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Beschreibung von Barkow, welches zwischen dem 29. Juni und 1. Juli 1697 geometrisch vermessen wurde

Barkow ist ein Amtsdorf von Hohenwarth, liegt im Distrikt und im Kirchspiel Grimmen, drei Meilen von Stralsund und zwei Meilen von Greifswald, eine halbe Meile von Grimmen entfernt. Nachfolgende Dörfer grenzen hieran: im Norden Kaschow, im Osten Prützmannshagen und Wüsteney, im Süden Boltenhagen und Poggendorf, im Westen Klevenow.

Zurzeit wohnt hier ein Verwalter, der das ganze Dorf gepachtet hat, sowie ein Bauer, der eine Hufe hat und auf dem Hof dient. In alten Zeiten haben hier im Dorf zehn Vollbauern gewohnt. Jeder von ihnen hatte eine Hufe. Das ganze Dorf soll aus zehn Hufen bestehen. Die Kappelle hat hier im Feld zwei Morgen Acker, sollen am Weg liegen, der nach Wüstenbilow führt, aber der Pächter wusste nicht an welcher Stelle sie liegen. Die wüsten Hufen in Prützmannshagen, die zu Hohenwarth gehören, hat der Pächter auch unter selbigem Vertrag.

Namen der Einwohner

1  Melcher Schult, Pächter, zahlt 200 Rthl Pacht
2  Christian Buk, Vollbauer, Untertäniger
3  die Kappelle
4  die Hirtenkate

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Arealausrechnung von Barkow

Acker

[A]   83M 120R
Aa  das Roggenfeld, Sandhumus, ein wenig lehmhaltig,  39M 270R
Ab  etwas strenger Sandboden, vier Stücke,  11M 270R
Ac  Lehmhumus, sandvermischt, drei Stücke,  31M 180R

[B]   60M 90R
Ba  die Brache, Sandhumus, lehmhaltig, ebenes Land,  48M 210R
Bb  strenger Lehmboden,  11M 180R

[C]   52M 90R
Ca  das Gerstenfeld, Sandhumus, bei der Wiese etwas niedrig und tiefliegend,  52M 90R

[D]   76M
Da  das Hafer- und Erbsenfeld, tiefliegender Lehmboden, fünf Stücke,  14M 240R
Db  Lehmhumus, sandvermischt, bei der Wiese etwas tiefliegend,  61M 60R

Wüster Acker

[E]   108M 270R
Ea  sechs wüste Ackerflecken im Acker,  6M
Eb  flacher wüster Acker, mit kleinem Heidekraut und Gras bewachsen,  92M 210R
Ec  wüster Acker mit Heidekraut bewachsen, zwei Stücke,  10M 60R

Wiesen

[F]  78 Heufuder,  54M
Fa  sumpfige Ried- und Schachtelhalmwiese, vier Stücke, 12 Heufuder,  9M 90R
Fb  mittelmäßige Graswiese, sechs Stücke, 66 Heufuder,  44M 210R

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Weideland, Wald und Moräste

[G]   138M 270R
Ga  mittelmäßig gute Grasweide, etwas sumpfig,  58M 60R
Gb  niedriges, sumpfiges und mit Ried bewachsenes Weideland, drei [Stücke],  22M 90R
Gc  sumpfige Riedgrassenken, neun Stücke,  13M 210R
Gd  junger Eichenwald auf trockenem Grund, zwei Stücke,  7M 90R
Ge  drei Koppeln unweit vom Dorf,  14M 270R
Gf  sumpfiger Bruch mit allerlei Laubwald bewachsen,  22M 150R

[H]   8M 135R
Ha  das Dorf mit samt den Höfen, die mit Häusern bebaut sind, mit einigen kleinen Gärtchen bei den Häusern,  8M 60R
Hb  Hügel im Feld Aa, worauf eine Windmühle gestanden hat,  75R

[Summe]

Acker: 272M
wüster Acker: 108M 270R
Wiese: 54M
Heufuder: 78
Wald und Moräste: 138M 270R
Hofstellen: 8M 135R

