Beschreibung des Ortes Züssows, das am ersten August 1694 vermessen wurde1
Züssow ist ein Amts- und Adelsgut im Distrikt Wolgast und zwei Meilen von Anklam, zwei Meilen von Greifswald und eine dreiviertel
Meile von Wolgast entfernt. Im Norden grenzt der Ort an Krebsow, im Osten an Moeckow und Nepzin, im Süden an Turow und im
Westen an
Radlow. Im Dorf steht eine Kirche, zu der folgende Dörfer gehören: Züssow, Nepzin, Thurow, Radlow und Krebsow.
Was die Hufenzahl
angeht, so bekam ich aus einer Kirchenmatrikel des Jahres 1581 folgende Mitteilung, nämlich, dass zu Züssow seit alters her
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einhalb Hakenhufen gerechnet waren. Aber über die Anzahl der Einwohner und den Stand, auch über die Beschaffenheit des Landes
an
Ritter- und steuerpflichtigem Land fand man darin nichts angezeigt. Denn bei den anderen hier dazu gehörigen Dörfern stand
angezeigt
wieviel Einwohner, deren Namen und Hufen. Früher hat der Pastor R 516 nur
einen Scheffel von jeder Landhufe dieses Kirchspiels U 344 an Messkorn bekommen. Aber
kraft der neuen Kirchenmatrikel, die 1670 von der neuen königlichen Regierung bestätigt ist, hat er dann einen Viertel Sch
als
Zusatz von jeder Landhufe bekommen, so dass ihm nun fünfviertel Sch gegeben werden. Was die Besitzer und den alten Zustand
des
Dorfes betrifft, darüber konnte ich keine bestimmte Kenntnis erlangen, weil der Besitzer nicht selbst zugegen war. Doch wie
ich
sagen hörte, hat in alten Zeiten ein Adliger mit Namen Bützow dieses Dorf in Besitz gehabt, der auch seinerzeit von einem Herzog zwei Höfe hier in Züssow als Schenkung bekommen hat, die
nun dieses Jahr an die Krone zurückgeführt sind. Nach Bützow ist dieses Dorf in die Hände von Gläubigern gekommen und Dähn kaufte es. Wie man meint für 3500 Rthl. Er und sein Sohn nach ihm R 517 haben erwähntes Züssow zu ihren Lebenszeiten besessen. Damals ist für alles Land Steuer gegeben worden und nicht als Ritterland
anerkannt worden, wie Dähn auf Thurow mir berichtete. Die Witwe Dähns verkaufte das Gut schließlich an Leutnant Dreschow für 3000 Rthl, nachdem er die Schulden nicht ableisten konnte, verkaufte dieser das Gut an Herrn Aden Hinrick Norrman2 , der es jetzt in Besitz hat. Außer den beiden Höfe, die der Krone zuerkannt sind. Jeder Hof wurde zu 500 Gulden
beziehungsweise beide zu 500 Rthl geschätzt, so ist es hier meist Landesart, einen Hof zu schätzen. Dabei ist eine Landhufe
von
ziemlich gutem Acker gelegen. Früher hat Norrman dieses Land besessen und bewirtschaftet, aber vor zweieinhalb Jahren verpachtete
er
es für sechs Jahre an Dähn auf Thurow für 700 Rtl jährlich. Wie hoch Züssow in den Abgaben steht wurde mir nicht bekannt. R 518 auch nicht wieviel Ritter- und steuerbares Land hierbei gelegen sein
soll.
Wieviele Einwohner und Bauern hier seit alters her wohnten konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Aber jetzt findet man
folgende Einwohner hier:
Namen der Einwohner
1 . Der Pastor Michael Wollitsch.
| 2 . Christoffer
Ertman 3 . Jochom Berent |
Die zwei reduzierten Bauern. |
| 4 . Christoffer
Tugendsam 5 . Lorentz Berent |
Norrmans Bauern. |
6 . Matthias Haas,
Küster.
