Beschreibung1 des Dorfes Behrenhof2
Behrenhof liegt im Distrikt Greifswald, im äußersten Nordwesten des Distriktes. Das Dorf ist eine gute Meile von Greifswald und drei Meilen von Anklam entfernt.Das Dorf ist ein altes Lehen der Familie Behr und besteht nach der Kirchenmatrikel aus 30 Landhufen steuerbarem Acker, aber nach Angaben der Einwohner fehlt eine halbe Hufe, so dass niemand weiß, wer sie hat. Früher haben hier zwölf Vollbauern und sechs Kossaten3 gewohnt. Der Ort grenzt an folgende Dörfer: Müssow, Kammin, Stresow, Dargelin, Grubenhagen sowie Sanz. Sie haben hier im Dorf ihre eigene Kirche und einen Pastor.
Namen der Einwohner
1 . Frau Buggenhagen besitzt zwölf einhalb Landhufen, die sie durch Erbschaft bekommen hat.
2 . Frau Behr besitzt zwei Hufen, die sie von Behrenhofs Kirche für 425
vorpommersche Gulden gekauft hat. Aber die Kirche hat diese Hufen Familie von Behr auf Kagenow angenommen. welcher der Kirche
Geld schuldig war.
3 . Norman4 , Frau Buggenhagens Schwiegersohn. Dessen Land ist
in die zwölf einhalb Hufen eingerechnet.
R 960 4 . Clas
Bärent
pachtet vom Verwalter des Hofrates
Greiggenschildt5 zwei Landhufen. Für diese hat er Familie Behr auf
Kagenow ein anderes in Kagenow gelegenes Anwesen gegeben.
5 . Jochom
Jens, Pächter, hat zweieinhalb Hufen,
die Familie Behr auf Schlagtow gehören.
6 . Jacob und Christopher
Wagner, zwei Brüder, die zusammen den Krug
mit zwei dazu gehörigen Landhufen Acker
gepachtet haben. Dieses hat Familie Behr auf Vargatz als rechtmäßiger Besitzer an Corswant, einen Bürger aus Greifswald, für 250 Rthl versetzt.
7 . Christopher
Schröder, Häker auf den viereinhalb Hufen des Kapitän Kirchbachs, die er hier selbst bewirtschaftet.
8 . Michael
Schult, pachtet von Frau Buggenhagen 27 Morgen Acker.
9 . Petter
Smitt gibt Corswant
jährlich sechs Rthl für das Haus, das er bewohnt, sowie für ein kleines Stück Acker.
10 . Kröger, Buggenhagens
Schäfer.
11 . Lorens
Apbrecht, Kirchbachs
Schäfer.
12 . Michael
Gigbusk, Kuhhirte.
13 . Jochom
Rägow, Schweinehirte.
14 . Der Pastor, hat vier Hufen Land.
15 . Daniel
Kiönman, Küster.
16 . Die Kirche.
