Beschreibung des Dorfes Pentin, das im Juni des Jahres 1694 vermessen wurde1
Pentin liegt im Wolgaster Distrikt an der Peene , etwa drei Meilen südwestlich von Wolgast und zwei Meilen nordwestlich von Anklam entfernt. Im Westen grenzt es an Upatel und die Stadt Gützkow, die ein halbe Meile entfernt ist. Im Osten grenzt das Dorf an Owstin und Balitz, südlich an Lüssow. An der westlichen Seite verläuft die Peene durch die Grenze. Besitzerin dieses Anwesens ist zur Zeit die Witwe von Oberstleutnant Smitz, die es von ihrem früheren Mann, dem Rittmeister von Schwerin, geerbt hat. Man kann nicht mit Gewissheit die alte Hufenzahl des Dorfes in Erfahrung bringen, lediglich das, was man aus fremden Berichten weiß. So sollen hier fünf Bauern gelebt und jeder zwei Landhufen besessen haben. Nach der Kirchenmatrikel sind hier 14 Landhufen. Sie steuern für anderthalb Hufen und gehören zum Kirchspiel Gützkow.
Namen der Einwohner
1 . Die Witwe
von Oberstleutnant Smitz
2 . Michael Smit, Bauer, bewirtschaftet
den Hof für 300 Rtlr. jährliche Pacht allein. Seine Söhne sind
3 . Jochom Smit, Einlieger
4 . Hans Smit, Haker
5 . Daniel Smit, Einlieger
6 . Henning Smit, Einlieger
7 . Daniel Renek, Schäfer
8 . Andreas Been, Fischer
Arealausrechnung von Pentin
Der Acker
[A-D]
247M 210R
Aa , Guter und ebener, sandhaltiger
Lehmhumusboden
73M 270R
Ab , stein- und sandvermengter,
lehmig humoser Acker
8M 150R
B , Lehmhumus, je näher am
Weideland desto sandiger
74M 60R
Ca , guter Lehmhumus, teils etwas
sandhaltig
52M 210R
Cb , hoch liegende, sandhaltige
lehmig humose Erde
22M 60R
D , sand- und steinvermengter
humoser Boden, davon sind kürzlich aufgebrochen
16M 60R
θ , fünf Morgen und 60 Ruten Kirchenacker zu Gützkow, den laut Vereinbarung die Bauern in Owstin bewirtschaften.
Wüster Acker
[E]
150M
Ea , An der Grenze zu Müssow flacher,
sandhaltiger wüster Acker, mit Heide bewachsen, ebenso ein Stück bei der Grenze zu Upatel
101M 240R
R 916 Eb , sandigeres, sowie hügeliges Heideland
48M 60R
Wiese
[Heuertrag] 17 Fuder
F , Feuchte Wiese, trägt kurzes Gras,
mit einem kleinen Streifen im wüsten Acker
17M
Weideland
[G]
194M 150R
Ga , Feuchtes Weideland, nahe der
Peene dicht mit Buschwerk bewachsen, ebenso zwei Flecken an den Grenzen zu Gützkow
und Upatel
172M 90R
Gb , steil abfallende Heidehügel, die
ausschließlich als Weideland taugen
14M 150R
Gc , feuchte Weide beim Dorf
7M 210R
[Gesamt ]
16M 150R
Fischtümpel, genannt Der lange schwarze Soll mit
zwei weiteren kleinen Tümpeln
150R
die Peene , die an den Besitzungen vorbei
geht
16M
Hofstellen und Wegstücke sowie
ein Obstgarten von 120 Ruten
7M 240R
Summe
Acker: 247M 210R
Wüster Acker: 150M
Wiese: 17M
Heufuder: 17
Weide: 194M 150R
Fischgewässer : 16M 150
Hofstellen: 7M 240
Annotationen über Pentin
Der Acker
Der Acker hat hier zumeist überall die gleiche Bodengüte, durchschnittlicher Lehmhumus, etwas sandvermengt. Er trägt meistens recht üppige Saat, sowohl von Gerste und Hafer als auch von Roggen. Der Acker könnte mit gehöriger Saat noch mehr tragen, aber Weizen wird hier nicht wachsen. Im Sommer- und im Brachfeld, B und C, sowie in der Nähe der Weide bei der Peene ist der Acker am schwächsten, da er dort hügeliger ist und zumeist aus sandigem Lehm besteht. Darüber hinaus liegt das Feld C tiefer und ist besser als die anderen. Die Aussaat in das Brachfeld, das nahe Lüssow liegt, beträgt 14 Drömt, wenn Roggen gesät wird, doch in die anderen beiden wird weniger ausgesät. Wenn sie jedoch Sommerfelder sind und mit Gerste besät werden, steigt die Aussaat auf acht Drömt Gerste und 15 Scheffel Hafer.