7 . Christian
Kleener, ein Leinweber, Einhäusler auf dem Hof.
9 . Hans Braun, Viehhirte.
| 10 . Lorentz
Marckz 11 . Hans Richter |
Häker, wohnen beide in einem Haus und dienen auf dem Hof und haben ihren bestimmten Lohn wie jene, die in Thurow wohnen |
R 519
1. Notiz
Nr. 2 und 3 wohnen auf Bauernhöfen, wo Nr. 4 wohnt wird auch ein Bauernhof sein. Aber Nr. 5 wohnt in einer Einliegerstelle
beim
Kirchplatz, die er, gegen eine jährliche pacht von vier Mark, von der Kirche zu bewirtschaften hat.
2. Die Bauern meinten, hier
seien in alten Zeiten sechs Bauern gewesen und jeder hatte eine Landhufe. Hier sind auch wüste Höfe zu finden.
3. Notiz: Die
Bauern sagten, sie haben alle gleich viel zu bewirtschaften, aber sie wussten selbst nicht gewiss, wie hoch das nach Hufen
und
Morgen gerechnet werden kann. Sie sagten jedoch, dass die vier zusammen drei Hufen haben sollen und es sollen Landhufen sein,
an
denen sie zu gleichmäßig teilhaben. Ihr Acker ist ihnen zugemessen worden und jeder bekam siebeneinhalb Ruten Breite im Roggenfeld,
acht Ruten Breite in der Brache und im Sommerfeld fünf Ruten Breite. Aber im Achternfelt
haben sie kleine Blöcke oder kurze Stücke, Nr. 2 und 5 haben jeder zu zwei Scheffel Aussaat, Nr. 3 hat zu fünf Scheffel und
Nr. 4 zu
drei Scheffel.
R 520 4. Nr. 2 und 5 wohnten hier vier Jahre, aber Nr. 3
und 4 sechs Jahre. Die zwei reduzierten Höfe waren auch früher von Bauern bewohnt, aber die anderen lagen wüst, es wohnten
jedoch
Einhäusler dort. Vor Nr. 2 wohnte auf diesem Hof Marten Desmer, der nun als Knecht bei dem Pastor dient, der soll damals
zweieinviertel Landhufen zur Bewirtschaftung dabei gehabt haben.
5. Auf dem Hof, den Norrman früher bewohnte, hat der Pächter
nun das Gesinde. Dort ist auch ein altes Vorgebäude, aber ein ziemlich guter Viehhof.
Arealausrechnung von Züssow
Der Acker
wird hier in vier Teile oder Felder geteilt, von denen Achterfelt, das jährlich besät wird, sonst unter das Medelfelt einbezogen wird.
A. Das Feld nach Radlow
[A]
112M 243R
Aa
eben liegender Acker aus Lehmhumus und größtenteils aus Lehmboden bestehend, oben an der
Nordseite etwas sandvermischtes Humusland
87M 180R
Ab
ein Teil Lehmboden höher gelegen, ein Teil etwas tief liegender, lehmartiger Boden, alles
war jetzt mit Erbsen besät
10M 183R
Ac
teils höher gelegen, teils niedriger, lehmvermischter Boden
6M 45R
Ad
ein Ackerstück von Lehmboden
1M 195R
Ae
einige Ackerstücke aus Sandhumus nördlich an der Grenze zu Krebsow
6M 240R
B. Das Medelfelt
[B]
121M 210R
Ba
Sandhumus
51M
Bb
teils besserer Sandhumus, teils lehmvermischter Humus
34M 150R
Bc
Lehmhumus und Humusboden
32M 165R
Bd
Humusboden in einem Stück vorn beim Dorf
3M 195R
C. Das Feld nach Moeckow
[C]
89M 6R
Ca
Sandhumus
37M 240R
Cb
sandvermischter Humusboden
18M 150R
Cd
Humus und Humusboden, niedriger zum Weideland hin
22M 90R
Ce
Humusboden, eben und etwas niedriger Acker
7M 240R
Cf
tief liegender Leinacker daneben
1M
Cg
Papenwinkel; Sandhumus
1M 180R
Anmerkung: Dieser Winkel gehört eigentlich dem Pastor und man weiß
nicht, ob er in seine zwei Hufen einbezogen werden darf oder ob er außerdem eine Zugehörigkeit hat.
