R 959   U 877 

Beschreibung1 des Dorfes Behrenhof2 

Behrenhof liegt im Distrikt Greifswald, im äußersten Nordwesten des Distriktes. Das Dorf ist eine gute Meile von Greifswald und drei Meilen von Anklam entfernt.Das Dorf ist ein altes Lehen der Familie Behr und besteht nach der Kirchenmatrikel aus 30 Landhufen steuerbarem Acker, aber nach Angaben der Einwohner fehlt eine halbe Hufe, so dass niemand weiß, wer sie hat. Früher haben hier zwölf Vollbauern und sechs Kossaten3  gewohnt. Der Ort grenzt an folgende Dörfer: Müssow, Kammin, Stresow, Dargelin, Grubenhagen sowie Sanz. Sie haben hier im Dorf ihre eigene Kirche und einen Pastor.

Namen der Einwohner

1 . Frau Buggenhagen besitzt zwölf einhalb Landhufen, die sie durch Erbschaft bekommen hat.
2 . Frau Behr besitzt zwei Hufen, die sie von Behrenhofs Kirche für 425 vorpommersche Gulden gekauft hat. Aber die Kirche hat diese Hufen Familie von Behr auf Kagenow angenommen. welcher der Kirche Geld schuldig war.
3 . Norman4 , Frau Buggenhagens Schwiegersohn. Dessen Land ist in die zwölf einhalb Hufen eingerechnet.
 R 960 4 . Clas Bärent pachtet vom Verwalter des Hofrates Greiggenschildt5  zwei Landhufen. Für diese hat er Familie Behr auf Kagenow ein anderes in Kagenow gelegenes Anwesen gegeben.
5 . Jochom Jens, Pächter, hat zweieinhalb Hufen, die Familie Behr auf Schlagtow gehören.
6 . Jacob und Christopher Wagner, zwei Brüder, die zusammen den Krug mit zwei dazu gehörigen Landhufen Acker gepachtet haben. Dieses hat Familie Behr auf Vargatz als rechtmäßiger Besitzer an Corswant, einen Bürger aus Greifswald, für 250 Rthl versetzt.
7 . Christopher Schröder, Häker auf den viereinhalb Hufen des Kapitän Kirchbachs, die er hier selbst bewirtschaftet.
8 . Michael Schult, pachtet von Frau Buggenhagen 27 Morgen Acker.
9 . Petter Smitt gibt Corswant jährlich sechs Rthl für das Haus, das er bewohnt, sowie für ein kleines Stück Acker.
10 . Kröger, Buggenhagens Schäfer.
11 . Lorens Apbrecht, Kirchbachs Schäfer.
12 . Michael Gigbusk, Kuhhirte.
13 . Jochom Rägow, Schweinehirte.
14 . Der Pastor, hat vier Hufen Land.
15 . Daniel Kiönman, Küster.
16 . Die Kirche.

 R 961   U 878 

Arealausrechnung von Behrenhof

Der Acker liegt in drei Schlägen

Das Hochfeld A,

das in diesem Jahr Roggenfeld war, besteht aus:

[A]   147M 240R
Aa  Lehmhumus, je näher am Dorf, desto besser, aber je näher zur Grenze nach Stresow hin, desto sandiger und daneben etwas hochgelegen und hügelig  61M 240R
Ab  Lehmhumus, liegt an der Grenze zu Müssow höher, sowie mit Sand und mit einigen kleinen Steinen vermischt. Aber je näher man zur Grenze nach Stresow kommt, desto niedrigliegender ist der Acker. Sonst ist er flach und ohne Hügel  86M

Das Niederfeld B

oder das Sommerfeld

[B]   122M 150R
Ba  guter, ebener Lehmhums, je näher am Dorf, desto höher gelegen  34M
Bb  niedrigliegender, guter Humus  25M 90R
Bc  Lehmhumus, hinauf zum Weg oder zur Südseite sandiger und hoch liegender, und schließt sich mehr und mehr hinab zur Wiese an  44M 90R
Bd  sand- und etwas steinvermischter, hochgelegener Lehmhumus  18M 270R

