Beschreibung von Falkenhagen1
Falkenhagen liegt in Vorpommern, im Greifswalder Distrikt und im Kirchspiel Reinberg. Es wurde im September des Jahres 1696 vermessen und grenzt im Norden an Stahlbrode, im Osten an den Meeressund zwischen Pommern und Rügen, im Süden an Tremt und westlich an Reinberg, Dömitzow und Hinrichshagen.
R 799Arealausrechnung von Falkenhagen
Acker
Der Acker, der zum Hof Nr. 1 gehört, liegt in drei Feldern und besteht aus folgender Bodengüte:
A. Das Gersten- und Haferfeld
[A]
78M 225R
A1 , zwei Stücke kaltgrundiger
Sandhumus
36M 180R
A2 , Lehmhumus, bei den
Wiesenstücken lehmhaltig und tief liegend
42M 45R
B. Die Brache
[B]
81M 15R
B3 , Lehmhumus
36M 150R
B4 , sandiger und bei den
Wiesenstücken tief liegend
27M 90R
B5 , Sand
5M 180R
B6 , Sand, etwas humos
11M 195R
C. Das Roggenfeld
[C]
76M 180R
C7 , Sandhaltiger Lehmhumus, bei
den Wiesenstücken tief liegend
57M 270R
R 800 C8 , humus-, lehm- und sandvermengter Boden, tiefer liegend
18M 210R
D. Das Feld D gehört den Bauern, davon wird jährlich ein Viertel brach liegen gelassen
[D]
229M 285R
D9 , Sandvermengter Lehmhumus
13M 150R
D10 , Sandhumus, bei den Wiesenstücken
tief liegend
135M 150R
D11 , sandiger und kaltgrundig, vor
allem bei den Wiesenstücken und beim wüsten Acker
81M 15R
E. Wüster Acker
[E]
14M 240R
E12 , Kaltgrundiger wüster Acker, der
zum Bauernfeld gehört und nun als Weide genutzt wird
9M
E13 , drei Stücke, die Nr. 1 gehören
und von etwas besserem Boden sind, doch nun als Weide genutzt werden
5M 240R
R 801
F. Wiesen
[F, U:a]
57M 225R
F14 , Eine sumpfige Wiese bei der
Grenze und von besserem Gras beim Acker, das Stück bei der See heißt Die große Wisch,
das andere Die lütke Wisch , sie beinhalten zusammen mit zwei weiteren Stücken, die
bei C8 und bei B6 liegen, [Heuertrag] 17 Fuder
17M 30R
F15 , 17 durchschnittliche Wiesen,
davon neun im Feld A, eine in B und sieben in Feld C, beinhalten [Heuertrag] 30 Fuder
21M 165R
F16 , drei tief liegende Wiesen,
liegen im Feld B
4M 180R
U:a , eine tief liegende Wiese im Feld
A [Heuertrag] 12 Fuder
7M 60R
Die Wiese der Bauern
F17 , vier
durchschnittliche Wiesen, die eine beim Ackerstück D9, die anderen drei in D11, beinhalten [Heuertrag] 4 Fuder
3M 30R
R 802 F18 , eine kaltgrundige Wiese, genannt
Kafling , besteht aus sehr kurzem Gras [Heuertrag] 7 Fuder
4M 60R
Wenn diese Wiesen mit dem verglichen werden, was in anderen Dörfern
angegeben wird, scheint es, dass sie wirklich die Menge an Heu ergeben, die von mir angeführt worden ist; vergleiche dazu
die
Annotationen von Hinrichshagen und die Dörfer, von denen dort gesprochen wird. Die Angaben der Bewohner auf meine Fragen zum
Heuertrag beliefen sich jedoch lediglich auf 20 Heufuder.
