Beschreibung des Dienstdorfes Rubenow, das im Juli 1694 vermessen wurde1
Dieses Dorf ist von Wolgast aus im Nordwesten bis Norden etwa eine Meile entfernt und gehört zum Gut Wrangelsburg2 . Ihren Dienst leisten einige in Nonnendorf3 , nämlich alle Bauern; und einige in Ernsthof, nämlich alle Halbbauern. Die Bauern verrichten jeder jahrein und jahraus ihren
Hofdienst an vier Tagen mit zwei Dienstleuten und vier Zugtieren; den fünften Tag nur mit zwei Dienstleuten. Und so ist es
meistens
das ganze Jahr hindurch, außer in der der Erntezeit, da müssen sie alle Tage, solange die Ernte dauert, mit vier Dienstleuten
Hofdienst leisten. Aber die Halbbauern tun ihren Dienst nur mit zwei Leuten während der Roggen gemäht wird, sonst aber mit
einem
Mann und nicht mehr. Außer diesem Dienst muss jeder Bauer zwölf Mark Hede4 spinnen lassen, und wenn sie diese nicht bekommen, müssen sie sechs Mark Feinleinen spinnen. Die Halbbauern leisten dagegen
die Hälfte. Dieses Recht stammt aus der herzoglichen Zeit5 , als die Herzöge Jagdgarn6 haben spinnen lassen - aber jetzt nutzen die Pächter dieses Recht. Weiterhin geben die Einwohner an ihre Herrschaft elf Mark
vorpommersch Pacht und die Halbbauern geben jeder vier Mark. Die Kronsteuer7 geht über das, was andere Dörfer von gleicher reduzierter Hufenzahl8 geben, welche dreieinhalb reduzierte beträgt. Sonst besteht ihre Hufenzahl aus 20 Landhufen, die früher von zehn Vollbauern
und drei Kossaten9 bestellt worden waren, ihre Wohnstellen sind mit der Signatur
angegeben worden und deren Hufe werden
nun von den unten genannten Einwohnern bewirtschaftet. Mit Ausnahme der vier Landhufen, die der Verwalter aus Nonnendorf bestellt.
Zu bemerken ist auch, dass R 1112 der betreffende Verwalter alles Getreide,
das er hier erntet, nach Nonnendorf bringen lässt. Hier wohnt auch ein freier Mann, der hier vier Landhufen besessen hat,
diese sind
nun reduziert und in die obengenannten 20 Landhufen einbezogen. Der Schulze hat für sein Amt vier Wiesen zu vier Fuder Heu.
Zur
Kirche gehen die Einwohner nach Kröslin, wo auch ihr Pastor wohnt. Dieser erhält überall hier 20 Sch Roggen, sowie eine Wurst,
ein
Brot, 20 Eier und von jeder Person im Jahr einen Schilling Zeitgeld10 . Wenn jemand verlobt wird, bekommt er zwei Rthl, besucht er einen Kranken bekommt er einen Halben Rthl. Außerdem gibt jeder
neun Sch Priesterkorn11 Roggen und Gerste nach Wolgast, drei Sch von jeder Art und der Halbbauer gibt im Verhältnis dazu. Was den Grenzverlauf des
Dorfes angeht, so ist dieser überall richtig, wie im Norden mit Latzow und Nonnendorf wo Feld an Feld liegt ohne irgendein
Grenzzeichen. So ist es auch im Osten mit Voddow, außer in den Wiesen, dort läuft ein kleiner Graben durch die Erlenbüsche
in den
Landgraben. Im Süden trennt der Landgraben das
Dorf vom Kronwald in Netzeband und von Lodmannshagen. Im Westen ist der Grenzverlauf mit Pritzwald ebenfalls ohne Zeichen,
außer bei
den Wiesen, wo ein kleiner Sielgraben entlangläuft.