 R 962   U 879 

Das Brachfeld C

oder Lütkefeld

[C]   111M 210R
Ca  guter Lehmhumus, etwas sandvermischt und hochgelegen  62M 180R
Cb  sandiger und hügeliger Lehmhumusboden, mitten darauf hochgelegen, aber führt abschließend hinab zu den Seiten  18M
Cc  niedrigliegender Humus  5M

Wüster Acker

[D]   315M 270R
Da  wüster Acker mit Heide bewachsen und flach, der jederzeit als Acker aufgebrochen werden kann  99M
Db  flacher und etwas niedrigliegenderwüster Acker  53M 120R
Dc  Heideland, überall unbewachsen, aber daneben hügelig, früher soll alles Acker gewesen sein, nun kann aber der größte Teil zu nichts anderem als Weide genutzt werden  78M 150R
 U 880 Dd  Heideland, das mitten darauf hochgelegen ist, aber um die Seiten herum sumpfiger und dort mit Erlen und Birkenbüschen bewachsen, war früher wohl Acker gewesen, ist aber jetzt dafür größtenteils ungeeignet  61M 150R
Df  Heideland überall mit Birken- und Erlenbüschen bewachsen, war in alten Zeiten Acker  23M 150R

 R 963 

Wiese

[E]  [Ertrag] 83 Heufuder  62M 90R
Ea  Brede- und Rotewisch sind zwei sumpfige Wiesen, von denen Rotewisch etwas sumpfiger ist und dickeres Gras trägt, diese neben einigen kleinen, flachen Wiesenflecken ergeben zusammen  41M 180R
Eb  sumpfige Wiese an drei Stellen mit Busch bewachsen  16M 150R
Ec  sumpfiger Tümpel mit hohem Gras bewachsen, kann nur in trockenen Jahren als Wiese genutzt werden  4M 60R

 U 881 

Weideland

[F]   104M 120R
Fa  etwas sumpfige Viehweide, ist mit Erlen, Birken etc. dicht bewachsen  43M
Fb  Heidehügel, nur als Weide geeignet  17M 270R
Fc  sumpfiges, flaches Land, wird als Weide genutzt  43M 150R

Moraste undTümpel

[Morast und Tümpel gesamt]   47M 60R
G  kleine Tümpel, teils flach, teils buschig  4M 240R
H  Schiel Mohr und Neuendijk, zwei Moraste mit Erlenbüschen etc. bewachsen, wenn trockene Jahre sind, kann wohl an den Seiten ein wenig Heu geerntet werden. Aber dort ist es sonst so tief und sumpfig, dass man es nicht einmal als Weide genutzt werden kann  25M 240R
 R 964 j  Wille Mohr, Byltwisch etc. flache Moraste, nicht nutzbar  16M 180R

 U 882 

Wald

[K, M]   209M 210R
K  trockene, hochliegende Wiese mit kleinen und großen Eichen, Erlen und Birken etc. bewachsen  9M 210R
M  sumpfiges Land mit kleinem Erlen- und Birkenwald, sowie einigen Eichen bewachsen  200M

Hofstellen

[Hofstellen gesamt]   22M 240R
Symbol 32  kleine Ackerstücke beim Dorf  3M 90R
Symbol 27  Kälberkoppeln, die zu einem Teil wüste Hofstellen sind  3M 180R
^  Obstgärten  150R
Symbol 29  Hofstellen und Wegstücke  15M 120R
Ma  Kooskit siehe die Ausrechnung Dargezins und Vargartz

Summe

Acker: 382M
Wüster Acker: 315M 270R
Wiese: 62M 90R
Heufuder: 83 Fuder
Weideland: 104M 120R
Moraste: 46M 60R Wald: 209M 210R
Hofstellen: 22M 240R

