Beschreibung des Kirchdorfes Neuenkirchen, das zum Amt Eldena gehört und am südlichen Ende bis zur Stadt Greifswald reicht, im Westen und Südwesten bis Wackerow, im Nordwesten und Norden an Kieshof, Hankenhagen und Leist grenzt und im Osten an Wampen und Ladebow, das Ende Juli und Anfang August 1697 vermessen wurde1
Hier im Dorf sollen einst zwölf Bauern gewohnt und jeder zwei Hufen Land bewirtschaftet haben, nun leben hier allein sechs,
die
nach eigener Angabe jeder eine Hufe besitzen. Der restliche Acker soll vom jetzigen Besitzer zum Teil an die Bauern zum Teil
an die
Einlieger und Handwerker, die hier wohnen, verpachtet werden. Dr. Maschow aus Greifswald hat für geleisteten Vorschuss von
der
Universität acht Hakenhufen erhalten, wieviel darüberhinaus wissen die Bauern nicht.
Der hiesige Pastor soll zwei Hufen Acker
besitzen, welche teils wüst liegen, teils so schlecht sind, dass die Arbeit, sie aufzubrechen, die Mühe nicht lohnt.
Namen der Einwohner
1 . Der
Pastor, Herr Matthias Mönkhusen
2 . Joris Marsch, freier Mann, Müller,
hat bei der Mühle zwei Morgen Acker, außerdem bewirtschaftet er den des Pastors
3 . Casten Dilow, Schulze, zwei Hufen
Land bei seinem Hof, er hat dreiviertel Pachtacker
4 . Jocom Bidenweg, zwei Hufen,
dreiviertel Pachtacker
5 . Casten Risbek, Krüger, zwei Hufen,
dreiviertel Pachtacker
6 . Claus Risbek, Kossat2 , eine Hufe
7 . Christian Brasch, zwei Hufen,
dreiviertel Pachtacker
| 8 . Claus Eggert,
zwei Hufen 9 . Daniel Schröder, freier Mann |
diese gehören zum obengenannten Dr. Maschow und besitzen außer diesen zwei Hufen jeder zusammen vier in Pacht von Dr. Maschow, außer 14 Morgen, die ein Müller aus Greifswald pachtet. Sie zahlen pro Morgen einen Reichstaler an Pacht |
10 . Hinrich Nagel, freier Mann,
Leinweber, eine Hufe
11 . Martin Meier, Küster, zwei
Hufen
12 . Marten Harm, freier Mann,
Leinweber
13 . Hans Risan, freier Mann,
Schneider
R 431 14 . Andres Kröger, ein alter Mann, der Ackerbau angegeben hat
15 . Casten Sens, freier Mann,
Tagelöhner
16 . Christian Gilow, Kuhhirt
17 . Christian Anders,
Schweinehirt
18 . Christian Toms, freier Mann,
Leinweber, wohnt im Haus des Pastors
19 . Hans Harn
| 20 . Klempin,
Weber
21 . Klüfer, Tagelöhner |
freieMänner, wohnen im Kirchenhaus |
R 432 U 319
Arealausrechnung von Neuenkirchen
Acker
A. Im Heidenfeld
[A]
97M 120R
Aa , Sandhumus auf durchschnittlich
hohem Land, beinhaltet
37M 240R
Ab , sechs Stücke eben liegender
Sandhumus zu den Enden hin recht tief liegend
56M 270R
Ac , zwei Stücke Sandhumus auf
ebenem Land, beinhalten
2M 210R
B. Oldenhagens Feld
[B]
99M 120R
Ba , Sandhaltiger Lehmhumus auf
durchschnittlich hohem Land
37M 30R
Bb , Acker, der zumeist aus Sand
besteht, doch an einigen Stellen etwas humos ist, ergibt
62M 90R
C. Smalebrak
C , Besteht zumeist aus Lehmhumus auf ebenem Land, ist jedoch etwas sandhaltig und an den Seiten zur Windmühle hin reiner Sand, vorn am Weg ein Stück, beinhaltet zusammen 77M 15R
R 433D. Im Horstfeld
[D]
56M 120R
Da , Ziemlich guter Lehmhumus oder
