R 309   U 217 

Beschreibung des Bauerndorfes Jager, das zur Hälfte zum Kirchspiel Gristow und zur Hälfte zu Horst gehört. Es liegt im Distrikt Greifswald und gehört zur dortigen Heiligen Geist Kirche. Im Juni des Jahres 1697 wurde es vermessen.1 

Namen der Einwohner

1. Jacob Bradendahl.
2. Marten Nemptzow.
3 . Petter Brandenburg.
4.  Paul Corasch
5.  Claes Nemptzow.
6. Henning Schröder.
7 . Marten Mörder.
8. Albrecht Hopp.
Vollbauern, haben jeder eine Hufe zu bewirtschaften.

9.  Hinrich Polsack,Schneider.
10.  Christopher Barg, Leinenweber.
11.  Hinrich Ertman, Tageköhner.
12.  Hans Meijer,Kuhhirte.
13.  Die Kapelle im Dorf.

Dieses Dorf grenzt im Norden an Wendorf, im Nordosten an Jeeser, im Osten an Kirchdorf und Mesekenhagen, im Westen an Gerdeswalde.

 R 310   U 218 

Annotationen des Bauerndorfes Jager.

Über Acker

Der wird hier in drei Schläge geteilt, seine Bodenart ist durchschnittlich gut und flach. Die zwei Felder Iserbeckerfelt und Das Bawen Thun sind die besten. Der eine Teil des Sandtfeldes besteht aus Sand, da und dort wird davon ein Stück besät, dann liegt es einige Jahr und ruht nach belieben, denn es besteht fast nur aus bloßem Sand und wird nicht gedüngt.

Über Aussaat

Im Iserbekenfelt kann jeder zwei Drömt Roggen, einen Drömt Gerste und zwei Drömt Hafer säen.
In das Feld Bawen Thun sät jeder zwei Sch Roggen, einen Drömt Gerste und einen Drömt Hafer.
In Das Sandtfeldt sät jeder zwei Drömt Roggen, zehn Sch Gerste und einen Drömt Hafer.
In das Brachfeld sät jeder manchmal drei Sch Erbsen, manchmal mehr.
Hier ist anzumerken, dass Korn und Hafer zusammen in ein Feld gesät werden.
In das beste Feld können in einen Morgen vier Sch Gerste und Roggen, sowie sechs Sch Hafer gesät werden. In einen Morgen des schlechten Feldes können drei Sch Roggen und Korn sowie vier oder fünf Sch Hafer gesät werden.
Der Schulze sagt, man könne ohne Ausnahme wohl das vierte  R 311 Korn zurück bekommen, aber Petter Brandenburg meinte, dieses sei nicht möglich.
Der Acker wird jedes dritte Jahr gedüngt, nämlich der beste. Den Sandacker düngen sie nicht, denn die Bauern sagen, wenn sie diesen düngen sollen, bevor sie den Roggen darin säen, dann verbrenne der Dünger, da ja derselbe Acker keine andere Saat als Roggen trage.

 U 219 

ÜberWiesen

Die Wiesen sind hier ziemlich gut, obgleich sie an einigen Stellen mit Busch bewachsen sind, wie es auf der Karte zu sehen ist. Die Bauern sagen, die Wiese Soltland sei die beste, davon bekäme man insgesamt 24 Fuder Heu, ergibt für jeden drei Fuder.
Von der Twerkavel bekommt jeder zwei Fuder, ergibt 16 Fuder.
Beij den Crons Camp bekommt jeder einen Fuder, das ergibt acht.
Von der Bauercoppel erhält jeder eineinhalb Fuder, ergibt insgesamt zwölf.
Von Sandtfelt erhält man insgesammt 42 Fuder.
Von Alter Burort bekommt jeder, wenn sie gemäht wird, zwei Fuder, das ergibt 16.
Alle zusammen: 118 Fuder Heu.
 R 312 Ein paar Wiesenflecken, gibt es hier, die zu der Kapelle im Dorf gehören, ungefähr zu zwei Morgen.