 R 965   U 883 

Annotationen von Behrenhof

Über denAcker

Der Acker besteht überall zumeist aus Sand und lehmvermischtem Humus, teils schlechter und teils besser und das zumeist, je näher er am Dorf ist. Denn es scheint daher, dass der Acker gut genug sein kann, sowohl am weitesten vom Dorf entfernt als auch diesem am nächsten, wenn er so nahe zur Hand läge, um ihn zu bestellen, denn er ist überall ziemlich eben. Der Teil des Roggenfeldes, der an der Grenze zu Kammin liegt ist zu einem großen Teil neu aufgebrochener Acker.
An Aussaat in das beste Land rechnen sie drei Sch auf einen Morgen. Frau Buggenhagen, der die zwölf einhalb Hufen gehören, hat in das Feld A voriges Jahr einen halben Drömt Roggen gesät, Gerste und Hafer etwa einen Last, denn gegenüber einen Sch Roggen säen sie eineinhalb Sch Sommergerste.
Frau Behr sät in das Feld A 14 Sch Roggen, in das Feld B 30 Sch und in das Feld C zwei Drömt.
Clas Bären sät in das Feld C zwei Drömt Roggen und sieben Sch, in das Feld B sät er zwei Drömt Roggen und drei Sch. Die Sommersaat mit Gerste und Hafer kommen ihm soviel wie die Wintersaat.
Jochim Jens sät jährlich zwei Drömt Roggen, sowie acht bis zehn Sch, Sommersaat beträgt ebensoviel.
Der Pastor und Kapitän Kirchbach säen doppelt soviel wie die anderen.

 R 966 

Wüster Acker

Der wüste Acker Da wird täglich nach und nach zum Acker aufgebrochen, aber den übrige Acker mussten sie für die Schafe liegen lassen, zudem ist er schlechter als Da aufzubrechen.

 U 884 

Wiese

Die Wiese Bredewisch, die im Sommerfeld liegt, ist die beste. Sie besteht aus niedriggelegenem Boden, ist jedoch ziemlich fest und trägt mittelmäßig langes und dickes Gras. Rotewisch bei der Grenze zu Dargelin trägt auch gutes aber dickeres Gras und ist daneben auch sehr sumpfig, ebenso wie die anderen Wiesenflecken, die mit Busch bewachsen sind. Diese Wiesen werden jedes Jahr gemäht, und Heu bekommen die Einwohner nach ihrer eigenen Aussage bis zu 50 Fuder.

Über Weide und Vieh sowieZugtiere

Weide ist hier ausreichend und ziemlich gut, wie aus der Ausrechnung zu ersehen ist. Sie ist etwas sumpfig. Außerdem gibt es auch viel mit Heide bewachsenen wüsten Acker, den sie als Weide nutzen, weil er nicht geeignet ist, aufgebrochen zu werden. In trockenen Jahren kann das Vieh auch in den Wald gehen.
Frau Buggenhagen hat zur Ackerbewirtschaftung vier Ochsen und acht Pferde mit denen sie die Ackerbestellung verrichtet. Außerdem hat sie sechs Kühe und 300 Schafe, von denen die Hälfte dem Schafhirten gehören.
 R 967  Frau Behr hat Pferde und Ochsen sowie Kühe, ein Paar von jeder Art.
Clas Barent besitzt drei Pferde und zwei Ochsen zur Ackerbewirtschaftung, dazu Kühe und einige Schafe. Es ist dem Pächter nicht erlaubt, mehr als zwölf Schafe zu halten.
Jochom Jens hat zwei Ochsen, drei Pferde, acht Kühe und acht Schafe.
Die Krüger Jacob und Christopher Wagner halten soviel Vieh wie die anderen, aus dem Grunde, weil der Pächter Kapitän Kirchbach seinen Teil des Dorfes mit dem Vieh bewirtschaftet, das er in Stresow hat.

 U 885 

Wald

Der Wald ist sehr abgehauen, so dass er nicht mehr aus großen Bäumen besteht, sondern meist aus Büschen. Er ist überall sehr sumpfig und morastig, und man kann dort im Sommer, sofern es nicht sehr trockene Jahre sind, nicht viel Holz schlagen. Sondern nur im Winter, dann haben sie ausreichend für den Hausbedarf. Zu dem Teil, den Jochom Jens pachtet, gehört in der Heide Kooskit eine Kawel von einem halben Morgen Länge und fünf Ruten Breite. Sonst gehört Kooskit zu Dargezin und Vargartz.

