R 325   U 227 

Beschreibung des Dorfes Groß-Petershagen, das im Greifswalder Distrikt liegt und im Juni 1697 vermessen wurde1 

Dieses Dorf gehört unter den Greifswalder Rat und zum Kirchspiel Neuenkirchen. Vor dem letzten Krieg2  stand hier ein Ackerhof, den der damalige Pächter in Wackerow oder ein Holländer3  besaß. Dieser Hof wurde im letzten Krieg zerstört, nun leben hier lediglich drei Bauern. Zu der Zeit, als der Hof hier stand, haben hier nur zwei Kossaten4  gewohnt. Einst gab es hier im Dorf acht Feuerstellen. Das Dorf grenzt im Norden an Jager, im Osten an Steffenhagen, südlich an Jarmshagen und Krauelshorst5  und im Westen an Gerdeswalde.

Namen der Einwohner

1 . Jacob Klar, freier Mann, leistet 70 Rtlr Pacht und die Abgaben werden ihm gutgeschrieben
2 . Jochim Hopp, untertänig, zahlt 100 Gulden Pacht, er muss alle Abgaben tragen
diese besitzen jeder zwei Hufen zum Bewirtschaften

3 . Claus Demk, freier Mann, eine Hufe, leistet 25 Rtlr
4 . Christian Hopp, Kuhhirt
Vor fünf Jahren hatten zwei Bauern dieses Dorf gepachtet, die jeder nicht mehr als 100 Gulden Pacht zahlten und die Kontributionen trugen, die damals noch nicht so hoch waren wie heute.

 R 326   U 228 

Annotationen über Petershagen

Vom Acker

Der Acker ist hier in vier Felder aufgeteilt, und nach Aussage der Bauern zum Teil sehr schlecht, besonders in nassen Jahren, denn er ist ziemlich kaltgrundig und es scheint, dass er an einigen Stellen rot darunter ist, wenn er aufgepflügt wird. Das nennen die Bauern Fosserde6 .

Von Aussaat

Jeder von ihnen sät jährlich vier Drömt Roggen, fünf Drömt Gerste, fünf Hafer und ein Drömt Erbsen.
Nr. 3 sät halb soviel, nämlich zwei Drömt Roggen, zweieinhalb Drömt Gerste, zweieinhalb Hafer und ein halbes Drömt Erbsen.
Dieser Acker müsste jedes vierte Jahr gedüngt werden. Man düngt durchaus soweit möglich, aber die Bewohner klagen, sie schaffen es nicht, ihn überall so zu düngen, wie es nötig wäre. Daher wurde ein Teil, der auf der Karte und in der Ausrechnung vermerkt ist, einige Jahre unbesät gelassen. Darüber hinaus steht nun auf dem Acker recht viel Gras, so dass er als Wiese oder gute Weide genutzt werden kann.
Dieser Acker ist in durchschnittlichen Jahren der beste und kann, wenn er gut trägt, wohl das achte Korn bringen.

 R 327 

Von Wiesen

Hier gibt es einen Bruch beim Rickgraben , Petershäger Dik , in dem grobes Riedgras und dazwischen Weidenbüsche wachsen, den sie in trockenen Jahren mähen, sonst können sie in nassen Jahren kein Futter davon erhalten, da das Land sehr morastig ist. Wenn sie aber etwas bekommen, so erhalten Nr. 1 und Nr. 2 jeder nach eigener Aussage zwölf Fuder, Nr. 3 bekommt sechs. Außerdem können sie von den Wiesenflecken hier und dort beim Acker etwas bekommen, wenn die jeweiligen Felder besät werden, jeder wohl bis zu zwei Fuder Heu.

 U 229 

Vom Weideland

Das ist hier gut genug, und so gut, wie es an einigen Stellen sein kann, damit über den Sommer genug Vieh gehalten werden kann. Sie pflegen auch Weidevieh zu halten, pro Stück erhalten sie 12 lübsche Schilling. Sie haben zur Zeit nach eigener Angabe nicht mehr auf den Weiden als zusammen zwölf Tiere.

