R 744   U 439 

Beschreibung des Kirchdorfes Reinkenhagen, das im Oktober 1696vermessen wurde1 

Das Kirchdorf Reinkenhagen liegt zwischen Stralsund und Greifswald, grenzt im Norden an Engelswacht und Miltzow, im Osten an Hankenhagen, im Süden an Mannhagen und Wilmershagen und im Westen an Hildebrandshagen. Dieses Dorf hat mehrere Besitzer, wie den Staatskommissar Klinkowström, der den größten Teil hier im Dorfe besitzt. Ihm gehören neun steuerpflichtige Hufen, für sieben gibt er Hufensteuer nach Greifswald, für die anderen beiden nach Stralsund. Der Staatskommissar hat diese beiden Hufen in diesem Sommer von den Kammerherren in Stralsund gekauft.
St. Georgen2  in Stralsund ist der andere Besitzer in diesem Dorf, ihr gehören zwei Landhufen, von denen zwei Hufen in Stralsund versteuert werden.
Die Trägerleute oder Träger in Stralsund besitzen hier im Dorf ebenfalls eine halbe Landhufe, die nach Stralsund versteuert wird. Die Witwe von Rittmeister Schröder in Reinkenhagen hat auch eine halbe Landhufe, die nach Stralsund versteuert wird. Sie besitzt zudem eine Kate im Dorf und dabei einen Ackerstreifen mit einer Aussaat von einem Scheffel.
Auf dem Anteil von Engelswacht haben sieben Vollbauern und sieben Kossaten3  gelebt, auf den zwei Hufen, die von den Kammerherren gekauft wurden, lebten zwei Bauern. Nun wohnt dort ein Pächter. Auf den anderen Teilen haben nie mehr gelebt als nun hier sind.

Namen der Einwohner

1 . Joachim Balthasar Birnbaum, Pastor der Gemeinde Reinkenhagen
2 . Hans Henrich Reuter, Krüger und freier Mann, der eine Hufe Land vom Staatskommissar Klinkowström gepachtet hat
3 . Conrad Kluut, freier Mann, pachtet die zwei Hufen vom Staatskommissar, die er von den Kammerherren gekauft hat
4 . Die Schäferei des Staatskommissars
5 . Ludwig Pansow, Schmied, hat drei Morgen bei der Schmiede und außerdem jährlich Acker vom Staatskommissar
6 . Küsterhaus, der Küster pachtet jährlich Acker
7 . Hinrich Ram, Schneider und freier Mann, der jährlich Acker pachtet
8 . das Haus des Kuh- und Schweinehirten
9 . eine alte Mühlenkate in der ein Häker wohnt, der ein freier Mann ist
10 . eine Kate auf dem Land des Pastors, in der die Witwe des alten Pastors lebt
11 . Hans Glasen, freier Mann, lebt auf der halben Trägerhufe
12 . Christian Remer, Leinweber, lebt in der kleine Kate der Witwe Schröder
13 . Mattis Eggers, freier Mann, wohnt auf dem Anteil des Staatskommisars, er bewirtschaftet acht Morgen Land

14 . Martin Kröger
15 . Jacob Koos
16 . Fratz Koos
17 . Hans Schumann, freier Mann
Bauern von St. Georgen, von denen die ersten drei untertänig sind

18 . Petter Burgmeister, freier Mann, lebt auf der halben Hufe der Witwe Schröder
19 . David Risch, freier Mann, wohnt auf dem Anteil des Staatskommissars

 R 746   U 441 

Arealausrechnung des Dorfes Reinkenhagen

Vom Acker

Der Acker im gesamten Dorf liegt in vier Schlägen und ist von folgender Beschaffenheit:

[A1, A2, A3, A5]   415M 20R
A1 , Acker von recht gutem Sandhumus, der in mittleren Jahren recht gute Winter- und Sommersaat tragen kann  271M 80R
Diese 16 kleineren und größeren Ackerstücke gehören zum Anteil von Engelswacht.
A2 , ebenfalls recht guter Acker, der gute Winter- und Sommersaat trägt  87M 150R
In diesem Stück bebaut der Krüger eine Hufe, die zu Engelswacht gehört, aber sie ist ihm gut zugemessen, und im selben Stück soll die Witwe des Rittmeisters Schröder eine halbe Hufe besitzen, die auch nicht uneben oder zu klein ist.
A3 , vier Stücke sandigen Ackers, die etwas fester als der anderer Acker sind, aber bisweilen recht gute Roggensaat tragen, gehören zum Anteil von Engelswacht  47M 150R
A5 , ein prächtiger Ackerstreifen, der gute Saat trägt und jedes Jahr besät werden kann  8M 240R

