Beschreibung des Dorfes Alt-Ungnade, das zum Amt Eldena gehört und im August des Jahres 1697 vermessen wurde.1
Dieses Dorf liegt im Kirchspiel Levenhagen, eine halbe Meile südwestlich von der Stadt Greifswald entfernt und grenzt an nachfolgende Orte: im Norden an Wackerow, Heilgeisthof und Hinrichshagen, im Osten auch an Hinrichshagen, im Süden an Dersekow, im Westen an Levenhagen und Griebenow.
Namen der Einwohner
| 1 . This
Ilenfelt, Schulz. 2 . Jochom Markward, Bauer. 3 . Michel Eggbrecht, Bauer. 4 . Jochom Rissbeck, Bauer. |
Untertänige. Jeder versteuert für eineinhalb Hufen und jeder gibt 130 Gulden Pacht. |
Einlieger
5 . Claus
Rissbeck ist ein Mann, der Ackerbau angibt, gibt
nichts mehr als Akzise2 , wohnt bei Rissbeck. Untertänig.
6 . Hans
Jenson, Leinenweber, wohnt in der
Kate des Schulzen, freier Mann.
7 . Bartholomeus
Schultz, Besenbinder, wohnt in Nr. 3
Kate. Untertänig.
R 463 8 . Casper
Timmerman, Schneider, wohnt in Nr. 2
Kate, freier Mann.
| 9 . Christian
Foss, Kuhhirte. 10 . Friedrich Firow, Schweinehirte. |
Wohnen in einem Haus. |
Früher, nämlich vor dem Brandenburgischen Krieg3 , haben hier acht Bauern gewohnt und seitdem haben nicht mehr als vier hier gewohnt. Es ist anzumerken, dass sich hier ein wüster Hof befindet, der bewirtschaftet wird. Und hierzu, wie mir hier berichtet wurde, wird das Feld als Boltenhagen bezeichnet. Über den Hof, so heißt es, weiß niemand etwas zu berichten. Sonst ist hier ein Ort, der Hoffstedt genannt wird, wo Häuser gestanden haben sollen, wie genannter Hof. Die Einwohner wissen dazu nichts zu sagen, außer dass sie das Feld so übernommen haben und dieses nun zu diesem Hof gerechnet wird.
R 464 U 341Arealausrechnung von Alt-Ungnade
A: Sidenfelt
[A]
63M 170R
Aa
tief liegender Lehmhumus
13M 80R
Ab
niedrig liegender, sandvermischter Lehmhumus
19M 195R
Ac
tief liegendes, kaltes Land, das hier Fossland genannt wird, umfasst
14M 135R
Ad
niedrig liegender Sandhumus, ergibt
16M 60R
B: Hohenfelt
Ba hoch liegender Acker, ungefähr zur Hälfte aus Sandhumus und zur Hälfte aus Lehmhumus bestehend 103M 210R
C: Karkfelt
[C]
81M 45R
Ca
Sandhumus auf durchschnittlich hohem Land bei Bookhorst , nahe beim Baurholtz etwas tief liegend
68M 45R
Cb
ein Stück, ebenso niedrig liegender Sandhumus
13M
D : Mittelfelt
besteht aus ziemlich gutem Lehmhumus auf durchschnittlich hohem Land 90M 90R
Boltenhagens Feld
das in vier Teile geteilt ist und wird bestellt wird das obige Feld
[Boltenhagens Feld insgesamt] 71M 225R
| A1 das Roggenfelt 19M 120R B1 das Sommerfeld 16M 120R C1 das Haferfeld 14M 240R D1 dieBrache |
Diese bestehen aus sandvermischtem Lehmhumus auf ebenem Land. |
U 342
E: Wüster Acker
[E]
184M 270R
Ea
hoch liegender wüster Acker, mit Heide
bewachsen, umfasst zwei Stücke beim Feld Ba
99M 285R
Eb
wüster Acker, gute Grasweide und zu einem
Teil etwas tief liegend, findet man an zehn Stellen
84M 285R
F:Wiesen
[F]
[Ertrag] 20 Heufuder
83M 45R
Fa
Wiesen beim und im Feld A, sind von durchschnittlichem Graswuchs
und umfassen
50M 30R
Fb
sind die Wiesen, die sich beim und im Mittel - und Hohenfeld befinden, sie sind nicht besonders
ertragreich
13M 210R
Fc
sind die Wiesen, die sich beim Karkfelt und Boltenhagens Feld befinden, von durchschnittlichem
Graswuchs, ergeben