D. Achterfelt
das beim Dorf liegt und jährlich bestellt wird, ist niedriger gelegen als die anderen.
[D]
37M 213R
Da
etwas tief liegender Lehmboden
7M 30R
Db
Lehmboden, teils humos, mitten darauf hoch gelegener, man findet an den Seiten etwas
niedrigen Leinacker
9M 90R
Dc
Humus und Lehmboden, teils niedriger und tief liegend
14M 225R
Dd
tief liegender und lehmvermischter Boden
5M 168R
De
Königzwordh, gehört zur Kirche
1M
E. Wüster Acker
[E]
125M 156R
Ea
kahles, wüstes Land mit Heide bewachsen, befindet sich auf der Ecke zu Kessin, schlecht
aufzubrechen, besteht aus sandig-humosen Grund
23M 105R
Eb
altes, wüstes Land im Feld C, von der gleichen Beschaffenheit wie das vorherige, jedoch
magerer und Sandgrund
55M 30R
Ec
eben liegend, kahles, uraltes wüstes Land mit kurzer Heide überzogen, von sandig-humosem
Grund und obwohl es in Anbetracht der übrigen Ackerfelder etwas niedriger liegt, ist es doch von trockenem und festem
Boden
30M 90R
Ed
uralter, wüster Acker und niedriges Heideland, wird nicht wieder in Bewirtschaftung kommen
können
15M 270R
Ee
wüstes Land im Achterfelt, geeignet, aufgebrochen
zu werden
261R
F. Wiese und Heuernte
[F]
32M 128R
Fa
zumeist gute Wiese im Achterfelt, teils zwischen
bb und Dc, war früher Acker
10M
Fb
im Feld B Wiesenflecken, teils Koppel, teils sumpfiger Boden
4M 150R
R 524 U 349 Fc
sehr sumpfige Wiese, einige Weidenbüsche darauf, von geringer Güte und geringem Wuchs
9M 128R
Fd
Wiesenstücke im Feld A, meistens Wiesenboden, jedoch teils sumpfig an der Grenze zu Thurow
und etwas innen zwischen dem Acker
5M 90R
Fe
sumpfige Wiese an der Grenze zu Nepzin
3M 90R
Notiz: Sonst mähen die Einwohner nur wenig hier und da zwischen den Büschen
an der Grenze zum Weideland Ga, was von ihnen als eine Freiheit erachtet wird.
Die Heufuderzahl
[Ertrag:] 35 Heufuder
Was den Wuchs und die Fruchtbarkeit der Wiesen angeht, so berichtete der Pächter, jährlich nur zwölf
Heufuder beim Hof ernten zu können und jeder Bauer nicht mehr als zwei Fuder, was jedoch wenig ist im Vergleich zum Areal.
Und
obwohl ein Teil der Wiese nicht so gut und ertragreich ist, so ist ein Teil um so besser und ich will bis auf Weiteres alles
für
alle Einwohner aufsetzen.