A4 , Der Acker des Pastors, recht guter Sandhumus  43M 112R
 U 442  A6 , die halbe Stralsundische Trägerhufe besteht aus recht gutem sandig humosen Land und beinhaltet  17M 22R

[A7-A9]   113M 110R
A7 , ziemlich guter sandig humoser Acker, der zu St. Georgen in Stralsund gehört und in bestimmte Areale abgeteilt liegt  82M 295R
A8 , ebensolcher Acker, der St. Georgen gehört  17M 40R
A9 , magerer und schwerer Acker  13M 75R
 R 747  Die Bauern haben berichtet, wieviel Hufen zu welchem Anteil gehören, wie auf der ersten Seite nachgesehen werden kann. Doch danach kann sich niemand richten, denn die Bauern sind wirklich so konfus in ihren Angaben, dass man sich wirklich vorsehen soll, bevor man Schlüsse aus ihren Angaben zieht. Man muss hier die Angaben aller Besitzer hören und sich zeigen lassen, wieviel jedem gehört.
Der Acker von allen Hufen, wie ich bemerkt habe, ist reichlich zugemessen, lediglich der Pastor hat auf seinen zwei Hufen reichlich wüsten Acker.

 U 443 

B. Vom wüsten Acker

[B1-B5]   380M 90R
B1 , Etwas sandiger wüster Acker, schwer und kaltgrundig und mit Heide bewachsen  119M
B2 , wüster Acker mit jungem Laubwald bewachsen, hier und dort gibt es dort kleine Tümpel und Sölle  66M 150R
B3 , recht guter wüster Acker, der mit Heidekraut bewachsen ist  76M 225R
B4 , wüster Acker, etwas sandig und steinig, mit Heidekraut bewachsen  60M 15R
B5 , wüster Acker, der mit jungem Laubwald bestanden ist und unterschiedliche Tümpel und Sölle hat  58M
Der oben genannte wüste Acker gehört zum Anteil des Staatskommissars

 R 748 

[B6-B8]   79M 150R
B6 , wüster Acker zwischen den zwei Hufen des Pastors, der ebenso gut wie der gepflügte Acker ist  15M 150R
B7 , wüster Acker mit Gebüsch und Tümpeln in der halben Stralsundischen Trägerhufe  10M 150R
B8 , wüster Acker zwischen St. Georgens Hufen, der mit Laubwald bewachsen ist  53M 150R

Anmerkung: Der wüste Acker, der mit Wald bestanden ist, verfügt über viele niedrige Senken, Tümpel und Sölle, die noch nie gepflügt worden sind, doch ist das meiste davon Acker gewesen.
Nun aber durch die Büsche zu kriechen und alle kleinen Tümpel und Sölle auszutrocknen, hat niemand die Zeit. Das wäre reine Zeitverschwendung.

 U 444 

C. Von Wiesen und Heuschlag

[C1-C3]  [Heuertrag] 10 Fuder  9M 84R
C1 , Eine kleine gute Graswiese bei der Grenze zu Hankenhagen  1M 78R
C2 , eine kaltgrundige Wiese vor dem Kiefernwald in Richtung Engelswacht  5M 150R
C3 , vor dem Ende des Ackers von St. Georgen eine Wiese von  2M 156R
Auf dem Anteil Engelswachts oder des Staatskommissars Klinkowström kann man jährlich sieben Fuder und auf dem Anteil von St. Georgen drei Fuder Heu erhalten, ergibt 10 Heufuder.

