R 178   U 123 

Beschreibung von Dersekow, das imAugust des Jahres 1697 vermessen wurde1 

Dersekow ist ein Amtsdorf Eldenas und liegt im Greifswalder Distrikt eine Meile südwestlich von Greifswald. Es grenzt im Norden an Griebenow, Ungnade und Hinrichshagen, im Osten an Subzow, südlich an Sestelin, Klein Zastrow und Groß Zastrow, westlich an Pansow. Hier wird gesagt, es bestünde zusammen mit den beiden Pastorenhufen aus insgesamt 30 Hufen, die früher von 16 Bauern sowie etwa sechs Kossaten2  bewirtschaftet wurden. Nun sitzt auf dem Ackerwerk3 , das hier vor geraumer Zeit angelegt worden ist, ein Verwalter, samt Bauern, Halbbauern und Kossaten, deren Anzahl und Namen hier folgen.

Namen der Einwohner

1 . Der Verwalter

2 . Joch. Tobe, Bauer undSchulze
3 . Jochim Riesbeck, Bauer
haben jeder zwei Hufen

4 . Carsten Ihlenfeld, Halbbauer
5 . Hinrich Rühs,Halbbauer
6 . Jost Knack,Halbbauer
7 . Michael Nemsow,Halbbauer
8 . Hans Meckelborg,Kossat
9 . ein Müller, Freimann, hat sechs MorgenAcker
10 . ein Krüger, Freimann, hat acht MorgenAcker
11 . ein Schmied, Freimann
12 . Meng,Leinweber
13 . Johan Ketel,Schneider
14 . Christoffer Giod, Leinweber
15 . Arentz,Witwe
16 . Pennius, ein alter Mann, Tagelöhner
17 . ein Kuhhirt
18 . einHaker
19 . einSchäfer
20 . derPastor
21 . derKüster
22 . eine alte Pastorenwitwe
23 . dieKirche
In diesem Dorf steht die Kirche und hier haben der Pastor und außerdem der Küster ihren Wohnsitz.

 R 179   U 124 

Arealausrechnung von Dersekow

Über den Acker, der in drei Schlägen liegt

Mittelfeld, oder Brachfeld

[A]   192M 270R
Aa , zwei Stücke, etwas tief liegender Sandacker, kaltgründig und schwach  33M
Ab , zwei Stücke, durchschnittlich guter Acker, überall sandig  108M 210R
Ac , zwei Stücke, meist reiner Sand, schwacherAcker  39M 90R
Ad , zwei Stücke, flacher Sandhumus  11M 270R

Feld nach Pansow, Gerstenfeld

[B]   185M 270R
Ba , ein Stück, sandiger schwacher Acker  44M
Bb , ein Stück, eben liegender Sandhumus, gut tragenderAcker  68M 120R
Bc , ein Stück, Op die Garben, durchschnittlich guter, ebenerdiger Humus  25M 30R
Bd , zwei Stücke, Lange Wüsteney, durchschnittlich guter eben liegender Humus, leidet in recht nassen Jahren Schaden  48M 120R

Im Dijkfeld, Roggenschlag

[C]   196M 90R
Ca , ein Stück, Humus, in der Mitte mehr hoch liegender und sandiger schwacher Acker, aber darum herum mehr durchschnittlicher Acker, doch gibt es hier auch einige Stücke darunter, die sandiger und schwächer sind  179M
Cb , zwei Stücke, Sandhumus  8M 210R
Cc , zwei Stücke, durchschnittlich guter, meist eben liegender Humus  8M 180R