G. Wald und Weideland
[G]
140M 285R
Ga
teils sumpfiges, teils festes Weideland, zumeist mit kleinen Erlen, Weiden und Hasel
bewachsen, an der Grenze alles sumpfig
24M
R 525 U 350 Gb
im Bookhörn, Weideland, zumeist fest und bültig,
doch teils sumpfig und niedrig; teils kahl, teils mit kleinen Erlen- und Haselbüschen bewachsen
3M 30R
Gc
eben und innen im Achterfelt Eichen -, Espen- und
Haselwald
4M 75R
Gd
Viehweide, mit kleinen Weiden und Erlenbüschen bewachsen
2M 120R
Ge
Koppel oder Pferdegehege beim Hof, aus alten wüsten Grundstücken bestehend
5M 270R
Gf
Koppel, die dem Pastor gehört
255R
Gg
Nachtkoppel, eine morastige Weide, teils kahl,
teils mit vielen kleinen Erlenbüschen bewachsen
23M 120R
Gh
von derselben alten Nachtkoppel, festes Weideland,
teils bültig, teils mit kleinen Erlenbüschen bewachsen
6M 120R
Gi
Weideland, das hier und da auf der Feldmark in Flecken oder Stückeweise liegt, teils mit
Heide bewachsen, wie man sie im Osten und Süden der Nachtkoppel findet. Aber das andere besteht zumeist aus Grasland und ist
meistens kahl; wovon ein Teil an der Grenze zu Nepzin liegt, wo der Weg ausläuft und ein Fleck an der Grenze zu Radlow früher
Acker war, aber am besten als Weide dient
40M
R 526 U 351 Gk
niedriges und nasses Land mit Riedgras bewachsen
4M 105R
Gl
alle Moraste und Tümpel, desgleichen Brüggenzoll
in dem man Karauschen findet, ist auch ein kleiner Teil von Swemm, und wenig offen zu dem großen Morast nach Kessin zu, wo man auch Karauschen zu finden sein werden, ohne
Zweifel war es in alten Zeiten zumeist offenes Wasser
13M 240R
Gm
wüste Grundstücke und Triften westlich des Gutes, wovon ein Teil früher besät war
2M 150R
Das Dorf
[Das Dorf insgesamt:]
13M 9R
H
eine Koppel beim Hof, die als Obst- oder Kräutergarten gedacht ist, aber nun meistens mit
Lein besät ist
1M 174R
J
drei Obstgärten, einer beim Hof, einer beim Grundstück des Pastors wozu auch dessen Gemüse-
und Hopfengarten gehören, und einer bei Nr. 2.
1M 30R
K
außerdem alle Gemüsegärten des Dorfes
135M
alle bebauten Grundstücke und der Kirchhof
2M 270R
L
ein Teil des Weges, der mit Hanf besät war
234R
m
derselbe Weg und die Triften innerhalb des Dorfes und außerhalb bis zum Weideland
4M 6R
Alle Wege auf der Feldmark zusammen 2M 60R
Summe
Acker: 361M 72R
Wüster Acker: 152M 156R
Wiese: 32M 128R
Heufuder: 35 Heufuder
Wald und Weideland: 140M
285R
Hofstellen: 13M 9R
Annotationen von Züssow
Die Beschaffenheit der Felder und die Aussaat
1. Bezüglich der Güte wird das Medelfelt, das jetzt Sommerfeld war, für das beste und C,
das Roggenfelt war, für das schlechteste gehalten. In das Achterfelt kann kein Roggen gesät
werden, sondern Sommersaat und Weizen, weil es so niedrig liegt und von schwerer Bodenart ist. Nach drei Jahren muss das Land
erneut
gedüngt werden.
2. Notiz: Die drei Felder sind an der Grenze zu Krebsow höher gelegen und dort von schwächerer Bodenart, aber
zum Dorf hin niedriger und von besserer Güte. So dass sich die Güte mit der weiteren Entfernung vom Dorf verändert.
