Beschreibung des Dorfes Groß-Petershagen, das im Greifswalder Distrikt liegt und im Juni 1697 vermessen wurde1
Dieses Dorf gehört unter den Greifswalder Rat und zum Kirchspiel Neuenkirchen. Vor dem letzten Krieg2 stand hier ein Ackerhof, den der damalige Pächter in Wackerow oder ein Holländer3 besaß. Dieser Hof wurde im letzten Krieg zerstört, nun leben hier lediglich drei Bauern. Zu der Zeit, als der Hof hier stand, haben hier nur zwei Kossaten4 gewohnt. Einst gab es hier im Dorf acht Feuerstellen. Das Dorf grenzt im Norden an Jager, im Osten an Steffenhagen, südlich an Jarmshagen und Krauelshorst5 und im Westen an Gerdeswalde.
Namen der Einwohner
| 1 . Jacob Klar,
freier Mann, leistet 70 Rtlr Pacht und die Abgaben werden ihm gutgeschrieben 2 . Jochim Hopp, untertänig, zahlt 100 Gulden Pacht, er muss alle Abgaben tragen |
diese besitzen jeder zwei Hufen zum Bewirtschaften |
3 . Claus Demk, freier Mann, eine Hufe,
leistet 25 Rtlr
4 . Christian Hopp,
Kuhhirt
Vor fünf Jahren hatten zwei Bauern dieses Dorf gepachtet, die jeder nicht mehr als 100 Gulden Pacht zahlten
und die Kontributionen trugen, die damals noch nicht so hoch waren wie heute.
Annotationen über Petershagen
Vom Acker
Der Acker ist hier in vier Felder aufgeteilt, und nach Aussage der Bauern zum Teil sehr schlecht, besonders in nassen Jahren, denn er ist ziemlich kaltgrundig und es scheint, dass er an einigen Stellen rot darunter ist, wenn er aufgepflügt wird. Das nennen die Bauern Fosserde6 .
Von Aussaat
Jeder von ihnen sät jährlich vier Drömt Roggen, fünf Drömt Gerste, fünf Hafer und ein Drömt Erbsen.
Nr. 3 sät halb soviel, nämlich zwei Drömt Roggen, zweieinhalb Drömt Gerste, zweieinhalb Hafer und ein halbes Drömt Erbsen.
Dieser Acker müsste jedes vierte Jahr gedüngt werden. Man düngt durchaus soweit möglich, aber die Bewohner klagen, sie schaffen
es nicht, ihn überall so zu düngen, wie es nötig wäre. Daher wurde ein Teil, der auf der Karte und in der Ausrechnung vermerkt
ist, einige Jahre unbesät gelassen. Darüber hinaus steht nun auf dem Acker recht viel Gras, so dass er als Wiese oder gute
Weide genutzt werden kann.
Dieser Acker ist in durchschnittlichen Jahren der beste und kann, wenn er gut trägt, wohl das achte Korn bringen.
Von Wiesen
Hier gibt es einen Bruch beim Rickgraben , Petershäger Dik , in dem grobes Riedgras und dazwischen Weidenbüsche wachsen, den sie in trockenen Jahren mähen, sonst können sie in nassen Jahren kein Futter davon erhalten, da das Land sehr morastig ist. Wenn sie aber etwas bekommen, so erhalten Nr. 1 und Nr. 2 jeder nach eigener Aussage zwölf Fuder, Nr. 3 bekommt sechs. Außerdem können sie von den Wiesenflecken hier und dort beim Acker etwas bekommen, wenn die jeweiligen Felder besät werden, jeder wohl bis zu zwei Fuder Heu.
U 229Vom Weideland
Das ist hier gut genug, und so gut, wie es an einigen Stellen sein kann, damit über den Sommer genug Vieh gehalten werden kann. Sie pflegen auch Weidevieh zu halten, pro Stück erhalten sie 12 lübsche Schilling. Sie haben zur Zeit nach eigener Angabe nicht mehr auf den Weiden als zusammen zwölf Tiere.