 R 328 

Wald

Brennholz haben sie hier für den Hausgebrauch von dem Strauchwerk, das es hier gibt. Vom Eichenwald brauchen sie nichts zu fällen, über die Güte des Waldes wird in der Ausrechnung berichtet.

Von Vieh

Nr. 1. besitzt zwölf große und kleine Pferde und 30 Tiere Großvieh
Nr. 2 hält zwölf Pferde und 17 Tiere Klein- und Großvieh
diese haben jeder 300 Schafe besessen, doch nun sind sie alle tot

Nr. 3 besitzt vier Pferde, zwei Fohlen und sieben Tiere Klein- und Großvieh. Nr. 1 und Nr. 2 haben jeder drei Bienenstöcke, Nr. 3 besitzt fünf alte und acht neue Bienenstöcke.

 U 230 

Von Abgaben

Nr. 1 und Nr. 2 gaben jeder letztes Jahr vor Ostern jeder sieben Rtlr, ergibt zusammen 14 Rtlr.  R 329  Nr. 3 gibt nicht mehr als 25 Rtlr Pacht. Ein anderes Mal haben sie jeder zehn Rtlr gegeben, macht 20 Rtlr. Nr. 1 gab letztes Jahr fünf Rtlr, Nr. 2 gibt für sich und seine Leute drei Rtlr 28 Schilling, Nr. 1 leistet fünf Rtlr Viehsteuer7 , Nr. 2 zahlt keine.
Nr. 3 zahlt zwei Rtlr Kopf8 - und Viehsteuer, Nr. 1 und 3 zahlen darüberhinaus keine Abgaben mehr. Nr. 2 leistete in diesem Jahr 28 Scheffel Magazinkorn9 , im letzten Jahr nicht mehr als zwölf und davor nicht mehr als acht.
Hundekorn10  zahlt er ein Fierding Roggen, auch der Stadtdiener erhält zwei Fierding Hafer, Reitersteuer11  gab Nr. 2 jeden Monat einen Rtlr fünf Sch, doch seit April zahlt er jeden Monat zwei Rtlr.
An Priesterkorn12  leisten Nr. 1 und 2 zusätzlich jeder fünf Scheffel Roggen, Nr. 3 gibt zwei Scheffel, bekommt auch jedes Jahr einen Schinken von Nr. 1 und 2.  R 330  Der Küster erhält fünf Scheffel Hafer von jedem, von Nr. 3 erhält er zwei Scheffel.

Vom Gesinde

Nr. 2 hält zwei Knechte, einen Mittel- und einen Großknecht, und eine Magd. Nr. 1 nutzt seine Kinder und hält kein Gesinde.

 R 331   U 231 

Arealausrechnung von Petershagen

Der Acker teilt sich in vier Felder

A. Dieses Jahr Roggenfeld, besteht aus folgenden Bodenarten

[A]   43M 15R
Aa , Lehmhumus auf ebenem Land beim Dorf  22M 150R
Ab , sandhaltiger Lehmhumus und etwas tiefer liegend  11M 255R
Ac , im Acker Aa sind drei Stücke Brache, die eben so gut scheinen wie das andere, doch die Bauern lassen etwas für drei bis vier Jahre liegen, Dresch , da sie nicht alles düngen können. Sie sagen, er müsse ruhen, beinhaltet  2M 180R
Ad , noch ein Stück, ebenfalls bei Ab  6M 30R

B. Mittelfeld war dieses Jahr Gerstenfeld

[B]   41M 50R
Ba , Durchschnittlich guter Lehmhumus auf ebenem Land  33M 210R
Bb , magerer Sandhumus im selben Feld beinhaltet  4M 90R
c , drei Ackerstreifen von Sandhumus, zwei bei Ba und der dritte in der Olde Drift gelegen  165R
 R 332 Bd , zwei Stücke Ackerbrachen derselben Art wie in Feld A  2M 285R