Einwohner
| 1 . Michel Faul,
Schultz, vier Hufen 2 . Michel Dins, vier Hufen |
Vollbauern |
3
Michel Oluf Halbbauer, ein eindrittel Hufen
4
Johan Dän, freier Mann, vier Hufen
5
Christian Dins, Halbbauer, ein eindrittel Hufen
6
Hans Faul, Halbbauer, ein eindrittel Hufen
Die übrigen von den 20 Landhufen
bestellt der Verwalter aus Nonnendorf, vier Hufen
Einlieger
7 . Georgen
Nils
8 . Petter Dins
9 . Hans Spansow
10 . Jochom Spansow
| 11 . | Petter Kortlepell, Kuhhirte Gotfriderick Edwalt, Kuhhirte |
12 . Hindrick Dins
R 1113 U 980Arealsaurechnung für den Hof Rubenow
Ackerbau
[A,B,C,D] 366M
Aa
ist Sechs Ruthenfelt und ist bei diesem Zeichen
Lehmhumus, so mittelmäßig hoch. Bemerkt sei, dass der Südteil dieses Feldes, der zwischen dem Stadtweg und Weide liegt,
Smalkfeld genannt wird
115M 270R
Ab
Neben demselben Feld ein Ackerkamp, Borgwald
genannt, sowie in diesem Feld ein Abschnitt, der von lehmig-humosen Sandhumus ist
12M
Ba
Zisenfelt, das bei diesem Zeichen von
obengenanntem gutem Lehmhumusboden ist
84M 270R
Bb
ist im selben Feld, lehmig-humoser Sandhumus
19M
Ca
Mittelfelt, bessere Bodenart, die lehmig-humos
ist
82M 240R
Cb
dasselbe Feld, sandhaltiger Lehmhumus
10M
Da
Achtruthenfelt, bei diesem Zeichen von gutem
Lehmhumusboden
33M 120R
Db
im selben Feld, sehr sandhaltiger Lehmhumus
8M
Wüster Acker
In und neben dem aufgepflügten Acker liegen einige Heideflecken, die von sandigem Boden
sind, dennoch waren sie früher Acker gewesen, aber nun sind sie Weide für das Vieh
56M
Wiese und Heuernte
[X]
[Ertrag:] 392 Heufuder
170M
x1
Acht Ruthenwisch ist zumeist von verdichteter
Wiese, jedoch bei der Weide niedrig liegend
15M
x2
Die Grote Wisch, dicht beim Acker, von prächtiger
Wiese, aber zur Wiese Wotke hin feucht und von schilfartigem Grasbewuchs
27M
x3
Wotke ist überall ebenes Land, aber ziemlich
niedrig liegend, so dass man in wasserreichen Jahren kaum etwas davon ernten kann, zumeist von dichtem Rasen, jedoch sehr
uneben
40M
U 981 x4
Barkwisch, halb um halb von rasigem und unebenem
Boden. Diese, nebst den anderen obengenannten, kann wohl überall zwei Fuder Heu pro Morgen geben, denn was die eine Wiese
besser ist, ist die andere schlechter.
36M
x5
Die anderen kleinen Wiesen und Wiesenecken liegen im und neben den Ackerfeldern, sie sind
alle von prächtiger, grasreicher Wiese und können pro M in guten Jahren wohl an die drei Fuder Heu geben.
52M
Weideland
[Weidelanf insgesamt]
189M 120R
Eine Pferdekoppel zumeist von gutem Wiesenboden, jedoch zu einem Teil mit Heide
überwachsen
15M
Das bültige und morastige Weideland, das überall von einem grasreichen Boden ist.
Hierher gehören alle Tümpel und Moraste in den a Feldern,
die mit dem Zeichen a bezeichnet sind.
Wie auch die Wege, Straßen und Gründstücke mit
dem Zeichen
die an sechs [6]M haben; macht 19M 270R
Ein Erlenwald und morastiger Ort, zumeist überall von tiefem Schlammboden. Kann zu einem
guten Teil bewirtschaftet werden, jedoch nicht überall, denn nahe am Landgraben und
an der Grenze zu Voddow ist ein dichter Erlenwald mit Schlammboden, so dass das Vieh nicht dorthin kommen wird, außer in recht
trockenen Jahren.