 R 180 

d , elf Stück, Ackerstücke beim Dorf von gutem Humus  17M 150R

Wüster Acker

[D]   612M 150R
Da , sechs kleine wüste Stellen beim Acker Ab  5M 120R
Db , drei Stücke, flaches Heideland, mittelmäßig liegender Sandhumus  224M
Dc , drei Stücke, fester Boden, sandigerwüster Acker an der Grenze zu Ungnade  15M 50R
De , drei Stücke, zumeist tief liegendes Heideland, alter wüster Acker, von einigen Stücken abgesehen meist als Weide geeignet  144M 150R
Df , ein Stück, niedriges sandiges Heideland, schwacher wüster Acker  45M 240R
Dg , fünf Stücke, Heideland, teils hoch und sandig, teils auch niedrig und kaltgründig, hier und dort mit kleinen Tümpeln, nicht besonders zum Bewirtschaften geeignet  172M 210R
Dh , ein Stück, Acker, der vor kurzem ein Mal umgepflügt wurde, doch nun wegen seiner Unbrauchbarkeit wieder brach liegen gelassen wird  4M 180R

 U 125 

Wiese

[E]   58M 240R
Ea , ein Stück, Üm Löp und im Garbruch flache sumpfige durchschnittlich gute Wiese [Ertrag] 10 Heufuder  14M 210R
Eb , zwei Stücke, Dijkwisch, sumpfige Wiese, in trockenen Jahren durchschnittlich ertragreich [Ertrag] 12 Heufuder  18M 150R
Ec , drei Stücke, flache Wiese, nicht sonderlich ertragreich, war früherAcker  16M 150R
Ed , zwei Stücke, keine besonders gute Wiese, wird zur Zeit lediglich als Weide genutzt  9M 30R
[Ertrag Ec,Ed] 10 Heufuder

 R 181 

Wald undWeide

[F]   404M 120R
Fa , ein Stück, meist fester, hoch liegender an den Grenzen aber auch niedriger Boden mit Erlen- und Birkenbüschen bewachsen, war früherAcker  42M
Fb , ein Stück, niedriger Heidegrund, an den Grenzen recht sumpgfig, mit Erlen, Birken usw. bestanden  34M 150R
Fc , acht Stücke, niedrige Weide mit kleinen Weidenbüschen bewachsen  32M 270R
Fd , 24 Stücke, flaches, niedriges Weideland mitHeidekraut  98M 150R
Fe , neun Stücke, fester Grund mit Eichen, Erlen undHasel  103M 90R
Ff , flachesMoor  23M 120R
Fg , zwei Stücke, Wüsteney, fester Grund mit Erlen, Birken und einigenEichen  69M 240R

Hofstellen

G , Hofstellen mit dem Weg sowie einigen kleinen Gemüsegärten und den wüsten Anwesen mit einigen fruchttragenden Bäumen, werden für gewöhnlich als Kälberkoppel genutzt  29M

Summe

Acker: 592M 180R
Wüster Acker: 612M 150R
Wiese: 58M 240R
Heufuder: 32
Wald undWeide: 404M 120R
Hofstellen: 29M

 R 182   U [126,127]  4 

Annotationen über Dersekow

VomAcker

Der Acker liegt in drei Schlägen, ist in durchschnittlich nassen oder trockenen Jahren mittelmäßig ertragreich, da er sowohl sandig und hoch liegend teils auch niedriger ist. Am besten ist er, wenn die Jahre nicht nass und kalt sind, denn die Felder sind hier meist kaltgründig und unter der braunfleckigen Erde haben sie höchstens anderthalb Handbreit den Boden umgepflügt. Das jetzige Roggenfeld halten sie für das beste, doch scheinen sie meist einig. In durchschnittlichen Jahren erhalten sie hier drei Scheffel von einem Scheffel Aussaat.

Die Aussaat

Der Verwalter sät drei Last Roggen in das Roggenfeld, ebensoviel Gerste und Hafer, in das Gerstenfeld und in das Brachfeld sät er jeweils zweieinhalb Last. Der Verwalter weiß nicht weiter, was er aussäte, da ein Teil des Ackers fortgenommen wurde. Die beiden Bauern säten diese Jahr jeder drei Drömt Roggen, 20 Scheffel Gerste, einen Drömt Hafer, einen halben Scheffel Weizen und einen Scheffel Erbsen; die Halbbauern jeder die Hälfte eines Vollbauern. Die Kossaten säen sechs Scheffel Roggen und zusammen sechs Scheffel Gerste und Hafer. Der Müller besitzt zwei Morgen in jedem Schlag, er sät nicht ganz drei Scheffel Roggen in jeden Morgen, der Krüger insgesamt acht Morgen.

