Beschreibung des Nonnendorfer Dienstdorfes Lubmin, das im August 1694 vermessen wurde1
Lubmin soll eineinviertel Meilen von Wolgast entfernt liegen, in der Himmelsrichtung Nordwest zu West, von Greifswald ungefähr
zwei
Meilen gerechnet. Zur Zeit des letzten Herzogs2 haben hier acht Vollbauern
und vier Kossaten sowie ein Müller und ein Krüger gewohnt. Ihre Häuser haben das Zeichen
. Über das Dorf hat die
Herrschaft Wrangelsburg3 die Gerichtsbarkeit, dennoch gehört es zum
Ackerwerk Nonnendorf4 ,wohin die gegenwärtigen Einwohner ihre Dienste
verrichten müssen. Diese Bewohner wissen zu berichten, dass, gemäß der Angabe ihrer Vorväter, Lubmin früher einmal zum Amt
Wolgast
gehört hat, aber in der Zeit der Fürsten einem Oberst Karl Ruth5 für seinen
treuen Dienst überlassen wurde. Von dessen Familie soll der damalige Feldherr Wrangel6 es für bares Geld gekauft haben. Seitdem ist es auf Anordnung desselben Herren unter der Verfügung des oben genannten
Ackerhofes. Es soll den Bauern befohlen sein, dass jeder während der Roggenzeit, wenn abgemäht wird, mit vier Leuten arbeiten
muss.
Dieser Dienst dauert neun Tage. Darüber hinaus müssen sie während der Gerstenmahd jeder drei und für die Heuernte jeder zwei
Arbeiter
geben, die sie jährlich halten müssen. Weiterhin müssen sie, wenn die Zeit des Pflügens kommt, jeder vier Pferde für vier
Tage geben,
aber den fünften Tag mit zwei Leuten Dienst tun. Außerdem muss jeder 14 Mark Werg für den dortigen Verwalter spinnen lassen.
Das
leisten nun die Bauern, aber sonst der hiesige Pächter, der einen Bauernhof mit einer Hakenhufe bewirtschaftet. Er gibt 34
Reichstaler
Pacht und nicht mehr, außer dem Nebenmodus.7 Anzumerken ist noch, dass er
auf der alten Hofstelle des Müllers lebt. Im letzten Krieg stand hier eine Windmühle, die damals zerstört wurde. Ihr Zeichen
ist
, sie ist westlich des Dorfes am Wege verzeichnet. Auf diese Mühle, die R1128 zu Wrangelsburg gehörte, wurde ein Mühlenpächter gesetzt, der jährlich zehn Drömt
Roggen gab. Ihm gehörte hier im Dorf lediglich diese Hausstelle, aber nach der Zerstörung der Mühle wurde der Hofstelle eine
volle
Bauernstelle zugeschlagen. Da derselbe Müller in seiner Mühle viereinhalb hundert Gulden hatte, bekam er die oben erwähnte
Hakenhufe
dazu. Mit einem Wort, sie wissen nicht, mit welchem Recht sie diese einst bekamen. Was darüber hinaus die anderen wüsten Stellen
betrifft, so haben die Einwohner sie unter sich aufgeteilt. Die vier Kossaten sollen kein bestimmtes Ackerland außer einigen
kleinen
Wurten8 um das Dorf herum haben. Jeder der oben genannten acht Vollbauern
hat eineinhalb Landhufen gehabt, macht zusammen zwölf, dazu kommt die Hakenhufe, die dem Müller aus oben erwähnten Gründen
gehört. Die
jetzigen Besitzer wissen nicht, wie hoch diese Hufen in der Kronsteuer9 veranlagt sind, sondern antworten, sie geben so viel wie andere ihresgleichen. Ihrem Pastor, der in Wusterhusen lebt, wohin
sie zur
Kirche gehen, gibt jeder eineinhalb Scheffel Roggen sowie einen Reichstaler und außerdem, wie in der Beschreibung Freesendorfs
zu
finden ist, einige kleine unterschiedliche Abgaben. Der Schulze hat für sein Amt Acker zu eineinviertel Scheffel Roggen, Wiese
zu einer
kleinen Fuhre Heu und einen kleinen Erlenbruch. Alles zusammen liegt an der Kräseliner Grenze neben dem Foddo Felt. Was nun ihre Grenzen betrifft, so ist dieses Dorf im Westen durch einen Bach richtig von Vierow getrennt,
sowie im Süden von Kräpelin und Kräselin. Jedoch muss man wissen, dass man nicht weiß, wie die Grenze in dem Erlenbruch zwischen
Kräpelin und diesem Dorf verläuft, aber Kräselin ist erst Feld für Feld mit der Kräpeliner Grenze und dann durchgehend durch
einen
Graben abgetrennt. Aber mit Warsin oder Spandowerhagen im Osten können sie fast keine sichere Grenze benennen, doch geht sie
auf dem
kleinen See, Blankendiek genannt, und folgt seinem Wasserlauf ganz hin bis zur Allmende, wie
diese Einwohner angegeben haben, die Karte aber zeigt dies besser.