C. war dieses Jahr Haferfeld

[C]   51M 250R
Ca , Lehmhumus auf ebenem Land bei der Trift13  und neben Ba und Aa, macht  6M 180R
Cb , niedrig liegender und kaltgründiger Acker bei der Olde Drift und auf den Weiden bei der Grenze zu Jager, beinhaltet  13M 255R
Anmerkung: Dieser Acker, das ist anzumerken, hat bei nahezu jeder Furche einen Grasstreifen von einer, zwei, drei oder vier Ellen Breite, die davon abgerechnet werden können, doch ist zu bemerken, dass er in trockenen Jahren wieder aufgepflügt wird.
Cd , hoch liegender Sandhumus, Hanenhörn genannt, hat an Areal  15M 235R
x , 15 Ackerkampen aus Sandhumus, etwas niedrig liegend, ein Stück liegt in der Olde Drift , das andere  R 333  liegt zwischen dieser Trift und der Grenze zu Steffenshagen,  6M 165R
Cf , drei Ackerstreifen aus Sandhumus, gehören auch zu diesem Feld und sind von derselben Beschaffenheit wie die vorigen, beinhalten  4M 105R
g , ein Ackerstreifen oder Wurte14  nahe beim Dorf mit prächtigem Gras, ergibt  4M 210R

 U 232 

D. war dieses Jahr Brache

[D]   48M 285R
Da , Lange Kawel , eben liegender Lehmhumus  15M
Db , Fossberg , von gleicher Bodenart  13M 195
Dc , zwei Ackerstreifen, etwas niedrig liegend, machen  285R
Dd  niedrig liegender Sandhumus, scheint darunter rotfarben zu sein, was die Bauern Fosserde15  nennen  19M 60R
De , ein Ackerstreifen beim Dorf  45R

 R 334 

Wüster Acker

[E]   196M 255R
Ea , Schlechter, wüster Acker mit Heide bewachsen und einige niedrige Grasflecken hier und dort, liegt auf beiden Seiten der Olde Drift  147M 285R
Eb , ein Stück ebenso hoch liegend und zumeist aus Sand bestehend, liegt in Hanenhörn  2M 135R
Ec , wüster Acker, an fünf Stellen von recht gutem festen Grasboden, der zuweilen auch als Wiese genutzt werden kann, wenn die angrenzenden Felder besät werden, von denen zwei Stücke in Hanenhörn liegen, das dritte zwischen Ab und Bb und das vierte bei Cb. Das fünfte Stück liegt zwischen Fossberg und Lange Kawel , ergibt zusammen  46M 135R
Anmerkung: Wo diese Zeichen stehen Symbol 36  sind Büsche oder Bäume im wüsten Acker.

Wiesen

[F]   62M 255R
Fa , sind acht Wiesenstreifen von festem Graswuchs neben  R 335  und in den Feldern, die nicht öfter gemäht werden, als die Feldern besät werden. Sie liegen zwischen Ba und Olde Drift , das dritte bei Cb, eines bei Db oder Fossberg , zwei bei Da oder Lange Kawel und eines bei den Ackerkampen in Hanenhörn  16M 255R
Fb , drei feuchte Riedgraswiesen, von denen zwei am Damm zur Langen Kawel liegen, nämlich eine an jeder Seite, die dritte entfernt bei Hanenhörn , beinhalten  7M 255R
Fc , eine morastige und sumpfige Wiese von Riedgras und Weidenbüschen, die hier und dort in trockenen Jahren etwas Heu gibt, macht  36M 150R
Fd , zwei feste Wiesenflecken bei den Häusern, macht  1M 225R

 R 336 

G. Wald

[G]   84M 120R
Ga , An zwei Stellen Eichen-, Erlen-und Espenwald, teils auf niedrigem teils auf festem Boden in der Nähe der morastigen Wiese Fc, ergibt  38R 185R
Gb , junger Laubwald von Erlen, Weiden, Birken und hier und dort einigen Eichen, teils auf feuchtem, teils auf festem Boden, dort zwischen findet sich auch gute Wiese, beinhaltet  47M 240R
Gc , Erlenbüsche auf niedrigem Grund und an drei Stellen, eine in Hanenhörn , die anderen beiden bei den Äckern Da und Db, ergibt  5M 195R
Gd , Grosse und Kleine Herrenbrink , besteht aus Eichenwald  2M 165R
Ge , Espenbrink , fester Brink16  mit Espenwald  75R