Humuserde, scheint, wie auch berichtet wird, kaltgründig zu sein, doch ich denke, nicht sehr zum Schaden, beinhaltet
50M 210R
Db , fünf Stücke Acker dabei aus
Sandhumus bestehend
5M 210R
E. Mühlenfeld
Ea , durchschnittlich guter Lehmhumus auf ebenem Land, macht in vier Stücken 71M 120R
Kapellenfeld , das jährlich bebaut wird
Eb , Guter
Lehmhumus auf ebenem Land, beinhaltet
10M 150R
Ec , niedrig liegender Acker, wovon
in diesem Jahr ein Teil unbesät lag, acht Stücke beinhalten
10M 165R
Ed , fünf Ackerwurten3 bei den Häusern von ziemlich gutem Lehmhumus R 434 und
beinhalten
7M 30R
Der Pastorenacker hier im Dorf ist überall mit P bezeichnet, nämlich
AP , niedrig liegender Acker im Feld A, ein Stück von
7M 60R
BP , fünf Stücke im Feld B, wovon
die Hälfte aus Sand besteht und beinhaltet
7M 60R
CP , in Feld C gibt es zwei Stücke,
das kleinste besteht zumeist aus Sand
6M 180R
DP , drei Stücke im Feld D von
gutem Lehmhumus
8M 150R
EP , drei Stücke im Mühlenfeld von gutem Lehmhumus
3M 180R
Im Kapellenfeld sind vier
Stücke, die recht niedrig liegen und dieselbe Bezeichnung haben, beinhalten 2M 30R
Wüster Acker
[F]
219M 165R
Fa , Wüster Acker mit Heide bewachsen
und beim Zeichen
stehen Büsche darauf R 435 Bei der
Grenze zu Wackerow und Kieshof ist er am besten aufzubrechen
147M 210R
Fb , flacher, eben liegender, wüster
Acker der so gut ist, dass er wohl aufgebrochen werden könnte, beinahe besser als ein Teil des aufgebrochenen, heißt
Laugenhorn , macht
36M 165R
Fc , drei Stücke niedriger wüster
Acker, zwei davon dicht dabei, das dritte näher am Dorf, umfassen 7M 210Rlb/> Fd, acht Stücke wüster Acker auf ebenem Land,
bei Feld A
26M 195R
Fe , noch zwei Stücke getauschter
wüster Acker, ein Stück bei den Feldern im Dorf, das zweite im Feld B, umfassen
285R
Wiesen
[G]
[Ertrag] 80 Heufuder
137M 90R
Ga , Soltenwisch von durchschnittlichem Graswuchs, umfasst 31M 270R, mit einer von Gräben umgebenen Wiese darin,
die Schmatzhagenswisch heißt und von derselben Art ist, beinhalten zusammen
33M 180R
Gb , sind alle die Wiesen und
Wiesenstreifen, die es neben und bei den Feldern C, D und E gibt, insgesamt 15 Stück, nahezu überall von durchschnittlichem
Grasbewuchs; anzumerken ist, dass sie nicht häufiger genutzt werden als die Felder dabei besät werden, umfassen
46M 165R
U 322 Gc , ist eine spitze Wiese bei der Grenze von Kieshof und Wackerow, die mit Riedgras bestanden ist,
beinhaltet
2M 240R
Gd , diese Wiesen sind in und bei den
Feldern A und B wiederzufinden, teils flach, teils mit durchschnittlichem Graswuchs, umfassen
46M 270R
Ge , sumpfige Wiese bei den Grenzen zu
Wampen und Leist
2M 210R
Gf , drei Wiesen beim Dorf von festem
Boden und durchschnittlichem Grasbewuchs, beinhalten
4M 225R
H. Wald und Weideland
[H,p,o]
343M 215R
Ha , Oldenhagen, ein Erlen- und Weidenbruch
32M 150R
Hb , Gehölze mit Erlenbüschen, die es innerhalb dieser Grenzen auf gutem Weideland gibt, teils mit festem teils mit niedrigem
Grund, ergeben
38R 185R
R 438 Hc , flaches gutes Weideland von recht gutem Grasbewuchs, gibt es
an sechs Stellen, das eine Stück heißt Retwisch und besteht aus 45 Morgen. Dieses