Bewohner
1
Jochom Schult, Schulze 1 1/2
Landhufen
2
Hans Hagman, Pächter 2 Landhufen
3
Martin Witt 1 1/2 Landhufen
4
Martin Faul 1 1/2 Landhufen
5
Klaas Bål 1 1/2 Landhufen
6
Goris Jancik 1 1/2 Landhufen
7
Theis Witt 1 1/2
Landhufen
Die übrigen eineinhalb Hufen haben sie zu gleichen teilen unter sich aufgeteilt. 1 1/2 Landhufen
Einlieger
8
Ernst Blom
9
Lÿlolf Meÿer
10
Frins Bolikow
11
Hans Getschkow
12
Jochom Mÿsbeck
13
Jacob Frantz, Viehhirte
Arealausrechnung des Dorfes Lubmin
Ackerbau
[A,B,C,D]
464M 120R
A
ist Strandfelt
Aa
Lehmhumus, wenig sandig
96M 180R
Ab
schwerer vermischter Lehmhumus
40M
B
Alt Koppelnfelt
Ba
wenig sandiger Lehmhumus
113M 240R
Bb
schwerer sandvermischter Lehmhumus
15M
Bc
niedrig liegender Lehmhumus
22M
C
Foddo felt
Ca
Lehmhumus, wenig sandvermischt
57M
Cb
schwerer sandvermischter Lehmhumus
3M
D
Heidefelt
Da
wenig sandiger Lehmhumus
45M
Db
schwere Sandmischung
72M
E ist der Acker, den die von Freesendorf an ihrer Grenze gepachtet haben.
R1130 U993Wiese und ihre Heuernte
[Insgesamt]
345M 90R
370 Heufuder
E ist eine Wiese, Houwen
genannt. F ist Thunwisch und G ist Kawell. Alle
sind von ebenem Wiesengrund und gehören zu nachfolgenden Dörfern wie:
[Symbol] Bedeutet, dass diese Wiese in Streifen die mit diesen Symbolen bezeichnet sind, zu folgenden
Orten gehören.
| L
Lubmin f Vierow B Brünzow ς Stevelin W Warsin K Wusterhusens Kirche B Spandowerhagen P Pritzwald
Konerow
Pastorenwiese in Wusterhusen
Kräpelin
Wusterhusens
Voddow
Latzow
|
diese können überall zumindest ein Fuder Heu auf jedem Morgen geben 310M 90R |
F1
Die Wiesenflecken in den Äckern sind von zweierlei Beschaffenheit: erstere sind bei diesem
Zeichen von buschiger Art und können ein Fuder je Morgen geben
10M
F2
zweitens von üppigem Grasboden, gibt zwei Fuder je Morgen
25M
Fischgewässer
Ha Blankendiek ist ein kleiner See mit einem anderen kleinen Karauschenteich südöstlich bei Da mit dem Zeichen 2 5M 90R
Weideland
[I]
792M
Ia
Eichenbüsche, die einst fürstlich gewesen sein sollen, so dass keiner wagt, darin Holz zu
hauen
92M
Ib
einige Erlenbrüche mit grasreichem sumpfigen Grund
52M
Ic
kleine Kiefern- und Eichenbuschbestände mit sehr sandigem Boden
167M
Id
grasreiche Tümpel und Morast, die allesamt üppige Weide geben und teilweise an den Seiten
für Heugras eingezäunt sind.