Über Weideland

Diese ist hier sowohl an Menge als auch an Güte so, dass sie genug Vieh halten können. Sie haben in dem gemeinsamen Weideland Im Streek keine festgelegte Grenz, sondern das Vieh wird überall mit den umliegenden Dörfern gemeinsam gehalten.

Über Wald

Holz zum Brennen haben sie für den Hausbedarf aus dem jungen Gehölz, aber nichts zum verkaufen. Im Dambruk pflegen der Bürgermeister und der Rat in Greifswald, die hier zu sagen haben, mit anderen umliegenden Dörfern, die auch jungen Wald haben, gegen Bezahlung zu handeln.

 U 220 

Über Vieh

Jeder der Bauern kann acht Pferde, acht Kühe, zwei oder drei Schafe, drei oder vier für eine Person halten. R 313 Nr. 9 hat drei Häupter Vieh und gibt zwei Taler Pacht, zwei TalerDienstgeld2 ,Nebenmodus3  einen halben Taler,Kopfgeld4  manchmal 16 ß manchmal einen halben Taler. Er gibt für das Handwerk, das er ausübt, zehn Mark.

Nr. 10 hat zwei Häupter Vieh.
Nr. 11.hat zwei Stück.
Nr. 12 hat auch zwei Stück.
Diese geben wie die anderen Einlieger und sind Untertänige. Manchmal gibt der Leinenweber für sein Amt einen Rthl.

Über Dienst

Diese dienen in Wackerow drei Tage in der Woche mit zwei Personen und vier Pferden. Manchmal müssen sie in der Erntezeit vier Tage in der Woche mit zwei Personen und vier Pferden dienen.

Über Abgaben

Hufensteuer5  für siebeneinhalb Hufen haben sie an Ostern für das laufende Jahr sieben Gulden gegeben, das ergibt 52 einhalb Gulden.
Dann hat jeder einmal sieben Gulden gegeben, das ergibt 62 Gulden neun lß.
 R 314 Tribunalsteuer6  hat jeder 22 lß gegeben, das ergibt für sieben drei Rthl und zehn lß.
Kopfsteuer7  hat jeder drei Gulden zwei Mal im Jahr gegeben, ergibt 36 Rthl.
Pacht gibt jeder zehn Rthl und 18 lß jährlich, das ergibt für sechs 62 Rthl und zwölf lß.
Magazinkorn8  gab jeder von sechs Teilen 18 Sch, das ergibt 108 Sch.
Reitersteuer9  gibt jeder im Jahr bis jetzt 13 Rthl und zwölf lß, ergibt 79 Rthl 24 ß.
Zuvor haben sie für sechs Hufen Steuern gezahlt, aber nun sollen sie für sieben Hufen zahlen, wie man ihnen sagte.
 U 221 Diese geben auch jeder ein Huhn an das Armenhaus wie sie berichten, das sind acht Hühner insgesamt.
Priesterabgabe10  pro Hufe geben sie zwei Sch Roggen und einen Schinken.
Der Küster erhält von jedem zwei Sch Hafer.

 R 315   U 222 

Arealausrechnung von Jager

Der Acker wird in drei Felder geteilt, nämlich:

A : Iserbekenfelt , war dieses Jahr Roggenfeld

und besteht aus folgenden Bodenarten.

[A]   97M 60R
Aa  guter Lehmhumus auf durchschnittlich hohem Land  83M 210R
Ab  zwei Stücke niedrig liegender Lehmhumus, ergeben  7M 90R
Ac  fünf Stücke brach liegender Acker, scheinen wohl in nassen Jahren keine Saat tragen zu mögen, wurde nun also nicht besät, ergeben  6M 60R

