R 247   U 189 

Beschreibung von Bartmannshagen, welches zwischen dem 7. und 12. Juli 1697 geometrisch vermessen wurde

Bartmannshagen ist ein Adelsdorf, liegt im Distrikt und Kirchspiel Grimmen, grenzt an nachfolgende Dörfer: im Norden an Hohenwarth, im Osten an Willerswalde, im Süden an Wüst Eldena und Prützmannshagen, an Kaschow im Westen.

Dieses Dorf hat drei Besitzer, nämlich: das halbe Dorf gehört Michael Clason, der andere Teil gehört Herrn Smalensee in Dönnie. Von diesem Teil wurde ein Schulzenhof reduziert1 , den Herr Smalensee nutzt und dafür 12 Rthl Abgaben, 3 ½ Rthl Pacht2  zahlt. Es war niemand, der den Acker anzugeben wusste, der zum Schulzenhof gehört hat. Ich konnte deshalb nicht alles teilen, diesen von dem anderen Acker.

1  Michel Clason
2  Smalensees Anteil
3  die Hirtenkaten

 R 248   U 190 

Arealausrechnung von Bartmannshagen

Acker

[A]   46M 45R
Aa  Op groten Rum, die Roggensaat, Lehmboden, etwas sandvermischt, bei der Wiese tiefliegend,  33M 150R
Ab  tiefliegender, schwerer Lehmboden,  3M 285R
Ac  Sandhumus,  8M 210R

B  Sandfelt, die Brache, Sandhumus, etwas lehmhaltig, bei der Wiese etwas niedriges Land,  47M 180R

[C]   47M 30R
Ca  das Gerstenfeld, Lehmboden, sandvermischtes ebenes Land, zwei Stücke,  26M 30R
Cb  tiefliegender Lehmboden, zwei Stücke,  8M 30R
Cc  gut gedünkter Sandhumus, lehmhaltig,  12M 270R

[D]   49M 270R
Da  das Hafer- und Erbsenfeld, gut gedüngter Sandhumus, lehmhaltiges ebenes Land,  49M 30R
Db  Ackerstück bei den Häusern,  240R

 R 249 

Wüster Acker

[E] 68M 180R
Ea flacher wüster Acker mit kleinem Heidekraut bewachsen, 13M 180R
Eb acht kleine wüste Ackerstücke im Acker: eins in Aa, vier in B, eins bei Cb, eins in D und eins beim Dorf, 8M 180R
Ec niedriger wüster Acker, nur einige Jahre wüst gelegt, 5M 270R
Ed flacher wüster Acker mit kleinem Heidekraut und Gras bewachsen, wurde seit langer Zeit nicht genutzt, 40M 150R

Wiesen

[F] 95 Heufuder, 69M 180R
Fa mittelmäßig gute Graswiese, zwei Stücke, 30 Heufuder, 21M 210R
Fb sumpfige Ried- und Schachtelhalmwiese, zwei Stücke, 10 Heufuder, 5M 150R
Fc etwas bewachsene Wiese, zwei Stücke, 8 Heufuder, 8M 30R
 U 191  Fd gute Graswiese, neben dem Graben sumpfig, wo ein Graben durchgeht, 33 Heufuder, 22M 210R
 R 250  Fe trockene, hochliegende Wiese, war Acker, drei Stücke, 6 Heufuder, 4M 180R
Ff sumpfige Wiesen an der Grenze von Willerswalde, vier Stücke, 6 Heufuder, 4M 165R
Fg kleine Wiesen im Acker: eine in A, zwei in D und eine beim Dorf, 2 Heufuder, 2M 135R

Wald und Weideland

[G,P] 257M 15R
Ga flaches Weideland, zur Nutzung etwas sumpfig, 43M 90R
Gb drei Koppeln beim Dorf mit Apfel- und Kirchbäumen bewachsen, 9M 270R
Gc zwei sumpfige Riedmoräste, 22M 210R
Gd junger Eichen-, Erlen- und Haselwald auf trockenem Land, zwei Stücke, 21M 240R
Ge junge Eichen und Buchen, sowie allerlei Laubwald auf trockenem Land, 58M 270R
Gf fünf sumpfige Moräste mit allerlei Laubwald bewachsen, 77M 270R
Gg Erlen, Haseln und einige junge Eichen auf trockenem Land, waren zum Teil Acker, zwei Stücke, 21M 150R
 R 251  Gh sumpfige Schilfsenken beim Dorf mit Röhricht bewachsen, geeignet für Hausdecken, 1M
P ein Tümpel im Feld Cb, 15R

H das Dorf mit samt den Höfen, worauf Häuser gebaut sind, und die Strasse durch das Dorf mit wüsten Höfen mit o3  bezeichnet, Gemüse- und Kräutergärten mit K und Obstgärten mit T, 19M 270R

Summe

Acker: 190M 225R
wüster Acker: 68M 180R
Wiese: 69M 180R
Heufuder: 95
Wald und Weide: 257M 15R
Höfe: 19M 270R

 R 252   U 192 

Annotationen von Bartmannshagen.