60M
R1132 U995 If
ist ebenes Heideland, das zur See hin aus vielen großen Sandhügeln besteht, hierin
miteinbezogen sind die Straße und die Hofstellen mit dem Zeichen
421M
Obst- und Gemüsegärten
Die Obst- und Gemüsegärten liegen durcheinander, die ersteren bestehen zusammen aus
Äpfel-, Birnen und Walnussbäumen
5M
Der Seestrand, der durchgehend steil ist, besteht aus lauter Sand und ist aus dem Areal
ausgeschlossen.
Grenzzeichen
Grenzsteine sind mit Punkten
Grenz-Eichen findet man unter dem
,das sie bezeichnet.
Summe
Acker: 464M 120R
Wiese: 345M 90R
Heufuder: 370 Fuder
Fischgewässer: 5M 90R
Weideland: 792M
Gärten: 5M
Annotationen zu Lubmin
Von Ackerbau und Aussaat
Nach eigenem Augenschein sind diese Äcker ziemlich gut von der ersten Bodenart, denn die andere, die als schwer sandvermischt beschrieben ist, gibt es viel weniger, denn der Sand scheint auf weiten Strecken vor Lehmhumus das Übergewicht zu haben. Dennoch ist auf dem gesamten Ackerland irgendeine Sandmischung zu finden. Aber es gibt hier auf den Feldern einen Unterschied, Alt Koppelnfelt, dass nun Wintersaat hat, hat den Vorzug vor den anderen Feldern, denn obwohl es in seiner Mitte, wo die kleinen Tümpel sind, etwas tief liegend ist, und in nassen Jahren dadurch geschädigt werden soll. Doch ist dies nur ein kleines Stück inmitten des ganzen Feldes, das zumeist überall gleich gut ist, denn die Sandmischung, die es dort gibt, schadet nicht so sehr. Auch könnte der tiefen Lage durchaus abgeholfen werden, indem man einen kleinen Graben mittendurch anlegen würde. In mittelmäßigen Jahren gibt es auf allen Äckern gute Saat, wofür es in diesem Jahr einen guten Beweis gibt. Verursacht wird dies besonders durch seine gute Lage, sowohl in trockenen als auch in nassen Jahren. Als nächstes folgt an Güte Strandfelt, das nun Brache ist. Anschließend kommen Foddo Felt und schließlich Heidefelt, das nun mit Sommersaat besät ist, denn jedes Jahr werden drei Felder besät und das vierte ruht. Was die Aussaat angeht, so soll man nach eigenen Angaben der Bewohner in einen Morgen Land von der besseren Bodenart drei Scheffel säen können, aber in den schlechteren nicht über zwei. Es soll also, sagen die Bauern, R1134 jedermanns Aussaat sein: Roggen 28, Gerste 18, Hafer und Erbsen zwei Scheffel, woraus man den Schluss ziehen kann, was jeder im Verhältnis säen kann.
Die Wiesen und ihre Heuernte
Die Wiesen des Dorfes liegen meist in Richtung Freesendorf, und sind dem Aussehen nach außerordentlich prächtig und grasreich. Doch soll, der Erfahrung nach, ein Morgen nicht viel mehr als ein Fuder Heu geben, vor allen Dingen in nassen und trockenen Jahren. Aus diesem Grund sind alle gleichmäßig an den Wiesen beteiligt, obwohl dieses Dorf doch so viel davon hat. Jeder soll nicht mehr als fünf Fuder Heu bekommen. Sonst gibt es um das Dorf herum Tümpel, neben und innerhalb der Äcker, so dass sie dort auch jeder vier Fuder Heu bekommen können. Wenn sie nun die Wahrheit gesagthaben mögen, so besitzen sie so viele Wiesen, dass ihr Vieh reichlich Nahrung hat, und sie nichts von anderen Orten holen müssen. Welche Zweifel es daran gibt, findet sich in der Ausrechnung.