 R 183   U 128 

Über wüsten Acker

Flaches Heideland, das früher Acker war, ist hier noch teils hoch liegend und sandig, teils auch niedrig und kaltgründig. Hier und da können noch bisweilen Stücke mit einigen Scheffeln Aussaat gefunden werden, die die Mühe des Aufpflügens wohl lohnen würden, doch da die Leute fehlen, wird das meiste als Weide genutzt. Das beste Weideland liegt außen in Richtung Pansow.

ÜberWiesen

Hier gibt es keine ansehnlichen Wiesen. Was am Bach nach Klein Zastrow liegt, ist sumpfig und wird jedes Jahr gemäht. Der Pastor erhält dort teils ein, teils zwei oder drei Fuder von Dijkwisch, insgesamt kann man zehn bis 12 Fuder ernten.
Anmerkungen: In dem Roggenschlag erbringen die Wiesen zusammen vier Fuder, im Gerstenschlag Üm Löp alles in allem vier bis fünf Fuder. Die Wiese im Garbruch wurde dieses Jahr gemäht, sie bringt vier bis fünf Fuder, aus dem Brachschlag bekommt man drei Fuder Heu.

 U 129 

Über Wald und Weide samt Vieh

Sie haben hier das notwendige Brennholz, doch zumeist kleine Erlen- und Weidenbüsche usw. Eichen, von denen hier einige stehen, dürfen von ihnen nicht angerührt werden. Ihre Weide besteht hier teils aus Wald- teils aus Heideland. In trockenen Jahren ist nur wenig Weide, doch in nassen Jahren ist die Weide  R 184  recht gut. Der Verwalter hält zwölf Pferde, zwölf Ochsen, 30 Stück Vieh und 300 Schafe. Mit fremden Schafen und denen des Schäfers besteht die Schäferei wohl aus 700 Tieren. Im Sommer können hier wohl über 1000 Tiere gehalten werden, da sie auf die Felder in Ungnade und Pansow getrieben werden; pro Woche zwei Tage auf die Felder Ungnades, einen auf die Pansows. Die Bauern haben jeder sieben oder acht Pferde, zwei Ochsen, sieben bis zehn Stück Vieh und einige Schafe, teilweise auch mehr. Die Halbbauern halten vier oder fünf Pferde, zwei Ochsen und fünf oder sechs Stück Vieh, die Kossaten zwei Kühe und zwei Ochsen, der Müller zwei Pferde und drei Kühe, der Krüger zwei Pferde und drei Kühe. Einlieger mit Hirten und Schäfer zusammen halten etwa 30 Stück Vieh.
Anmerkung: Der Wald Wüsteney gehört zu einem Teil der hiesigen Kirche.

 U 130 

Über Gesinde und Herrenhofdienst

Beide Bauern dienen gewöhnlich drei Tage in der Woche mit Zugtieren und den vierten Tag zu Fuß. Wenn aber die Brache zum ersten Mal gepflügt wird, dient jeder vier Tage vier Wochen hintereinander mit Vieh, ebenfalls wenn Roggen und Gerste gesät werden, jeder vier Tage in der Woche mit Zugtieren. Die Halbbauern dienen auch wie die Bauern mit dem Unterschied, dass die Bauern pflügen während die Halbbauern mit einigen Ochsen und einem Mann nur haken. Am vierten Tag, wenn die Hofdienste anfallen, schicken sie einen Mann wie es die Bauern tun. Die Kossaten dienen vier Tage mit einer Person zu Fuß.  R 185 Der Verwalter hält einen Knecht, vier Mägde, einen Jungen und drei Haker. Die Bauern halten einen Knecht und eine Magd, die Halbbauern halten eine Magd, zum Teil auch einen Jungen.