Retwisch wurde dieses Jahr als Weide gebraucht, doch wie ich glaube, scheint es
bisweilen gemäht werden zu können, es liegt an der Grenze zu Wampen, und zwei Stücke an der Grenze zu Greifswald, das dritte
an der Grenze zu Kieshof ergibt mit zwei weiteren an der Grenze zu Leist
145M
U 323 Hd , Heide und Sandhügel bei den Häusern, ergeben
36M 210R
He , flaches Heideland mit kurzem
Heidekraut und einigen sumpfigen Plätzen, ergibt zusammen mit einem kleinen Fleck festen Heidelandes in Retwisch
55M 180R
R 439 Hf , sind vier Moräste in und außerhalb der Felder, nämlich zwei
im Feld E und eins in oder bei Bb und das vierte bei der Grenze zu Ladebow
24M 180R
Hg , ist ein
Fleck mit Riedgras und Rohr, findet sich direkt A, macht
2M 240R
p , sind alle
Tümpel inner- und außerhalb der Felder, beinhalten
2M 240R
o , ein
Erlen- und Espenwäldchen dicht bei den Häusern, umfasst
4M 30R
Hofstellen
[Hofstellen zusammen]
42M 210R
Hofstellen
J , Weg von kurzer Grasweide
Po , ist
eine vom Pastor angepflanzte Weidenkoppel
= = . Triften4 innerhalb der Felder mit zwei buschigen Plätzen
Ö d t , wüste Hofstellen
sind zwei in Kriegszeiten aufgeworfene Wälle
R 440 i , Dinerwisch , wird
vom Greifswalder Stadtdiener bewirtschaftet
3M 150R
k , ein Wiesenstreifen am Greifswalder
Damm, der vom Müller, der dort wohnt, bewirtschaftet wird. Soll aber früher hierher gehört haben,
1M 90R
Summe
Acker: 469M 50R
Wüster Acker: 219M 165R
Wiese: 137M 90R
Heufuder: 80
Wald und Weideland: 343M 215R
Hofstellen, Obst- und Gemüsegärten: 42M 210R
Am 6. Mai 1705 ist das Kirchendorf Neuenkirchen revidiert und wie folgt befunden worden
Neuer Acker, der seit der letzten Vermessung aufgebrochen wurde
[F1-F3]
2M 195R
F1 , Von Fa vor einigen Jahren
aufgebrochen, besteht aus reinem, losen weißen Sand, der lediglich mit Roggen oder Buchweizen besät werden kann
120R
F2 , dieses Jahr vom Müller von Fa
aufgebrochen, ist bisher noch nicht besät, besteht aus losem weißen Sand, der nur selten besät werden kann
120R
F3 , vor ein paar Jahren von Fa
aufgepflügt, besteht aus etwas loser und magerer Sanderde, wird manchmal mit Feld B besät, kann lediglich mit Roggen oder
Buchweizen besät werden
1M 130R
Der Pastorenacker wurde bei der vorigen Vermessung abgeteilt; sein bisheriger wüster Acker wurde nun bei
der Vermessung verteilt.
P8 , dessen Beschaffenheit findet sich
bei Fd verzeichnet, und beinhaltet
6M 60R
RRev 442 P11 , im Feld Fe
90R
P12 , ebenso in Fc
150R
Beschreibung des übrigen wüsten Ackers
Fa, drei Stücke, von Fa und mit Nr. 4
bezeichnet, sind an einigen Stellen als Acker nutzbar, da sie sehr eben sind, doch bestehen
sie aus magerer und loser Sanderde, die hier und dort durchaus mit Roggen besät werden könnte
2M 60R
Fa, das mit Nr. 5
bezeichnet ist, liegt zwischen dem Postweg und den beiden Feldern C und B, besteht aus sehr
unebenem Land mit Hügeln und Senken, und nahe beim Morast Ha und der Grenze sehr tief liegend, kaltgrundig RRev 443 und hier und dort mit kleinen Wiesenbüscheln und sehr kurzer Heide bewachsen.