R 328Wald
Brennholz haben sie hier für den Hausgebrauch von dem Strauchwerk, das es hier gibt. Vom Eichenwald brauchen sie nichts zu fällen, über die Güte des Waldes wird in der Ausrechnung berichtet.
Von Vieh
| Nr. 1. besitzt zwölf große und kleine Pferde und 30 Tiere Großvieh Nr. 2 hält zwölf Pferde und 17 Tiere Klein- und Großvieh |
diese haben jeder 300 Schafe besessen, doch nun sind sie alle tot |
Nr. 3 besitzt vier Pferde, zwei Fohlen und sieben Tiere Klein- und Großvieh. Nr. 1 und Nr. 2 haben jeder drei Bienenstöcke, Nr. 3 besitzt fünf alte und acht neue Bienenstöcke.
U 230Von Abgaben
Nr. 1 und Nr. 2 gaben jeder letztes Jahr vor Ostern jeder sieben Rtlr, ergibt zusammen 14 Rtlr. R 329 Nr. 3 gibt nicht mehr als 25 Rtlr Pacht. Ein anderes Mal haben sie jeder zehn Rtlr gegeben, macht 20 Rtlr. Nr. 1 gab letztes
Jahr fünf Rtlr, Nr. 2 gibt für sich und seine Leute drei Rtlr 28 Schilling, Nr. 1 leistet fünf Rtlr Viehsteuer7 , Nr. 2 zahlt keine.
Nr. 3 zahlt zwei Rtlr Kopf8 - und Viehsteuer, Nr. 1 und 3 zahlen darüberhinaus keine Abgaben mehr. Nr. 2 leistete in diesem Jahr 28 Scheffel Magazinkorn9 , im letzten Jahr nicht mehr als zwölf und davor nicht mehr als acht.
Hundekorn10 zahlt er ein Fierding Roggen, auch der Stadtdiener erhält zwei Fierding Hafer, Reitersteuer11 gab Nr. 2 jeden Monat einen Rtlr fünf Sch, doch seit April zahlt er jeden Monat zwei Rtlr.
An Priesterkorn12 leisten Nr. 1 und 2 zusätzlich jeder fünf Scheffel Roggen, Nr. 3 gibt zwei Scheffel, bekommt auch jedes Jahr einen Schinken
von Nr. 1 und 2. R 330 Der Küster erhält fünf Scheffel Hafer von jedem, von Nr. 3 erhält er zwei Scheffel.
Vom Gesinde
Nr. 2 hält zwei Knechte, einen Mittel- und einen Großknecht, und eine Magd. Nr. 1 nutzt seine Kinder und hält kein Gesinde.
R 331 U 231Arealausrechnung von Petershagen
Der Acker teilt sich in vier Felder
A. Dieses Jahr Roggenfeld, besteht aus folgenden Bodenarten
[A]
43M 15R
Aa , Lehmhumus auf ebenem Land beim
Dorf
22M 150R
Ab , sandhaltiger Lehmhumus und etwas
tiefer liegend
11M 255R
Ac , im Acker Aa sind drei Stücke
Brache, die eben so gut scheinen wie das andere, doch die Bauern lassen etwas für drei bis vier Jahre liegen, Dresch , da sie nicht alles düngen können. Sie sagen, er müsse ruhen, beinhaltet
2M 180R
Ad , noch ein Stück, ebenfalls bei
Ab
6M 30R
B. Mittelfeld war dieses Jahr Gerstenfeld
[B]
41M 50R
Ba , Durchschnittlich guter
Lehmhumus auf ebenem Land
33M 210R
Bb , magerer Sandhumus im selben
Feld beinhaltet
4M 90R
c , drei Ackerstreifen von
Sandhumus, zwei bei Ba und der dritte in der Olde Drift gelegen
165R
R 332 Bd , zwei Stücke Ackerbrachen derselben Art wie in Feld A
2M 285R
C. war dieses Jahr Haferfeld
[C]
51M 250R
Ca , Lehmhumus auf ebenem Land bei
der Trift13 und neben Ba und Aa, macht
6M 180R
Cb , niedrig liegender und
kaltgründiger Acker bei der Olde Drift und auf den Weiden bei der Grenze zu Jager,
beinhaltet
13M 255R
Anmerkung: Dieser Acker, das ist anzumerken, hat bei nahezu jeder
Furche einen Grasstreifen von einer, zwei, drei oder vier Ellen Breite, die davon abgerechnet werden können, doch ist zu
bemerken, dass er in trockenen Jahren wieder aufgepflügt wird.
