R 259   U 184 

Beschreibung der Fischerinsel Koos, die im Amt Eldena liegt und den Greifswalder Professoren1  gehört und zum Kirchspiel Neuenkirchen gehört2 

Namen der Einwohner

1 . Michel Åhm
2 . Peter Siwert
sind freie Leute

Für diesen Besitz geben die Einwohner 120 Rtlr. an Pacht, und für ihr Recht, frei in der LeisterSee zu fischen, leisten sie fünf Rtlr. Die Hufensteuer trägt die Herrschaft nach dem Wortlaut ihres Vertrages selbst, der eine Laufzeit von zehn Jahren umschließt, nämlich von 1693 bis 1703.

 R 260   U 185 

Annotationen der Insel Koos

Vom Acker

Der Acker ist überall durchschnittlich gut, mit Ausnahme der Seiten, wo er etwas tief liegend ist. Seine Güte ist in der Arealausrechnung verzeichnet. Dieser Acker liegt darüber hinaus nicht in gewissen Schlägen, sondern wird nach Bedarf von den Bewohnern bestellt, so wie sie es für gut befinden

Die Aussaat

Jeder sät jährlich zwei Drömt Roggen, drei Drömt Gerste und einen Drömt Hafer, und wenn sie nichts brach liegen lassen, was auch selten geschieht, säen sie außerdem zwei Drömt Erbsen. Sie müssen den Acker alle drei Jahre düngen und immer dann, wenn Roggen eingesät werden soll.

Von Wiesen

Wiesen sind hier sehr schlecht im Wuchs, und jeder kann nicht mehr als sieben oder höchstens neun Fuder Heu bekommen, weiteres siehe in der Ausrechnung. Die Wiese war teils für vier Jahre mit Hafer besät, um sie zu besserem Graswuchs zu bringen.

Von Weideland undWald

Dieses gibt es hier überall genug, und bisweilen wachsen einige Eicheln auf den Eichenbäumen, mit denen sie die Schweine füttern können. Brennholz haben sie hier zum häuslichen Bedarf.

 U 186 

Vom Vieh

Jeder hält selbst sechs Pferde, 18 Kühe, sieben Schafe und zehn Schweine. Sie nehmen auch anderes Vieh zum Weiden über den Sommer  R 261  wofür sie pro Tier mindestens 12 und höchstens 16 lübsche Schilling bekommen. Nach eigener Aussage können sie zu ihren Schafen noch zwanzig fremde halten.

Von Fischerei

In der LeisterSee haben sie das alleinige Recht nach eigenem Gutdünken zu fischen und zahlen dafür wie bereits angegeben ist, außer dass die in Leist und Karrendorf seit alters her gewohnt sind, hier Aale zu stechen, aber sonst keine weitere Fischerei ausüben.
In der Greifswalder Reede zwischen Wamperhak und Desmerort vor Ludwigsburg setzen sie im Frühling ihre Heringsreusen im Kleinen Diep ; jeder besitzt drei Stück mit etwa 40 Faden langen Flügeln.

Von Abgaben

Sie leisten mitunter für sich einen und für ihre Frauen einen halben Reichstaler Kopfsteuer, manchmal auch anderthalb für sich und einen für ihren Frauen.
Nebenmodus oder Viehsteuer geben sie acht Schilling pro Tier, weiteres zur Hufensteuer ist dem Vertrag zu entnehmen.

 R 265   U 189 

Arealausrechnung der Holländerei Koos

Acker

[K]   78M 150R
Ka , lehmig humoser Acker, genau richtig hoch liegend und an zwei Stellen etwas sandhaltig  67M 165R
Kb , ein Stück sandhaltiger Lehmhumus weiter weg amStrand  2M 150R
Kc , zwei niedrige und kaltgrundige Ackerstücke  8M 135R