U997Wald, Weide und Vieh
Neben und nach dem Ende des Heidefelt ist ein kleiner Waldabschnitt auf Sandboden, der aus kleinen rundlichen Kiefernbüschen besteht, die nur als Brennholz oder als Zaunstangen verwendet werden können, wofür auch der gleich beim Dorf R1135 liegende Erlenbruch nützlich ist. Sonst liegt zwischen Warsin und hier ein Abschnitt mit Eichenbüschen, der seit Menschengedenken ein unbeschreiblich großer Eichenwald war, der in guten Mastjahren nicht nur für die Schweinemast aller umliegenden Dörfer gerechnet werden konnte, sondern auch makellose, große Bäume hatte, die nun verschwunden und abgeholzt sind. Dieser Eichenwald dient den Bewohnern recht gut, denn sobald eine Eiche in den Wind guckt, so hacken nicht nur die hiesigen Bewohner sie ab, sondern auch andere aus der Umgebung, da niemand da ist, der die Aufsicht hat - schlecht gemacht! Die Weide besteht aus fünferlei Arten: zum ersten aus dünnen Grasstreifen10 und grasreichen Gehölzen, sowie hier und da im Heidekraut kleinen Tümpeln und Morast, dann aus ebenem Heideland und steinigem Sandboden, der sich nicht sehr zur Weide eignet. Nach der Heuernte lassen sie ihr Vieh auf die Wiesen bei Freesendorf, woraus man wohl ersehen kann, dass das Vieh hier gute Sommerweide haben kann, so dass sie bisweilen junges Vieh aufziehen können. Sie sagen jedoch, dass keiner über den Winter mehr als 13 Stück Großvieh durchfüttern kann, sowie acht Pferde. Bei der Schafherde steigt die Anzahl auf 210, bei Schweinen und Gänsen jeweils auf 100.
Fischerei
Auch wenn dieses Dorf so nah am Meer liegt, lässt ihre Ackerwirtschaft nicht zu, dass sie diese in großem Umfang betrieben, außerdem eignet sich ihr Strand nicht dazu, R1136 denn die offene See grenzt ans Land, folglich gibt es keine Bucht und der Strand ist überall voller Steine. Aus diesem Grund üben sie diesen Nahrungserwerb kaum aus, mit Ausnahme der Flundernfischerei im Sommer und dem Heringsfang im Frühling. Nur hin und wieder in ihrer freien Zeit versuchen sie, auch andere Fische zu fangen. Anzumerken ist, dass keine Wasserpacht bezahlt werden muss, und die Fischerei hier frei ist, die ihnen reichen würde, wenn die Gelegenheit und die Zeit dies zuließen. Hier gibt es auch einen kleinen See, der Blankendiek genannt wird und Karpfen haben soll, aber er gehört zu Spandowerhagen. Die Bewohner sagen, das Meer würde allgemein mehr schaden als nutzen, da es nicht nur den Sand vom Strand über die Äcker bläst, sondern hie und da großen Schaden zufüge, indem es das Ufer immer mehr aushöhle und vermindere.
U998Gesinde
Sie bräuchten wohl jeder für ihren Herrenhofdienst wie auch zur Bestellung und weiteren Bearbeitung ihrer Äcker zwei Knechte und zwei Mägde, gleichwohl sind es nur drei, die diese Anzahl haben, nämlich der Pächter Marten Witt und Klas Bål, die anderen haben jeder nur einen Knecht und eine Magd.
R1137Bienen
Hier gibt es gute Nahrung für die Bienenhaltung, da das gesamte umliegende Land so für die blühende Herbstheide geeignet ist wie andere blumenreiche Sommerorte. Doch gibt es hier nicht mehr als sechs Stück bei Witt und bei Bål.
