Beschreibung der Fischerinsel Koos, die im Amt Eldena liegt und den Greifswalder Professoren1 gehört und zum Kirchspiel Neuenkirchen gehört2
Namen der Einwohner
| 1 . Michel
Åhm 2 . Peter Siwert |
sind freie Leute |
Für diesen Besitz geben die Einwohner 120 Rtlr. an Pacht, und für ihr Recht, frei in der LeisterSee zu fischen, leisten sie fünf Rtlr. Die Hufensteuer trägt die Herrschaft nach dem Wortlaut ihres Vertrages selbst, der eine Laufzeit von zehn Jahren umschließt, nämlich von 1693 bis 1703.
R 260 U 185Annotationen der Insel Koos
Vom Acker
Der Acker ist überall durchschnittlich gut, mit Ausnahme der Seiten, wo er etwas tief liegend ist. Seine Güte ist in der Arealausrechnung verzeichnet. Dieser Acker liegt darüber hinaus nicht in gewissen Schlägen, sondern wird nach Bedarf von den Bewohnern bestellt, so wie sie es für gut befinden
Die Aussaat
Jeder sät jährlich zwei Drömt Roggen, drei Drömt Gerste und einen Drömt Hafer, und wenn sie nichts brach liegen lassen, was auch selten geschieht, säen sie außerdem zwei Drömt Erbsen. Sie müssen den Acker alle drei Jahre düngen und immer dann, wenn Roggen eingesät werden soll.
Von Wiesen
Wiesen sind hier sehr schlecht im Wuchs, und jeder kann nicht mehr als sieben oder höchstens neun Fuder Heu bekommen, weiteres siehe in der Ausrechnung. Die Wiese war teils für vier Jahre mit Hafer besät, um sie zu besserem Graswuchs zu bringen.
Von Weideland undWald
Dieses gibt es hier überall genug, und bisweilen wachsen einige Eicheln auf den Eichenbäumen, mit denen sie die Schweine füttern können. Brennholz haben sie hier zum häuslichen Bedarf.
U 186Vom Vieh
Jeder hält selbst sechs Pferde, 18 Kühe, sieben Schafe und zehn Schweine. Sie nehmen auch anderes Vieh zum Weiden über den Sommer R 261 wofür sie pro Tier mindestens 12 und höchstens 16 lübsche Schilling bekommen. Nach eigener Aussage können sie zu ihren Schafen noch zwanzig fremde halten.
Von Fischerei
In der LeisterSee haben sie das alleinige Recht nach eigenem Gutdünken zu fischen und zahlen dafür wie bereits angegeben ist, außer dass die in Leist und Karrendorf seit alters her gewohnt sind, hier Aale zu stechen, aber sonst keine weitere Fischerei ausüben.
In der Greifswalder Reede zwischen Wamperhak und Desmerort vor Ludwigsburg setzen sie im Frühling ihre Heringsreusen im Kleinen Diep ; jeder besitzt drei Stück mit etwa 40 Faden langen Flügeln.
Von Abgaben
Sie leisten mitunter für sich einen und für ihre Frauen einen halben Reichstaler Kopfsteuer, manchmal auch anderthalb für sich und einen für ihren Frauen.
Nebenmodus oder Viehsteuer geben sie acht Schilling pro Tier, weiteres zur Hufensteuer ist dem Vertrag zu entnehmen.
