R 42   U 788 

Beschreibung des Adelshofes Vitense, der im August des Jahres 1694 vermessen wurde1 

1. Vitense liegt im Wolgaster Distrikt. Es grenzt im Norden an Schmatzin und Schlatkow, östlich und südlich an Quilow, westlich an Pätschow.
2. Die Einwohner Vitenses haben ihre Kirche in Quilow, doch ihr Pastor lebt in Schlatkow.
3. Das Dorf Vitense gehört zur Zeit der Witwe von Kapitän Christian Gustaf Owstin in Quilow. Vitense ist seit langer Zeit ein Gut der Familie Owstin.
4. Wie mir gesagt wurde, soll in Vitense überall steuerpflichtiges Land sein, früher sollen hier auch lange Zeit überall Bauern gelebt haben. Wieviel es sicher waren, bekam ich nicht heraus.

Namen der jetzigen Einwohner von Vitense

Martin Holtschild
Jocom Cremer
Hans Sivert
Häker oder auch solche Männer, die immer den Acker von Quilow und Vitense mit den Arbeistieren pflügen, die auf dem Adelsgut Quilow gehalten werden. Darüber hinaus lebt hier niemand

Von Arbeitsvieh und Gesinde

6. Vitense wird mit dem Arbeitsvieh bewirtschaftet, das auf dem Adelshof Quilow gehalten wird. Hier werden weder Vieh noch Arbeitsleute gehalten.

7. Die Aussaat in Vitense

8. Der Pächter von Quilow, dem auch Vitense gehört, hat ausgesagt, er habe dieses Jahr 180 Scheffel Roggen, 73 Scheffel Gerste, 82 Scheffel Hafer, vier Scheffel Buchweizen und fünf Scheffel Erbsen ausgesät.

 R 43   U 789 

Arealausrechnung des Adelshofes Vitense

Der Acker

Der Acker in Vitense wird in drei Schlägen bebaut und Feld E war dieses Jahr
EA , Winterfeld, von gutem sandig humosem Land  54M 9R
FB , guter Sandhumus, war dieses Jahr Sommerfeld  48M 85R
GC , das Feld war dieses Jahr Brache und besteht aus gutem Sandhumus  68M 112R
Ge , Kirchenacker  7M 225R

Wüster Acker

K , wüster Acker in Vitense mit  153M 150R

Von Heuschlag

L , Wiese gibt es in Vitense  11M 75R
dieselbe Wiese hat gutes Gras und ist recht gut. Es können auf ihr wohl insgesamt 16 durchschnittliche recht gelegte Fuder geerntet werden [Ertrag] 16 Fuder

Von Weideland

[R,X]   79M 500R
R , Morast, Sölle und Tümpel, in denen es gute Weide für Großvieh gibt  76M 150R
X , Hofstellen mit kleinen Gemüsegärten  3M
Holz, sowohl zum Bauen als auch zum Brennen wird an anderen Orten gekauft

Summe

Acker: 178M 131R
Wüster Acker: 153M 150R
Wiese: 11M 75R
Heufuder: 16
Weideland: 79M 150R

 RRev 228   URev 345 

Im Jahr 1704 ist das Dorf Vitense revidiert und wie folgt befunden worden

Das Feld E

Eb , Durchschnittlicher Sandboden, etwas hoch liegend, vom wüsten Acker K aufgebrochen, sollte in drei Schlägen besät werden können, wenn sich Zeit fände,es zu düngen, doch nun wird es nur alle fünf Jahre besät  15M 214R

Das Feld F

Fe , etwas kaltgrundige Humuserde, vom wüsten Acker K aufgebrochen, wird meist wie das Feld besät  1M 150R

Das Feld G

Gd , ein Stück, das vom wüsten Acker K aufgebrochen wurde, besteht aus etwas tief liegendem Sandboden, wird jedes vierte oder fünfte Jahr besät, wenn man Zeit findet, es zu düngen  17M 180R

Anmerkung

Hier auf diesen Feldern soll, wie die Matrikel es ausweist, ein Stück Kapellenacker liegen, doch wusste niemand, wo der liegen soll.
Der wüste Acker scheint gänzlich von der Güte zu sein, die aufgebrochen werden kann. Doch da der Adlige oder Besitzer das Gut selbst bewirtschaftet und in Quilow wohnt, so ist das alles hier zu abgelegen, um es zu düngen. Darüber hinaus führt er an, er brauche das Land als Schafweide.

Summe

Neuer Acker: 34M 270R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Peder (Petrus) Wising
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urschrift fol. 781 vermessen von Peder Wising