Das Sommerfeld

[Das Sommerfeld insgesamt]   70M 30R
Ba  Croncamp , niedrig liegender Lehmhumus etwas sandvermischt  17M 120R
Bb  sechs Stücke Ackerkämpe oder Wurten, guter Lehmhumus, der auch in diesem Feld bestellt wird, liegt beim Dorf  13M 195R
Bc  eben liegender Lehmhumus, in Nähe des Dorfes am Weg zu Jeeser, ergibt  6M
 R 316 Bd  ein Stück sandvermischter Lehmhumus daneben, umfasst  16M 225R
Symbol 10  ist ein Stück Sandacker in Bd  225R
Be  zwei Stücke Lehmhumus in der Wiese F gelegen, umfassen  6M 195R
f  drei kleine, niedrig liegende Wiesenflecken in genannter Wiese  165R
Bg  zwei Stücke aus Sandhumus bestehend und hoch liegend  8M 75R

 U 223 

C . Das Brachfeld, Bawen Thun genannt:

[C, D]   119M 45R
C  hochliegender Lehmhumus, am West- und am Nordende tief liegend, umfasst  75M 135R
D  ist Sandacker, der jedes dritte, vierte oder fünfte Jahr einmal an vier Stellen bestellt wird, davon befinden sich zwei Stellen an der Grenze zu Jeeser und Kirchdorf, die anderen beiden bei den Häusern, umfassen  43M 210R

 R 317 

Wüster Acker

[E]  33M 255R
E  sechs Stücke sandiger und mit Heide bewachsener wüster Acker, und wo sich dieses Zeichen Symbol 36 befindet sind Büsche darauf, diese liegen bei B und D, ergeben  19M 45R
Ea  ein Stück ebenso, an der Grenze zu Groß Petershagen  14M 210R

Wiesen

[Wiesen insgesamt]  [Ertrag] 130 Heufuder  203M 195R
Fa  die Wiese, die Soltland genannt wird ist eine ziemlich gute Wiese, je näher am Graben, der die Grenze zu Gerdeswalde ist, desto sumpfiger und mooriger, wird für die beste hier im Dorf gehalten, ergibt  39M 75R
Fb  trockene, hoch liegende Wiese im Feld A, an einigen Punkten etwas sumpfig  2M 210R
b  in und neben dem genannten befinden sich noch acht Stücke Wiesenflecken, die nicht oft gemäht werden können, wenn das Feld besät ist, ergeben  3M 45R
 U 224 Fc  sind drei Stücke flache Wiesen mit Riedgras, zwei Stücke bei den Ackerwurten R 318  an der Grenze zu Wendorf, und das dritte Stück auf der anderen Seite des Dorfes beim Acker Bc, ergeben  5M 120R
Fd  SchultenKoppel , ist eine niedrige Wiese beim Grundstück des Schulzen, ist mit Weidebüschen bewachsen, die der Schulze sich mittels seines Dienstes oder Amtes vorbehalten hat  8M 45R
Fe  sind vier Stücke flache Wiesen, nämlich Alter Baurorth und Twerkavelswisch , werden hier nur für eine gerechnet, da sie nicht voneinander getrennt sind. Beij den Cronscamp ist das zweite Stück gelegen, das dritte im Crons-Camp und das vierte bei der Schulten Koppel . Diese sind von einer Natur, außer Alter Baurorth , es ist sumpfiger und mit Moorbodengräsern, die anderen sind fest und mit gutem Graswuchs, umfassen  29M 165R
 R 319 Ff  trockene, hoch liegende Wiese mit sehr kurzem Gras jedoch dicht bewachsen, liegt beim Feld C, ergibt  10M 150R
Fg  eine sumpfige Wiese mit Riedgras bei Baurorth und Twerkavelswisch gelegen, ergibt 4M 120R
Fh Baurkoppel , sumpfige, buschige Moorwiese, umfast  50M 150R
Fi  flache, sumpfige und niedrige Moorwiese daneben  45M 255R
k  sind drei Stücke kleine Wiesenecken, eine an der Grenze zwischen Kirchdorf und Jager, die zweite beim und die dritte im Acker Bd gelegen, mit festem Grund und durchschnittlichem Graswuchs, umfasst  3M 90R
l  eine trockene, hoch liegende Wiese beim oder auf dem Grundstück Nr: 10, mit festem, gutem Graswuchs, umfasst  270R