Arealausrechnung der Holländerei Koos
Acker
[K]
78M 150R
Ka , lehmig humoser Acker, genau richtig
hoch liegend und an zwei Stellen etwas sandhaltig
67M 165R
Kb , ein Stück sandhaltiger Lehmhumus
weiter weg amStrand
2M 150R
Kc , zwei niedrige und kaltgrundige
Ackerstücke
8M 135R
Wiesen
[L-Lc]
[Ertrag] 26 Heufuder
53M 165R
L , recht gute Wiese, die vorher Acker
war
3M 120R
La , niedrige Wiese mit Riedgras,
ergibt
16M 15R
Lb , niedrigere magere Wiese, je näher
am Graben desto feuchter, mit Riedgras bewachsen
27M 270R
Lc , sehr kahle Wiese mit sandigem
Boden, war teils noch vor kurzem aufgepflügt und mit Hafer besät, beinhaltet
6M 60R
Wald undWeideland
[m, Ma-Md]
117M 40R
m , Kohserholz besteht aus jungem lichten Eichenwald und guter Weide dazwischen, macht
22M 60R
Noch ein kleiner Abschnitt von derselben Art und Bezeichnung bei Kb,
beinhaltet 120R
Ma , buschiges Weideland, an drei Stellen mit festen Sandhügeln, mit Dornenbüschen und dünnem Gras bewachsen, ergibt zusammen nebst demStrand
5M 90R
Mb , ebene gute Weide bei der KoserBucht und neben den Häusern etwas mit Buschwerk und Weiden bewachsen
40M 105R
Mc , ein Stück ebene gute Weide, die von Gräben umgeben ist
11M 235R
Md , ebene gute Weide, die früher Acker war, mit einigen Eichen an den Grabenrändern sowie beim Strand
37M 30R
Anmerkung: Ein Teil dieses Weidelandes könnte
durchaus noch als Acker dienen, doch die Einwohner können es als Weide nicht
entbehren.
Die Hausstellen mit ihren Gärtchen oderGemüsegärten
1M 120R
N , Koser oder LeisterSee , in der sie allein das Fischrecht besitzen, wie in den Annotationen gesehen werden kann
396M 195R
p , fünf Wassertümpel inner- und außerhalb der Felder von
120R
o , ein
unbrauchbarer Sandrämel3
Die Streng , auf der Weide ist und die zu Wampen gehört,
4M 240R
Summe
Acker: 78M 150R
Wiese: 53M 165R
Heufuder: 26
Weideland undWald: 117M 40R
Hofstellen: 1M 120R
See oderFischgewässer: 397M 15R
Am 2. Mai 1705 ist die Insel Koos revidiert und wie folgt befunden worden, nämlich
Hier ist seit der letzten Vermessung nichts aufgebrochen, noch weniger gibt es hier Gelegenheiten eine Wiese oder Weide aufzubrechen, da das Land sehr niedrig liegt.
1 Nachdem Herzog Bogislaw XIV. 1626 bereits Teile des Amtes Eldena (Gut Grubenhagen mit den dazugehörigen Dörfern Subsow, Pansow und Weitenhagen) zur Versorgung der Professoren vorgesehn hatte, erklärte er 1632, er wolle das gesamte Amt Eldena der Universität Greifswald abtreten, um die wirtschaftliche Situation der Universität zu verbessern. Nachdem eine Kommission im Januar 1632 eine Visitation durchgeführt und den Zustand des Amtes protokolliert hatte, erfolgte die Schenkung am 28. März 1634. Der Herzog behielt sich allerdings Reichs-, Kreis- und Landsteuern, Jagd- und Strandgerechtigkeiten, weitere lokale Abgaben sowie Wochendienste aus einigen Dörfern vor. Die Universität besaß insgesamt 25 Orte und wurde durch diesen umfangreichen Grundbesitz, den sie bis 1945 nahezu unverändert behielt, zu einer der reichsten Hochschulen Deutschlands. Edmund Lange: Die Greifswalder Sammlung Vitae Pomeranorum, Baltische Studien, Erste Folge, Ergänzungsband, Greifswald 1898, S. 266.
2 Laut Urkarte vermessen von Abraham Hesselgreen.
3 Rämel bezeichnet einen schmalen Strich Landes um oder an der Seite eines Feldes oder einer Hölzung, Weide u.a.. Krünitz, Johann Georg: Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft, Bd. 179, Berlin 1842, Sp. 298.