R 515   U 343 

Beschreibung des Ortes Züssows, das am ersten August 1694 vermessen wurde1 

Züssow ist ein Amts- und Adelsgut im Distrikt Wolgast und zwei Meilen von Anklam, zwei Meilen von Greifswald und eine dreiviertel Meile von Wolgast entfernt. Im Norden grenzt der Ort an Krebsow, im Osten an Moeckow und Nepzin, im Süden an Turow und im Westen an Radlow. Im Dorf steht eine Kirche, zu der folgende Dörfer gehören: Züssow, Nepzin, Thurow, Radlow und Krebsow.
Was die Hufenzahl angeht, so bekam ich aus einer Kirchenmatrikel des Jahres 1581 folgende Mitteilung, nämlich, dass zu Züssow seit alters her 26 einhalb Hakenhufen gerechnet waren. Aber über die Anzahl der Einwohner und den Stand, auch über die Beschaffenheit des Landes an Ritter- und steuerpflichtigem Land fand man darin nichts angezeigt. Denn bei den anderen hier dazu gehörigen Dörfern stand angezeigt wieviel Einwohner, deren Namen und Hufen. Früher hat der Pastor R 516 nur einen Scheffel von jeder Landhufe dieses Kirchspiels  U 344 an Messkorn bekommen. Aber kraft der neuen Kirchenmatrikel, die 1670 von der neuen königlichen Regierung bestätigt ist, hat er dann einen Viertel Sch als Zusatz von jeder Landhufe bekommen, so dass ihm nun fünfviertel Sch gegeben werden. Was die Besitzer und den alten Zustand des Dorfes betrifft, darüber konnte ich keine bestimmte Kenntnis erlangen, weil der Besitzer nicht selbst zugegen war. Doch wie ich sagen hörte, hat in alten Zeiten ein Adliger mit Namen Bützow dieses Dorf in Besitz gehabt, der auch seinerzeit von einem Herzog zwei Höfe hier in Züssow als Schenkung bekommen hat, die nun dieses Jahr an die Krone zurückgeführt sind. Nach Bützow ist dieses Dorf in die Hände von Gläubigern gekommen und Dähn kaufte es. Wie man meint für 3500 Rthl. Er und sein Sohn nach ihm R 517 haben erwähntes Züssow zu ihren Lebenszeiten besessen. Damals ist für alles Land Steuer gegeben worden und nicht als Ritterland anerkannt worden, wie Dähn auf Thurow mir berichtete. Die Witwe Dähns verkaufte das Gut schließlich an Leutnant Dreschow für 3000 Rthl, nachdem er die Schulden nicht ableisten konnte, verkaufte dieser das Gut an Herrn Aden Hinrick Norrman2 , der es jetzt in Besitz hat. Außer den beiden Höfe, die der Krone zuerkannt sind. Jeder Hof wurde zu 500 Gulden beziehungsweise beide zu 500 Rthl geschätzt, so ist es hier meist Landesart, einen Hof zu schätzen. Dabei ist eine Landhufe von ziemlich gutem Acker gelegen. Früher hat Norrman dieses Land besessen und bewirtschaftet, aber vor zweieinhalb Jahren verpachtete er es für sechs Jahre an Dähn auf Thurow für 700 Rtl jährlich. Wie hoch Züssow in den Abgaben steht wurde mir nicht bekannt. R 518  auch nicht wieviel Ritter- und steuerbares Land hierbei gelegen sein soll.
Wieviele Einwohner und Bauern hier seit alters her wohnten konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Aber jetzt findet man folgende Einwohner hier:

 U 345 

Namen der Einwohner

1 . Der Pastor Michael Wollitsch.

2 . Christoffer Ertman
3 . Jochom Berent
Die zwei reduzierten Bauern.

4 . Christoffer Tugendsam
5 . Lorentz Berent
Norrmans Bauern.