3. Was die
Aussaat angeht, so sagte Refunk auf Thurow im Namen des Pächters, dass dieses Jahr beim Hof in das Sommerfeld und Achterfelt zusammen zehn Drömt und zehn Sch Gerste, sieben Drömt Hafer, drei Drömt Sommerroggen und
acht Sch Buchweizen gesät wurden. Notiz: Sonst kommen gesondert in das Achterfelt fünf bis
sechs Drömt jährlich. In das Feld C, oder Winterfeld, können an Winter- R 528 saat zwei Last gesät werden. Und in das Achterfelt zwei Drömt und das zumeist Weizen;
denn dort hinein wird jährlich beides Sommer- wie Wintersaat gesät. In das Feld A kann außer dem Achterfelt zwei Last und drei Drömt gesät werden und weil das dieses Jahr als Brache lag, wurde dort hinein für den
Hof ein Drömt Erbsen gesät.
Jeder Bauer kann jährlich einen Drömt Roggen, einen Sch Weizen, acht Sch Gerste, fünf Sch Hafer,
einen Sch Erbsen, einen Sch Buchweizen und einen halben Sch Lein säen; worunter auch einbezogen ist, was sie in das Achterfeld säen können. Manchmal kommen wohl auch ein oder zwei Scheffel mehr zur Aussaat, je
nachdem wie das Feld ist und sie mehr aufbrechen.
Wüstes Land
Die Beschaffenheit des wüsten Landes findet man in der Ausrechnung, und der größte Teil davon kann wohl wieder aufgebrochen werden, obwohl es zumeist mager und sandig ist.
R 529Wald
Wald ist hier wenig und zumeist Unterholz, hilfreich jedoch als Brennholz. Die Bauern haben nur im Sommer die Freiheit, sich davon etwas mit Holzschlagen in den Gebüschen zu bedienen. Aber in der Winterzeit kaufen sie Holz aus der Kronheide und geben für jede Fuhre, die von drei Pferden gezogen wird, drei Groschen.
Vieh
Auf dem Hof können hier den Winter über 30 Rinder und acht Pferde gefüttert werden. In der Schafherde können 400 bis 450 Schafe
gehalten werden, von denen der Schäfer zusammen mit seinem Knecht 150 Schafe für sich frei hat.
Der Pastor hat zwölf Rinder
frei, die anderen Einwohner sind verpflichtet, diese zu hüten und zu weiden, aber für die übrigen muss er den Viehhirten
bezahlen.
R 530 Jeder Bauer hat jetzt zwei Ochsen und drei Pferde und
außerdem hat Nr. 2 zwei Kühe, zwei Stuten und drei Schafe. Nr. 3 hat nur drei Schafe, Nr. 4 hat keines und Nr. 5 hat eine
Kuh und
zwei Schafe.
Notiz: Bei jedem Bauernhof, wie sie jetzt sind, können nicht mehr als sechs Rinder und drei Pferde gehalten werden.
Und niemand kann unter drei Pferden und zwei Ochsen seinen Dienst und Ackerbau verrichten.
U 354 Jeder Haker hat eine Kuh, der Schäfer hat fünf Stück Hornvieh und zwei Pferde.
Der
Küster hält drei Rinder und ein Pferd. Der Leinweber hat eine Kuh, der Hofknecht Aden Camp hat auch eine Kuh, der Viehhirte
besitzt
keine.
Hofdienst
Jeder Bauer leistet beim Hof selbst Dienste mit zwei Ochsen und drei Pferden an den drei ersten Tagen der Woche. Aber in der Heuernte dienen sie vier Tage mit zwei Personen und jeder fährt mit drei Pferden ein.
Gesinde
Auf dem Hof hat man zwei Knechte und eine Magd. Der Pastor hat einen R 531 Knecht, eine Magd und einen Jungen. Der Schäfer hat einen Knecht und eine Magd. Aber keiner der Bauern hat Gesinde.
Abgaben
1. Wieviel das Dorf versteuert wurde mir nicht bekannt, weil der Besitzer, der alle Steuern erstattet, nicht anwesend war.
Und die
Bauern haben mit der Hufensteuer3 nichts zu tun gehabt.
U 355 2. Akzise4 beträgt für ganz Züssow jedes Viertel Jahr zwei Rthl 47 ß, Septima 27 ß.