 R 337   U 233 

Weideland

[Weide gesamt]   261M 165R
Ha , Ziemlich gute und schöne Grasweide, alles von der Grenze zu Jager bis ins Dorf mit einigen Gräben durchzogen, macht mit Gräben und allem  97M 90R
Hb , ein Stück prächtiges Grasland in den wüsten Äckern, beinhaltet  9M 30R
p , drei Tümpel im wüsten Acker Ea und eines in Hanenhörn belegen, ergibt  3M 45R
j , eine alte mit Heide bewachsene Trift, die einige Bäume an den Grabenseiten aufweist,  4M 75R
K , Petershäger Dik , ein feuchter Morast, mit Rohr, Riedgras und Weidenbüschen bewachsen  147R 225R

Hofstellen

[Hofstellen zusammen]   14M 240R
Symbol 68  bedeutet jeweils eine Hofstelle, dort befinden sich ein Gemüsegarten und einige Bäume  R 338  neben einem kleine Kälbergehege, machen  8M 285R
öd , ist eine wüste Hofstelle, wo einst eine Holländerei gestanden hat
= = , der Weg neben dem Dorf mit dem Damm zur Langen Kavel, ergibt  5M 150R

Summe

Acker: 185M 100R
Wüster Acker: 196M 255R
Wiese: 62M 255R
Heufuder: 30
Wald: 84M 120R
Weideland: 261M 165R
Hofstellen, Obst- und Gemüsegärten: 14M 240R

 RRev 339   URev 283 

Am 17. Mai 1705 ist das Dorf Petershagen revidiert und wie folgt befunden worden

Neuer Acker, der seit der letzten Vermessung aufgebrochen wurde

E1 , Von Ea aufgebrochen, besteht aus kaltgrundigem und niedrigem Sand, wird mit der Zeit wieder liegen bleiben, da sie lediglich ihre Aussaat knapp zurück bekommen, sagen die Bauern. In nassen Jahren soll die Hälfte des Roggens dort ertrinken  4M 30R

Beschreibung des übrigen wüsten Ackers

Ea , scheint vollständig unbrauchbar zu sein, und besteht aus einer Handbreit Sandboden oben auf, der Boden ist reiner Sand und sehr kaltgrundig und eisenrostiger roter Sand, der aussieht wie alter Ziegelstaub.
Eb , ist ein hoher holperiger Sandhügel, als Acker völlig unbrauchbar.
Ec , liegt nun wie früher wüst, besteht aus sehr tief liegender, schluppiger und eisenrostiger Sanderde, teils mit kurzer Heide, teils mit Gras bewachsen, ist als Acker unbrauchbar.

Summe

Neuer Acker: 4M 30R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Abraham Hesselgreen
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urkarte vermessen von Abraham Hesselgreen.

2  Der Brandenburgische Krieg (Schonenkrieg) 1675-1679: Trotz des Großmachtstatus war die Situation Schwedens unsicher, im Osten bedrängte Russland die schwedischen Provinzen, Polen war ein Unsicherheitsfaktor, Brandenburg spähte nach Schwedisch-Pommern während Dänemark die verloren Gebiete in Südschweden zurückgewinnen wollte. Bereits 1672 ging Schweden ein Bündnis mit Frankreich ein, das gegen die Niederlande gerichtet war. Dafür sagte Frankreich seinem Bündnispartner finanzielle Unterstützung für die kontinentalen Truppen zu und versprach im Falle eines dänischen Angriffs militärische Hilfe. Im selben Jahr fiel Frankreich in die Niederlande ein, die sich daraufhin mit Brandenburg verbündeten. Dänemark tat sich mit dem Kaiser zusammen und war bereit, in den Krieg einzugreifen, sobald eine andere Macht Frankreich zur Hilfe eilen sollte. Dennoch stationierte Schweden auf Drängen des französischen Bündnispartners Truppen in Pommern. Allerdings suchte Schweden erfolglos den Ausgleich mit seinem nordischen Nachbarn. Im Dezember 1674 fiel der Reichsmarschall Wrangel ohne Angriffsbefehl in brandenburgisches Gebiet ein. Das Vorhaben endete mit der Niederlage bei Fehrbellin 1675. Daraufhin erklärten der Kaiser und einige Zeit später auch Dänemark dem schwedischen Reich den Krieg. Für Schweden sah die Lage kritisch aus, trotzdem gelang Schweden im Dezember 1676 bei der blutigen Schlacht um Lund ein knapper Sieg. Weitere Erfolge schließen sich an. Im Jahr 1679 kommt es zu Friedensschlüssen, dabei verpflichtete sich Brandenburg, die in Schwedisch-Pommern eroberten Gebiete zurückzugeben. Die beiden skandinavischen Reiche verhandelten ihren Frieden allein, das Schutz- und Trutzbündnis ratifizierte Karl XI. schließlich am 8. Oktober 1679. In: Busch, Michael: Krieg – Krise – Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden.  