6 . Matthias Haas, Küster.
7 . Christian Kleener, ein Leinweber, Einhäusler auf dem Hof.
9 . Hans Braun, Viehhirte.

10 . Lorentz Marckz
11 . Hans Richter
Häker, wohnen beide in einem Haus und dienen auf dem Hof und haben ihren bestimmten Lohn wie jene, die in Thurow wohnen

 R 519 

1. Notiz

Nr. 2 und 3 wohnen auf Bauernhöfen, wo Nr. 4 wohnt wird auch ein Bauernhof sein. Aber Nr. 5 wohnt in einer Einliegerstelle beim Kirchplatz, die er, gegen eine jährliche pacht von vier Mark, von der Kirche zu bewirtschaften hat.
2. Die Bauern meinten, hier seien in alten Zeiten sechs Bauern gewesen und jeder hatte eine Landhufe. Hier sind auch wüste Höfe zu finden.
3. Notiz: Die Bauern sagten, sie haben alle gleich viel zu bewirtschaften, aber sie wussten selbst nicht gewiss, wie hoch das nach Hufen und Morgen gerechnet werden kann. Sie sagten jedoch, dass die vier zusammen drei Hufen haben sollen und es sollen Landhufen sein, an denen sie zu gleichmäßig teilhaben. Ihr Acker ist ihnen zugemessen worden und jeder bekam siebeneinhalb Ruten Breite im Roggenfeld, acht Ruten Breite in der Brache und im Sommerfeld fünf Ruten Breite. Aber im Achternfelt haben sie kleine Blöcke oder kurze Stücke, Nr. 2 und 5 haben jeder zu zwei Scheffel Aussaat, Nr. 3 hat zu fünf Scheffel und Nr. 4 zu drei Scheffel.
 R 520 4. Nr. 2 und 5 wohnten hier vier Jahre, aber Nr. 3 und 4 sechs Jahre. Die zwei reduzierten Höfe waren auch früher von Bauern bewohnt, aber die anderen lagen wüst, es wohnten jedoch Einhäusler dort. Vor Nr. 2 wohnte auf diesem Hof Marten Desmer, der nun als Knecht bei dem Pastor dient, der soll damals zweieinviertel Landhufen zur Bewirtschaftung dabei gehabt haben.
5. Auf dem Hof, den Norrman früher bewohnte, hat der Pächter nun das Gesinde. Dort ist auch ein altes Vorgebäude, aber ein ziemlich guter Viehhof.

 R 521   U 346 

Arealausrechnung von Züssow

Der Acker

wird hier in vier Teile oder Felder geteilt, von denen Achterfelt, das jährlich besät wird, sonst unter das Medelfelt einbezogen wird.

A. Das Feld nach Radlow

[A]   112M 243R
Aa  eben liegender Acker aus Lehmhumus und größtenteils aus Lehmboden bestehend, oben an der Nordseite etwas sandvermischtes Humusland  87M 180R
Ab  ein Teil Lehmboden höher gelegen, ein Teil etwas tief liegender, lehmartiger Boden, alles war jetzt mit Erbsen besät  10M 183R
Ac  teils höher gelegen, teils niedriger, lehmvermischter Boden  6M 45R
Ad  ein Ackerstück von Lehmboden  1M 195R
Ae  einige Ackerstücke aus Sandhumus nördlich an der Grenze zu Krebsow  6M 240R

B. Das Medelfelt

[B]   121M 210R
Ba  Sandhumus  51M
Bb  teils besserer Sandhumus, teils lehmvermischter Humus  34M 150R
Bc  Lehmhumus und Humusboden  32M 165R
Bd  Humusboden in einem Stück vorn beim Dorf  3M 195R

 R 522   U 347 

C. Das Feld nach Moeckow

[C]   89M 6R
Ca  Sandhumus  37M 240R
Cb  sandvermischter Humusboden  18M 150R
Cd  Humus und Humusboden, niedriger zum Weideland hin  22M 90R
Ce  Humusboden, eben und etwas niedriger Acker  7M 240R
Cf  tief liegender Leinacker daneben  1M
Cg  Papenwinkel; Sandhumus  1M 180R
Anmerkung: Dieser Winkel gehört eigentlich dem Pastor und man weiß nicht, ob er in seine zwei Hufen einbezogen werden darf oder ob er außerdem eine Zugehörigkeit hat.