55M
Bei der Vermessung unausgewiesene Stellen
[W1,8,W2]
81M 180R
W1
Ist der Ort ohne den mit 8 bezeichneten Landgraben, der nur wenig Heu gibt.
8
Entweder wird er auf der Lodmannshagener oder der Rubenower Seite verschwiegen. Auf den
Karten der genannten Dörfern wird er bei Wa als eine niedrig liegende Weise verzeichnet, zu:
26M
W2
Ist buschiges und morastiges Weideland
55M 180R
Obst- und Gemüsegärten
[Obst- und Gemüsegärten insgesamt]
10M
Obst- und Gemüsegärten bei den Häusern, von denen die ersteren einige Apfel-, Birnen- und
Kirschbäume sind.
6M
Sind einige Weideflecken daneben, die zum Teil mit Erlen bewachsen sind.
4M
Grenzzeichen
γ
sind Grenzeichen
ist der Seestrand
Summe
Acker: 366M
Wüster Acker: 56M
Wiese: 170M
Heu: 392 Fuder
Weideland: 189M 170R
Unausgewiesene Stellen: 81M
180R
Obst- und Gemüsegärten: 10M
Annotationen zum Dienstdorf Rubenow
Ackerbau, Aussaat und wüster Acker
Das ganze Ackerfeld ist durchweg größtenteils von einem prächtigen Boden, außer dem, was als sandiger Boden angeschrieben
ist. Dazu
ist es so gelegen, dass sowohl in nassen als auch in trockenen Jahren Korn gut hier wachsen kann. Folglich sind alle Felder
meistens
gleich gut, gleichwohl halten sie das Sechs Ruthenfelt für das beste und das Zisenfelt für das schlechteste in Anbetracht des Sandbodens, den man dort findet. Zu bemerken ist,
dass man hier vier Ackerfelder findet, von denen drei jährlich besät werden und das vierte brach ist. Wie in diesem Jahr das
Sechs Ruthenfelt mit Roggen besät ist. Smackt-
und Zisenfelt gehören zusammen und haben mit Acht
Ruthenfelt Sommersaat. Das Mitteldijksfelt ist Brache. Man soll in den
besseren Bodenarten pro Morgen drei Sch säen können, aber in den schlechteren nicht mehr als zwei, aber sie werden wohl an
die vier
Sch in einen guten Morgen säen können.
Folglich sät jeder Vollbauer, nach ihrer Aussage, 59 Sch Roggen, Hafer, Gerste und
Erbsen aus. Was den wüsten Acker angeht, so ist er von Natur aus wohl für den Ackerbau geeignet und ist 100 Jahre Acker gewesen,
aber sie haben diesen hier als ihre Viehweide behalten.
Wiese und Heuernte
Hier beim Gut sind prächtige Wiesen und Wiesenflecken, die innerhalb und neben den Ackerfeldern liegen. Diese sind alle prächtige, trockene hochliegende Wiesen, die in keinem Jahr, weder in nassen noch in trockenen geschädigt werden können, so dass man sie nicht nutzen könnte. Aber die anderen Wiesen zum Landgraben und den Ackerfeldern hin sind größtenteils so niedrig liegend, dass man in nassen Jahren nicht viel davon bekommen kann, was nun R 1116 zu sehen ist. Denn an einigen Stellen sind sie so nass, dass man sie nicht an allen Seiten ansehen konnte. Wotke ist die beste und festeste an Boden und Graswuchs. Die Einwohner sagen, dass sie nicht mehr als 50 Fuder Heu geben kann. Acht Ruthenwisch soll nicht mehr als 20 Fuder geben und die Grote Wisch, welche die schlechteste ist, 30 Fuder Heu. Borkwisch war Weideland gewesen und liegt manchmal mehr, manchmal weniger eingezäunt. Man kann davon also keine bestimmte Menge einholen, was man auch bei den anderen kleinen Wiesenstreifen in Betracht ziehen muss. Dennoch hat man das so ausgerechnet, wie man es gefunden hat und daneben findet sich in der Ausrechnung das Urteil, das man über den Heuwuchs hat.