Cd , hoch liegender Sandhumus,
Hanenhörn genannt, hat an Areal
15M 235R
x , 15 Ackerkampen aus Sandhumus,
etwas niedrig liegend, ein Stück liegt in der Olde Drift , das andere R 333 liegt zwischen dieser Trift und der Grenze zu Steffenshagen,
6M 165R
Cf , drei Ackerstreifen aus
Sandhumus, gehören auch zu diesem Feld und sind von derselben Beschaffenheit wie die vorigen, beinhalten
4M 105R
g , ein Ackerstreifen oder
Wurte14 nahe beim Dorf mit prächtigem Gras, ergibt
4M 210R
D. war dieses Jahr Brache
[D]
48M 285R
Da , Lange Kawel , eben liegender Lehmhumus
15M
Db , Fossberg , von gleicher Bodenart
13M 195
Dc , zwei Ackerstreifen, etwas
niedrig liegend, machen
285R
Dd
niedrig liegender Sandhumus, scheint darunter rotfarben zu sein, was die Bauern
Fosserde15 nennen
19M 60R
De , ein Ackerstreifen beim
Dorf
45R
Wüster Acker
[E]
196M 255R
Ea , Schlechter, wüster Acker mit
Heide bewachsen und einige niedrige Grasflecken hier und dort, liegt auf beiden Seiten der Olde
Drift
147M 285R
Eb , ein Stück ebenso hoch liegend und
zumeist aus Sand bestehend, liegt in Hanenhörn
2M 135R
Ec , wüster Acker, an fünf Stellen von
recht gutem festen Grasboden, der zuweilen auch als Wiese genutzt werden kann, wenn die angrenzenden Felder besät werden,
von
denen zwei Stücke in Hanenhörn liegen, das dritte zwischen Ab und Bb und das vierte
bei Cb. Das fünfte Stück liegt zwischen Fossberg und Lange Kawel , ergibt zusammen
46M 135R
Anmerkung: Wo diese Zeichen stehen
sind Büsche
oder Bäume im wüsten Acker.
Wiesen
[F]
62M 255R
Fa , sind acht Wiesenstreifen von
festem Graswuchs neben R 335 und in den Feldern, die nicht öfter gemäht
werden, als die Feldern besät werden. Sie liegen zwischen Ba und Olde Drift , das
dritte bei Cb, eines bei Db oder Fossberg , zwei bei Da oder Lange Kawel und eines bei den Ackerkampen in Hanenhörn
16M 255R
Fb , drei feuchte Riedgraswiesen, von
denen zwei am Damm zur Langen Kawel liegen, nämlich eine an jeder Seite, die dritte
entfernt bei Hanenhörn , beinhalten
7M 255R
Fc , eine morastige und sumpfige Wiese
von Riedgras und Weidenbüschen, die hier und dort in trockenen Jahren etwas Heu gibt, macht
36M 150R
Fd , zwei feste Wiesenflecken bei den
Häusern, macht
1M 225R
G. Wald
[G]
84M 120R
Ga , An zwei Stellen Eichen-,
Erlen-und Espenwald, teils auf niedrigem teils auf festem Boden in der Nähe der morastigen Wiese Fc, ergibt
38R 185R
Gb , junger Laubwald von Erlen,
Weiden, Birken und hier und dort einigen Eichen, teils auf feuchtem, teils auf festem Boden, dort zwischen findet sich auch
gute Wiese, beinhaltet
47M 240R
Gc , Erlenbüsche auf niedrigem Grund
und an drei Stellen, eine in Hanenhörn , die anderen beiden bei den Äckern Da und Db,
ergibt
5M 195R
Gd , Grosse und Kleine Herrenbrink , besteht aus Eichenwald
2M 165R
Ge , Espenbrink , fester Brink16 mit Espenwald
75R
Weideland
[Weide gesamt]
261M 165R
Ha , Ziemlich gute und schöne
Grasweide, alles von der Grenze zu Jager bis ins Dorf mit einigen Gräben durchzogen, macht mit Gräben und allem
97M 90R
Hb , ein Stück prächtiges Grasland in
den wüsten Äckern, beinhaltet
9M 30R
p , drei
Tümpel im wüsten Acker Ea und eines in Hanenhörn belegen, ergibt
3M 45R
j , eine
alte mit Heide bewachsene Trift, die einige Bäume an den Grabenseiten aufweist,
4M 75R
K , Petershäger Dik , ein feuchter Morast, mit Rohr, Riedgras und Weidenbüschen bewachsen
