R 58   U 712 

Beschreibung des Adelsgutes Konsages, das im Juli des Jahres 1694 geometrisch vermessen wurde1 

1. Konsages liegt im Wolgaster Distrikt und grenzt im Norden an Klein Bünzow, im Osten an Salchow, südlich an Menzlin und Groß Polzin, westlich an Schlatkow.
2. Die Einwohner von Konsages haben ihren Kirchgang nach Ziethen.
3. Der jetzige Eigentümer von Konsages hat dieses Anwesen zusammen mit Salchow bekommen, siehe dazu auch die Beschreibung von Salchow.
4. Die Feldmark von Konsages wird nach der Kirchenmatrikel von Ziethen auf 14 Hakenhufen gerechnet, in Konsages sollen demnach sowohl Ritterland als auch Bauernland oder steuerpflichtiger Acker sein, doch wie viel von jeder Güte, konnte ich von den Einwohnern nicht erfahren.

Namen der Einwohner

8 . Die Witwe desKossaten2  Petter Holt, die etwas Acker besitzt und soviel Dienst in Salchow leistet, wie der Kossat, der dort lebt
9 . Hans Meier, Schäfer in Salchow
10 . Christian Andris, Kuhhirt in Salchow
Zwei Kerle, die Einlieger sind, leben auch hier.
Dem Pächter von Salchow gehört der Acker von Konsages, dafür leistet er eine bestimmte Pacht, siehe hierzu die Beschreibung von Salchow.

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Arealausrechnung des Adelsgutes Konsages

Acker

D , Der Acker von Konsages wird in drei Schlägen bewirtschaftet, und Feld D, das dieses Jahr Winterfeld war, ist guter Sandhumus und beinhaltet  70M 160R
E , das Feld besteht aus aus gutem Sandhumus und war dieses Jahr Sommerfeld  50M 75R
F , das Feld war in diesem Jahr Brache und besteht aus gutem Sandhumus  47M 80R

Vom wüsten Acker

O , Der wüste Acker ist mit Heide bewachsen und beinhaltet  157M 226R

P Von Wiese und Heuwerbung

[P]  [Ertrag] 12 Heufuder  34M 94R
P1 , Schaff Wisch ist von gutem Boden, trägt gutes Gras und beinhaltet  23M 2630R
P2 , TrinikenBruch , gute Wiese, beinhaltet  4M 113R
P3 , kleine Wiesen neben dem Acker und im Dorf mit  6M 18R
Der Verwalter allein hat für Konsages zwölf gute Fuder Heu angegeben, was ich superat humanum intellectum der Beurteilung anderer überlasse, nach meiner Berechnung könnten es gut und gerne 50 Fuder sein, die hier zu ernten sind.

2.Weideland

[2]   32M 165R
2:1 , Kleine Morasttümpel und Hügel mit  27M 150R
2:2 , Hofstellen und Wege  5M 14R

Summe

Acker: 168M 15R
Wüster Acker: 157M 216R
Wiese: 34M 94R
Heufuder: 12
Weideland: 32M 164R

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Annotationen über Konsages

Von der Aussaat

Auf den Feldern von Konsages hat der Pächter in Salchow in diesem Jahr ausgesät, 120 Scheffel Roggen, 66 Scheffel Gerste, 40 Scheffel Hafer und einen Scheffel Lein.
Die Witwe des Kossaten hat 14 Scheffel Roggen, 8 Scheffel Gerste und sechs Scheffel Hafer ausgesät.
Der Schäfer sät jährlich drei Scheffel Roggen.
Der Acker von Konsages ist der allerbeste, den der Pächter von Salchow bebauen kann. Er sagt, hätte er nicht Konsages, würde er nur wenig Saat im Jahr erhalten, denn die Salchower Äcker und diejenigen von Jargelin seien längst nicht so gut.
Der Pächter hält auf Konsages kein Gesinde, sondern er bewirtschaftet die Äcker und Wiesen mit den Tieren, die er auf Salchow hält und seinen Dienstbauern.
Die Frau des Kossaten hat zwei Ochsen und zwei Pferde sowie einen Jungen und eine Magd.

Von Abgaben

Die Lasten, die auf Konsages fallen, begleicht der Pächter von Salchow, sie stehen zusammen mit den Abgaben Salchows. Siehe dazu die Annotation von Salchow.

 RRev 198   URev 294 

Im Jahre 1704 ist das Dorf Konsages revidiert und wie folgt befunden worden

Im Feld D

Da , Zwei Stücke vom wüsten Acker O aufgebrochen, besteht aus tief liegender Sanderde, ziemlich kaltgrundig, wird alle drei Jahre besät  9M 120R

Im Feld E

Ea , ein Stück sehr tief liegendes und kaltes Land, wird alle drei oder vier Jahre besät  280R

Im Feld F

Fa , Ein Stück Sand, etwas humos, man sagt, es sei auch kaltgrundig, wird in drei Schlägen besät  15M 150R

Annotationen über den wüsten Acker

Oa , Ist durchschnittliches Sandland, das durchaus aufgebrochen werden könnte, wenn es nicht als Weide genutzt werden müsste.
Ob , ist mehr tief liegend und kalt, kann nicht aufgebrochen werden, sondern wird ebenfalls als Weide genutzt.
Oc , ist eisenrostig, kaltes Land, völlig unbrauchbar, wird als Weide genutzt.

Summe

NeuerAcker: 25M 130R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Peder (Petrus) Wising
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urschrift fol. 701 vermessen von Peder Wising.

2  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.