17M 195R
Fd
eine sumpfige Wiese vorn bei den Häusern, von durchschnittlichem Graswuchs, ergibt
1M 210R
G:Wald
[G]
166M 65R
Ga
genannt Herrenholtz , wovon die Bauern nichts bekommen dürfen, besteht aus Eichen-, Erlen- und Haselwald, umfasst
38M 240R
R 467 Gb
noch zwei Gehölze, bestehen aus Eichen-, Erlen
und Haselwald, der eine wird Bookhorst geannt, der andere
Baurholtz , ergeben zusamman
67M 60R
Gc
noch vier kleine Gehölze, vorn beim Dorf, von gleicher Natur, ergeben
16M 150R
Gd
sieben kleine Erlenbrüche, zwei in der
Nähe der Grenze zu Dersekow, drei an der Grenze zu Heilgeisthof und zwei an der Grenze zu Levenhagen
26M 210R
U 343 Ge
ist eine buschige Stelle, wo ein Hof gestanden haben
soll, ergibt mit den Wiesenecken zwischen der Grenze zu Heilgeisthof und BoltenhagensAcker mit einem Stück beim Feld A
17M 5R
H:Weideland
[H]
164M 150R
Ha
gutes, flachen Grasweideland, findet man an fünf Stellen auf
festem Grund
37M 180R
Hb
sumpfiges, flaches Weideland, nahe beim Morast, zum Teil Riedgras, zum Teil anderes Gras, umfasst
27M 210R
Hc
Ungnader Dijk , ist ein Morast mit Ried, Rohr und Weidebüschen, wo wohl
einige Flecken Riedgras sind, die in trockenen Jahren gemäht werden können. Ergibt mit Mühlenberg , der darinnen liegt
66M 120R
Hd
sumpfiges, buschiges Weideland beim Dorf, ergibt
12M 240R
He
Tümpel und kleine Moraste in und
neben dem Feld
17M 270R
Hf
eine Weidekoppel, vorn bei den Häusern mit guterWeide
2M 30R
Hofstellen
[Hofstellen insgesamt:] 24M 120R
GrundstückeT Obstgärten J Wege mit Triften zwischen den Feldern ö .d . wüste Hofstellen |
Diese Abschnitte ergeben 16M 210 R |
= mit drei Stücken,Triften4 oder Dämme 24M 120R
Summe
Acker: 410M 140R
Wüster Acker: 184M 270R
Wiese:
83M 45R
Heufuder: 20 Heufuder
Wald: 166M 65R Weideland: 164M 150R
Hofstellen: 24M 120R
Am 17. Mai des Jahres 1705 wurde das Dorf Alt Ungnade revidiert und wie folgt befunden
Neuer Acker, der seit der vorigen Vermessung aufgebrochen ist
[Neuer Acker]
46M 30R
E1
von Ea vier Stücke, vor einem Jahr aufgepflügt, werden nun zum ersten Mal zur Probe mit
Roggen besät, bestehen aus durchschnittlich hoch gelegenen Sandboden, wird in vier Schlägen bei dem Feld B bestellt
11M
E2
zwei Stücke von Eb aufgebrochen, etwas tiefer gelegen, durchschnittlicher Sandboden, auch
vor einem Jahr aufgepflügt und werden nun wie E1 zur Probe besät. Und wenn sie etwas tragen sollten, werden sie in vier
Schlägen beim Feld B bewirtschaftet werden
7M 90R
E3
ebenso von Eb aufgebrochen, ist gewöhnliches Land, besteht aus durchschnittlichem
Sandboden, wird nicht in bestimmter Weise bestellt
2M 90R
E4
wurde von Eb jetzt vor kurzem aufgepflügt und noch nicht besät, besteht aus viel, tief
liegendem, kaltgründigem und etwas grobem Sandboden, soll jedoch in vier Schlägen im Feld A bestellt werden
2M 150R
RRev 471 E5
zwei Stücke von Eb aufgebrochen, bestehen aus durchschnittlichem Sandboden, etwas
lehmvermischt und kaltgründig, und zum Weideland Ha tief liegend, werden in vier Schlägen im Feld C bestellt
6M 270R
E6
von Eb aufgebrochen, liegt nördlich am Weg, der von Greifswald kommt und nach Grimmen
führt, besteht aus durchschnittlicm Sandboden, ein wenig humusvermischt, und ist überall kaltgründig und eisenrostig, wird