G. Wald
[G]
67M 195R
G19 , vier Stücke mit kleinen
Laubbüschen und einigen größeren Bäumen darunter
1M 210R
G20 , recht hoch gewachsener Eichen-,
Eschen- und Erlenwald in einem Wäldchen beim Obstgarten Ky, der an Größe ist
4M 225R
R 803 G21 , zwei Eichenwäldchen mit anderen kleineren Bäumen und Buschwerk dazwischen
6M 120R
G22 , zwei sumpfige, niedrig
bewachsene Erlenbrüche
30M
G23 , ein Stück mit einigen Kiefern
und Eichen und anderem kleinen Laubwald sowie Weide zwischen den Bäumen, beinhaltet mit vier kleinen Stücken und mit kleinen
Büschen im Feld A
18M 60R
G24 , Eichen-, Erlen- und weitere
kleinen Laubbüsche zwischen den großen Bäumen
6M 180R
H. Weideland
[H]
115M 120R
Ha , eine Koppel mit Grasweide und
Büschen
2M
H25 , Weideland, teils von festem
Grund, teils auch tief liegend, besonders beim Tümpel
57M 150R
H26 , ebenso, teils bültig, teils mit
kleinen Wacholderbüschen und Grasflecken dazwischen
25M
R 804 H27 , fünf Grasweidestücke
6M 120R
H28 , gute Grasweide, die
darüberhinaus auch als Wiese nutzbar wäre
6M 150R
H29 , ein Platz zwischen den
Hofstellen und den Feldern A und B, ist mit kurzem Gras und manchmal mit Weidenbäumen bewachsen, beinhaltet zusammen mit den
Wegen, die alle auch als Weide für die Gänse, Schweine und Schafe genutzt werden,
10M 30R
H30 , Weide, mit Lehmkuhlen
übersät
3M 180R
H31 , gutes Weideland, das nun doch
dieses Jahr abgemäht wurde, und als Wiese genutzt wird. Doch wird gesagt, dass es vorher noch nie gemäht wurde, sondern früher
und jetzt wieder als Weide genutzt wurde und wird.
:a , ein flacher sumpfiger Morast
10M 75R
13 Tümpel, von denen zwei mit kleinen Büschen darinnen bewachsen, die anderen flache
Wassertümpel sind, beinhalten
5M 90R
Fischgewässer
[Fischgewässer gesamt]
2M 210R
drei Tümpel mit Karauschen darinnen
210R
a:, der
Mühlenteich, in dem auch Fische sind, beinhaltet zusammen mit dem Bach
2M
Hofstellen
[Hofstellen gesamt]
13M 270R
Kr , Ein Kräutergarten mit Gemüsebeeten und einigen kleinen Bäumen darinnen, die angelegt wurden, als der jetzige Besitzer hierher
kam
2M 90R
1 , Hofstelle
Nr. 1
1M 150R
R 806
T:K: , die anderen besitzen Obst- und Gemüsegärten, die zusammen mit den Hofstellen beinhalten
10M 30R
L , der
Meeresstrand ist mal breiter und mal schmaler, je nachdem, ob die See steigt oder abfällt, als die Messung hier vorgenommen
wurde, waren es
8M 150R
Summe
Acker: 466M 105R
Wüster Acker: 14M 240R
Wiese: 57M 225R
Heufuder: 66
Wald, Weide und Tümpel: 198M 180R
Hofstellen: 25M 30R
Am 11. Mai 1705 ist Falkenhagen revidiert und wie folgt befunden worden
Neuer Acker, der seit der letzten Vermessung aufgebrochen wurde
Em , Zwei Stücke von E12, bestehen aus magerem Sand, können zwei Jahre besät werden, müssen anschließend aber wieder vier bis fünf Jahre brach liegen 120R
Beschreibung des übrigen wüsten Ackers
E12 , besteht aus magerem Moorsand, ist kaltgrundig und sehr rutschig und matschig, daher nicht kultivierbar.
E13 , drei Stücke, die in der Tiefe
von einer Viertel Elle aus sandvermengter Erde bestehen, sie sind zwar im Frühjahr etwas matschig, mit einem Graben kann das
Problem aber behoben und sie zum Kultivieren brauchbar gemacht werden. Allerdings sagt der Besitzer, sie als Weide nicht
entbehren zu können.
Summe
Neuer Acker: 120R
R 808 U 487aFalkenhagen
Antworten wegen des Rittergutes Falkenhagen und der darin wohnenden Untertanen auf die von der königlichen Landmesserkommission
gestellten Fragen.
Erstens: Das Gut gehört zum Kirchspiel Reinberg, die Untertanen, die dort leben sind:
2 . Jochim
Holtz, ein Vollbauer
3 . Casten Dreves, ein Vollbauer
4 . Joris Wägener, ein Vollbauer
5 . Michel Stüvin, ein Halbbauer
6 . Marten Beenke, ein Halbbauer
7 . Peter Niemann
8 . Hindrich Breide, Einlieger
9 . Jacob Stute, Vogt
Obenstehende Leute sind alle Untertanen.
Zweitens: Die wohlgeborene Frau Präsidentin Wulfrath.
1 Laut Urkarte vermessen von Simon Skragge.