 U 131 

Über Abgaben

Der Verwalter gibt 900 vorpommersche Gulden an Pacht, Kopfsteuer5  undNebenmodus6  gibt er wie es angekündigt wird und nie gleich ist. Der Pastor bekommt vom Ackerwerk zwei Drömt und sieben Scheffel Roggen, und statt Eier und Wurst ein Schaf und einen Hammel. Der Küster erhält nur elf Scheffel Roggen. Jeder Bauer versteuert für eine reduzierte Hufe7  und die Halbbauern für eine halbe. Sie entrichten für jede Hufe drei Schilling weniger als einen Reichstaler an Reitergeld8 , anMagazinkorn9  jeder Bauer 13 Scheffel. Der Pastor bekommt von jedem Bauern zwei Scheffel Roggen, er fordert nun aber zweieinhalb Scheffel, 20 Eier und eine Wurst, der Küster einen Scheffel Roggen, 15 Eier und eine Wurst. Die Halbbauern geben jeder halb soviel wie ein Vollbauer. Die Kossaten geben jeder zehn Eier und eine Wurst.

Über dieWindmühle

Der Müller gibt jährlich eine halbe Last. Die Mühle hat er von seinem eigenen Geld errichtet,  R 186 lediglich das Holz gehört der Herrschaft allein. Der Acker ist in die halbe Last, die er entrichtet, mit eingerechnet.

Über denKrug

Der Krüger gibt an das Amt zehn Reichstaler und an den Verwalter zwei Reichstaler, dafür besitzt er die acht Morgen Acker. Das Bier muss er aus Eldena holen.

 RRev 201   URev 333 

Am 24. Mai des Jahres 1705 habe ich unterzeichnet, Dersekow revidiert und wie folgt befunden zu haben

Neuer Acker, der seit der letzten Vermessung aufgebrochen wurde

[D2-D9, F4]   71M 75R
D2 , sieben Stücke, von Db aufgebrochen, besteht aus durchschnittlicher Sanderde und wird in drei Schlägen bei Feld A bewirtschaftet  29M
D3 , zwei Stücke, kürzlich von Dc aufgebrochen, etwas kiesige Sanderde, wird in drei Schlägen bei Feld A bewirtschaftet  3M 90R
D4 , zwei Stücke, von Df aufgebrochen, besteht aus etwas tief liegender und kalt gründiger Sanderde, wird ebenfalls in drei Schlägen bei Feld A bewirtschaftet  4M 270R
D5 , zwei Stücke, von Db aufgebrochen, von durchschnittlicher Sanderde, wird bewirtschaftet in drei Schlägen bei Feld B  3M 90R
D6 , drei Stücke, von De aufgebrochen, magere Sanderde, zur Weide tief liegend und kaltgründig, wird in trockenen Jahren in drei Schlägen bei Feld B genutzt  4M 120R
D7 , zwei Stücke, von Dh aufgebrochen, in der Güte wie D6, wird bewirtschaftet bei Feld B  3M 105R
F4 , zwei Stücke, vom Weideland Fd aufgebrochen, sumpfige, etwas humushaltige Erde,  RRev 202  liegt in drei Schlägen bei den Feldern A und B  1M 180R
D8 , drei Stücke, von Dg aufgepflügt, etwas magere und grobkiesige Sanderde, kaltgründig, wird in drei Schlägen beim Feld C bewirtschaftet  8M 120R
D9 , fünf Stücke, von Dg aufgepflügt, etwas magere und kaltgründige Sanderde, wird aber ebenfalls in drei Schlägen beim Feld C genutzt  13M
 URev 334 

Pastorenacker wurde nun bei der Revision verteilt

[Pa-Pq]   47M 270R
Pa , in Aa  255R
Pb , drei Stücke, in Ab  4M 210R
Pc , drei Stücke, in Ac von 4M 60R und in Ad 1M 150R macht zusammen  5M 210R
Pd , zwei Stücke, in Ba  5M
Pe , zwei Stücke, wie Bb  4M 60R
Pf , wie Bc  210R
Pg , drei Stücke, wie Bd  4M 135R
Ph , drei Stücke, in Ca  9M 150R
 RRev 203 Pi , wie Cb,  1M 60R
Pk , zwei Stücke, wie Cc  3M 75R
Pl , drei Stücke, in den Ackerlücken D  2M 240R
Pm , drei Stücke, neu aufgebrochener Acker von Db wie D2  2M 45R
Pn , zwei Stücke, wie D6 von De aufgebrochen  1M 30R
Po , wie D7 von Dh aufgebrochen  240R
Pp , zwei Stücke, wie D8 von Dg aufgebrochen  1M 30R
Pq , ein Stück, ebenso wie D9  120R