ebenfalls in vier Schlägen im Feld C bestellt
6M 270R
URev 358 E7
von Eb aufgebrochen, ist von zuvor genannter Beschaffenheit, und wird in vier Schlägen im
Feld D bestellt
5M 60R
E8
von Eb aufgebrochen, ist von gleicher Beschaffenheit und Bewirtschaftung wie E6, wird im
Feld A1bestellt
2M 180R
E9
von Eb aufgepflügt, ist von gleicher Beschaffenheit wie E6, wird RRev 472 in vier Schlägen im Feld B1 bestellt
240R
F10
von aufgebrochen, etwas tief liegend und kaltgründig, schwärzlicher, ein wenig
humusvermischter Sandboden, vor einem Jahr aufgebrochen, wird in vier Schlägen im Feld A bestellt
180R
Beschreibung des übrigen wüsten Ackers
[Übriger wüster Acker] 44M 195R
Ea von Ea, mit Nr. 11 gekennzeichnet. Könnte zur Not
wohl aufgebrochen werden, besteht aus hoch liegendem, etwas hügeligem und magerem Sandboden, mit kurzer Heide bewachsen. Es könnte alle fünf bis sechs Jahre mit Roggen oder Buchweizen besät werden. Aber die Einwohner geben vor, dieses nicht als Schafweide entbehren
zu können. Sind
24M 90R
Das übrige von Ea besteht aus reinem, magerem Sand, ist mit kurzer
Heide und hier und da mit einigen Wacholderbüschen bewachsen. Es sollte schwerlich
RRev 473 wegen seiner Unbrauchbarkeit aufgebrochen werden können. Denn die
Einwohner berichten, dass sie vor 20 bis 30 Jahren hier und da kleine Stücke aufpflügten, um die Güte des Bodens zu testen,
aber sie
haben von ihrer Aussaat nichts zurückbekommen.
Eb von Eb, mit Nr. 12 gekennzeichnet. Besteht aus durchschnittlich gelegenem URev 359 Sandboden, mit kurzem Gras und dünner Heide bewachsen, kann aufgebrochen werden. Zu 1M 105R
Eb von Eb, mit Nr. 13 gekennzeichnet. Besteht aus sehr tief liegendem, kaltgründigem, eisenrostigem, ein wenig humusvermischtem Sandboden, der mit Gras bewachsen ist. Kann jedoch aufgebrochen werden, wo mit Gräben geholfen wird. Aber die Einwohner geben an, dass dieses unmöglich als Weide entbehrt werden könne und als Weide geeigneter sei denn als Acker. Zu 19M
RRev 474 Das übrige des wüsten Ackers Eb besteht
überall aus tief liegendem, magerem Sandboden, mit kurzem Gras bewachsen, hier und da Heidebülten, und liegt
an der Grenze zu Heilgeisthof. Es ist sehr kaltgründig und eisenrostig und es kann unmöglich aufgebrochen werden, wo es nicht
durch
Gräben ein wenig verbessert werden kann. Aber die Einwohner sagen, sie können es nicht als Weide entbehren.
Hier im Dorf wurden seit der letzten Vermessung zwei Bauernhöfe gebaut, die Namen der Bauern sind Bartholomeus
Markwart, Nr 11 ,
und Jacob
Riesbeck, Nr.
12 . Sie haben gleichviel wie die anderen, die es ihnen abtraten, an Acker und Wiese.
Summe
NeuerAcker: 46M 30R
R 475 U 337Annotationen von Alt Ungande
Über den Acker und die Aussaat
Der Acker wird hier in vier Felder geteilt, das AltUngnader und Boltenhagens
Feld , die westlich bei Heilgeisthof liegen, werden auch in vier bestimmte Felder geteilt. Der Acker hier ist durchschnittlich, teilweise aus Sand, teilsweise kalt und niedrig und teilweise lehmig-humos, wie es die
Ausrechnung am besten ausweist. Hier ist anzumerken, dass die Aussaat des Boltenhagener
Feldes eingerechnet wird, denn es wird mit den anderen bewirtschaftet und auch in vier Felder geteilt. Aber man
bezeichnet alle vier Felder generell als Boltenhagener Feld .
In das Hohenfelt , wenn es Roggenfeld ist kann jeder vier Sch Weizen, 54 Sch Roggen, fünf Sch Gerste, 54 Sch Hafer und
vier Sch Erbsen säen.
In das Mittelfelt kann jeder vier Sch Weizen, 54 Sch Roggen, fünf Sch Gerste, 54 Sch Hafer und fünf Sch Erbsen säen.
In das Sidefelt kann
jeder vier Sch Weizen, 48 Sch Roggen, vier Sch Gerste, 42 Sch Hafer und sechs Sch Erbsen säen.
In das Karkfelt kann auch jeder vier Sch Weizen, 48 Sch Roggen, vier Sch Gerste, 42 Sch Hafer und sechs Sch Erbsen säen.
Dieses ist
folglich so zu verstehen, wenn das Hohenfelt
Roggenfeld ist, können darin vier Sch Weizen und 54 Sch Roggen
gesät werden. Ist es Gerstenfeld, werden, wie es oben steht, fünf Drömt gesät R 476 und so weiter. So ist das bei allen Feldern zu verstehen, und Boltenhagens vier gleiche Felder werden mit
eingerechnet.
Notiz: Hier bekommt man nach, laut Aussage, in guten Jahren das vierte Korn wieder.
ÜberWiesen
Die Wiesen sind hier keine anderen als die in den Feldern gelegenen. Die Bauern sagen, dass alle Wiesen in jedem Feld, es sei denn es liegt brach, gemäht werden. Es ist anzumerken, im Sidefelt ist deren meiste Wiese, und wenn dieses Brache ist bekommen sie auf diese Weise nicht viel Heu. In trockenen Jahren können sie wohl U 338 beim Rijkgrafwen etwas Ried, oder wie es hier genannt wird, Schnittgras, mähen, was das Vieh aber nicht gern fressen will. Wenn das Feld, nämlich Sidefelt , nicht brachliegt, kann wohl jeder fünf Fuder bekommen, laut Aussage. Aber sonst nicht mehr als zwei.
ÜberWeideland
Weideland ist hier schließlich gut, sowohl an Umfang als auch Güte, so lange der wüste Acker unbewirtschaftet bleibt. Denn der besteht sowohl aus Heidekraut als auch teilweise aus Grasland
R 477Über Wald
Wald zum Brennen ist hier für den Hausbedarf und für anderes Werkzeug, aber nicht zum Verkauf. Hier ist anzumerken, dass hier eine Stelle ist, die man Herrenholtz nennt, woraus diese Bauern nichts ohne Erlaubnis bekommen. Aus diesem Wald pflegen die Bauern aus Levenhagen, mit der Erlaubnis der Herrschaft, ihr Brennholz zu schlagen.
Über Vieh
Nr. 1 hält zehn Pferde, acht Kühe und 16 Schafe.
Nr. 2 hält zehn Pferde, acht Kühe und zehn Schafe.
Nr. 3 hält zehn Pferde,
acht Kühe und acht Schafe.
Nr. 4 hat zehn Pferde, sieben Kühe und neun Schafe.
Nr. 5 hat eine Kuh, aber gibt nichts.
Nr.
6 hat eine Kuh.
Nr. 7 hat ein Pferd und drei Kühe.
Nr. 8 hat eine Kuh.
Nr. 9 hat zwei Kühe und drei Schafe.
Nr. 10
hat zwei Kühe und 30 Schafe.
Über Abgaben
Jeder hat für eine Hufe 22 lßTribunalsteuer5 gegeben, ergibt für eineinhalb Hufen 33 lß. Und für vier Hufen ergibt das zwei Rthl und sechs lß. Im Jahr wird dieses zwei
Mal gegeben, das ergibt: vier Rthl und zwölf lß.
Kopfsteuer6 gibt jeder Bauer eineinhalb Rthl, das ergibt sechs Rthl.
Für das Gesinde gab Eggebrecht vergangenes Jahr
32 lß.