Arealausrechnung von Behrenhof
Der Acker liegt in drei Schlägen
Das Hochfeld A,
das in diesem Jahr Roggenfeld war, besteht aus:
[A]
147M 240R
Aa
Lehmhumus, je näher am Dorf, desto besser, aber je näher zur Grenze nach Stresow hin,
desto sandiger und daneben etwas hochgelegen und hügelig
61M 240R
Ab
Lehmhumus, liegt an der Grenze zu Müssow höher, sowie mit Sand und mit einigen kleinen
Steinen vermischt. Aber je näher man zur Grenze nach Stresow kommt, desto niedrigliegender ist der Acker. Sonst ist er flach und ohne Hügel
86M
Das Niederfeld B
oder das Sommerfeld
[B]
122M 150R
Ba
guter, ebener Lehmhums, je näher am Dorf, desto höher gelegen
34M
Bb
niedrigliegender, guter Humus
25M 90R
Bc
Lehmhumus, hinauf zum Weg oder zur Südseite sandiger und
hoch liegender, und schließt sich mehr und mehr hinab zur Wiese an
44M 90R
Bd
sand- und etwas steinvermischter, hochgelegener Lehmhumus
18M 270R
Das Brachfeld C
oder Lütkefeld
[C]
111M 210R
Ca
guter Lehmhumus, etwas sandvermischt und hochgelegen
62M 180R
Cb
sandiger und hügeliger Lehmhumusboden, mitten darauf hochgelegen, aber führt
abschließend hinab zu den Seiten
18M
Cc
niedrigliegender Humus
5M
Wüster Acker
[D]
315M 270R
Da
wüster Acker mit Heide bewachsen und flach,
der jederzeit als Acker aufgebrochen werden kann
99M
Db
flacher und etwas niedrigliegenderwüster Acker
53M 120R
Dc
Heideland, überall unbewachsen, aber daneben hügelig, früher soll
alles Acker gewesen sein, nun kann aber der größte Teil zu nichts anderem als Weide genutzt werden
78M 150R
U 880 Dd
Heideland, das mitten darauf hochgelegen ist, aber um die Seiten
herum sumpfiger und dort mit Erlen und Birkenbüschen bewachsen, war früher wohl
Acker gewesen, ist aber jetzt dafür größtenteils ungeeignet
61M 150R
Df
Heideland überall mit Birken- und Erlenbüschen bewachsen, war in alten Zeiten Acker
23M 150R
Wiese
[E]
[Ertrag] 83 Heufuder
62M 90R
Ea
Brede- und Rotewisch sind zwei sumpfige Wiesen, von denen Rotewisch etwas sumpfiger ist und dickeres Gras trägt, diese neben einigen kleinen, flachen Wiesenflecken ergeben zusammen
41M 180R
Eb
sumpfige Wiese an drei Stellen mit Busch bewachsen
16M 150R
Ec
sumpfiger Tümpel mit hohem Gras bewachsen, kann nur in
trockenen Jahren als Wiese genutzt werden
4M 60R
Weideland
[F]
104M 120R
Fa
etwas sumpfige Viehweide, ist mit Erlen, Birken etc. dicht bewachsen
43M
Fb
Heidehügel, nur als Weide geeignet
17M 270R
Fc
sumpfiges, flaches Land, wird als Weide genutzt
43M 150R
Moraste undTümpel
[Morast und Tümpel gesamt]
47M 60R
G
kleine Tümpel, teils flach, teils buschig
4M 240R
H
Schiel Mohr und Neuendijk, zwei Moraste mit Erlenbüschen etc. bewachsen,
wenn trockene Jahre sind, kann wohl an den Seiten ein wenig Heu geerntet werden. Aber dort ist es sonst so tief und sumpfig,
dass man es nicht einmal als Weide genutzt werden kann
25M 240R
R 964 j
Wille Mohr, Byltwisch etc. flache Moraste, nicht nutzbar
16M 180R
Wald
[K, M]
209M 210R
K
trockene, hochliegende Wiese mit kleinen und großen Eichen, Erlen und Birken etc. bewachsen
9M 210R
M
sumpfiges Land mit kleinem Erlen- und Birkenwald, sowie einigen Eichen bewachsen
200M
Hofstellen
[Hofstellen gesamt]
22M 240R
kleine Ackerstücke beim Dorf
3M 90R
Kälberkoppeln, die zu einem Teil wüste Hofstellen sind
3M 180R
^
Obstgärten
150R
Hofstellen und Wegstücke
15M 120R
Ma
Kooskit siehe die Ausrechnung Dargezins und
Vargartz
Summe
Acker: 382M
Wüster Acker: 315M 270R
Wiese: 62M 90R
Heufuder: 83 Fuder
Weideland: 104M 120R
Moraste: 46M 60R Wald: 209M
210R
Hofstellen: 22M 240R
Annotationen von Behrenhof
Über denAcker
Der Acker besteht überall zumeist aus Sand und lehmvermischtem Humus, teils schlechter und teils besser
und das zumeist, je näher er am Dorf ist. Denn es scheint daher, dass der Acker gut genug sein kann, sowohl
am weitesten vom Dorf entfernt als auch diesem am nächsten, wenn er so nahe zur Hand läge, um ihn zu bestellen, denn er ist
überall
ziemlich eben. Der Teil des Roggenfeldes, der an der Grenze zu Kammin liegt ist zu einem großen Teil neu
aufgebrochener Acker.