U 983Weideland und Wald sowie Vieh
Ihre Weide liegt neben dem Landgraben und der Grenze zu Pritzwald und ist sehr mit Bülten und Morast übersät, denn dort ist es sehr sumpfig und tief, so dass das Vieh manchmal nicht durchkommen kann, besonders in nassen Jahren. Dieses Weideland heißt Borkwisch und ist von gleicher Art wie Borkwisch oder der Teil, den sie davon nun eingezäunt haben, nur dass die Wiese nicht so bültig und uneben ist wie die Weide. Ihre Weide unterstützt hier und da ihren wüsten Acker sowie die ebene Weide an der Grenze zu Voddow. Wie auch einen Teil des Erlenbuschabschnitts an derselben Grenze, der den Einwohnern als notwendiges Brennholz dadurch dient, dass er dicht mit Erlen bewachsen ist. Sonst ist beim Dorf eine schöne Pferdekoppel, welche die Einwohner nachts für ihre Pferde haben. Woraus man erkennen kann, dass man Sommervieh R 1117 soviel halten kann, wie man will. Und in trockenen Jahren haben sie schließlich, wenn sie alles Heu einfahren können, wohl genug Vorrat, um über den Winter eine Menge durchzufüttern. Also findet man hier, nach Aussage der Einwohner, 200 Stück Großvieh, Pferde und 28 Zugtiere, 100 Schafe. Schweine und Gänse findet man von jeder Art an die 100 Stück.
Gesinde
Weil sie den Hofdienst so hart tun müssen, wie obige Beschreibung ausweist, müssen die Vollbauern jeder vier Arbeitsleute haben, zwei Vollpfänder und zwei kleinere. Die Halbbauern haben jeder einen Knecht.
Bienen
Beim Schulzen findet man sechs und bei dem anderen Vollbauern zwölf Bienenstöcke. Die anderen haben zwei bis drei Stöcke.
Der unbestimmte Platz beim Ziesen-Landgraben
Wie er hinzugekommen ist, ebenso die vorhandenen Grenze sehen die Voddower als falsch an und es stehen weitere Befragungen an, wem die Stücke gehören.
RRev 172 URev 2641704 ist das Dorf Rubenow revidiert und wie folgt befunden worden12
[C,D] 10M
Im Feld C
Cc , zwei Stücke, hochgelegener
Sandacker, die jedes vierte Jahr besät werden können. Vom wüsten Acker und dem Zeichen
bewirtschaftet
3M 150R
Im Feld D
Dc , drei Stücke, vom wüsten Land
und dem Zeichen
Sind Sandboden, die alle drei Jahre besät werden können
6M 150R
Notiz
Was das wüste Land angeht, so kann das alles als Acker bestellt werden, und nahezu alles ist Sandboden.
Anmerkung:: Seit der
vorigen Vermessung ist hier eine Windmühle aufgebaut worden.
