Sandboden, hochgelegen, wird alle sechs Jahre besät, laut Bericht der Bauern schaffen
sie es nicht ihn im Morast zu düngen, von Ec bewirtschaftet,
7M 240R
Das Feld C
Ce mittelmäßiger Sand, etwas humos, wird gleich mit dem Feld besät, von Ef bewirtschaftet, 1M 295R
Das Feld D
[Dd-Df]
14M 200R
Dd
magerer Sandhumus, dreischlägiger Acker, von Eg bewirtschaftet,
4M 20R
De
etwas schlechter, ebenso, wird alle drei bis vier Jahre besät, wenn man ihn düngen kann,
von Ef und Eg bewirtschaftet,
5M
Df
Sandboden, wird jedes fünfte bis sechste Jahr ein Mal besät, könnte durchaus wohl öfter
tragen aber sie konnten es nicht düngen, weil die Viehweide hier so klein ist, so dass sie nicht viel Vieh halten können,
von Ee bewirtschaftet,
5M 180R
Anmerkung
Das Land, was hier in Zarnekow noch wüst liegt, besteht aus reinem Sand, der es nicht wert ist, bestellt zu werden. Auch können die Einwohner den schon in Kultur gebrachten Acker nicht mit Gewalt mit Dünger halten wegen der geringen Weide. Andernfalls könnte wohl ein Teil davon öfter tragen.
RRev 176 URev 270 rechtsArealausrechnung vom Pastorenacker, der sich in Zarnekow befindet
Im Feld A
[Pa-Pc]
7M 40R
Pa
sechs Stücke, von der Güte wie Aa,
6M 100R
Pb
ein Stück, wie Ab,
150R
Pc
ebenso wie Ac,
90R
Das Feld B
[Pd-Pg]
11M 250R
Pd
ein Stück, von der Güte wie Ba,
1M 250R
Pe
ein Stück, wie Bb,
2M 240R
Pf
wie Bc, zwei Stücke,
5M 240R
Pg
neu bewirtschaftet, ebenso, wird alle drei Jahre besät. Der Boden ist sandig und teils
hochgelegen, von Ec und Eb bewirtschaftet,
1M 120R
Das Feld C
[Ph-Pm]
10M 30R
Ph
ist von gleicher Güte wie Ca,
2M 150R
Pi
ein Stück, wie Cb,
3M 240R
Pk
neu, ebenso von gleicher Güte,
90R
Pl
wie Cd,
2M 210R
Pm
neues Land, ebenso von gleicher Art,
240R
Das Feld D
[Pn-Pp]
6M 150R
Pq
zwei Stücke, wie Da,
1M 240R
Pn
ein Stück, wie Db
1M 180R
Po
von der Güte wie Dc,
2M 150R
Pp
neu, ebenso von gleicher Güte,
180R
Arealausrechnung von dem Acker, der zur Kirche in Wolgast gehört und hier auf Zarnekows Feldern zu finden ist, verteilt bei der Revision:
Das Feld A
[Va-Vc]
15M 210R
Va
sieben Stücke, von der Güte wie Aa,
8M 165R
Vb
drei Stücke, wie Ab,
5M 15R
Vc
fünf Stücke, gleich wie Ac,
2M 30R
Das Feld B
[VBa-VBc,VB1,VB2]
51M 90R
VBa
vier Stücke, wie Ba,
11M 30R
VBb
fünf Stücke, wie Bb,
20M 270R
VB1
ebenso kürzlich von Ea und Eb bewirtschaftet, von etwas kaltgründiger Art,
4M 90R
VBc
fünf Stücke, wie Bc,
9M 240R
VB2
ebenso kürzlich bewirtschaftet, ist hochgelegener Sandboden, wird alle sechs Jahre
besät,
5M 60R
Das Feld C
[VCa-VCc,VC1]
41M 60R
VCa
vier Stücke, von der Güte wie Ca,
13M
VCb
zwei Stücke, wie Cb,
7M 60R
VCc
vier Stücke, wie Ce,
14M 30R
VC1
neu bewirtschafteter sandiger Acker, wird jedes fünfte Jahr besät,
6M 270R
Das Feld D
[VDa-VDc,VD1]
27M 40R
VDa
fünf Stücke, von der Beschaffenheit wie Da,
8M
VDb
vier Stücke, wie Db,
13M 60R
VDc
zwei Stücke, von der Güte wie Dc,
5M
VD1
neuer Acker, ist Sand, wenig humos,
1M 30R
Summe
Neuer Acker: 45M 205R
Pastoracker: 35M 170R
Kirchenacker: 135M 150R
1 Eine Kirchenmatrikel ist ein Verzeichnis über die Eigentums- und Einkommensverhältnisse von Kirchen und ihren Kirch- und Schuldienern. Deutsches Rechtswörterbuch: Wörterbuch der älteren deutschen Rechtssprache, Bd 7. Weimar 1974-1983. Sp. 883.
2 Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste. Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.
3 Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.
4 Viehsteuer, auch Viehschatz genannt, ist in einigen Orten eine Abgabe für das Vieh, das gehalten wird. Adelung; Johann Christoph: Grammatisches kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, bd. 4, Wien 1811, Sp. 1196.
5 Hufensteuer bezeichnet die Steuer, die von den Feldern nach Hufen gerechnet gezahlt wird. Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 25. Berlin 1782. Sp. 602 ff.
6 Das Magazinkorn war eine Abgabe in Form von Getreide, Mehl oder ähnlichen Agrarprodukten, die in einigen Ländern in das obrigkeitliche Kornmagazin geliefert werden musste. Im Magazin wurde das Getreide gelagert, als Vorrat für schlechte Zeiten, wie Missernten, Teuerungen oder Belagerungen für die Versorgung der Einwohner und der Besatzung. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 45, Berlin 1789, Sp. 441ff.
7 Kirchenkorn oder Priesterkorn