An Aussaat in das beste Land rechnen sie drei Sch auf einen Morgen. Frau Buggenhagen, der die zwölf einhalb Hufen
gehören, hat in das Feld A voriges Jahr einen halben Drömt Roggen gesät, Gerste
und Hafer etwa einen Last, denn gegenüber einen Sch Roggen säen sie eineinhalb Sch
Sommergerste.
Frau Behr sät in das Feld A 14 Sch Roggen, in das Feld B 30 Sch und in das Feld C zwei Drömt.
Clas
Bären sät in das Feld C zwei Drömt Roggen
und sieben Sch, in das Feld B sät er zwei Drömt Roggen und drei Sch. Die Sommersaat mit
Gerste und Hafer kommen ihm soviel wie die Wintersaat.
Jochim
Jens sät jährlich zwei Drömt Roggen, sowie
acht bis zehn Sch, Sommersaat beträgt ebensoviel.
Der Pastor und
Kapitän
Kirchbach säen doppelt soviel wie die anderen.
Wüster Acker
Der wüste Acker Da wird täglich nach und nach zum Acker aufgebrochen, aber den übrige Acker mussten sie für die Schafe liegen lassen, zudem ist er schlechter als Da aufzubrechen.
U 884Wiese
Die Wiese Bredewisch, die im Sommerfeld liegt, ist die beste. Sie besteht aus niedriggelegenem Boden, ist jedoch ziemlich fest und trägt mittelmäßig langes und dickes Gras. Rotewisch bei der Grenze zu Dargelin trägt auch gutes aber dickeres Gras und ist daneben auch sehr sumpfig, ebenso wie die anderen Wiesenflecken, die mit Busch bewachsen sind. Diese Wiesen werden jedes Jahr gemäht, und Heu bekommen die Einwohner nach ihrer eigenen Aussage bis zu 50 Fuder.
Über Weide und Vieh sowieZugtiere
Weide ist hier ausreichend und ziemlich gut, wie aus der Ausrechnung zu ersehen ist. Sie ist etwas sumpfig.
Außerdem gibt es auch viel mit Heide bewachsenen wüsten Acker, den sie als Weide nutzen, weil er nicht geeignet ist, aufgebrochen zu werden. In trockenen Jahren kann das Vieh auch in
den Wald gehen.
Frau Buggenhagen hat
zur Ackerbewirtschaftung vier Ochsen und acht Pferde mit denen sie die Ackerbestellung
verrichtet. Außerdem hat sie sechs Kühe und 300 Schafe, von denen die Hälfte dem Schafhirten gehören.
R 967 Frau
Behr hat Pferde und Ochsen sowie Kühe, ein Paar von jeder Art.
Clas
Barent besitzt drei Pferde und zwei Ochsen zur Ackerbewirtschaftung, dazu Kühe und einige Schafe. Es
ist dem Pächter nicht erlaubt, mehr als zwölf Schafe zu
halten.
Jochom
Jens hat zwei Ochsen, drei Pferde, acht Kühe und acht Schafe.
Die Krüger
Jacob und Christopher
Wagner halten soviel Vieh wie die anderen, aus dem Grunde, weil
der Pächter
Kapitän
Kirchbach seinen Teil des Dorfes mit dem Vieh bewirtschaftet, das
er in Stresow hat.
Wald
Der Wald ist sehr abgehauen, so dass er nicht mehr aus großen Bäumen besteht, sondern meist aus Büschen. Er ist überall sehr sumpfig und morastig, und man kann dort im Sommer, sofern es nicht sehr trockene Jahre sind, nicht viel Holz schlagen. Sondern nur im Winter, dann haben sie ausreichend für den Hausbedarf. Zu dem Teil, den Jochom Jens pachtet, gehört in der Heide Kooskit eine Kawel von einem halben Morgen Länge und fünf Ruten Breite. Sonst gehört Kooskit zu Dargezin und Vargartz.