Summe
Neuer Acker: 10M
1 Wurde laut Urschrift von Anders Jernström vermessen.
2 Königin Christina verlieh 1643 das Gut Vorwerk mit seinen Ackerhöfen Groß Ernsthof und Spandowerhagen 1643 dem Herman Wrangel, dem Generalgouverneur von Livland für seine Dienste. Nach seinem Tode im selben Jahr erhielten es seine unmündigen Kinder aus dritter Ehe als Erbe. Seit 1649 verwalte Carl Gustav Wrangel die Güter und tauschte sie 1653 gegen seine Besitzungen in Livland ein. Um dem Gut Vorwerk einen repräsentativeren Charakter zu verleihen, benannte er es in Wrangelsburg um. Das Gut Nonnendorf u.a. mit dem Dorf Vierow war schon 1652 von dem Generalgouverneur gekauft worden. Asmus, Ivo: Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels. In: Wernicke, Horst und Werlich, Ralf Gunnar (Hg.): (Pommern. Geschichte-Kultur-Wissenschaft. 3. Kolloquium zur pommerschen Geschichte. 13. und 14. Oktober 1993), Greifswald 1996, S. 131-133. Derselbe: Das Testament des Grafen-Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Asmus, Ivo, Droste Heiko (Hg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der frühen Neuzeit, Berlin, Hamburg, Münster 2005, S. 204-f.
3 Das Ackerwerk Nonnendorf kam 1688 in den Besitz der Auguste Aurora Wrangel und fiel als sie 1699 unverheiratet und kinderlos starb als ehemlaliges Domonialgut zurück an die Krone. Asmus, Ivo: Das Testament des Grafen-Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Asmus, Ivo; Droste Heiko; Jend Olesen (Hg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der frühen Neuzeit, Berlin, Hamburg, Münster 2005, S. 217-220.
4 Hede spinnen: Hede oder Werg besteht aus den gröberen und kürzeren Bestandteilen des Hanfes oder Flachses. Die Bauern waren verpflichtet, daraus Leinwand zu spinnen und abzugeben. Krünitz, Johannes Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 22, Berlin 1789, Sp. 653f. Sowie Lemke, Werner: Der ritterschaftliche Kreis Neustettin nach der Klassifikation von 1717. In Baltische Studien, Bd. 36 (1934), Stettin, S. 26.
5 Die Regierungsepoche der pommerschen Herzöge wird in der Beschreibung häufig als die herzogliche Zeit oder die Zeit der Herzöge bezeichnet und es bezieht sich auf einen Zeitraum vor 1637, dem Jahr, in dem der letzte pommersche Herzog Bogislaw XIV. kinderlos starb. Mit seinem Tod endete in Pommern die Zeit, in der es von einem Fürsten aus dem pommerschen Greifengeschlecht regiert wurde und die Schweden in den Gebieten westlich der Oder die Herrschaft übernahmen. Wachowiak, Bogda: Das vereinigte Herzogtum Pommern (bis 1648). In: Piskorski, Jan M. (Hg.): Pommern im Wandel der Zeiten. Stettin 1999. S. 153 f.
6 Jagdgarn spinnen: Zum Jagdzeug zählen Jagdgarne und -netze. Diese wurden hauptsächlich zur hohen Jagd verwendet, für jede Art Wild gab es spezielle Netze. Zedler, Johann Heinrich: Grosses und vollständiges Universallexikon aller Wissensachaften und Künste, Bd. 14, Leipzig, 1739, Sp. 166.
7 Kronsteuer: eine Steuer, die einem Landesherrn bei seiner Krönung, oder zur Annahme der königlichen Würde, entrichtet wird. 1 Macc. 10, 29. 11, 35. wird sie die Kron-Steuer genannt, Krünitz, D. Johann Georg: Oeconomische Encyclopädie oder allgemeines System der Staat- Stadt- Haus und Landwirtschaft, Bd. 53, Berlin 1791, Sp. 831.
8 Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.
9 Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.
10 Zeitgeld, auch Quratal-Pfennig genannt ist eine monetäre Abgabe der Gemeindemitglieder an den Pfarrer, die aller drei Monate entrichtet wurde. Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 30 Leipzig 1741. Sp. 87.
11 Priesterkorn, auch Priestergerechtigkeit. Eine Getreideabgabe der Bauern eines Kirchspiels an ihren Pastor. Tobien, Alexander: Die Agrargesetzgebung Livlands Bd. I, Berlin 1899, S. 69
12 Arealausrechnung zu den Äckern, die in Rubenow seit 1694 bewirtschaftet werden und nun bei der Revisionmessung 1704 angesehen wurden. (Überschrift der Urschrift).