D. Achterfelt

das beim Dorf liegt und jährlich bestellt wird, ist niedriger gelegen als die anderen.

[D]   37M 213R
Da  etwas tief liegender Lehmboden  7M 30R
Db  Lehmboden, teils humos, mitten darauf hoch gelegener, man findet an den Seiten etwas niedrigen Leinacker  9M 90R
Dc  Humus und Lehmboden, teils niedriger und tief liegend  14M 225R
Dd  tief liegender und lehmvermischter Boden  5M 168R
De  Königzwordh, gehört zur Kirche  1M

 R 523   U 348 

E. Wüster Acker

[E]   125M 156R
Ea  kahles, wüstes Land mit Heide bewachsen, befindet sich auf der Ecke zu Kessin, schlecht aufzubrechen, besteht aus sandig-humosen Grund  23M 105R
Eb  altes, wüstes Land im Feld C, von der gleichen Beschaffenheit wie das vorherige, jedoch magerer und Sandgrund  55M 30R
Ec  eben liegend, kahles, uraltes wüstes Land mit kurzer Heide überzogen, von sandig-humosem Grund und obwohl es in Anbetracht der übrigen Ackerfelder etwas niedriger liegt, ist es doch von trockenem und festem Boden  30M 90R
Ed  uralter, wüster Acker und niedriges Heideland, wird nicht wieder in Bewirtschaftung kommen können  15M 270R
Ee  wüstes Land im Achterfelt, geeignet, aufgebrochen zu werden  261R

F. Wiese und Heuernte

[F]   32M 128R
Fa  zumeist gute Wiese im Achterfelt, teils zwischen bb und Dc, war früher Acker  10M
Fb  im Feld B Wiesenflecken, teils Koppel, teils sumpfiger Boden  4M 150R
 R 524  U 349 Fc  sehr sumpfige Wiese, einige Weidenbüsche darauf, von geringer Güte und geringem Wuchs  9M 128R
Fd  Wiesenstücke im Feld A, meistens Wiesenboden, jedoch teils sumpfig an der Grenze zu Thurow und etwas innen zwischen dem Acker  5M 90R
Fe  sumpfige Wiese an der Grenze zu Nepzin  3M 90R
Notiz: Sonst mähen die Einwohner nur wenig hier und da zwischen den Büschen an der Grenze zum Weideland Ga, was von ihnen als eine Freiheit erachtet wird.

Die Heufuderzahl

[Ertrag:] 35 Heufuder
Was den Wuchs und die Fruchtbarkeit der Wiesen angeht, so berichtete der Pächter, jährlich nur zwölf Heufuder beim Hof ernten zu können und jeder Bauer nicht mehr als zwei Fuder, was jedoch wenig ist im Vergleich zum Areal. Und obwohl ein Teil der Wiese nicht so gut und ertragreich ist, so ist ein Teil um so besser und ich will bis auf Weiteres alles für alle Einwohner aufsetzen.