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Annotationen von Barkow

Über Beschaffenheit des Ackers

Der Acker liegt in vier Schlägen, von denen einer mit Wintergetreide und zwei mit Sommergetreide besät werden. Der vierte liegt brach. Der Acker ist von mittelmäßiger Güte. Nur das eine Feld, mit D bezeichnet, ist sehr niedrig, außerdem von Wiesen durchbrochen, so dass er von dem Acker, der neben den Wiesen liegt, und besonders in nassen Jahren meinte, nicht die Aussaat wieder zu bekommen. Sonst meinte er das dritte, manchmal in guten Jahren das vierte Korn zu bekommen.
Aussaat nach Aussage des Pächters: dieses Jahr hat er 10 Drömt Roggen, 10 Drömt Gerste, 15 Drömt Hafer, Erbsen nur einige Scheffel, 4 Scheffel Buchweizen ausgesät.

Wiesen

Mittelmäßige Wiesen sind in diesem Dorf, liegen aber meistens im Acker, so dass sie nicht jedes Jahr genutzt werden können, sondern wenn der Acker brach liegt, werden auch die Wiesen als Weide liegen gelassen. Diese Wiesen sind zumeist fest und waren größtenteils Acker. Und weil sie als Acker zu niedrig waren, haben sie ihn zu den Wiesen gelegt, worauf sehr kurzes und kurzes Gras ist. Sonst sind einige niedrige und sumpfige Riedwiesen, auf denen der Pächter meint, so viel Heufuder zu bekommen, wie auf all den anderen. Er meint bis zu 30 Fuder zu bekommen, selten darüber, der Bauer 12 Fuder.

Viehweide und Wald

Gute Viehweide ist in diesem Dorf, nicht nur für Großvieh, sondern auch für Schafe auf dem wüsten Acker, insbesondere so lange der wüste Teil in Prützmannshagen hierzu gehörte. Wald ist keiner in diesem Dorf, nur einige Eichen an Klevenows Grenze. Brennholz wird von Kaschows Feldmark genommen.

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Vieh

Arbeitstiere werden auf dem Hof gehallten: 8 Ochsen, 16 Pferde, 40 Kühe, Schäferei mit 300 Schafen. Obengenanntes Vieh kann hier gefüttert werden, aber nicht mehr.

Gesinde

Knechte hat er fünf, vier zur Ackerbestellung und einen für die Schafe, zwei Burschen, eine Magd. Er muss so viele Leute und Vieh halten, weil er nur einen Bauern hat, der vier Tage jede Woche mit Vieh und einem zu Fuß dient.

 RRev 507   URev 214 

Anno 1704 d. 13 Octobr. ist Barkow revidiret und befunden wie folget.

[Dc,Bc,Ad]   19M 210R

Dc : Ea zwischen Da u. Db belegen ist gantz außgerißen bestehet auß schwartzer mürber Erde, ist etwaß niedrig belegen bleibet mit unter ordinairen Schlägen,  3M

Ea  in Ba belegen, sind beide mit Holtz bewachßen und zur Cultur undienlich.

Bc : von Eb außgerißen, bestehet auß schwartz sandvermengter Erden, und bleibet mit unter ordinairen Schlägen daß übriege davon lieget noch wüste, und hat gleiche qvalitet, ist itzo mit Heidekraut bewachßen und zur Cultur nicht undienlich,  10M 30R

Ad : von Ec rund umb Ab belegen ist gantz außgerißen besthet auß leimvermengten grunde und bleibet unter beständiger Cultur,  6M 180R

Ec  zwischen Ab, Gc und Ca belegen lieget noch wie vor diesem wüste, bestehet auß leimvermengten Grunde, ist etwaß niedrieg belegen, und daher so lange zur pferdeweide geleget, kan aber mit einen graben leichtl. geholffen, und zur Cultur gebracht werden.

Summe

[neuer Acker:] 19M 210R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Anke Maiwald M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision:
Anmerkungen: