Beschreibung des Ackerwerks Heilgeisthof, das im Distrikt Greifswald liegt und unter die Stadt Greifswald gehört.1
Im Norden grenzt es an Wackerow, im Osten an Greifswald und Hinrichshagen im Süden und Westen an Alt Ungnade.
Namen der Einwohner
1 . Jochim
Klein, Pächter. Er hat dieses Ackerwerk
für 66 Rthl und vier Mark gepachtet, es wird zu drei Landhufen berechnet und dafür auch versteuert.
Dieser Verwalter wohnte sechs Jahre allein hier und gab in dieser Zeit immer für zwei Hufen Steuer, aber dieses Jahr erhöhte der Besitzer dieses auf drei. Weiter weiß er
keinen Bescheid hierüber.
Dieser Hof gehört zum Kirchspiel Levenhagen.
2 . Jochim
Petters ist ein Holländer. Sein Erwerb
ist das Vieh, und hat 18 Kühe des Pächters und gibt für jede Kuh sieben Gulden im Jahr. Der Holländerei hat genannte sieben
Gulden und freies Futter, sowie das Haus, worin er wohnt.
Arealausrechnung von Heilgeisthof
Der Acker wird in drei Felder geteilt, nämlich:
[A, B, C, D] 110M 285R
| A
dieses JahrRoggenfeld
35M 135R B dieses Jahr Sommerfeld 21M 60R C Brachfeld 38M 90R |
Diese Felder bestehen aus eben liegendem Lehmhumus, teils etwas sandvermischt und tief liegend. |
D niedrig liegender Sumpf und brachliegender Acker, den man in trockenen Jahren wohl in allen drei Feldern bewirtschaften kann 16M
E: Wüster Acker
[E]
56M 195R
Ea
wüster Acker mit Heide bewachsen, gute Weide, ergibt an Areal
50M
Eb
wüster Acker bei den Häusern
von guterGrasweide
6M 195R
F:Wiesen
[F]
[Ertrag:] 18 Heufuder
12M 240R
Fa
acht Stücke Wiesenflecken innnerhalb und außerhalb der Felder, flach und R 456 durchschnittlicher Graswusch, ergeben
8M 240R
Fb
buschige Wiese, die nur zwischen den Büschen gemäht wird, ergibt
4M
G: Wald und Weideland
[G]
35M 180R
Ga
Eichen- und Haselwald ergeben an vier
Stellen
5M 270R
Gb
zwei Wiesenflecken, einer mit Erlenbüschen
darauf, der andere von flacher, guter Grasweide, ergeben
6M 255R
Gc
zwei Koppeln bei den Häusern,
ergeben
8M 195R
Gd
morastige Weide beim Richgraben mit Röhricht und Weidenbüschen sowie Riedgras darauf
14M 60R
Hofstellen
Summe
Acker: 110M 285R
Wüster Acker: 56M 195R
Wiese:
12M 240R
Heufuder: 18 Heufuder
Wald undWeideland: 35M 180R
Hofstellen: 1M 255R
Am 14. Mai des Jahres 1705 wurde Heilgeisthof revidiert und wie folgt befunden
Neuer Acker, der seit der vorigen Vermessung aufgebrochen wurde.
[F1, G1]
150R
F1
von der Wiese Fa aufgebrochen, im Feld E2 gelegen. Besteht aus sehr tief liegendem, kaltgründigem, lehmvermischten Sandboden, wo im Herbst und
Frühling die Furchen voll mit Wasser stehen sollen. Wird zusammen mit dem Feld B besät, insbesondere wenn das Jahr trocken
ausfällt
90R
G1
von G1 aufgebrochen, gleich daneben gelegen, etwas höherer, lehmvermischter Sandboden,
liegt in vier Schlägen beim Feld B
60R
Anmerkung: Sonst ist das Feld A neben dem wüsten Acker gelegen und ein Teil des Ackers D. Das soll in fünf oder sechs Jahren nicht besät worden sein, wegen dessen niedrigem und kaltem Grund zu 6M 180R. Das meiste von D ist wüster Acker, das anscheinend viele Jahren nicht RRev 458 besät wurde. Es ist sehr tief liegend, von eisenrostigem und ein wenig lehmvermischtem Sandboden und soll wegen des niedrigen und kalten Grundes weder bestellt noch als Weide genutzt werden, da im Herbst und Frühling überall das Wasser steht. Ergibt zusammen 16M 180R.
Beschreibung des übrigen wüsten Ackers
Ea zwei Stücke von Ea mit Nr. 2 gekennzeichnet. Bestehen aus etwas höher liegendem Sandland, das geeignet erscheint gerodet zu werden. Aber es wird vorgegeben und scheint auch gemäß zu sein, dass es nicht als Weide entbehrt werden kann. Und sollte es aufgebrochen werden, könnte es nicht häufiger als jedes dritte bis vierte Jahr besät werden. 5M 180R
RRev 459 URev 356 Ea das übrige von Ea besteht aus tief liegendem Sandboden, etwas lehmvermischt, mit Gras und einigen Heidebülten bewachsen. Gute Weide, ist überall sehr kaltgründig und sumpfig, weshalb hier im Herbst und Frühling das Wasser stehen soll. Wegen dessen niedriger Lage scheint es nicht als Acker geeignet zu sein.
Eb lag seither wüst, besteht aus humusvermischtem Sandboden, etwas schwärzlich und kaltgründig, könnte wohl aufgebrochen werden, um Erbsen darauf zu säen. Aber der Verwalter sagt, das sei unmöglich, es könne nicht als Weide entbehrt werden. Nun ist es ein Weidegehege oder eine Koppel, es ist gute Grasweide.
Summe
Neuer Acker: 150R
R 460 U 329Annotationen von Heilgeisthof
Über denAcker
Der Acker hier ist von durchschnittlicher Güte, teilweise etwas sumpfig oder niedrig liegend, wie aus der Ausrechnung ersichtlich ist. Der Acker liegt insgesamt in drei bestimmten Feldern, wird aber dennoch so besät, wie der Verwalter es als am besten befindet.
Über Aussaat
Hier werden jährlich vier Drömt Roggen, vier Drömt Gerste, vier Drömt Hafer und zehn Sch Erbsen gesät. Weizen wird hier manchmal zu zehn Sch gesät. Man kann von einem Sch Aussaat vier oder fünf, und wohl auch sieben Sch bekommen, je nachdem wie Acker und Jahr sind.
ÜberWiesen
Hier sind wenig Wiesen, doch sie sind ziemlich ertragreich, man kann bis zu 18 oder 20 Heufuder jährlich erhalten.
Über Weideland
Hier ist zu bemerken, das Weideland besteht aus wüstem Acker, der ziemlich gut ist und R 461 und wohl als Acker brauchbar wäre. Doch wegen der Weide kann er nicht entbehrt werden.
Über Vieh
Hier können acht Pferde und 40 Stück Großvieh gehalten werden. Anderes Vieh findet man hier nicht.
U 330Über Gesinde
Der Pächter hat einen Knecht, zwei Mägde und einen Jungen, die mit ihm das Ackerwerk bestreiten. In der Erntezeit benötigt er Tagelöhner, die ihm helfen.
Über Abgaben
Darüber weiß er keinen besonderen Bescheid zu geben. Er weiß nur, dass es sich im Jahr um die 40 Gulden und wohl mehr an Abgaben handelt, es wird von der Pacht abgezogen.