G. Wald und Weideland

[G]   140M 285R
Ga  teils sumpfiges, teils festes Weideland, zumeist mit kleinen Erlen, Weiden und Hasel bewachsen, an der Grenze alles sumpfig  24M
 R 525  U 350 Gb  im Bookhörn, Weideland, zumeist fest und bültig, doch teils sumpfig und niedrig; teils kahl, teils mit kleinen Erlen- und Haselbüschen bewachsen  3M 30R
Gc  eben und innen im Achterfelt Eichen -, Espen- und Haselwald  4M 75R
Gd  Viehweide, mit kleinen Weiden und Erlenbüschen bewachsen  2M 120R
Ge  Koppel oder Pferdegehege beim Hof, aus alten wüsten Grundstücken bestehend  5M 270R
Gf  Koppel, die dem Pastor gehört  255R
Gg  Nachtkoppel, eine morastige Weide, teils kahl, teils mit vielen kleinen Erlenbüschen bewachsen  23M 120R
Gh  von derselben alten Nachtkoppel, festes Weideland, teils bültig, teils mit kleinen Erlenbüschen bewachsen  6M 120R
Gi  Weideland, das hier und da auf der Feldmark in Flecken oder Stückeweise liegt, teils mit Heide bewachsen, wie man sie im Osten und Süden der Nachtkoppel findet. Aber das andere besteht zumeist aus Grasland und ist meistens kahl; wovon ein Teil an der Grenze zu Nepzin liegt, wo der Weg ausläuft und ein Fleck an der Grenze zu Radlow früher Acker war, aber am besten als Weide dient  40M
 R 526  U 351 Gk  niedriges und nasses Land mit Riedgras bewachsen  4M 105R
Gl  alle Moraste und Tümpel, desgleichen BrüggenzollSymbol 27 in dem man Karauschen findet, ist auch ein kleiner Teil von Swemm, und wenig offen zu dem großen Morast nach Kessin zu, wo man auch Karauschen zu finden sein werden, ohne Zweifel war es in alten Zeiten zumeist offenes Wasser  13M 240R
Gm  wüste Grundstücke und Triften westlich des Gutes, wovon ein Teil früher besät war  2M 150R

Das Dorf

[Das Dorf insgesamt:]   13M 9R
H  eine Koppel beim Hof, die als Obst- oder Kräutergarten gedacht ist, aber nun meistens mit Lein besät ist  1M 174R
J  drei Obstgärten, einer beim Hof, einer beim Grundstück des Pastors wozu auch dessen Gemüse- und Hopfengarten gehören, und einer bei Nr. 2.  1M 30R
K  außerdem alle Gemüsegärten des Dorfes  135M
Symbol 68  alle bebauten Grundstücke und der Kirchhof  2M 270R
L  ein Teil des Weges, der mit Hanf besät war  234R
m  derselbe Weg und die Triften innerhalb des Dorfes und außerhalb bis zum Weideland  4M 6R
Alle Wege auf der Feldmark zusammen 2M 60R

Summe

Acker: 361M 72R
Wüster Acker: 152M 156R
Wiese: 32M 128R
Heufuder: 35 Heufuder
Wald und Weideland: 140M 285R
Hofstellen: 13M 9R

 R 527   U 352 

Annotationen von Züssow

Die Beschaffenheit der Felder und die Aussaat

1. Bezüglich der Güte wird das Medelfelt, das jetzt Sommerfeld war, für das beste und C, das Roggenfelt war, für das schlechteste gehalten. In das Achterfelt kann kein Roggen gesät werden, sondern Sommersaat und Weizen, weil es so niedrig liegt und von schwerer Bodenart ist. Nach drei Jahren muss das Land erneut gedüngt werden.
2. Notiz: Die drei Felder sind an der Grenze zu Krebsow höher gelegen und dort von schwächerer Bodenart, aber zum Dorf hin niedriger und von besserer Güte. So dass sich die Güte mit der weiteren Entfernung vom Dorf verändert.
3. Was die Aussaat angeht, so sagte Refunk auf Thurow im Namen des Pächters, dass dieses Jahr beim Hof in das Sommerfeld und Achterfelt zusammen zehn Drömt und zehn Sch Gerste, sieben Drömt Hafer, drei Drömt Sommerroggen und acht Sch Buchweizen gesät wurden. Notiz: Sonst kommen gesondert in das Achterfelt fünf bis sechs Drömt jährlich. In das Feld C, oder Winterfeld, können an Winter-  R 528 saat zwei Last gesät werden. Und in das Achterfelt zwei Drömt und das zumeist Weizen; denn dort hinein wird jährlich beides Sommer- wie Wintersaat gesät. In das Feld A kann außer dem Achterfelt zwei Last und drei Drömt gesät werden und weil das dieses Jahr als Brache lag, wurde dort hinein für den Hof ein Drömt Erbsen gesät.
Jeder Bauer kann jährlich einen Drömt Roggen, einen Sch Weizen, acht Sch Gerste, fünf Sch Hafer, einen Sch Erbsen, einen Sch Buchweizen und einen halben Sch Lein säen; worunter auch einbezogen ist, was sie in das Achterfeld säen können. Manchmal kommen wohl auch ein oder zwei Scheffel mehr zur Aussaat, je nachdem wie das Feld ist und sie mehr aufbrechen.