Wiesen

[L-Lc]  [Ertrag] 26 Heufuder  53M 165R
L , recht gute Wiese, die vorher Acker war  3M 120R
La , niedrige Wiese mit Riedgras, ergibt  16M 15R
Lb , niedrigere magere Wiese, je näher am Graben desto feuchter, mit Riedgras bewachsen  27M 270R
Lc , sehr kahle Wiese mit sandigem Boden, war teils noch vor kurzem aufgepflügt und mit Hafer besät, beinhaltet  6M 60R

 R 266   U 190 

Wald undWeideland

[m, Ma-Md]   117M 40R
m , Kohserholz besteht aus jungem lichten Eichenwald und guter Weide dazwischen, macht  22M 60R
Noch ein kleiner Abschnitt von derselben Art und Bezeichnung bei Kb, beinhaltet 120R
Ma , buschiges Weideland, an drei Stellen mit festen Sandhügeln, mit Dornenbüschen und dünnem Gras bewachsen, ergibt zusammen nebst demStrand  5M 90R
Mb , ebene gute Weide bei der KoserBucht und neben den Häusern etwas mit Buschwerk und Weiden bewachsen  40M 105R
Mc , ein Stück ebene gute Weide, die von Gräben umgeben ist  11M 235R
Md , ebene gute Weide, die früher Acker war, mit einigen Eichen an den Grabenrändern sowie beim Strand  37M 30R
Anmerkung: Ein Teil dieses Weidelandes könnte durchaus noch als Acker dienen, doch die Einwohner können es als Weide nicht entbehren.

 R 267 

Symbol 68  Die Hausstellen mit ihren Gärtchen oderGemüsegärten  1M 120R
N , Koser oder LeisterSee , in der sie allein das Fischrecht besitzen, wie in den Annotationen gesehen werden kann  396M 195R
p , fünf Wassertümpel inner- und außerhalb der Felder von  120R
o , ein unbrauchbarer Sandrämel3  Symbol 10 Die Streng , auf der Weide ist und die zu Wampen gehört,  4M 240R

Summe

Acker: 78M 150R
Wiese: 53M 165R
Heufuder: 26
Weideland undWald: 117M 40R
Hofstellen: 1M 120R
See oderFischgewässer: 397M 15R

 RRev 268   URev 279 

Am 2. Mai 1705 ist die Insel Koos revidiert und wie folgt befunden worden, nämlich

Hier ist seit der letzten Vermessung nichts aufgebrochen, noch weniger gibt es hier Gelegenheiten eine Wiese oder Weide aufzubrechen, da das Land sehr niedrig liegt.

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Abraham Hesselgreen
Revision:
Anmerkungen:

1  Nachdem Herzog Bogislaw XIV. 1626 bereits Teile des Amtes Eldena (Gut Grubenhagen mit den dazugehörigen Dörfern Subsow, Pansow und Weitenhagen) zur Versorgung der Professoren vorgesehn hatte, erklärte er 1632, er wolle das gesamte Amt Eldena der Universität Greifswald abtreten, um die wirtschaftliche Situation der Universität zu verbessern. Nachdem eine Kommission im Januar 1632 eine Visitation durchgeführt und den Zustand des Amtes protokolliert hatte, erfolgte die Schenkung am 28. März 1634. Der Herzog behielt sich allerdings Reichs-, Kreis- und Landsteuern, Jagd- und Strandgerechtigkeiten, weitere lokale Abgaben sowie Wochendienste aus einigen Dörfern vor. Die Universität besaß insgesamt 25 Orte und wurde durch diesen umfangreichen Grundbesitz, den sie bis 1945 nahezu unverändert behielt, zu einer der reichsten Hochschulen Deutschlands. Edmund Lange: Die Greifswalder Sammlung Vitae Pomeranorum, Baltische Studien, Erste Folge, Ergänzungsband, Greifswald 1898, S. 266.

2 Laut Urkarte vermessen von Abraham Hesselgreen.

3  Rämel bezeichnet einen schmalen Strich Landes um oder an der Seite eines Feldes oder einer Hölzung, Weide u.a.. Krünitz, Johann Georg: Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft, Bd. 179, Berlin 1842, Sp. 298.