147R 225R
Hofstellen
[Hofstellen zusammen]
14M 240R
bedeutet jeweils eine Hofstelle, dort befinden sich ein Gemüsegarten und einige Bäume R 338 neben einem kleine Kälbergehege, machen
8M 285R
öd , ist eine wüste Hofstelle, wo einst eine Holländerei gestanden hat
= = , der Weg neben dem Dorf mit dem Damm zur Langen Kavel, ergibt
5M 150R
Summe
Acker: 185M 100R
Wüster Acker: 196M 255R
Wiese: 62M 255R
Heufuder: 30
Wald: 84M 120R
Weideland: 261M 165R
Hofstellen, Obst- und Gemüsegärten: 14M 240R
Am 17. Mai 1705 ist das Dorf Petershagen revidiert und wie folgt befunden worden
Neuer Acker, der seit der letzten Vermessung aufgebrochen wurde
E1 , Von Ea
aufgebrochen, besteht aus kaltgrundigem und niedrigem Sand, wird mit der Zeit wieder liegen bleiben, da sie lediglich ihre
Aussaat knapp zurück bekommen, sagen die Bauern. In nassen Jahren soll die Hälfte des Roggens dort ertrinken
4M 30R
Beschreibung des übrigen wüsten Ackers
Ea , scheint vollständig unbrauchbar zu sein, und besteht aus einer Handbreit Sandboden oben auf, der Boden ist reiner Sand und
sehr kaltgrundig und eisenrostiger roter Sand, der aussieht wie alter Ziegelstaub.
Eb , ist ein hoher holperiger
Sandhügel, als Acker völlig unbrauchbar.
Ec , liegt nun wie früher wüst,
besteht aus sehr tief liegender, schluppiger und eisenrostiger Sanderde, teils mit kurzer Heide, teils mit Gras bewachsen,
ist
als Acker unbrauchbar.
Summe
Neuer Acker: 4M 30R
1 Laut Urkarte vermessen von Abraham Hesselgreen.
2 Der Brandenburgische Krieg (Schonenkrieg) 1675-1679: Trotz des Großmachtstatus war die Situation Schwedens unsicher, im Osten bedrängte Russland die schwedischen Provinzen, Polen war ein Unsicherheitsfaktor, Brandenburg spähte nach Schwedisch-Pommern während Dänemark die verloren Gebiete in Südschweden zurückgewinnen wollte. Bereits 1672 ging Schweden ein Bündnis mit Frankreich ein, das gegen die Niederlande gerichtet war. Dafür sagte Frankreich seinem Bündnispartner finanzielle Unterstützung für die kontinentalen Truppen zu und versprach im Falle eines dänischen Angriffs militärische Hilfe. Im selben Jahr fiel Frankreich in die Niederlande ein, die sich daraufhin mit Brandenburg verbündeten. Dänemark tat sich mit dem Kaiser zusammen und war bereit, in den Krieg einzugreifen, sobald eine andere Macht Frankreich zur Hilfe eilen sollte. Dennoch stationierte Schweden auf Drängen des französischen Bündnispartners Truppen in Pommern. Allerdings suchte Schweden erfolglos den Ausgleich mit seinem nordischen Nachbarn. Im Dezember 1674 fiel der Reichsmarschall Wrangel ohne Angriffsbefehl in brandenburgisches Gebiet ein. Das Vorhaben endete mit der Niederlage bei Fehrbellin 1675. Daraufhin erklärten der Kaiser und einige Zeit später auch Dänemark dem schwedischen Reich den Krieg. Für Schweden sah die Lage kritisch aus, trotzdem gelang Schweden im Dezember 1676 bei der blutigen Schlacht um Lund ein knapper Sieg. Weitere Erfolge schließen sich an. Im Jahr 1679 kommt es zu Friedensschlüssen, dabei verpflichtete sich Brandenburg, die in Schwedisch-Pommern eroberten Gebiete zurückzugeben. Die beiden skandinavischen Reiche verhandelten ihren Frieden allein, das Schutz- und Trutzbündnis ratifizierte Karl XI. schließlich am 8. Oktober 1679. In: Busch, Michael: Krieg – Krise – Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden.