 U 353 

Wüstes Land

Die Beschaffenheit des wüsten Landes findet man in der Ausrechnung, und der größte Teil davon kann wohl wieder aufgebrochen werden, obwohl es zumeist mager und sandig ist.

 R 529 

Wald

Wald ist hier wenig und zumeist Unterholz, hilfreich jedoch als Brennholz. Die Bauern haben nur im Sommer die Freiheit, sich davon etwas mit Holzschlagen in den Gebüschen zu bedienen. Aber in der Winterzeit kaufen sie Holz aus der Kronheide und geben für jede Fuhre, die von drei Pferden gezogen wird, drei Groschen.

Vieh

Auf dem Hof können hier den Winter über 30 Rinder und acht Pferde gefüttert werden. In der Schafherde können 400 bis 450 Schafe gehalten werden, von denen der Schäfer zusammen mit seinem Knecht 150 Schafe für sich frei hat.
Der Pastor hat zwölf Rinder frei, die anderen Einwohner sind verpflichtet, diese zu hüten und zu weiden, aber für die übrigen muss er den Viehhirten bezahlen.
 R 530 Jeder Bauer hat jetzt zwei Ochsen und drei Pferde und außerdem hat Nr. 2 zwei Kühe, zwei Stuten und drei Schafe. Nr. 3 hat nur drei Schafe, Nr. 4 hat keines und Nr. 5 hat eine Kuh und zwei Schafe.
Notiz: Bei jedem Bauernhof, wie sie jetzt sind, können nicht mehr als sechs Rinder und drei Pferde gehalten werden. Und niemand kann unter drei Pferden und zwei Ochsen seinen Dienst und Ackerbau verrichten.
 U 354  Jeder Haker hat eine Kuh, der Schäfer hat fünf Stück Hornvieh und zwei Pferde.
Der Küster hält drei Rinder und ein Pferd. Der Leinweber hat eine Kuh, der Hofknecht Aden Camp hat auch eine Kuh, der Viehhirte besitzt keine.

Hofdienst

Jeder Bauer leistet beim Hof selbst Dienste mit zwei Ochsen und drei Pferden an den drei ersten Tagen der Woche. Aber in der Heuernte dienen sie vier Tage mit zwei Personen und jeder fährt mit drei Pferden ein.

Gesinde

Auf dem Hof hat man zwei Knechte und eine Magd. Der Pastor hat einen R 531 Knecht, eine Magd und einen Jungen. Der Schäfer hat einen Knecht und eine Magd. Aber keiner der Bauern hat Gesinde.

Abgaben

1. Wieviel das Dorf versteuert wurde mir nicht bekannt, weil der Besitzer, der alle Steuern erstattet, nicht anwesend war. Und die Bauern haben mit der Hufensteuer3  nichts zu tun gehabt.
 U 355 2. Akzise4  beträgt für ganz Züssow jedes Viertel Jahr zwei Rthl 47 ß, Septima 27 ß.
Der Pastor bekommt von jeder Landhufe fünfviertel Sch Messkorn5 . Jeder Bauer gibt ihm einen Sch Roggen, und dem Küster einen Sch Hafer.