 R 320   U 225 

Wald und Moraste oder Brüche

[G, H]   219M 120R
Ga  Dambruck , mit Eichen, Birken und Kiefern auf Heideland bewachsen  48M 255R
Gb  junger Eichen- und Haselwald bei der Grenze zu Groß Petershagen, ergibt  7M 30R
Gc  junger Kiefern und anderer Laubwald auf niedrigen Grund, ergibt  7M 255R
Gd  Im Boken genannt, besteht aus Eichen-, Birken-11  undHaselwald  27M 270R
Ge  Kobrinck mit einigen Eichen, ergibt  6M 75R
Gf  mit einigen Eichen auf festem Grund und Büschen von dem Acker Bd gleich neben den Ackerwurten, sowohl im Dorf als auch an der Grenze zu Wendorf, ergibt mit einem Stück an der Grenze zu Kirchdorff  11M 120R
 R 321 Gg  Erlen- und Weidenbruch findet man hier an neun Stellen gelegen, eines lieg an den Grenzen zu Wendorf, das zweite beim Dorf und sechs kleine Stücke findet man in den Wiesen zwischen den Äckern Ba und Bg, das neute Stück liegt unweit des gemeinsamen Weidelandes Im Streek genannt, umfassen zusammen  67M 165R
Gh  zwei Stücke mit Espenwald in der Wiese Schultzen Koppel , ergeben  2M 225R
Gi  zwei Stücke Feuchtwiesen im und neben dem Feld A, ergeben  9M 150R
H  drei Stücke flache Moraste in der Grenze zu Wendorf gelegen  7M 150R
Noch ein Morast, Alle Kuhlen genannt an der Grenze zu Groß Petershagen mit gleichem Zeichen, ergibt oder umfasst 22M 225R

 R 322 

Weideland

[J]   265M 195R
Ja  flaches, gutes Weideland mit gutem Gras und festem Grund, ergibt  238M 270R
Jb  flaches und sumpfiges Weideland, bei der Grenze zu Groß Petershagen, umfasst 14M 120R
Jc ein Stück Heideland daneben, umfasst  4M 30R
Jd  eine Koppel oder wüstes Grundstück bei denHäusern  2M 225R
Je  gute Grasweide an der Grenze zu Jeeser  5M 150R

Hofstellen

Symbol 29 Hofstellen, worauf jeder Bauer einen Gemüsegarten und einige Bäume stehen hat
k  dieWege
Symbol 87 Triften unten beim Weideland
Symbol 91 zwei Tümpel in den Wegen
18M 120R

L  ist ein Platz mit jungem Erlenwald, gehört zu Gristow  1M 255R

Summe

Acker: 286M 135R
Wüster Acker: 33M 255R
Wiese: 203M 195R
Heufuder: 130 Heufuder
Wald: 219M 120R
Weideland: 265M 195R
Hofstellen: 18M 210RR

 RRev 323   URev 257 

Am 18. Mai des Jahres 1705 wurde das Dorf Jager revidiert und wie folgt befunden

Neu aufgebrochener Acker seit der letzten Vermessung

[E1-E2]   5M 135R
E1  vier Stücke von E aufgebrochen, sind hoch liegender, magerer Sand, werden nur jedes dritte Jahr mit Roggen besät  4M 105R
E2  ein Stück von E aufgebrochen, besteht aus etwas ebeneren Sandboden, wird beim Feld B bestellt  1M 30R

Kirchen- oder Kapellenwiese, die nun vermessen wurde

[K1-K3]   3M 215R
K1  zwei Stücke in Fe  2M 120R
K2  zwei Stücke in Fh  1M 30R
K3  ein Stück in Fi  75R

Beschreibung des übrigen wüsten Ackers

E  das übrige von E besteht teils aus hoch gelegenem, magerem Sand mit  RRev 324   URev 258 kurzer Heide und teils tief liegend mit Moos bewachsen, ist alles zusammen zur Kultur ungeeignet.
Ea  lag bis jetzt wüst, besteht aus sehr niedrigem, kaltgründigem und moorigen Sandboden, mit kurzer Heide und Moos bewachsen, ist als Acker ungeeignet, wenn es nicht durch ausgehobene Gräben verbessert wird.Sonst findet man auf der Feldmark dieses Dorfes keine Gelegenheit weder Wiese noch Weideland, das als Acker genutzt werden könnte, weil das alles sehr sumpfig und tiefliegend ist.

