R 798   U 525 

Beschreibung von Falkenhagen1 

Falkenhagen liegt in Vorpommern, im Greifswalder Distrikt und im Kirchspiel Reinberg. Es wurde im September des Jahres 1696 vermessen und grenzt im Norden an Stahlbrode, im Osten an den Meeressund zwischen Pommern und Rügen, im Süden an Tremt und westlich an Reinberg, Dömitzow und Hinrichshagen.

 R 799 

Arealausrechnung von Falkenhagen

Acker

Der Acker, der zum Hof Nr. 1 gehört, liegt in drei Feldern und besteht aus folgender Bodengüte:

A. Das Gersten- und Haferfeld

[A]   78M 225R
A1 , zwei Stücke kaltgrundiger Sandhumus  36M 180R
A2 , Lehmhumus, bei den Wiesenstücken lehmhaltig und tief liegend  42M 45R

B. Die Brache

[B]   81M 15R
B3 , Lehmhumus  36M 150R
B4 , sandiger und bei den Wiesenstücken tief liegend  27M 90R
B5 , Sand  5M 180R
B6 , Sand, etwas humos  11M 195R

C. Das Roggenfeld

[C]   76M 180R
C7 , Sandhaltiger Lehmhumus, bei den Wiesenstücken tief liegend  57M 270R
 R 800 C8 , humus-, lehm- und sandvermengter Boden, tiefer liegend  18M 210R

D. Das Feld D gehört den Bauern, davon wird jährlich ein Viertel brach liegen gelassen

[D]   229M 285R
D9 , Sandvermengter Lehmhumus  13M 150R
D10 , Sandhumus, bei den Wiesenstücken tief liegend  135M 150R
D11 , sandiger und kaltgrundig, vor allem bei den Wiesenstücken und beim wüsten Acker  81M 15R

E. Wüster Acker

[E]   14M 240R
E12 , Kaltgrundiger wüster Acker, der zum Bauernfeld gehört und nun als Weide genutzt wird  9M
E13 , drei Stücke, die Nr. 1 gehören und von etwas besserem Boden sind, doch nun als Weide genutzt werden  5M 240R
 R 801 

F. Wiesen

[F, U:a]   57M 225R
F14 , Eine sumpfige Wiese bei der Grenze und von besserem Gras beim Acker, das Stück bei der See heißt Die große Wisch, das andere Die lütke Wisch , sie beinhalten zusammen mit zwei weiteren Stücken, die bei C8 und bei B6 liegen, [Heuertrag] 17 Fuder  17M 30R
F15 , 17 durchschnittliche Wiesen, davon neun im Feld A, eine in B und sieben in Feld C, beinhalten [Heuertrag] 30 Fuder  21M 165R
F16 , drei tief liegende Wiesen, liegen im Feld B  4M 180R
U:a , eine tief liegende Wiese im Feld A [Heuertrag] 12 Fuder  7M 60R

 U 526 

Die Wiese der Bauern

F17 , vier durchschnittliche Wiesen, die eine beim Ackerstück D9, die anderen drei in D11, beinhalten [Heuertrag] 4 Fuder  3M 30R
 R 802 F18 , eine kaltgrundige Wiese, genannt Kafling , besteht aus sehr kurzem Gras [Heuertrag] 7 Fuder  4M 60R
Wenn diese Wiesen mit dem verglichen werden, was in anderen Dörfern angegeben wird, scheint es, dass sie wirklich die Menge an Heu ergeben, die von mir angeführt worden ist; vergleiche dazu die Annotationen von Hinrichshagen und die Dörfer, von denen dort gesprochen wird. Die Angaben der Bewohner auf meine Fragen zum Heuertrag beliefen sich jedoch lediglich auf 20 Heufuder.

G. Wald

[G]   67M 195R
G19 , vier Stücke mit kleinen Laubbüschen und einigen größeren Bäumen darunter  1M 210R
G20 , recht hoch gewachsener Eichen-, Eschen- und Erlenwald in einem Wäldchen beim Obstgarten Ky, der an Größe ist  4M 225R
 R 803 G21 , zwei Eichenwäldchen mit anderen kleineren Bäumen und Buschwerk dazwischen  6M 120R
G22 , zwei sumpfige, niedrig bewachsene Erlenbrüche  30M
G23 , ein Stück mit einigen Kiefern und Eichen und anderem kleinen Laubwald sowie Weide zwischen den Bäumen, beinhaltet mit vier kleinen Stücken und mit kleinen Büschen im Feld A  18M 60R
G24 , Eichen-, Erlen- und weitere kleinen Laubbüsche zwischen den großen Bäumen  6M 180R

