R 211   U 146 

Beschreibung und Annotation von Schönenwalde, das im Mai 1697 vermessen wurde1 

Schönenwalde liegt im Kirchspiel Roloffshagen und im Distrikt Grimmen. Es gehört Bilow aus Gristow, der dieses Gut an den Pächter vermietet hat, der unten genannt ist, und früher ein Rittmeister war. Die Pacht beträgt 110 Rtlr und beinhaltet alle Kontributionen und Abgaben, mit Ausnahme des Nebenmodus2 , den der Pächter selbst entrichten muss. Es wurde nach den hiesigen Hufen gefragt, doch konnte lediglich in Erfahrung gebracht werden, dass alle steuerpflichtig seien. Man muss auch wissen, das ein gutes niedriges Stück Weideland, das bei Lehmhagen eingezeichnet und beschrieben ist, hierher gehört, und zwar in der Weise, dass die Weide hierher, der darauf stehende Wald aber zu Lehmhagen gehört. Der Beweis findet sich in den Dokumenten der hiesigen Grundherren. Außerdem besitzen die Bewohner von Hoikenhagen direkt an ihrer Grenze einen Morgen Acker auf den hiesigen Feldern und die Bewohner Schönenwaldes einen auf den Feldern Hoikenhagens, ebenfalls an der Grenze. So kann das eine mit dem anderen verrechnet werden.

Ackerbau

Wird hier ebenso wie in Papen- und Hoikenhagen betrieben, doch etwas besser, sowohl vom Boden als auch von der Lage her. Der Boden besteht aus Lehmhumus und die Lage  R 212  sieht sehr vorteilhaft aus, doch soll das Wassser darauf so lange stehen bleiben, dass in nassen Jahren alles überflutet ist. Der Acker teilt sich in drei kleine Felder, wie aus der Ausrechnung entnommen werden kann, von denen zwei jährlich besät werden und das dritte brach liegt. Die summierten Felder um den Hof sind nichts anderes als ein Hilfsfeld für die anderen, das jedes zweite Jahr mit Hafer besät wird.

Die Aussaat

Soll jährlich zehn Drömt Roggen betragen, sowie ebenfalls zehn Drömt Gerste und Hafer. Über den Ertragreichtum konnte keine Gewissheit erlangt werden, doch man klagt, dass manchmal, vor allem in nassen Jahren, knapp die Aussaat wiedererhalten wird.

Wiese und Heuschlag

betreffend, so sagt der anwesende Pächter, dass man ungefähr zehn Heufuder jährlich erhalten könne, man aber durchaus mehr ernten könne, wenn alle Wiesenflecken eingezäunt würden, zumal diese Wiesenflecken von sehr gutem Grasbewuchs seien.

 U 147 

Wald und Weide

anlangend, so gibt es hier auf der Feldmark nicht einmal so viel, dass man es als Feuerholz nutzen könnte, sondern dies muss alles von den umliegenden fremden Höfen gegen Bezahlung geholt werden. Das, was es beim Hof und bei den Wegen gibt, ist zum Teil Weiden- zum Teil Espenwald, teilweise auch Gesträuch,  R 213  sowie einige Erlenbüsche, die alle nicht geschlagen werden können.
Die Weide ist hier allerdings wesentlich besser, überall gibt es gutes Gras, darüber hinaus etwas bültige Wiesen. Alles ist flach und baumlos, vor allem der Teil beim Gehöft. Man kann hier im Sommer einiges an Vieh halten, doch über den Winter kann man dann 26 Stück Vieh, 300 Schafe und sechs Pferde bringen. Die Schafe werden nun in der Schäferei von Lehmhagen gehalten, deshalb gibt es zur Zeit hier keine.

Fischerei

Die kleinen Tümpel, die es hier auf den Feldern gibt, sollen berühmt für ihre Karauschen sein. Ich habe dies zu einem Teil überprüft und unerwartet große Karauschen vorgefunden.

Der Grenzverlauf

ist rundherum korrekt, sowohl im Norden und Osten mit Lehmhagen, im Süden mit Holthof und Müggenwalde und im Westen mit Hoikenhagen.