Der Pastor bekommt von jeder Landhufe fünfviertel Sch Messkorn5 . Jeder Bauer gibt ihm einen Sch Roggen, und dem Küster einen Sch Hafer.
Im Jahr1704 wurde das Dorf Züssow revidiert und wie folgt befunden
Im Feld A
[A]
12M 180R
Af
vier Stücke des wüsten Ackers Ea aufgebrochen, ist Sandboden und dreischlägiger Acker
12M 180R
Im Feld C
Ch zwei Stücke des wüsten Landes und der Bezeichnung Eb, Sandland und dreischlägiger Acker 3M 150R
Arealausrechnung des Pastorenackers, der bei der Revisison abgeteilt wurde
Im Feld A
[Pa-Pc]
9M 50R
Pa
zwei Stücke von der Beschaffenheit wie Aa
6M 260R
Pb
zwei Stücke wie Ab
1M 105R
Pc
ein Stück wie Ac
285R
Im Feld B
[Pd-Pf]
7M 120R
Pd
ein Stück wie Ba
3M 60R
Pe
ein Stück wie Bb
2M 60R
Pf
ein Stück wie Bc
2M
Im Feld C
[Pg-Pk]
7M 150R
Pg
zwei Stücke wie Ca
4M 225R
Ph
ein Stück wie Cb
270R
Pi
ein Stück wie Cd
1M 75R
Pk
ein Stück wie Ce
180R
Im Feld D
[Pl-Pn]
2M 270R
[Po]
1M 180R
Pl
drei Stücke wie Dc
1M 255R
Pm
ein Stück wie Db
165R
Pn
ein Stück wie Da
Po
Papenwinkel
1M 180R
Die ist eine Wurte6 , die der Kirche gehört, die bei der vorigen Messung aufgeführt war.
Areal Ausrechnung der Pastorenwiesen
[P1-P3]
1M 195R
P1
drei Stücke in der Wiese mit der Bezeichnung Fa
165R
P2
ein Stück in der Bezeichnung Fb ist
120R
P3
zwei Stücke in der Bezeichnung Fc sind
210R
Über das wüste Land
Ea
ist als Acker geeignet und von der Beschaffenheit wie der neue Acker mit der Bezeichnung
Af.
Eb
so sagen die Bauern, ist als Acker unbrauchbar, weil es aus klarem Sand ist, aber es
scheint, dass es zum größten Teil als Acker bestellt werden könne.
Ec
kann wohl als Acker genutzt werden, aber die Einwohner sagen, sie können es als Weide nicht
entbehren.
Ed und Ee
scheinen zur Kultur ungeeignet, sind etwas niedrig und bültig.
Summe
Neuer Acker: 16M 30R
Pastorenacker: 31M 60R
Pastorenwiese: 1M 195R
1 Wurde laut Urschrift von Brynolph Hesselgreen vermessen.
2 Die Familie von Normann (auch Narmann, Nahrmann und Norrmann) zählte zu den ältesten Adelsgeschlechtern auf der Insel Rügen und im Gebiet des Herzogtums Pommern-Wolgast. Sie hatten Güter u.a. im Gebiet von Rügen, Anklam, Grimmen und Demmin. Bereits im 13. Jahrhundert zählten sie zum auf Rügen gesessenen Adel und über pommersche Grenzen hinaus waren Teile der Familie in späterer Zeit auch in Dänemark, Schweden, Schlesien, Ostpreußen, Mecklenburg, Württemberg u.a. ansässig. Normann. In: Kneschke, Ernst Heinrich (Hg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexikon. Bd. 6, Leipzig 1865. S. 527ff.
3 Hufensteuer bezeichnet die Steuer, die von den Feldern nach Hufen gerechnet gezahlt wird. Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 25. Berlin 1782. Sp. 602 ff.
4 Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste. Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.
5 Kirchenkorn oder Priesterkorn
6 Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist. Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.