3  „Holländerei nennet man ein Etablissement, wo die Bewohner das ihnen zugeschlagene Land und Wiesen bei ihren Hofstellen in einem unzertrennten Zusammenhange liegen haben, und durch richtige Grenzen aus aller Gemeinschaft mit ihren Nachbarn gesetzt sind. Da diese Art der Einrichtung zuerst von der in Holland befindlichen entlehnet worden ist, so hat solches vermutlich Gelegenheit gegeben, dergleichen neue Anlagen Holländereien zu nennen. Besonders aber pflegt man denen Etablissements, bei welchen die Hauptsache in der Viehzucht und dem Wiesewachs besteht, diesen Nahmen beizulegen, indem auch in Holland die Haupteinnahme des Landmannes auf der Viehzucht beruhet.“  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft, Bd. 24, Berlin 1781, Sp. 343.

4  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.

5 Damaliger Name war Kronhorst.

6 Plattdeutsch für Fuchserde.

7  Viehsteuer, auch Viehschatz genannt, ist in einigen Orten eine Abgabe für das Vieh, das gehalten wird.  Adelung; Johann Christoph: Grammatisches kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, bd. 4, Wien 1811, Sp. 1196.

8  Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.

9  Roggen der als Magazinkorn eingelagert wurde. Das Magazinkorn war eine Abgabe in Form von Getreide, Mehl oder ähnlichen Agrarprodukten, die in einigen Ländern in das obrigkeitliche Kornmagazin geliefert werden musste. Im Magazin wurde das Getreide gelagert, als Vorrat für schlechte Zeiten, wie Missernten, Teuerungen oder Belagerungen für die Versorgung der Einwohner und der Besatzung. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 45, Berlin 1789, Sp. 441ff.

10  Hundekorn: Der Begriff Hundekorn war in Vorpommern seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts bekannt. Noch im 17. Jahrhundert war diese Abgabe gebräulich, die in Roggen, Hafer und Gerste zu entrichten war.  Wiggers, F. Gutachten über das Hundekorn. In: Baltische Studien, Band 29, (1878), S. 14; 38.

11  Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.

12  Kirchenkorn: Das Kirchenkorn war eine Unterhaltsabgabe an die Geistlichen in Form von Geld oder Naturalien.  Backhaus, Helmut: Reichsterritorium und schwedische Provinz. Vorpommern unter Karls XI. Vormündern 1660-1672, Göttingen 1969, S. 243f. (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 25

13  In der Landwirtschaft ein breiter, gemeiniglich eingeschlossener Weg, auf welchem das Vieh von der Weide getrieben wird, in welcher Bedeutung es im Hochdeutschen am gewöhnlichsten ist: Die Viehtrift, der Viehweg, Treibeweg. 2) Der Ort, auf welchen das Vieh zur Weide getrieben wird. In weiterer Bedeutung führt jeder Ort dieser Art den Namen Trift, in engerer aber nur das Brachfeld, in so fern es dem Vieh zur Weide dient, zum Unterschied von der Weide.  Wehrmann, Martin: Geschichte der Stadt Stettin, Stettin 1911, ND Frankfurt a. M. 1979, S. 276ff.

14  Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist.  Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.

15 Plattdeutsch für Fuchserde.

16  Brink: ein grüner Platz ohne Bäume, in Holzungen, Feldrändern oder Wäldern.  Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 55.