 R 749 

Symbol 10  Von Weideland und Wald

[Symbol 10 ]  503M 253R
Symbol 10  1, Niedriges Heideland, auf dem sowohl für kleines als auch für großes Vieh recht gute Weide ist  120M
Symbol 10  2, ein tiefer Morast, in dem man früher, als das Feld noch unbewaldet war, Torf zum Brennen gestochen hat  60 M
Symbol 10  3, ein Laubwald, sowie große Eichen und eine kleine gerodete Heide, die beinhalten  30M 150R
Symbol 10  4, drei Stücke recht guter Kiefernwald, der wohl früher zu einem Teil gepflügt wurde  68M
Symbol 10  5, Morast und Heideland, mit kleinen Laubbüschen bewachsen  33M
 U 445 Symbol 10  6, etwas niedriges und kaltgrundiges Heideland, das früher zum größten Teil aufgepflügt war  140M
Symbol 10  7, Weide von gutem Grasbewuchs, der Acker dort war aufgepflügt, kann durchaus als Wiese angesehen werden  6M 170R
Symbol 10  8, eine Sölle oder Morast, in dem, so wird gesagt, kleine Karauschen leben sollen  4M 198R
Symbol 10  9, ebenfalls ein kleiner Tümpel mit kleinen Karauschen oder "Bibeln"  187R

 R 750 

Symbol 10  10, Triften, kleine Tümpel, Wege und Hügel im Ackerfeld des Staatskommisars Klinkowström, die beinhalten  19M
Symbol 10  11, Büsche und Sölle in St. Georgens Acker  17M 168R
Symbol 10  12, Büsche und Tümpel im Pastorenacker  4M

[Hofstellen gesamt]   67M
Symbol 94  die Hofstellen mit den Wegen und den wüsten Stellen beinhalten zusammen  67M
Bei den Höfen sind kleine Gemüsegärten zum Eigenbedarf, außerdem stehen rund um die Häuser tragende Obstbäume, doch sind sie ohne große Bedeutung.
Die Revisionsausrechnung befindet sich auf der Seite 791.

Summe

Acker: 588M 264R
Wüster Acker: 459M 240R
Wiese: 9M 89R
Heufuder: 10
Wald und Weideland: 503M 253R
Hofstellen: 67M

 R 751   U 446 

Annotationen über Reinkenhagen

Weideland gibt es hier sowohl für Großvieh als auch für Schafe genug. Auf diesen Feldern kann eine ansehnliche Schäferei gehalten werden, und die Weide ist hier für Schafe recht gesund. Da alle Felder aufgepflügt und rein sind, wäre nur wenig Weide vorhanden, doch muss man sich vergegenwärtigen, dass es hier viel wüsten Acker gibt, der in früheren Zeiten jedes vierte bis sechste Jahr lediglich mit Roggen und Hafer besät wurde, und deshalb zur Viehweide dazugelegt wurde. Auch gibt es hier beim Dorf viel wüsten Acker, der fast so gut ist wie gepflügter und mit geringer Mühe aufgepflügt werden kann. Siehe dazu die Unterschiede beim wüsten Acker, die bereits erwähnt wurden; derjenige, der mit Büschen und Wald bewachsen ist, ist nicht so gut wie der flache, der mit Heidekraut bestanden ist.
Anmerkung: Zwischen Reinkenhagen und Hankenhagen liegt eine kleine Weide, deren Zugehörigkeit umstritten ist, verzeichnet unter K. Sie beinhaltet ungefähr drei Morgen und 150 Ruten. Hierüber gibt Hankenhagens Arealausrechnung Auskunft.