Hat überall sandigen Boden, der wegen seines schlechten, unebenen und sandigen Bodens niemals Acker war oder zu solchem
gemacht werden kann.
Fa, mit Nr. 6 bezeichnet, besteht aus sehr tiefliegender kaltgrundiger, lehmiger Sanderde mit kurzer Heide bewachsen,
die wegen des tiefen und kalten Grundes kaum mehr aufgebrochen zu können scheint.
Fa, mit Nr. 7 bezeichnet, besteht aus tief
liegender, kaltgrundiger und morastiger, humushaltiger Sanderde. Nun stehen zumeist alle Furchen voller Wasser, hier und dort
mit einigen kleinen Weidenbüschen und überall mit Heidebüscheln bewachsen, scheint wegen des schlechten und kalten Bodens
nicht aufgebrochen werden zu können, wenn es nicht durch einige Gräben verbessert wird.
RRev 444
Fb , oder Laugenhörn lag nun wie ehemals wüst, besteht aus sandig humosem Erde, an den Seiten sehr tief liegend und
kaltgrundig und in den Furchen voll mit Wasser, URev 275 mit
Heidebüscheln und Gras bewachsen. Könnte wohl mit der Zeit der Teil davon, der am höchsten liegt, aufgebrochen werden, wenn
die alten Gräben aufgegraben und instand gehalten würden, doch die Bewohner geben an, dass sie es nicht als Weide entbehren
könnten, da es in ihrem Weideland liege und die beste Weide sei.
Fc , drei Stücke, bestehen aus guter
Wiese und sehr tief liegendem, kaltgrundigen humushaltigen Sandboden, der zur Weide besser zu gebrauchen ist als zum Acker.
Er
scheint wegen seiner tiefen Lage niemals aufgebrochen werden zu können, und steht nun meist unter Wasser.
RRev 445 Fd, sechs Stücke von Fd mit der Nr. 8 bezeichnet, ist sehr tiefliegend, mit Gras und
Heidebüscheln bewachsen, hier und dort stehen einige Weidenbüsche, besteht aus sehr kaltgrundiger und ein wenig humushaltiger
Sanderde, die nur schwerlich eines Tages aufgebrochen werden zu können scheint, wenn nicht alle Gräben wieder ausgehoben
werden.
Fd, zwei Stücke mit Nr. 9 bezeichnet, sind Sandkuhlen, die aus sehr hoch liegendem Sandboden bestehen, doch sind sie so voller
Löcher, dass sie kaum zum Acker umgepflügt werden können.
Fe, mit Nr. 10 bezeichnet, besteht aus etwas tief liegender Humuserde, wird als Weide
gebraucht und ist dazu nützlich.
RRev 446 Es scheint so, dass Hc in früheren Zeiten Ackerland war, doch nun
ist es dazu nicht mehr zu gebrauchen, da es zu niedrig liegt und meist unter Wasser steht.
Seit der vorigen Vermessung
wurden zwei Bauernhöfe hier im Dorf errichtet. Die Namen der Bauern sind Petter Petters und Jacob Bidenweg, sie sind Halbbauern
und haben ebensoviel wie die anderen.
Summe
Neuer Acker: 2M 95R
Pastorenacker: 7M
Annotationen über Neuenkirchen
Vom Acker
Der Acker ist mit hier zum größten Teil ziemlich flach, besteht teils aus Sand, teils auch so niedrig liegend, dass er nur
in sehr
trockenen Jahren ertragreich ist. Die Bodengüte wird in der Arealausrechnung verzeichnet.
Der Acker ist hier in vier Schläge
aufgeteilt, doch außerdem haben sie ein Feld unter sich aufgeteilt, das jedes Jahr besät werden soll, teils vom Mühlenfeld , teils vom Kapellenfeld .