Außerdem besitzt der Pastor im Ödesacker wie folgt:

[Wüster Pastorenacker gesamt]   13M 90R
  In Db vier Stücke, davon 4M 60R wie Nr. 10, kann gut aufgebrochen werden, wenn der andere Ödesacker umgepflügt wird, der dabei liegt,  URev 335  aber das andere [ist] ungeeignet, macht zusammen  4M 210R
  In De drei Stücke von einer Güte wie der Ödesacker Nr. 12  1M 210
  In Dg drei Stücke, die wegen ihrer niedrigen Lage kaum aufzubrechen sind  4M 240R
  Ebenfalls in De  2M

DieKirche

hat keinen anderen Acker als einen kleinen Teil des Waldes Wüsteney, der mit Fg  bezeichnet ist, und zugunsten der Kirche genutzt wird.
Ka , der Küster besitzt ein kleines Stück Acker in Bc  105R
Kb , eine Wiese in Ea  150R

Beschreibung des restlichenwüsten Ackers

Da , besteht zumeist aus sehr niedrigem kaltgründigen Sandboden, ein wenig  URev 336  humushaltig mit kurzem Heidekraut und Gras bewachsen. Die Bewohner geben an, dass sie es wegen seiner Unfruchtbarkeit nicht aufbrechen können, sondern es als Weide liegen lassen.
 RRev 205 
Db , von Db mit Nr. 10  bezeichnet, an sechs Stellen gelegen. Besteht aus durchschnittlichem, etwas humushaltigen Sandboden, ist bei den Tümpeln oder der Weide tief liegend und kaltgründig, außerdem etwas eisenrostig und mit Heide und manchmal Gras bewachsen. Könnte wohl aufgebrochen und in drei Schlägen besät werden, wenn hier mehr Einwohner wären um dies zu bewerkstelligen  147M 210R
Das Übrige von Db besteht aus durchschnittlicher Sanderde, bei der Weide und den Tümpeln sehr tief  URev 337  und kaltgründig, das wegen seiner niedrigen Lage und der Kaltgründigkeit kaum zum Acker gemacht werden kann, wenn es nicht mit Gräben versehen und verbessert wird. Es ist überall mit Heide und Gras bewachsen.
Dc , von Dc mit Nr. 11  bezeichnet, ist an zwei Stellen durchschnittlich hoch gelegener Sandboden, etwas kiesig mit  RRev 206  Heide bewachsen, kann wohl mit der Zeit aufgebrochen werden  6M 120R
Das Übrige von Dc ist etwas tief liegender und kaltgründiger magerer Sandboden, der wegen seines kalten Bodens nicht besonders zum Anbau anwendbar ist. Es ist mit kleinen Heide- und Weidenbüschen sowie Gras bewachsen.
De , von De mit Nr. 12  bezeichnet, besteht aus durchschnittlichem Sandboden, scheint ein wenig humushaltig zu sein. Ist überall mit Heide bewachsen und in den Ackerfurchen mit Gras, ist sehr kaltgründig, besonders an den Seiten, kann wohl größtenteils aufgebrochen werden, wenn er mit Gräben versehen würde und hier im Dorf  URev 338  mehr Bewohner eingesetzt würden. Aber diese  RRev 207  Einwohner geben an, dass sie es nicht aufbrechen möchten, da sie es nicht als Weide entbehren können  59M
Das Übrige von De ist sehr tief liegende und kaltgründige, moorvermengte Sanderde. Hier steht viel Wasser in den Furchen, besonders westlich von Fg oder dem Wald Wüsteney. Allem Anschein nach ist es kaum aufzubrechen, wenn es nicht durch Gräben verbessert wird. Es ist überall mit Heide und Gras bewachsen.
Das Übrige von Df  besteht aus magerer tief liegender kaltgründiger Sanderde, die mit Heide bewachsen ist. Es ist wegen seiner niedrigen Lage nicht sonderlich zum Aufbrechen geeignet, für gewöhnlich aber gute Weide.
Dg , von Dg mit Nr. 13  bezeichnet, an zwei Stellen zwischen  RRev 208  Ca und Cb gelegen. Besteht aus etwas magerer, kaltgründiger Sanderde, könnte mit der Zeit aufgebrochen und zusammen mit Feld C in drei Schlägen bewirtschaftet werden, denn diese beiden Stücke gehören demVerwalter  9M 90R
 URev 339  Dg, ein Stück von Dg mit Nr. 14  bezeichnet, das Gilland heißt. Kann auch aufgebrochen werden, aber nicht zu einem bestimmten Feld, besteht aus durchschnittlicher, hoch gelegener, etwas magerer Sanderde und schließt an den Seiten aussen ab. Ist mit Heide bewachsen  2M 90R
Das Übrige von Dg besteht aus sehr kaltgründigem, magerem, moorigen Sandboden, der mit Heide bewachsen ist. Überall gibt es tief liegende Stellen mit Gras darinnen, die im Herbst und Winter voller Wasser stehen und wegen ihrer widrigen Lage kaum eines Tages aufgebrochen werden. Sie sind als Weide nützlicher denn als Acker.
 RRev 209  Dh , das Übrige von Dh, wird wohl auch mit der Zeit bewirtschaftet werden, da es inmitten des aufgepflügten Ackers liegt und etwas magerer tief liegender Sandboden ist, der mit Heide bewachsen ist.
Fa , sehr tief liegendes sandiges Land, das mit Erlen- und Birkenbüschen bewachsen und in früheren Zeiten zu einem Teil Acker gewesen ist. Nun kann es dazu aber kaum genutzt werden, da es sehr niedrig liegt und mit kleinem Buschwerk bewachsen ist. Darüber hinaus gibt es hier viel offenen, baumlosen wüsten Acker.