H. Weideland

[H]   115M 120R
Ha , eine Koppel mit Grasweide und Büschen  2M
H25 , Weideland, teils von festem Grund, teils auch tief liegend, besonders beim Tümpel  57M 150R
H26 , ebenso, teils bültig, teils mit kleinen Wacholderbüschen und Grasflecken dazwischen  25M
 R 804 H27 , fünf Grasweidestücke  6M 120R
H28 , gute Grasweide, die darüberhinaus auch als Wiese nutzbar wäre  6M 150R
H29 , ein Platz zwischen den Hofstellen und den Feldern A und B, ist mit kurzem Gras und manchmal mit Weidenbäumen bewachsen, beinhaltet zusammen mit den Wegen, die alle auch als Weide für die Gänse, Schweine und Schafe genutzt werden,  10M 30R
H30 , Weide, mit Lehmkuhlen übersät  3M 180R
H31 , gutes Weideland, das nun doch dieses Jahr abgemäht wurde, und als Wiese genutzt wird. Doch wird gesagt, dass es vorher noch nie gemäht wurde, sondern früher und jetzt wieder als Weide genutzt wurde und wird.

 R 805 

Symbol 21 :a , ein flacher sumpfiger Morast  10M 75R
Symbol 21  13 Tümpel, von denen zwei mit kleinen Büschen darinnen bewachsen, die anderen flache Wassertümpel sind, beinhalten  5M 90R

 U 527 

Fischgewässer

[Fischgewässer gesamt]   2M 210R
Symbol 94  drei Tümpel mit Karauschen darinnen  210R
Symbol 94 a:, der Mühlenteich, in dem auch Fische sind, beinhaltet zusammen mit dem Bach  2M

Hofstellen

[Hofstellen gesamt]   13M 270R
Kr , Ein Kräutergarten mit Gemüsebeeten und einigen kleinen Bäumen darinnen, die angelegt wurden, als der jetzige Besitzer hierher kam  2M 90R
1 , Hofstelle Nr. 1  1M 150R
 R 806  T:K: , die anderen besitzen Obst- und Gemüsegärten, die zusammen mit den Hofstellen beinhalten  10M 30R
L , der Meeresstrand ist mal breiter und mal schmaler, je nachdem, ob die See steigt oder abfällt, als die Messung hier vorgenommen wurde, waren es  8M 150R

Summe

Acker: 466M 105R
Wüster Acker: 14M 240R
Wiese: 57M 225R
Heufuder: 66
Wald, Weide und Tümpel: 198M 180R
Hofstellen: 25M 30R

 RRev 807   URev 254 

Am 11. Mai 1705 ist Falkenhagen revidiert und wie folgt befunden worden

Neuer Acker, der seit der letzten Vermessung aufgebrochen wurde

Em , Zwei Stücke von E12, bestehen aus magerem Sand, können zwei Jahre besät werden, müssen anschließend aber wieder vier bis fünf Jahre brach liegen  120R

Beschreibung des übrigen wüsten Ackers

E12 , besteht aus magerem Moorsand, ist kaltgrundig und sehr rutschig und matschig, daher nicht kultivierbar.
E13 , drei Stücke, die in der Tiefe von einer Viertel Elle aus sandvermengter Erde bestehen, sie sind zwar im Frühjahr etwas matschig, mit einem Graben kann das Problem aber behoben und sie zum Kultivieren brauchbar gemacht werden. Allerdings sagt der Besitzer, sie als Weide nicht entbehren zu können.

Summe

Neuer Acker: 120R

 R 808   U 487a 

Falkenhagen

Antworten wegen des Rittergutes Falkenhagen und der darin wohnenden Untertanen auf die von der königlichen Landmesserkommission gestellten Fragen.
Erstens: Das Gut gehört zum Kirchspiel Reinberg, die Untertanen, die dort leben sind:
2 . Jochim Holtz, ein Vollbauer
3 . Casten Dreves, ein Vollbauer
4 . Joris Wägener, ein Vollbauer
5 . Michel Stüvin, ein Halbbauer
6 . Marten Beenke, ein Halbbauer
7 . Peter Niemann
8 . Hindrich Breide, Einlieger
9 . Jacob Stute, Vogt
Obenstehende Leute sind alle Untertanen.
Zweitens: Die wohlgeborene Frau Präsidentin Wulfrath.

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Simon Skragge
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urkarte vermessen von Simon Skragge.