Hier kann in
guten Jahren das vierte Korn erhalten werden, nach ihrer Aussage bisweilen aber nicht einmal die Aussaat. Ich glaube allerdings,
dass hier durchweg das vierte Korn zu erlangen ist. Der Acker wird jedes vierte Jahr gedüngt.
Von Aussaat
Nr. 3, 4, 5 und 7 säen jeder nach eigener Aussage 14 Scheffel Roggen, 14 Gerste, Hafer ebenfalls 14 Scheffel und vier Scheffel
Erbsen, ergibt für alle vier 56 Scheffel Roggen, 56 Gerste, 56 Hafer und 16 Scheffel Erbsen.
Nr. 8 und Nr. 9 säen jeder nach
eigener Aussage 18 Scheffel Roggen, 18 Gerste, zwei Drömt Hafer und vier Drömt Erbsen, ergibt zusammen 36 Scheffel Roggen
und
Gerste, 48 Scheffel Hafer und acht Scheffel Erbsen.
R 448 Nr. 6 und 10 säen jeder sieben Scheffel Roggen, sieben Gerste, sieben
Hafer und zwei Erbsen, ergibt 14 Scheffel Roggen, Gerste und Hafer und vier Scheffel Erbsen. Nr. 12 und 14 säen auch 14 Scheffel
Getreide und vier Scheffel Ebsen.
Dieses ist ohne den Pachtacker gerechnet, will man dessen Zahlen wissen, kann man es im
Verhältnis schnell ausrechnen.
Hier liegt eine Wiese namens Schmatzhagenswisch , die
auch hier war.
Von Wiesen
Diese Wiesen können durchaus als durchschnittlich gelten und geben wohl durchweg ein halbes Fuder pro Morgen. Doch ist anzumerken,
dass die Flecken, die in den Feldern liegen, nicht jedes Jahr bewirtschaftet werden, sondern brach liegen, wenn das Feld Brache
ist.
Anmerkung: Hier liegt eine Wiese mit Namen Dinerwisch , die die Stadtdiener von
Greifswald besitzen, und man ist hier der Ansicht, diese Wiese sei einst von den Bewohnern den Stadtdienern für einen Dienst
auf
Lebenszeit überlassen worden, denn es ist leicht zu sehen, dass sie hierher gehört hat. R 449 denn außerhalb der Wiese verläuft ein "Lip" oder alter Graben, von dem die Bauern
annhemen, er sei die Trennungslinie.
Heufuder
Nr. 3, 4, 5 und 6 erhalten jeder nach eigener Aussage vier Fuder, ergibt zusammen 16. Nr. 8 und 9 jeder sechs Fuder, macht
zwölf.
Nr. 6 und 10 erhalten jeder zwei Fuder, ergibt vier. Nr. 11 erhält vier.
Hier liegt auch eine Wiese, die Schmatzhagenswisch heißt und in alten Zeiten von hier weggekommen ist, auf welche Weise, weiß
niemand zu berichten. Doch nun ist sie vom Besitzer wieder eingelöst worden, diese Wiese hat Nr. 14 für zwei Rtlr gepachtet,
er
erhält von ihr zwei Fuder Heu, ergibt die Summe von 38 Fudern Heu.
Vom Weideland
Weideland gibt es hier genug, sowohl Grasweide als auch Heideland, so dass sie über den Sommer genug Vieh halten können.
Sie
pflegen auch über den Sommer Milchkühe zu nehmen und geben R 450 für jede Kuh
ein Achtel Teil Butter, wenn sie außerdem anderes Vieh zur Weide über den Sommer halten, bekommen sie zwölf Lübsche Schilling
für
jedes Tier. Über den Winter können sie aber nicht mehr als folgend halten.
Brennholz und Werkzeugholz müssen sie weit entfernt
einkaufen, hier gibt es lediglich kleines Strauchwerk, wie die Karte ausweist.