Summe

NeuerAcker: 71M 75R
Pastorenacker: 47M 270R
WüsterPastorenacker: 13M 90R
Küsteracker: 105R
Küsterwiese: 150R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2010, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Johan Gabriel Höök
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urkarte vermessen von Johan Gabriel Höök.

2  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.

3  Ackerhof (auch Ackerwerk oder Vorhof): ein Nebenhof, der zu einem Gutshof gehört und zum Ackerbau oder zur Viehwirtschaft genutzt wird.  Der Ackerhof, In: Adelung, Johann Christoph: Grammatisches kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, Bd. 1. Wien 1811. Sp. 159.

4 Die Seiten der Urschrift sind nicht als Digitalisat vorhanden.

5  Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.

6  Nebenmodus: eine besondere Kopfsteuer (Personen- und Viehsteuer), die 1681 von der pommerschen Regierung zur Finanzierung der Landesverteidigung erhoben wurde. Sie betraf alle nicht possessionierten Leute, die im Bereich der städtischen und adligen Güter ansässig waren.  Olesen, Jens: Auswirkungen der dänischen Herrschaft auf Verständnis und Praxis der Tribunatstätigkeit, in: Alvermann, Dirk und Regge, Jürgen (Hg.): Justitia in Pommern, Berlin 2004, S. 124 -126.

7  Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.

8  Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.

9  Roggen der als Magazinkorn eingelagert wurde. Das Magazinkorn war eine Abgabe in Form von Getreide, Mehl oder ähnlichen Agrarprodukten, die in einigen Ländern in das obrigkeitliche Kornmagazin geliefert werden musste. Im Magazin wurde das Getreide gelagert, als Vorrat für schlechte Zeiten, wie Missernten, Teuerungen oder Belagerungen für die Versorgung der Einwohner und der Besatzung. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 45, Berlin 1789, Sp. 441ff.