 R 968 

Über Abgaben

Frau Buggenhagen versteuert eineinhalb reduzierte Hufen.6 
Clas Barent gibt jährlich 24 Rthl Pacht,
Kopfsteuer7  gab er vergangenes Jahr fünf Rthl weniger vier Groschen,
Akzise8  zwei Rthl und einen Groschen,
Reitersteuer9  19 ß jeden Monat.
Jochom Jens gibt 25 Rthl Pacht, sowie einen Rthl weniger einen Schilling Bedegeld10 .
Kopfsteuer und Akzise gibt er soviel wie Clas Barent.
Die Krüger geben 30 Rthl für den Krug und den dazugehörigen Acker. Das übrige geben sie wie die anderen zuvor genannten.
Der Pastor bekommt einen Scheffel Roggen für jede Landhufe.

 RRev 268   URev 397 

Im Jahr1704 wurde das Dorf Behrenhof revidiert und wie folgt befunden

Das Feld A

[Ac,Ad]   24M 90R
Ac  ein Stück vom wüsten Acker Da aufgebrochen, besteht aus schwarzem und kaltgründigem Sandboden  60R
Ad  15 Stücke schwärzlicher Sandboden, vom wüsten Acker Da aufgebrochen  24M 30R

Das Feld B

[Be,Bf]   15M
Be  drei Stücke Sandhumus, etwas schwärzlich, vom wüsten Acker Da aufgebrochen  6M 60R
Bf  drei Stücke sind schwärzlicher Sandboden, von Da aufgebrochen  8M 240R

Das Feld C

[Ce-Ch]   13M 120R
Ce  neun Stücke Sandboden, etwas schwärzlich, vom wüsten Acker Da aufgebrochen  3M 240R
Cf  ein Stück Sandhumus, etwas lehmvermischt, vom wüsten Acker Da aufgebrochen  1M
Cg  zwei Stücke, sind vom wüsten Acker Dc aufgebrochen und bestehen aus reinem Sand, werden jedoch mit dem anderen Acker besät  4M 240R
Ch  ein Stück kaltgründiger und schwärzlicher Sandboden, vom Weideland Fb aufgebrochen  3M 240R

Beschreibung des übrigen wüsten Ackers

Da  und Db  scheinen als Acker brauchbar, aber Da ist etwas sandig. Db und Dc  sind ganz kaltgründig und niedrigliegend, scheinen nicht als Acker brauchbar zu sein. Df  ist auch sehr kaltgründig, doch wird er mit der Zeit wohl aufgebrochen werden, nach Aussage der Bauern.

Summe

NeuerAcker: 52M 210R

 RRev 269   URev 398 

Arealausrechnung des Pastorenackers, der bei der Revision 1704 ausgemessen worden ist

Das Feld A

[Pa,Pb]   18M 60R
Pa  drei Stücke von der Güte wie Aa  10M 30R
Pb  fünf Stücke wie Ab  8M 30R

Das Feld B

[Pc-Pf]   11M 240R
Pc  zwei Stücke wie Ba  3M 90R
Pd  drei Stücke wie Bb  2M 60R
Pe  drei Stücke wie Bc  5M 60R
Pf  ein Stück wie Bd  1M 30R

Das Feld C

[Pg-Pi]   12M 120R
Pg  drei Stücke wie Ca  6M 210R
Ph  zwei Stücke wie Cb  1M 240R
Pi  vier Stücke wie Cc  3M 270R

Der seit der vorigen Vermessung aufgebrochene Pastorenacker

Das Feld A

Pk  vier Stücke aufgebrochen vom wüsten Acker Da und besteht aus Sandhumus  5M 60R
Pl 11  zwei Stücke Sandhumus vom wüsten Acker Da aufgebrochen  6M 90R
Pm 12  ein Stück reiner Sand, vom wüsten Acker Dc aufgebrochen  240R
 RRev 270  URev 399 Pn  zwei Stücke Wurten13  bei den Häusern  1M 90R

Wüster Pastorenacker

Po  zwei Stücke. Dieser wüste Acker in Df wird wohl als erster aufgebrochen werden, denn die Büsche sind schon abgeschlagen, ist jedoch sehr sandig und kaltgründig  2M 90R

Summe

Neuer Pastorenacker: 56M
Wüster Pastorenacker: 2M 90R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2010, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Johan Gabriel Höök
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Johan Gabriel Höök vermessen.