Summe

NeuerAcker: 5M 135R
Kirchenwiese: 3M 215R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Abraham Hesselgreen
Revision: Ab. Wulff, Johan Hesselgren
Anmerkungen:

1 Laut Urschrift wurde es von Abraham Hesselgreen vermessen.

2  Dienstgeld: eine Geldabgabe, welche die Untertanen an ihre Herrschaft als Ersatz für den erlassenen Frondienst zahlen müssen. Krünitz, Johann Georg, Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- und Landwirtschaft, Bd 9, Berlin 1776, Sp. 298.

3  Nebenmodus: eine besondere Kopfsteuer (Personen- und Viehsteuer), die 1681 von der pommerschen Regierung zur Finanzierung der Landesverteidigung erhoben wurde. Sie betraf alle nicht possessionierten Leute, die im Bereich der städtischen und adligen Güter ansässig waren.  Olesen, Jens: Auswirkungen der dänischen Herrschaft auf Verständnis und Praxis der Tribunatstätigkeit, in: Alvermann, Dirk und Regge, Jürgen (Hg.): Justitia in Pommern, Berlin 2004, S. 124 -126.

4  Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.

5  Hufensteuer bezeichnet die Steuer, die von den Feldern nach Hufen gerechnet gezahlt wird. Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 25. Berlin 1782. Sp. 602 ff.

6  Für die im Westfälischen Frieden zugesprochenen norddeutschen Provinzen erhielt Schweden das privilegium de non appellando. Damit verbunden war die Verpflichtung, ein eigenes Oberappellationsgericht als Substitut des Reichskammergerichts einzurichten. Dieses 'Tribunal' wurde nach 1648 in Wismar errichtet; die Etablierungsphase endete allerdings erst 1664 mit der vollständigen Besetzung der Richterstellen. Die Finanzierung sollte durch die deutschen Provinzen Schwedens geleistet werden. Diese Tribunalsteuer lag in Pommern im Verantwortungsbereich des ständischen Landkasteneinnehmers, der sich direkt an jede Ortsobrigkeit wenden sollte. Aufgrund der starken Kriegsschäden in Pommern verzögerten sich in den ersten Jahrzehnten nach Gründung die Zahlungen allerdings häufig oder gingen nur unregelmäßig ein, erst zum Ende des 17. Jahrhunderts begannen die Zahlungen regelmäßig zu fließen.  Dähnert, Johann Carl: Platt-deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1782, S. 228.

7  Das Kopfgeld ist eine Personensteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit, die jeder Einwohner zu entrichten hatte, wobei die Höhe der Abgabe sich nach dem jeweiligen Stand der Person richtete.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 44. Berlin 1788. Sp. 34ff.

8  Das Magazinkorn war eine Abgabe in Form von Getreide, Mehl oder ähnlichen Agrarprodukten, die in einigen Ländern in das obrigkeitliche Kornmagazin geliefert werden musste. Im Magazin wurde das Getreide gelagert, als Vorrat für schlechte Zeiten, wie Missernten, Teuerungen oder Belagerungen für die Versorgung der Einwohner und der Besatzung.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 45, Berlin 1789, Sp. 441ff.

9  Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.

10  Priesterkorn, auch Priestergerechtigkeit. Eine Getreideabgabe der Bauern eines Kirchspiels an ihren Pastor.  Tobien, Alexander: Die Agrargesetzgebung Livlands Bd. I, Berlin 1899, S. 69

11 In der Urschrift böök: Buchen.