Von Vieh
Nr. 2 besitzt acht Pferde, sechs Kühe und vier Schafe. Nr. 3 hat sechs Pferde, vier Kühe und sechs Schweine. Nr. 4 hat sechs
Pferde, vier Kühe und sechs Schweine, Nr. 5 besitzt sechs Pferde, vier Kühe und sechs Schweine, Nr. 6 hat zwei Pferde, eine
Kuh und
zwei Schweine, Nr. 7 sechs Pferde und zwei Kühe, seine Schafe sind gestorben. Nr. 8 hat acht Pferde, sechs Kühe, zehn Schafe
und
acht Schweine, Nr. 9 acht Pferde, sechs Kühe, zehn Schafe und acht Schweine. Nr. 10 besitzt drei Pferde, zwei Kühe und ein
Schwein,
Nr. 11 sechs Pferde, vier Kühe und sechs Schweine, für die er keinen Nebenmodus5 zahlt. R 451 Nr. 12 hält zwei Pferde und zwei Kühe, Nr. 13 besitzt
nichts, Nr. 14, 15, 16 und 17 halten jeder eine Kuh, Nr. 18 zwei Kühe und Nr. 19, 20 und 21 jeder eine Kuh.
Diese Dorf wird nur
für sechs Hufen besteuert, laut Kirchenmatrikel sollen es aber 24 sein.
Von der Windmühle
Vor sechs Jahren hat der Müller mit eigenem Geld diese Mühle aufgebaut, ebenso das Haus, in dem er wohnt. Freies Bauholz hat er von der Herrschaft erhalten. Sein Vertrag lautet dahingehend, dass er über zehn Jahre jedes Jahr vier Drömt dafür zahlt. aber später muss er sechs Drömt geben. Auf diese Weise bewirtschaftet er nunmehr die Mühle, sollte aber die Obrigkeit mehr Pacht haben wollen, müssen ihm die in der Mühle entstehenden Unkosten ersetzt werden, mit Ausnahme des Mühlsteines und der Eisengeräte. R 452
Von Krug
Der Krüger zahlt einen Rtlr an Krugpacht und vier Mark an die Professoren6 , er bekommt sein Bier aus Greifswald; er hat keinen großen Umsatz.
Vom Gesinde
Jeder, der Ackerbau betreibt, hat einen Knecht und eine Magde im Dienst.
U 318Von Abgaben
Nr. 3, 4, 5 und 7 geben an Pacht und Dienstgeld7 20 Rtlr, zusammen 80 Rtlr. Nr. 8 und 9 geben ebenso viel, also 40 Rtlr.
Für den Pachtacker geben Nr. 8 und 9 für jeden
Morgen einen Rtlr, wenn sie etwas gepachtet haben. Darüber hinaus hat der Herr Pastor hier zwei Hufen von den Professoren
gepachtet,
die die anderen vier Bauern wiederum von ihm gepachtet haben, und ihm dafür für sechs Rtlr Wert Getreide oder anderes geben.
Nr. 6 und 10 geben jeder für eine Hufe 10 Rtlr Dienstgeld, ergibt zusammen 20 Rtlr. R 453 Nr. 3, 4, 5, 7, 8 und 9 geben halb so viel wie die in Wampen. Sie wissen selbst
nicht, was sie geben, sondern sie müssen am Jahresende die Quittungen zurück geben.
Nr. 2 leistet an Kopfsteuer8 für sich drei Rtlr und für seine Frau einen halben Rtlr. Der Müllerknecht zahlt vier Mark, Nebenmodus9 gibt er zwei Rtlr und 16 Schilling, für vier Schafe sechs lübsche Schilling. Nr. 12 gibt für sich und seine Frau jählich
zwei Rtlr Nebenmodus, für zwei Pferde 16 lübsche Schilling, für zwei Kühe 16 lübsche Schilling, für zwei Jungen und eine Magd
zwei
Rtlr und 12 lübsche Schilling. Im letzten Jahr gab er zusammen sechs Rtlr 46 lübsche Schilling.
Nr. 13 gibt in allem jählich
zwei Rtlr, Nr. 14 zahlt nichts, wie er es angegeben hat.