Obst- und Gemüsegärten
Rund um das Dorf gibt es eine Menge Bäume, die zeigen, dass hier überall Obstgärten waren, doch sind zu einem guten Teil unbrauchbare Bäume darunter verbreitet. Es gibt aber zum Teil kleine schöne Äpfel-, Birnen-, Pflaumen- und Kirschbäume, vor allem beim Schulzen, so dass sie nicht allein ihren eigenen Höfe damit werden versorgen können, sondern auch Teile davon verkaufen, wenn die Jahre danach sind.
RRev304 URev435Im Jahr 1705 wurde das Dorf Lubmin revidiert und wie folgt befunden
[Dc,Dd]
11M
Cc
von Jc bewirtschaftet und von gleicher Güte wie Cb
1M 30R
Dc
bewirtschaftet von Jc und besteht aus Sand, wird mit Db besät
10M 150R
Dd
kaltgründig, von Id bewirtschaftet
150R
Wüsten Acker, der als Acker dienen könnte, gibt es nicht, denn er besteht aus Sandhügeln und Gruben, die der Wind hin und her, bläst. Hier ist nicht eine Kiefer zu sehen, sondern die, die hier standen, sind knapp über dem Boden abgeschlagen. NB sind zwei Stücke, die zu Spandowerhagen gehören und aus Sand bestehen. Werden alle drei bis vier Jahre besät, 1M 30 Ruten. Hier haben die Bauern ihre Grenze zwischen Warsin und hier verändert, und behaupten, dies gehöre zu Spandowerhagen.
Summe
Neuer Acker: 12M 30R
1 Wurde laut Urschrift Fol. 988 von Anders Jernström vermessen.
2 Die Regierungsepoche der pommerschen Herzöge wird in der Beschreibung häufig als die herzogliche Zeit oder die Zeit der Herzöge bezeichnet und es bezieht sich auf einen Zeitraum vor 1637, dem Jahr, in dem der letzte pommersche Herzog Bogislaw XIV. kinderlos starb. Mit seinem Tod endete in Pommern die Zeit, in der es von einem Fürsten aus dem pommerschen Greifengeschlecht regiert wurde und die Schweden in den Gebieten westlich der Oder die Herrschaft übernahmen. Wachowiak, Bogda: Das vereinigte Herzogtum Pommern (bis 1648). In: Piskorski, Jan M. (Hg.): Pommern im Wandel der Zeiten. Stettin 1999. S. 153 f.
3 Königin Christina verlieh 1643 das Gut Vorwerk mit seinen Ackerhöfen Groß Ernsthof und Spandowerhagen 1643 dem Herman Wrangel, dem Generalgouverneur von Livland für seine Dienste. Nach seinem Tode im selben Jahr erhielten es seine unmündigen Kinder aus dritter Ehe als Erbe. Seit 1649 verwalte Carl Gustav Wrangel die Güter und tauschte sie 1653 gegen seine Besitzungen in Livland ein. Um dem Gut Vorwerk einen repräsentativeren Charakter zu verleihen, benannte er es in Wrangelsburg um. Das Gut Nonnendorf u.a. mit dem Dorf Vierow war schon 1652 von dem Generalgouverneur gekauft worden. Asmus, Ivo: Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels. In: Wernicke, Horst und Werlich, Ralf Gunnar (Hg.): (Pommern. Geschichte-Kultur-Wissenschaft. 3. Kolloquium zur pommerschen Geschichte. 13. und 14. Oktober 1993), Greifswald 1996, S. 131-133. Derselbe: Das Testament des Grafen-Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Asmus, Ivo, Droste Heiko (Hg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der frühen Neuzeit, Berlin, Hamburg, Münster 2005, S. 204-f.
4 Das Ackerwerk Nonnendorf kam 1688 in den Besitz der Auguste Aurora Wrangel und fiel als sie 1699 unverheiratet und kinderlos starb als ehemlaliges Domonialgut zurück an die Krone. Asmus, Ivo: Das Testament des Grafen-Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Asmus, Ivo; Droste Heiko; Jend Olesen (Hg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der frühen Neuzeit, Berlin, Hamburg, Münster 2005, S. 217-220.