Einwohner

1 . Friedrich Wöbbe 2 . das Haus des Schäfers

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Arealausrechnung von Schönenwalde

[A-D]   122M 90R
A , Roggensaat  36M
B , Gersten- und Hafersaat  37M 120R
C , die Brache  37M 150R
Alle mit einem dünnen Lehmhumusboden, der auch matschig zu sein scheint, obgleich er doch überall eher hoch liegt.
D , das Hilfsfeld, das dieses Jahr Brache war, ist zumeist von recht niedrigem matschigen Grund  11M 120R

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Wüster Acker

E , ist eine bültige, leicht erhöht liegende, baumlose Weide, ziemlich mit Gras bedeckt, war überall Acker, vor allem bei der Ecke zur Grenze zu Glashagen und Lehmhagen, wo er recht niedrig ist und als Acker nicht so zu brauchen ist wie der andere Teil, der über den gleichen Boden verfügt wie der gepflügte Acker  11M 120R

Wiese und Heuschlag

[F]  [Heuertrag] 28 Fuder,  19M 270R
F , sind baumlose Wiesenflecken in und beim Acker  7M 150R
F1 , buschige und niedrig liegende Wiesenflecken  12M 120R
Diese Wiesenflecken scheinen zumindest auf jeden Morgen anderhalb Fuder Heu zu geben, ergibt 28 Heufuder.

Wald und Weideland

[G]   30M 180R
G , eine baumlose, leicht erhöht liegende Weide, die vor nicht langer Zeit noch Acker war, guter grasreicher Lehmhumusboden  16M 180R
G1 , eine buschige, zumeist mit niedrigen Erlen bestandene Weide  6M 180R
G2 , ein prächtiger Eichenwaldstreifen von hartem Boden  210R
G3 , die in den Feldern befindlichen Tümpel, zumeist üppig mit Karauschen besetzt  1M 120R
 R 216  Symbol 68  Weg- und Hofgrundstücke, die ersten von gutem grasreichen und festen Boden  5M 90R

Obst- und Gemüsegärten

g: , sind zwei kleine Stücke bei den Häusern, die zumeist Gemüsegärten sind, doch gibt es darunter auch einige Kirschbäume  90R

Summe

Acker: 122M 90R
Wüster Acker: 111M 120R
Wiese: 19M 270R
Heufuder: 28
Wald und Weideland: 30M 180R
Obst- und Gemüsegärten: 90R

 RRev 307   URev 155 

Arealausrechnung des Ackers, der in Schönenwalde seit 1697 aufgebrochen wurde, wie es bei der Revisionsvermessung im November 1704 aufgenommen worden ist

Im Feld A

A1 , ein Stück vom wüsten Acker E aufgebrochen, besteht aus lehmhaltiger Sanderde und wird mit Feld A bewirtschaftet  4M 240R

Im Feld B

B1 , ein Stück, von derselben Beschaffenheit, wird mit Feld B bewirtschaftet  3M 210R

Im Feld C

C1 , zwei Stücke, aufgebrochen vom wüsten Acker E, ist größtenteils Sand, einiges mit Lehm vermengt, wird mit Feld C bewirtschaftet  4M 215R

Der übrige wüste Acker könnte zumeist aufgebrochen werden, er ist mit kurzer Heide und Gras überwachsen. Der Boden ist aus recht guter lehmhaltiger Sanderde, mit Ausnahme der Stücke, die mit dem Symbol Symbol 32  bezeichnet sind, es handelt sich um vier Stücke mit tiefen Gruben, an Fläche  5M 270R
Das, was mit dem symbol N  bezeichnet ist und sich in Lehmhagens Felder schiebt, soll im nächsten Jahr aufgebrochen werden. Es besteht aus lehmhaltiger Sanderde von  8M 150R

Summe

Neuer Acker: 13M 75R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Anders Jernström
Revision:
Anmerkungen:

1 Der Vermesser ist mit größter Wahrscheinlichkeit Anders Jernström.

2  Nebenmodus: eine besondere Kopfsteuer (Personen- und Viehsteuer), die 1681 von der pommerschen Regierung zur Finanzierung der Landesverteidigung erhoben wurde. Sie betraf alle nicht possessionierten Leute, die im Bereich der städtischen und adligen Güter ansässig waren.  Olesen, Jens: Auswirkungen der dänischen Herrschaft auf Verständnis und Praxis der Tribunatstätigkeit, in: Alvermann, Dirk und Regge, Jürgen (Hg.): Justitia in Pommern, Berlin 2004, S. 124 -126.