Risbeck gab vergangenes Jahr für sein Gesinde 27 lß.
Ihlenfelt gab für
sein Gesinde 18 lß.
Markward gab
für sein Gesinde vergangenes Jahr 26 lß.
Wenn sie mehr Gesinde haben,
geben sie mehr, und wenn sie weniger haben geben sie dementsprechend.
Vor drei Jahren haben dieBauernViehsteuer7 gegeben, aber dann nicht.
Magazinroggen8 gibt jeder acht Sch und das zwei Mal im Jahr, für vier Bauern ergibt das insgesamt: 84 Scheffel
im Jahr.
Reitergeld9 beträgt im Monat insgesamt sechs Rthl, das ergibt im Jahr 72 Rthl.
R 479 Notiz: In diesem Jahr ist so viel gegeben worden, im vergangenen Jahr wurden fünf Rthl
vier Mark und vier lß.
Werbegeld10 haben sie im vergangenen Jahr zusammen 16 Rthl und acht lß gegeben.
Akzise geben die Bauern nun wieder im Quartal, jeder gibt sieben Mark, das ergibt für jeden vier Rthl und vier Mark und für
vier Bauern ergibt das insgesamt 18 Rtl und 32 lß.
Abgaben der Einlieger
Nr. 6 gibt Nebenmodus11 für sich, seine Ehefrau und eine Kuh zwei Rthl und acht lß.
Er gibt sonst acht Gulden weniger
acht lß, aber er weiß nicht, wie diese Abgaben bezeichnet werden. Es ergibt zusammen vier Rthl und acht lß.
Nr. 7 gab im
vergangenen Jahr für sich fünf Mark, für seine Ehefrau zwölf lß und für drei Kühe drei Mark. Das ergibt alles
zusammen: eineinhalb Rthl und vier lß.
Akzise gibt er quartalsweise 14 lß, das ergibt 56 lß.
Nr. 8, der
Schneider, hat früher an Nebenmodus zehn Mark gegeben.
Und für seine Ehefrau
gab er 16 lß. Aber nun da sein Einkommen nicht gut ist, hat er in vier Jahren fünf Mark für sich und für R 480 seine Ehefrau zwölf lß gegeben. Das ergibt einen Rthl und vier lß.
Die Akzise im Quartal beträgt 14 lß.
Für eine Kuh werden acht lß gegeben.
Der Kuhhirte gibt 16 lß Nebenmodus für sich und für seine Ehefrau acht lß, das ergibt 24
lß.
Für zwei Kühe gibt er acht ß, das ergibt 16 lß.
Für Schafe gibt er vier
einhalb lß.
Der Schweinehirte gibt für sich und seine Frau 24 lß.
Für zwei Kühe gibt er acht lß, das ergibt 16 lß.
Für 40 Schafe gab er im vergangen Jahr zu einem
Stempel, das ergibt einen Rthl und zwölf lß.
ÜberBienen
Bienen gedeihen hier nicht besonders gut.
1 Wurde laut Urschrift von Abraham Hesselgreen vermessen.
2 Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste. Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.
3 Der Brandenburgische Krieg (Schonenkrieg) 1675-1679: Trotz des Großmachtstatus war die Situation Schwedens unsicher, im Osten bedrängte Russland die schwedischen Provinzen, Polen war ein Unsicherheitsfaktor, Brandenburg spähte nach Schwedisch-Pommern während Dänemark die verloren Gebiete in Südschweden zurückgewinnen wollte. Bereits 1672 ging Schweden ein Bündnis mit Frankreich ein, das gegen die Niederlande gerichtet war. Dafür sagte Frankreich seinem Bündnispartner finanzielle Unterstützung für die kontinentalen Truppen zu und versprach im Falle eines dänischen Angriffs militärische Hilfe. Im selben Jahr fiel Frankreich in die Niederlande ein, die sich daraufhin mit Brandenburg verbündeten. Dänemark tat sich mit dem Kaiser zusammen und war bereit, in den Krieg einzugreifen, sobald eine andere Macht Frankreich zur Hilfe eilen sollte. Dennoch stationierte Schweden auf Drängen des französischen Bündnispartners Truppen in Pommern. Allerdings suchte Schweden erfolglos den Ausgleich mit seinem nordischen Nachbarn. Im Dezember 1674 fiel der Reichsmarschall Wrangel ohne Angriffsbefehl in brandenburgisches Gebiet ein. Das Vorhaben endete mit der Niederlage bei Fehrbellin 1675. Daraufhin erklärten der Kaiser und einige Zeit später auch Dänemark dem schwedischen Reich den Krieg. Für Schweden sah die Lage kritisch aus, trotzdem gelang Schweden im Dezember 1676 bei der blutigen Schlacht um Lund ein knapper Sieg. Weitere Erfolge schließen sich an. Im Jahr 1679 kommt es zu Friedensschlüssen, dabei verpflichtete sich Brandenburg, die in Schwedisch-Pommern eroberten Gebiete zurückzugeben. Die beiden skandinavischen Reiche verhandelten ihren Frieden allein, das Schutz- und Trutzbündnis ratifizierte Karl XI. schließlich am 8. Oktober 1679. In: Busch, Michael: Krieg – Krise – Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden.