2  Das Dorf Behrenhoff führt diesen Namen erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Zur Zeit der Landesaufnahme hieß der Ort Bussdorf. Berghaus, Heinrich: Landbuch der Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Enthaltend Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil IV Bd. 2, Anklam 1868, S. 39.

3  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.

4  Die Familie von Normann (auch Narmann, Nahrmann und Norrmann) zählte zu den ältesten Adelsgeschlechtern auf der Insel Rügen und im Gebiet des Herzogtums Pommern-Wolgast. Sie hatten Güter u.a. im Gebiet von Rügen, Anklam, Grimmen und Demmin. Bereits im 13. Jahrhundert zählten sie zum auf Rügen gesessenen Adel und über pommersche Grenzen hinaus waren Teile der Familie in späterer Zeit auch in Dänemark, Schweden, Schlesien, Ostpreußen, Mecklenburg, Württemberg u.a. ansässig.  Normann. In: Kneschke, Ernst Heinrich (Hg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexikon. Bd. 6, Leipzig 1865. S. 527ff.

5  Hofgerichtsdirekor Greiggenschildt: Gualter (Gvalter) Greigge geadelt Greiggenschildt, wurde am 1. Mai 1622 in Wolgast geboren. Er war als Hofgerichtsdirektor und Rechtsprofessor in Greifswald tätig. Am 3. März 1683 erhielt er das schwedische Adelsdiplom. Greiggenschildt starb am 18. Februar 1697 in Greifswald, sein Nachfolger als Hofgerichtsdirektor wurde Franz Michael von Boltenstern. Warnstedt, Christopher v.: Ostdeutsche Familienkunde, Bd. 37, 1989, S. 33-35.; Walther von Greiggenschield, Hofgerichtsdirektor von Greifswald (1.5.1622 - 18.2.1697) Zur Biographie siehe "Die Greifswalder Sammlung Vitae Pomeranorum. Bd. 14". Lang, Edmund: Die Greiffswalder Sammlung Vitae Pomeranorum. Alphabetisch nach Geschlechtern verzeichnet. (Baltische Studien, Erste Folge. Ergänzungsband ) Greifswald 1898. S. 123.

6  Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.

7  Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.

8  Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste.  Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.

9  Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.

10  Allgemein geht die Bede ("Bitte") zurück auf eine ursprünglich unregelmäßige Abgabe zur Abdeckung außerordentlicher Bedürfnisse und Unterhaltung des Hofstaats eines weltlichen Herrn nach dem Vorbild der Lehenshilfe, die sich zur regelmäßigen zumeist jährlichen Abgabe weiterentwickelte. In Schwedisch Pommern hatte sich die Abgabe der Bede und des Hundekorns aus herzoglicher Zeit erhalten, die von ritterschaftlichen Gütern an die landesherrlichen Ämter entrichtet werden mussten.  Genicot, L.: Bede, 1. Allgemein. In: Lexikon des Mittelalters, Band 1. Stuttgart [u.a.] 1980, Sp. 1779f.; Ihro Königlichen Majestät Resolution, welche Sie auf dero Vor-Pommer- und Rügianischen Landständen von Prälaten und Ritterschaft, ..., schrift- und mündlich unterthänigst an- und vorgetragenen Beschwerden und Desiderien, gnädigst ertheilen wollen. Gegeben Stockholm, den 19. Dec. 1720. In: Dähnert, Johann Carl (Hg.): Sammlung gemeiner und besonderer Pommerscher und Rügischer Landesurkunden. Gesetze, Privilegien, Verträge, Constitutionen und Ordnungen. Erster Band. Stralsund 1765, X. Abteilung, Nr. 17, S. 1106.

11 In der Urschrift gehört Pl zum Feld B.

12 In der Urschrift gehört Pm zum Feld C.

13  Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist.  Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.