R 968Über Abgaben
Frau Buggenhagen versteuert eineinhalb reduzierte
Hufen.6
Clas
Barent gibt jährlich 24 Rthl Pacht,
Kopfsteuer7 gab er vergangenes Jahr fünf Rthl weniger vier Groschen,
Akzise8 zwei Rthl und einen Groschen,
Reitersteuer9 19 ß jeden Monat.
Jochom
Jens gibt 25 Rthl Pacht, sowie einen Rthl
weniger einen Schilling Bedegeld10 .
Kopfsteuer und Akzise gibt er soviel wie Clas
Barent.
Die Krüger geben 30 Rthl
für den Krug und den dazugehörigen Acker. Das übrige geben sie wie die
anderen zuvor genannten.
Der Pastor bekommt einen Scheffel Roggen für jede
Landhufe.
Im Jahr1704 wurde das Dorf Behrenhof revidiert und wie folgt befunden
Das Feld A
[Ac,Ad]
24M 90R
Ac
ein Stück vom wüsten Acker Da aufgebrochen, besteht aus schwarzem
und kaltgründigem Sandboden
60R
Ad
15 Stücke schwärzlicher Sandboden, vom wüsten Acker Da
aufgebrochen
24M 30R
Das Feld B
[Be,Bf]
15M
Be
drei Stücke Sandhumus, etwas schwärzlich, vom wüsten Acker Da
aufgebrochen
6M 60R
Bf
drei Stücke sind schwärzlicher Sandboden, von Da aufgebrochen
8M 240R
Das Feld C
[Ce-Ch]
13M 120R
Ce
neun Stücke Sandboden, etwas schwärzlich, vom wüsten Acker Da
aufgebrochen
3M 240R
Cf
ein Stück Sandhumus, etwas lehmvermischt, vom wüsten Acker Da
aufgebrochen
1M
Cg
zwei Stücke, sind vom wüsten Acker Dc aufgebrochen und bestehen
aus reinem Sand, werden jedoch mit dem anderen Acker besät
4M 240R
Ch
ein Stück kaltgründiger und schwärzlicher Sandboden, vom Weideland
Fb aufgebrochen
3M 240R
Beschreibung des übrigen wüsten Ackers
Da und Db scheinen als Acker brauchbar, aber Da ist etwas sandig. Db und Dc sind ganz kaltgründig und niedrigliegend, scheinen nicht als Acker brauchbar zu sein. Df ist auch sehr kaltgründig, doch wird er mit der Zeit wohl aufgebrochen werden, nach Aussage der Bauern.
Summe
NeuerAcker: 52M 210R
RRev 269 URev 398Arealausrechnung des Pastorenackers, der bei der Revision 1704 ausgemessen worden ist
Das Feld A
[Pa,Pb]
18M 60R
Pa
drei Stücke von der Güte wie Aa
10M 30R
Pb
fünf Stücke wie Ab
8M 30R
Das Feld B
[Pc-Pf]
11M 240R
Pc
zwei Stücke wie Ba
3M 90R
Pd
drei Stücke wie Bb
2M 60R
Pe
drei Stücke wie Bc
5M 60R
Pf
ein Stück wie Bd
1M 30R
Das Feld C
[Pg-Pi]
12M 120R
Pg
drei Stücke wie Ca
6M 210R
Ph
zwei Stücke wie Cb
1M 240R
Pi
vier Stücke wie Cc
3M 270R
Der seit der vorigen Vermessung aufgebrochene Pastorenacker
Das Feld A
Pk
vier Stücke aufgebrochen vom wüsten Acker Da und besteht aus
Sandhumus
5M 60R
Pl 11
zwei Stücke Sandhumus vom wüsten Acker Da aufgebrochen
6M 90R
Pm 12
ein Stück reiner Sand, vom wüsten Acker Dc aufgebrochen
240R
RRev 270 URev 399 Pn
zwei Stücke Wurten13 bei den Häusern
1M 90R
Wüster Pastorenacker
Po zwei Stücke. Dieser wüste Acker in Df wird wohl als erster aufgebrochen werden, denn die Büsche sind schon abgeschlagen, ist jedoch sehr sandig und kaltgründig 2M 90R
Summe
Neuer Pastorenacker: 56M
Wüster Pastorenacker: 2M 90R
1 Wurde laut Urschrift von Johan Gabriel Höök vermessen.
2 Das Dorf Behrenhoff führt diesen Namen erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Zur Zeit der Landesaufnahme hieß der Ort Bussdorf. Berghaus, Heinrich: Landbuch der Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Enthaltend Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil IV Bd. 2, Anklam 1868, S. 39.