Acker

Der Acker liegt in vier Schlägen, wovon einer mit Wintergetreide besät wird, zwei mit Sommergetreide, das Vierte liegt brach.
Nr. 1 kann dem Bericht nach aussäen: Roggen 6 Drömt, Gerste 6, Hafer 8 und höchstens 9 Drömt, Erbsen 6 oder 7 Scheffel.
Nr. 2 kann aussäen: Roggen 5 Drömt, Gerste 4 Drömt, Hafer 5 Drömt und Erbsen höchstens 6 Scheffel.

[Wiesen, Viehweide, Wald]

Wiesen sind hier passabel, aber zum größten Teil bewachsen. Nach Aussage kann jeder 30 Fuder bekommen. Gute Viehweide ist in diesem Dorf, besonders für Großvieh, aber nicht für Schafe, denn es ist sehr tiefliegend. Wald findet man auch auf diesem Feld.

Gesinde

Weil es hier keine Dienstbauern gibt, bestellen sie jeder ihren Teil mit eigenen Arbeitskräften und Nr. 2 hat zwei Knechte und drei Mägde; Vieh zur Ackerbestellung: 10 Pferde, 8 Ochsen und 30 Kühe. Nr. 2 hat zwei Knechte, drei Mägde, einen Burschen; Vieh: 8 Pferde, 6 Ochsen, 20 Kühe, kann wohl bis zu 30 Rinder füttern. Schäferei kann hier nicht betrieben werden, besonders weil das Dorf in zwei Teile geteilt ist, außerdem ist die Viehweide sehr tiefliegend.

 U 217 rechts 

Auszug über den reduzierten Schulzenhof in Bartmannshagen

Das Dorf Bartmannshagen im Distrikt Loitz und Kirchspiel Grimmen gehört zur Hälfte Michael Clason und der andere Teil Smalensee in Dönnie. Aber von diesem Teil Smalensees ist ein Schulzenhof durch Reduktion an das königliche Amt zurückgefallen, den Smalensee noch bewohnt und nutzt und dafür 12 Rthl Abgaben und 3 ½ Rthl Pacht zahlt. Bei der Vermessung war niemand vorhanden, der den Acker anzugeben wusste, der eigentlich zu diesem Schulzenhof gehört. Dieser konnte deshalb dieses Mal nicht von dem anderen Acker abgeteilt werden, das jedoch geschehen sollte. Und diese Größe ist nicht so leicht zu finden.

Anmerkung: Nach der zuletzt verfassten Hufenseparation im März 1699 soll der Acker hier nur 8 ½ Morgen betragen, wie man in der Königlichen Kammer einsehen kann. Aber weil für den Schulzenhof jährlich 12 Rthl Abgaben und 3 Rthl Pacht gezahlt werden, scheint unbedingt mehr Land dazu zugehören. Das sollte weiter untersucht werden.

 RRev 509   URev 216 

Anno 1704 d 15 October ist Bartmanshagen revidiret und befunden wie folget.

Neuer Acker seit voriger Vermeßung

[Ba,Cd,Eb] 9M 30R

Ea lieget noch wie vor diesem wüste bestehet auß kaltgrundigten sande, und kan von der Weide nicht vermißet werden.

Eb sind niedrig gelegene plätze und zu kaltgründig, liegen dero wegen noch wüste, und werden zu Wießen gebrauchet. NB hievon ist ein stück auff die Charte schattirt vom 180 R.

Ba: Ec ist gantz auffgerißen und ist schon beÿ der vorige Außrechnung außgerechnet bestehet auß schwartzer Erde, und ist schon 3 Jahr unter Cultur geweßen, 5M 270R

Ed lieget noch gantz wüste, bestehet auß kaltgründiegen sande ist zu niedrieg belegen, daß daß Waßer immer darüber stehet, und kan nicht cultiviret, noch vor der Weide vermißet werden.

Cd: von Fe. auffgerißen bestehet auß schwartzer leimigter, etwaß kaltgründigter Erden, 2M 180R

Summe

[neuer Acker:] 9M 30R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Anke Maiwald M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision:
Anmerkungen:

1 Vor allem während des Dreißigjährigen Krieges und auch danach durch Königin Christina waren viele Domänengüter auf Rügen und in Vorpommern verpfändet worden. Um die früheren Verhältnisse wiederherzustellen, ordnete der schwedische König Karl XI. die Reduktion, das heißt die Wiederzurückführung, der verpfändeten Kammer- und Tafelgüter für Rügen und Vorpommern an. 1692 wurde diese Aufgabe einer Reduktions – Kommission übertragen.  Königl. Instruction, an die Reductions-Commißion in Pommern. Vom 8. März 1692. In: Dähnert, Johann Carl (Hg.): Sammlung gemeiner und besonderer Pommerscher und Rügischer Landesurkunden. Gesetze, Privilegien, Verträge, Constitutionen und Ordnungen. Erster Band. Stralsund 1765; No. 18, Seite 953 ff.

2 Pachtgeld ist der Betrag, den ein Pächter für die Nutzung einer gepachteten Sache an den Eigentümer zahlt, wie z.B. die Pacht für einen Hof, eine Mühle, einen Krug u.a.m Pachtgeld. In: Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 106. Berlin 1807. Sp. 64.

3 ö (Symbol in der Urschrift).