5 Oberst Karl Ruth bekam das Gut Nonnendorf als Lohn für seinen Dienst. Am 9. Oktober 1652 verkaufte er dieses Gut an den Feldherrn Wrangel für 22.000 (18.000 ?) Reichstaler. Der Kaufvertrag liegt als Kopie im RA Stockholm E 8029 (RBH 563 [25]). Asmus Ivo, Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels. In: Wernicke, Horst und Werlich, Ralf-Gunnar (Hg.): Pommern. Geschichte-Kultur-Wissenschaft, 3. Kolloquium zur Pommerschen Geschichte 13.-14. Oktober 1993. Pommern im Reich und Europa, Greifswald 1996, S. 133. Beschreibung Nonnendorfs, LA Greifswald, Rep 6a, Band 4, Folio 1147.Asmus, Ivo: Das Testament des Grafen-Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Asmus, Ivo, Droste Heiko (Hg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der frühen Neuzeit, Berlin, Hamburg, Münster 2005, Anmerkung 36, S. 204.
6 Carl Gustaf Wrangel: Der bekannte schwedische Feldherr Carl Gustaf Wrangel wurde am 13. Dezember 1613 geboren, seine Eltern waren der Sohn des baltisch-stämmigen Adligen Hermann Wrangel und der Margareta Grip (eine Cousine Gustav II. Adolfs). Wrangel erhielt die übliche Ausbildung eines jungen Adligen jener Zeit, wozu auch die Bildungsreise in andere europäische Länder zählte. Nach Aufenthalten in den Niederlanden und Frankreich schloss er sich den schwedischen Truppen in Deutschland an und durchlief eine außerordentliche militärische Karriere. Schon 1645 wird er Feldmarschall, sechs Jahre später erhält Wrangel einen Grafentitel, im Jahr 1657 ist er Admiral und 1664 Reichsmarschall. Außerdem gehört er in der Zeit 1660-1672 zur Vormundschaftsregierung Karls XI. Als Generalgouverneur Schwedisch-Pommerns (1648-1650 und 1661-1676) übernimmt er die Mittlerfunktion zwischen dem schwedischen Reich und dem Kontinent, wobei es ihm gelang, recht unabhängig in seiner Position zu wirken - schon seine Zeitgenossen nannten ihn, wegen seines Auftretens einen "norddeutschen Prinzen". Neben seinen umfangreichen Besitzungen in Pommern, besaß der Feldherr auch u. a. große Anwesen in Schweden und Finnland, und wirkte als einer der großen Bauherrn seiner Epoche. Wrangels glanzvolle militärische Laufbahn endete1675 wenig ruhmvoll mit der Niederlage bei Fehrbellin, wo er der Oberbefehlshaber über die schwedischen Truppen war. Schwer krank starb er am 25. Juni 1676 auf seinem Sitz Spyker auf Rügen. Da er keine überlebenden Söhne hatte, vererbte Wrangel seinen umfangreichen Nachlass seinen Schwiegersöhnen. Hofberg, Herman: Svenskt biografiskt handlexikon, Bd.II, Stockholm 1906, S. 746
7 Nebenmodus: eine besondere Kopfsteuer (Personen- und Viehsteuer), die 1681 von der pommerschen Regierung zur Finanzierung der Landesverteidigung erhoben wurde. Sie betraf alle nicht possessionierten Leute, die im Bereich der städtischen und adligen Güter ansässig waren. Olesen, Jens: Auswirkungen der dänischen Herrschaft auf Verständnis und Praxis der Tribunatstätigkeit, in: Alvermann, Dirk und Regge, Jürgen (Hg.): Justitia in Pommern, Berlin 2004, S. 124 -126.
8 Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist. Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.
9 Kronsteuer: eine Steuer, die einem Landesherrn bei seiner Krönung, oder zur Annahme der königlichen Würde, entrichtet wird. 1 Macc. 10, 29. 11, 35. wird sie die Kron-Steuer genannt, Krünitz, D. Johann Georg: Oeconomische Encyclopädie oder allgemeines System der Staat- Stadt- Haus und Landwirtschaft, Bd. 53, Berlin 1791, Sp. 831.
10 Siek ist ein Grasstreifen zwischen den Aeckern. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 86.