 R 752   U 447 

Von Aussaat und der Güte des Ackers

Der Pächter, der in Engelswacht lebt, bebaut und besät hier im Dorf drei Hufen, der Krüger eine Hufe, Kluut zwei Hufen. Die anderen drei Hufen, die zu Engelswacht gehören, werden morgenweise verpachtet.
Der Acker des gesamten Dorfes wird in etwa vier Schlägen gehalten, doch nicht in getrennten Feldern, da der Acker und seine Hufen sehr verschachtelt miteinander liegen, und jeder Acker sein getrenntes Brachfeld hat, so verhält es sich auch mit den anderen Feldern.
Was der Pächter in Engelswacht jährlich auf den drei Hufen aussäen kann, die er hier bewirtschaftet, hat er angegeben; es findet sich in den Annotationen von Engelswacht. Der Krüger sagt, jährlich drei Drömt Roggen, zwei Drömt Gerste, drei Drömt Hafer, einen Scheffel Buchweizen und einen Scheffel Leinsamen aussäen zu können, Kluut jährlich vier Drömt Roggen, zwei Gerste, und vier Hafer, sowie jeweils einen Scheffel Buchweizen und einen Leinsamen. Was auf die anderen drei Hufen gesät werden kann, wusste man nicht recht, da es so viele sind, die sie besäen.
Jeder der Bauern von St. Georgen kann 15 Scheffel Roggen, sechs Scheffel Gerste, 20 Scheffel Hafer und jeweils einen halben Scheffel Buchweizen und Leinsamen aussäen. Der Bauer auf der halben Trägerhufe sät zehn Scheffel Roggen vier Gerste und 14 Scheffel Hafer.
 R 753   U 448  Der Bauer auf dem Hof von Rittmeister Schröder kann 14 Scheffel Roggen, sieben Scheffel Gerste, 18 Scheffel Hafer und einen halben Scheffel Buchweizen oder Leinsamen aussäen.
Nach den oben genannten Angaben zur Aussaat muss man sich nicht richten, denn sie sind so, dass die Bewohner sich deswegen schämen sollten, daher sollte man die Aussaat lieber selbst nach dem ausgerechneten Areal des Dorfes vornehmen. Man gehe von vier Schlägen aus, und rechne nach den eigenen Angaben der Einwohner pro Morgen drei Scheffel Roggen oder Gerste und vier Scheffel Hafer.

Vom Arbeits- und anderem Vieh

Was das Arbeitsvieh und die Schäferei auf dem Teil anbelangt, den der Pächter von Engelswacht hier bebaut, so steht dies bei den Angaben zu Engelswacht.
Der Krüger hält fünf Pferde und zwei Ochsen, Kluut besitzt fünf Pferde und vier Ochsen, jeder der St. Georgen Bauern hält vier Pferde, der Bauer auf der Trägerhufe hält vier Pferde, der Bauer der Witwe Schröder hat ebenfalls vier Pferde.
Jeder der freien Männer, die auf dem Anteil Engelswachts leben und Acker pachten, halten vier Pferde und fünf Stück Rindvieh. Der Krüger besitzt über den Winter zwölf Rindviecher und zehn Schafe, Kluut 14 Stück Rindvieh und einige Schafe. Jeder der Bauern von St. Georgen kann sieben Stück Vieh und sechs Schafe über den Winter bringen, der Bauer auf der Trägerhufe zur Zeit lediglich sechs Stück Rindvieh.

 R 754   U 449 

Vom Gesinde

Der Krüger und Kluut halten jeder einen Knecht, eine Magd und einen Jungen. Jeder der Bauern von St. Georgen, der Bauer der Schröderschen und der Trägerbauer haben eine Magd oder einen Jungen. Die anderen Bewohner des Dorfes behelfen sich ohne Dienstvolk.

Vom Dienstgeld

Der Krüger gibt für den Acker und den Krug jährlich 30 Rtlr, außerdem die anderen Steuerpflichten, die auf seine Hufen fallen. Kluut leistet jährlich 38 Rtlr und nichts darüber hinaus, die St. Georgen Bauern geben zusammen jährlich 40 Rtlr, der Schmied jährlich fünf und der Bauer auf der Trägerhufe sieben Reichstaler.
Henrik Ram zahlt jährlich vier Reichstaler, der Bauer der Schröderschen acht, Mattis Eggers acht und David Risch zehn Reichstaler.

Von Abgaben

Reinkenhagen leistet vierteljährlich sechs Reichstaler Akzise4 , zur Reitersteuer5  sehe die Annotationen von Engelswacht. Sechs Monate des Jahres wird eine Reiter unterhalten, für jeden der sechs Monate sind sieben Reichstaler zu zahlen, außerdem zahlt dieses Dorf für fünf Hufen Reitersteuer an Stralsund. Für jede Hufe werden monatlich 12 Schilling gezahlt.
Jeder der Stralsundischen Bauern spinnt jährlich vier Mark Werg und gibt dies Engelswacht. This Eggers gibt jedes Jahr einen Reichstaler Pacht an die Kirche.
Reinkenhagen wird nicht mit seinen Hufen in der Kirchenmatrikel aufgeführt, doch der Pastor erhält die Bezahlung für zwölf Hufen, und in der Beschreibung wird auch dem Manuskript des Pastors über die ganze Gemeinde gefolgt, die "Weil die rechte Kirchenmatrikel etc." heißt.