3 „Holländerei nennet man ein Etablissement, wo die Bewohner das ihnen zugeschlagene Land und Wiesen bei ihren Hofstellen in einem unzertrennten Zusammenhange liegen haben, und durch richtige Grenzen aus aller Gemeinschaft mit ihren Nachbarn gesetzt sind. Da diese Art der Einrichtung zuerst von der in Holland befindlichen entlehnet worden ist, so hat solches vermutlich Gelegenheit gegeben, dergleichen neue Anlagen Holländereien zu nennen. Besonders aber pflegt man denen Etablissements, bei welchen die Hauptsache in der Viehzucht und dem Wiesewachs besteht, diesen Nahmen beizulegen, indem auch in Holland die Haupteinnahme des Landmannes auf der Viehzucht beruhet.“ Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft, Bd. 24, Berlin 1781, Sp. 343.
4 Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.
5 Damaliger Name war Kronhorst.
6 Plattdeutsch für Fuchserde.
7 Viehsteuer, auch Viehschatz genannt, ist in einigen Orten eine Abgabe für das Vieh, das gehalten wird. Adelung; Johann Christoph: Grammatisches kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, bd. 4, Wien 1811, Sp. 1196.
8 Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.
9 Roggen der als Magazinkorn eingelagert wurde. Das Magazinkorn war eine Abgabe in Form von Getreide, Mehl oder ähnlichen Agrarprodukten, die in einigen Ländern in das obrigkeitliche Kornmagazin geliefert werden musste. Im Magazin wurde das Getreide gelagert, als Vorrat für schlechte Zeiten, wie Missernten, Teuerungen oder Belagerungen für die Versorgung der Einwohner und der Besatzung. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 45, Berlin 1789, Sp. 441ff.
10 Hundekorn: Der Begriff Hundekorn war in Vorpommern seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts bekannt. Noch im 17. Jahrhundert war diese Abgabe gebräulich, die in Roggen, Hafer und Gerste zu entrichten war. Wiggers, F. Gutachten über das Hundekorn. In: Baltische Studien, Band 29, (1878), S. 14; 38.
11 Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.
12 Kirchenkorn: Das Kirchenkorn war eine Unterhaltsabgabe an die Geistlichen in Form von Geld oder Naturalien. Backhaus, Helmut: Reichsterritorium und schwedische Provinz. Vorpommern unter Karls XI. Vormündern 1660-1672, Göttingen 1969, S. 243f. (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 25
13 In der Landwirtschaft ein breiter, gemeiniglich eingeschlossener Weg, auf welchem das Vieh von der Weide getrieben wird, in welcher Bedeutung es im Hochdeutschen am gewöhnlichsten ist: Die Viehtrift, der Viehweg, Treibeweg. 2) Der Ort, auf welchen das Vieh zur Weide getrieben wird. In weiterer Bedeutung führt jeder Ort dieser Art den Namen Trift, in engerer aber nur das Brachfeld, in so fern es dem Vieh zur Weide dient, zum Unterschied von der Weide. Wehrmann, Martin: Geschichte der Stadt Stettin, Stettin 1911, ND Frankfurt a. M. 1979, S. 276ff.
14 Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist. Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.
15 Plattdeutsch für Fuchserde.
16 Brink: ein grüner Platz ohne Bäume, in Holzungen, Feldrändern oder Wäldern. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 55.