 RRev 150   URev 235 

Im Jahr1704 wurde das Dorf Züssow revidiert und wie folgt befunden

Im Feld A

[A]   12M 180R
Af  vier Stücke des wüsten Ackers Ea aufgebrochen, ist Sandboden und dreischlägiger Acker  12M 180R

 RRev 151   URev 236 

Im Feld C

Ch  zwei Stücke des wüsten Landes und der Bezeichnung Eb, Sandland und dreischlägiger Acker  3M 150R

Arealausrechnung des Pastorenackers, der bei der Revisison abgeteilt wurde

Im Feld A

[Pa-Pc]   9M 50R
Pa  zwei Stücke von der Beschaffenheit wie Aa  6M 260R
Pb  zwei Stücke wie Ab  1M 105R
Pc  ein Stück wie Ac  285R

Im Feld B

[Pd-Pf]   7M 120R
Pd  ein Stück wie Ba  3M 60R
Pe  ein Stück wie Bb  2M 60R
Pf  ein Stück wie Bc  2M

Im Feld C

[Pg-Pk]   7M 150R
Pg  zwei Stücke wie Ca  4M 225R
Ph  ein Stück wie Cb  270R
Pi  ein Stück wie Cd  1M 75R
Pk  ein Stück wie Ce  180R

Im Feld D

[Pl-Pn]   2M 270R
[Po]   1M 180R
Pl  drei Stücke wie Dc  1M 255R
Pm  ein Stück wie Db  165R
Pn  ein Stück wie Da
Po  Papenwinkel  1M 180R
Die ist eine Wurte6 , die der Kirche gehört, die bei der vorigen Messung aufgeführt war.

 RRev 152   URev 237 

Areal Ausrechnung der Pastorenwiesen

[P1-P3]   1M 195R
P1  drei Stücke in der Wiese mit der Bezeichnung Fa  165R
P2  ein Stück in der Bezeichnung Fb ist  120R
P3  zwei Stücke in der Bezeichnung Fc sind  210R

Über das wüste Land

Ea  ist als Acker geeignet und von der Beschaffenheit wie der neue Acker mit der Bezeichnung Af.
Eb  so sagen die Bauern, ist als Acker unbrauchbar, weil es aus klarem Sand ist, aber es scheint, dass es zum größten Teil als Acker bestellt werden könne.
Ec  kann wohl als Acker genutzt werden, aber die Einwohner sagen, sie können es als Weide nicht entbehren.
Ed  und Ee  scheinen zur Kultur ungeeignet, sind etwas niedrig und bültig.

Summe

Neuer Acker: 16M 30R
Pastorenacker: 31M 60R
Pastorenwiese: 1M 195R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2010, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Brynolph (Bryniel) Hesselgreen
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Brynolph Hesselgreen vermessen.

2  Die Familie von Normann (auch Narmann, Nahrmann und Norrmann) zählte zu den ältesten Adelsgeschlechtern auf der Insel Rügen und im Gebiet des Herzogtums Pommern-Wolgast. Sie hatten Güter u.a. im Gebiet von Rügen, Anklam, Grimmen und Demmin. Bereits im 13. Jahrhundert zählten sie zum auf Rügen gesessenen Adel und über pommersche Grenzen hinaus waren Teile der Familie in späterer Zeit auch in Dänemark, Schweden, Schlesien, Ostpreußen, Mecklenburg, Württemberg u.a. ansässig.  Normann. In: Kneschke, Ernst Heinrich (Hg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexikon. Bd. 6, Leipzig 1865. S. 527ff.

3  Hufensteuer bezeichnet die Steuer, die von den Feldern nach Hufen gerechnet gezahlt wird. Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 25. Berlin 1782. Sp. 602 ff.

4  Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste.  Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.

5  Kirchenkorn oder Priesterkorn 

6  Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist.  Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.