 RRev 791   URev 395 

Am 15. Mai 1705 ist in Reinkenhagen die Revison von mir, Samuel Griese, vorgenommen und wie folgt befunden worden

Neuer Acker, der seit der letzten Vermessung aufgebrochen wurde

[Neuer Acker gesamt]   61M 180R
Ba , Vom wüsten Acker B1 aufgebrochen, der Boden besteht aus sandhaltiger Erde, die sowohl Winter- als auch Sommerkorn trägt, wird zusammen mit dem Stück A3 gebraucht  2M 13R
Bc , acht Stücke, vom wüsten Acker B3 aufgebrochen, besteht aus sandhaltiger Erde, liegt eben und ist zum vierschlägigen Acker, und zwar zum Acker A1, gelegt  32M 30R
Bd , fünf Stücke vom wüsten Acker B4 aufgebrochen, besteht aus sandhaltiger Erde, liegt eben und ist sowohl zur Winter- als auch zur Sommersaat geeignet  24M 270R
Symbol 10  zwei Stücke, die von Symbol 10  :3 gerodet und aufgebrochen sind, besteht aus humoser, etwas sandhaltiger Erde, liegt eben und ist sowohl zur Winter- als auch zur Sommersaat gut  2M 165R

 RRev 792 

Pfarracker wurde hier schon früher vermessen

D , in A4, ist schon ausgerechnet
Bf , in Bc, ist neu aufgepflügt, besteht aus sandhaltiger Erde, an Fläche  7M 240R
Außerdem hat der Pastor in B6  an wüstem Acker  7M 210R

 URev 396 

Beschreibung des übrigen wüsten Ackers

B1 , Ist ein ebenes Feld, besteht eine Viertel Elle tief aus sandhaltiger Erde, und ist kultivierbar.
B2 , der Grund besteht aus guter schwarzer, etwas sandhaltiger Erde, allerdings ist es mit kräftigem großen Gehölz bewachsen und daher nicht kultivierbar
 RRev 793 B5 , der Grund besteht zwar aus guter schwarzer Erde,
B7 , allerdings sind sie mit kräftigem großen Gehölz bewachsen
B8 , und daher nicht kultivierbar
B3, mit Nr. 1  bezeichnet, ist ein eben liegendes Feld, das in einer Tiefe von einer Viertel Elle aus sandhaltiger Erde besteht, und kultivierbar ist  26M 210R
Anmerkung: Das Übrige von B3 besteht aus magerem, schwerem Sand und ist nicht zu bewirtschaften.
B4 , ist teils niedrig, teils bergig gelegen und der Boden besteht aus magerem schwarzen, teils aus schwerem gelben Sand und ist nicht kultivierbar.
 RRev 794   URev 397 B6 , gehört zur Pfarre und ist teils mit großem Gehölz bewachsen, teils auch hügelig, und es besteht aus schwerem Sand und ist also nicht kultivierbar
Symbol 10  :3, das Übrige ist mit großem Gehölz bewachsen und nicht kultivierbar
Symbol 125  zwei Stücke in A1, liegen seit der ersten Vermessung wüst und sind mit hohem Hasengeil6  bewachsen, war einst ein Kossatenstück gewesen, an Fläche hat es  4M 45R.

Summe

Neuer Acker: 61M 180R
Wüster Acker: 26M 210
Kultivierter Acker: 7M 240R
Wüster Pfarracker: 7M 210R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Peder (Petrus) Wising
Revision: A. Norrdahl
Anmerkungen:

1 Laut Urschrift Folio 438 vermessen von Peder Wising.

2  Das Kleine St. Jürgenkloster in Stralsund wurde (1673 zusammen mit dem Friedhof St. Jürgen errichtet), es diente als Hospital und lag in der Nähe des Kniepertores auf der Stadtmauer, ein im 18. Jhdt. errichtetes Gebäude steht noch heute in der Knieperstraße 9.  Lange, Edmund: Die Greiffswalder Sammlung Vitae Pomeranorum. Alphabetisch nach Geschlechtern verzeichnet. (Baltische Studien, Erste Folge. Ergänzungsband ) Greifswald 1898. S.

3  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.

4  Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste.  Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.

5  Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.

6 Alte Bezeichnung für Spartium scoparium, Besenginster, Besenkraut, Brahm. Wird bis zu einem Meter hoch.