Nr. 15 zahlt für sich und seine Frau einen Rtlr und vier Schilling und
für eine Kuh acht lübsche Schiling, Nr. 19, 20 und 21 geben ebenso. Nr. 17 gibt beides gleich wie die anderen Kuhhirten für
jede
seiner Kühe. Nr. 18 gibt für sich und seine Frau zwei Rtlr, für zwei Kühe 16 lübsche Schilling.
Sie geben auch jährlich drei
Gulden Pachtgeld für ihre Hofstellen.
1 Laut Urkarte vermessen von Olof Spaak.
2 Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.
3 Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist. Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.
4 In der Landwirtschaft ein breiter, gemeiniglich eingeschlossener Weg, auf welchem das Vieh von der Weide getrieben wird, in welcher Bedeutung es im Hochdeutschen am gewöhnlichsten ist: Die Viehtrift, der Viehweg, Treibeweg. 2) Der Ort, auf welchen das Vieh zur Weide getrieben wird. In weiterer Bedeutung führt jeder Ort dieser Art den Namen Trift, in engerer aber nur das Brachfeld, in so fern es dem Vieh zur Weide dient, zum Unterschied von der Weide. Wehrmann, Martin: Geschichte der Stadt Stettin, Stettin 1911, ND Frankfurt a. M. 1979, S. 276ff.
5 Nebenmodus: eine besondere Kopfsteuer (Personen- und Viehsteuer), die 1681 von der pommerschen Regierung zur Finanzierung der Landesverteidigung erhoben wurde. Sie betraf alle nicht possessionierten Leute, die im Bereich der städtischen und adligen Güter ansässig waren. Olesen, Jens: Auswirkungen der dänischen Herrschaft auf Verständnis und Praxis der Tribunatstätigkeit, in: Alvermann, Dirk und Regge, Jürgen (Hg.): Justitia in Pommern, Berlin 2004, S. 124 -126.
6 Nachdem Herzog Bogislaw XIV. 1626 bereits Teile des Amtes Eldena (Gut Grubenhagen mit den dazugehörigen Dörfern Subsow, Pansow und Weitenhagen) zur Versorgung der Professoren vorgesehn hatte, erklärte er 1632, er wolle das gesamte Amt Eldena der Universität Greifswald abtreten, um die wirtschaftliche Situation der Universität zu verbessern. Nachdem eine Kommission im Januar 1632 eine Visitation durchgeführt und den Zustand des Amtes protokolliert hatte, erfolgte die Schenkung am 28. März 1634. Der Herzog behielt sich allerdings Reichs-, Kreis- und Landsteuern, Jagd- und Strandgerechtigkeiten, weitere lokale Abgaben sowie Wochendienste aus einigen Dörfern vor. Die Universität besaß insgesamt 25 Orte und wurde durch diesen umfangreichen Grundbesitz, den sie bis 1945 nahezu unverändert behielt, zu einer der reichsten Hochschulen Deutschlands. Edmund Lange: Die Greifswalder Sammlung Vitae Pomeranorum, Baltische Studien, Erste Folge, Ergänzungsband, Greifswald 1898, S. 266.
7 Dienstgeld: eine Geldabgabe, welche die Untertanen an ihre Herrschaft als Ersatz für den erlassenen Frondienst zahlen müssen. Krünitz, Johann Georg, Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- und Landwirtschaft, Bd 9, Berlin 1776, Sp. 298.
8 Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.
9 Nebenmodus: eine besondere Kopfsteuer (Personen- und Viehsteuer), die 1681 von der pommerschen Regierung zur Finanzierung der Landesverteidigung erhoben wurde. Sie betraf alle nicht possessionierten Leute, die im Bereich der städtischen und adligen Güter ansässig waren. Olesen, Jens: Auswirkungen der dänischen Herrschaft auf Verständnis und Praxis der Tribunatstätigkeit, in: Alvermann, Dirk und Regge, Jürgen (Hg.): Justitia in Pommern, Berlin 2004, S. 124 -126.