R 235   U 177 

Beschreibung des Dorfes Jessin, das zwischen dem 11. Juni und 14. Juni des Jahre 1697 geometrisch vermessen wurde1 

Jessin ist ein Bauerndorf und liegt sowohl im Distrikt als auch im Kirchspiel Grimmen, eine halbe Meile von der Stadt Grimmen entfernt. Das Dorf grenzt an nachfolgende Dörfer: im Norden an Grellenberg, im Nordosten an Grimmen, im Osten an Vietlipp, im Süden an Dönnie und Borgstedt, im Westen an Leyerhof. Dieses Dorf gehört zu Grellenberg.

Namen der Einwohner

1 . Hans Möller, Halbbauer.
2 . Jochom Suuk, Pächter, er hat fünf Hufen gepachtet und gibt 110 Rthl.
3 . Claes Gebel, ein freier Mann, er hat eine Hufe gepachtet und gibt dafür 30 Rthl.
4 . Remer Henfelt, ein alter Bauer.
5 . Petter Tevis Bothier, er hat eine halbe Hufe gepachtet und gibt elf Rthl.
6 . Asmus Nilson, Einlieger.
7 . Kors Nilson, Einlieger.
8 . Erman Kisow, Schulz.
9 . Frans Berg, Einlieger.
10 . Christian Folcher, Bauer.
11 . Die Kate des Hirten.

 R 236   U 178 

Arealausrechnung von Jessin

Der Acker wird in vier Schläge geteilt:

A  ausgewiesen als das Roggenfeld, es wird Achter Manhagen genannt, besteht aus lehmig-humosem, sandvermischtem, ebenem Land  56M 240R

B: Die Brache

besteht aus folgenden Bodenarten:

[B]   75M 150R
Ba  vier Stücke Sandhumus, lehmvermischt  43M 210R
Bb  schwerer Lehmboden  15M 30R
Bc  schwerer Lehmboden, kürzlich vom wüsten Acker aufgebrochen  16M 210R

[C1a-C1b]   52M 240R
C1a  Hogenfelt , Lehmhumus, etwas sandvermengt  30M 60R
C1b  zwei Stücke schwerer Lehmboden  22M 180R

[C2a-C2b]   40M 210R
C2a  Lehmhumus, sandvermengt, zu den Wiesen hin niedriges Land  28M 30R
C2b  drei Stücke schwerer Lehmboden  12M 180R

D  vier Ackerstücke bei den Häusern  2M 105R

Wüster Acker

[E]   227M 30R
Ea  wüster Acker mit kurzem Heidegras bewachsen, von gleicher Güte wie  R 237 der bewirtschaftete Acker, drei Stücke durchschnittlich gute Weide  95M 135R
Eb  etwas niedriger, wüster Acker  59M 240R
Ec  wüster Acker mit kurzer Heide und Gras bewachsen, vier Stücke gutes Weideland  71M 255R

 U 179 

Wiesen

[F]  [Ertrag] 64 Heufuder  43M 270R
Fa  zehn Stücke durchschnittlich gute Wiese 41 Heufuder  27M 180R
Fb  durchschnittlich gute, trockene, hoch liegende Wiese, an der Grenze etwas tief liegend 21 Heufuder  14M 210R
Fc  tief liegende, bewachsenen Wiese 2 Heufuder  1M 180R

Viehweide, Wald und Moraste

[Ga-Gf, H]   220M 90R
Ga  fester Boden mit Erlen, Hasel und Espen sowie einigen jungen Eichen bewachsen, ein Teil war in früheren Zeiten Acker  75M 225R
Gb  drei Stücke niedriges Land mit Erlenbüschen bewachsen  24M 60R
Gc  fünf Grastümpel  7M
 R 238 Gd  sumpfiges Land mit jungem Eichen-, Erlen und Haselwald bewachsen  36M 30R
Ge  zwei sumpfige Brüche mit allerhand Laubwald bewachsen  66M 165R
Gf  morastiges Land mit Erlen und Hasel bewachsen  9M
H  ein Tümpel  1M 210R

[J, ö, K ergeben zusammen]   25M 210R
J  das Dorf mit den Grundstücken, auf denen Häuser gebaut sind
ö  wüste Hofstellen
K  Gemüsegärten. Insgesamt  25M 210R

Summe

Acker: 228M 45R
Wüster Acker: 227M 30R
Wiese: 43M 270R
Heufuder: 64 Heufuder
Wald und Weideland: 220M 90R
Hofstellen: 25M 210R

 RRev 503   URev 211 

Am 9. Oktober des Jahres 1704 wurde das Dorf Jessin revidiert und wie folgt befunden

Neuer Acker seit der vorigen Vermessung

Ba  von Ea aufgebrochen, besteht aus schwarzer, sandvermengter Erde, das übrige hiervon liegt wüst und ist mit Heidekraut bewachsen  1M 240R

Eb  liegt noch ganz wüst, besteht aus sandvermischtem Grund und ist zur Kultur nicht geeignet.

Ec  liegt ebenfalls noch ganz wüst, besteht aus lehmvermischtem Boden und ist überall bewachsen, zur Kultur nicht geeignet.

Summe

Neuer Acker: 1M 240R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Arvid Carlmark vermessen.