3 Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.
4 Die Familie von Normann (auch Narmann, Nahrmann und Norrmann) zählte zu den ältesten Adelsgeschlechtern auf der Insel Rügen und im Gebiet des Herzogtums Pommern-Wolgast. Sie hatten Güter u.a. im Gebiet von Rügen, Anklam, Grimmen und Demmin. Bereits im 13. Jahrhundert zählten sie zum auf Rügen gesessenen Adel und über pommersche Grenzen hinaus waren Teile der Familie in späterer Zeit auch in Dänemark, Schweden, Schlesien, Ostpreußen, Mecklenburg, Württemberg u.a. ansässig. Normann. In: Kneschke, Ernst Heinrich (Hg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexikon. Bd. 6, Leipzig 1865. S. 527ff.
5 Hofgerichtsdirekor Greiggenschildt: Gualter (Gvalter) Greigge geadelt Greiggenschildt, wurde am 1. Mai 1622 in Wolgast geboren. Er war als Hofgerichtsdirektor und Rechtsprofessor in Greifswald tätig. Am 3. März 1683 erhielt er das schwedische Adelsdiplom. Greiggenschildt starb am 18. Februar 1697 in Greifswald, sein Nachfolger als Hofgerichtsdirektor wurde Franz Michael von Boltenstern. Warnstedt, Christopher v.: Ostdeutsche Familienkunde, Bd. 37, 1989, S. 33-35.; Walther von Greiggenschield, Hofgerichtsdirektor von Greifswald (1.5.1622 - 18.2.1697) Zur Biographie siehe "Die Greifswalder Sammlung Vitae Pomeranorum. Bd. 14". Lang, Edmund: Die Greiffswalder Sammlung Vitae Pomeranorum. Alphabetisch nach Geschlechtern verzeichnet. (Baltische Studien, Erste Folge. Ergänzungsband ) Greifswald 1898. S. 123.
6 Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.
7 Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.
8 Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste. Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.
9 Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.
10 Allgemein geht die Bede ("Bitte") zurück auf eine ursprünglich unregelmäßige Abgabe zur Abdeckung außerordentlicher Bedürfnisse und Unterhaltung des Hofstaats eines weltlichen Herrn nach dem Vorbild der Lehenshilfe, die sich zur regelmäßigen zumeist jährlichen Abgabe weiterentwickelte. In Schwedisch Pommern hatte sich die Abgabe der Bede und des Hundekorns aus herzoglicher Zeit erhalten, die von ritterschaftlichen Gütern an die landesherrlichen Ämter entrichtet werden mussten. Genicot, L.: Bede, 1. Allgemein. In: Lexikon des Mittelalters, Band 1. Stuttgart [u.a.] 1980, Sp. 1779f.; Ihro Königlichen Majestät Resolution, welche Sie auf dero Vor-Pommer- und Rügianischen Landständen von Prälaten und Ritterschaft, ..., schrift- und mündlich unterthänigst an- und vorgetragenen Beschwerden und Desiderien, gnädigst ertheilen wollen. Gegeben Stockholm, den 19. Dec. 1720. In: Dähnert, Johann Carl (Hg.): Sammlung gemeiner und besonderer Pommerscher und Rügischer Landesurkunden. Gesetze, Privilegien, Verträge, Constitutionen und Ordnungen. Erster Band. Stralsund 1765, X. Abteilung, Nr. 17, S. 1106.
11 In der Urschrift gehört Pl zum Feld B.
12 In der Urschrift gehört Pm zum Feld C.
13 Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist. Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.