Der wüste Acker
Der wüste Acker, der südlich des Dorfes nahe der Grenze zu Lüssow liegt, könnte die Mühe der Kultivierung lohnen, wenn nur mehr Bewohner vorhanden wären. Er besteht nämlich aus so gutem Boden wie der aufgebrochene Acker, ist flach und mit Heide bewachsen. Doch das Übrige ist lediglich als Weide nutzbar, da es sowohl hügelig als auch sandig ist.
R 918 U 817Wiese und Weide
Die Wiese, die an der Weide bei der Peene liegt, trägt durchschnittlich gutes Gras, ist aber nicht besonders ertragreich, so dass man etwa ein Fuder auf jeden Morgen
rechnen kann. Nach den Angaben der Bauern erhält man hier zwölf Fuder.
Die Weide nahe des Ackers ist recht gut und zum großen Teil flach und baumlos, jedoch von sehr losem und moosigen Boden,
der nicht viel Gras hergeben will; insgesamt aber gerade soviel, wie sie für ihr Vieh benötigen. Doch näher an der Peene ist
es nicht nur so sumpfig, dass das Vieh dort nur mit großer Mühe laufen kann, sondern auch dicht mit Buschwerk bewachsen. Anzumerken
ist, dass das Gras im Frühling, wenn das Wetter wärmer wird, recht üppig wächst. Der wüste Acker wird lediglich für die Schafherde
genutzt, die aus 300 Tieren besteht.
Zum Ackerbau haben sie nur drei Paar Pferde und zwei Paar Ochsen, Kühe gibt es hier nur wenige. Die Bauern wollen sich auch
keine weiteren anschaffen.
Im Jahr 1704 ist das Dorf Pentin revidiert und wie folgt befunden worden
Im Feld A
Ac , zwei Stücke, vom wüsten Acker Eb aufgebrochen, durchschnittlich ertragreicher Sandboden, kann wie das Feld in drei Schlägen besät werden, beinhaltet 4M 60R
Das Feld B
Ba , drei Stücke, vom wüsten Acker Eb aufgebrochen, hoch liegendes mageres Sandland, wird nach Angaben der Bewohner gewöhnlich in drei Schlägen besät, trägt aber vor allem in trockenen Jahren gleichmäßig nur sehr wenig Saat, 6M 290R
Das Feld C
[C]
19M 180R
Cc , ein Stück, vom wüsten Acker Eb
aufgebrochen, hoch liegendes Sandland, wird aber häufiger besät als das vorige
2M 120R
Cd , drei Stücke, von Ea aufgebrochen,
durchschnittlich gut tragender Sandhumus, dreischlägig
17M 60R
Das Feld D
Da , ein
Stück, vom wüsten Acker Ea aufgebrochen, guter dreischlägiger Sandhumus
4M 60R
Der Kapellenacker wurde bei der vorigen Messung begutachtet und mit θ bezeichnet. Die Fläche findet sich im Ausrechnungsbuch unter demselben
Zeichen.
Summe
Neuer Acker: 24M 230R
RRev 235 URev 353Anmerkung
Der noch wüst liegende Acker mit der Bezeichnung Ea
ist zumeist von der Beschaffenheit, das er aufgebrochen werden könnte, da der Boden aus
Sandhumus besteht.
Eb ist mageres Sandland und sehr hügelig, es scheint die Mühe nicht zu lohnen, es aufwendig
aufzubrechen.
1 Laut Urkarte vermessen von Johan Gabriel Höök