4 In der Landwirtschaft ein breiter, gemeiniglich eingeschlossener Weg, auf welchem das Vieh von der Weide getrieben wird, in welcher Bedeutung es im Hochdeutschen am gewöhnlichsten ist: Die Viehtrift, der Viehweg, Treibeweg. 2) Der Ort, auf welchen das Vieh zur Weide getrieben wird. In weiterer Bedeutung führt jeder Ort dieser Art den Namen Trift, in engerer aber nur das Brachfeld, in so fern es dem Vieh zur Weide dient, zum Unterschied von der Weide. Wehrmann, Martin: Geschichte der Stadt Stettin, Stettin 1911, ND Frankfurt a. M. 1979, S. 276ff.
5 Für die im Westfälischen Frieden zugesprochenen norddeutschen Provinzen erhielt Schweden das privilegium de non appellando. Damit verbunden war die Verpflichtung, ein eigenes Oberappellationsgericht als Substitut des Reichskammergerichts einzurichten. Dieses 'Tribunal' wurde nach 1648 in Wismar errichtet; die Etablierungsphase endete allerdings erst 1664 mit der vollständigen Besetzung der Richterstellen. Die Finanzierung sollte durch die deutschen Provinzen Schwedens geleistet werden. Diese Tribunalsteuer lag in Pommern im Verantwortungsbereich des ständischen Landkasteneinnehmers, der sich direkt an jede Ortsobrigkeit wenden sollte. Aufgrund der starken Kriegsschäden in Pommern verzögerten sich in den ersten Jahrzehnten nach Gründung die Zahlungen allerdings häufig oder gingen nur unregelmäßig ein, erst zum Ende des 17. Jahrhunderts begannen die Zahlungen regelmäßig zu fließen. Dähnert, Johann Carl: Platt-deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1782, S. 228.
6 Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.
7 Viehsteuer, auch Viehschatz genannt, ist in einigen Orten eine Abgabe für das Vieh, das gehalten wird. Adelung; Johann Christoph: Grammatisches kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, bd. 4, Wien 1811, Sp. 1196.
8 Roggen der als Magazinkorn eingelagert wurde. Das Magazinkorn war eine Abgabe in Form von Getreide, Mehl oder ähnlichen Agrarprodukten, die in einigen Ländern in das obrigkeitliche Kornmagazin geliefert werden musste. Im Magazin wurde das Getreide gelagert, als Vorrat für schlechte Zeiten, wie Missernten, Teuerungen oder Belagerungen für die Versorgung der Einwohner und der Besatzung. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 45, Berlin 1789, Sp. 441ff.
9 Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.
10 Eine Abgabe, die zur Anwerbung von Soldaten erhoben wird Krünitz, Johannes Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 238, Berlin,1856, Sp. 413.
11 Nebenmodus: eine besondere Kopfsteuer (Personen- und Viehsteuer), die 1681 von der pommerschen Regierung zur Finanzierung der Landesverteidigung erhoben wurde. Sie betraf alle nicht possessionierten Leute, die im Bereich der städtischen und adligen Güter ansässig waren. Olesen, Jens: Auswirkungen der dänischen Herrschaft auf Verständnis und Praxis der Tribunatstätigkeit, in: Alvermann, Dirk und Regge, Jürgen (Hg.): Justitia in Pommern, Berlin 2004, S. 124 -126.