R 169   U 115 

Beschreibung des Adelsgutes Bassin1 

Bassin gehört einem Schwerin, liegt im Kirchspiel Kirch Baggendorf und im Distrikt Grimmen. Es grenzt im Norden an Quitzin und Splietsdorf, im Westen an Kirch Baggendorf und Wendisch Baggendorf, im Süden an Leyerhof und im Süden an Grellenberg.

Namen der Einwohner

1 . Henning Johanson
2 . Casten Hehst
3 . Hans Skade
4 . Fredrich Witt
5 . Hans Peter
6 . Hans Buckennorth
7 . Theus Hecht
8 . Balzar Möller
9 . Ihlenfelt
10 . Michel Hag
11 . Kuhhirt
12 . Peter Han
13 . Andreas Schuster

 R 170 

Arealausrechnung von Bassin

Der Acker liegt in vier Feldern

A. heißt Karken Schlag

[A]   129M 60R
Aa , Sandacker, mageres Land  67M 90R
Ab , guter, hoch liegender Humusacker  32M 270R
Ac , sandhumushaltiger Boden  22M 210R
Ad , sandhaltiger Humusacker  6M 90R

B. Eichschlag

[B]   85M 180R
Ba , etwas sandhaltige Humuserde  74M
Bb , Im Monchen , gute Humuserde  11M 180R

C. Österschlag

[C]   101M 240R
Ca , Humusacker, etwas hoch liegend und sandvermischt  75M 30R
Cb , niedrigerer Sandhumus  20M 30R
Cd , gutes, etwas sandvermengtes Humusland  6M 180R

 R 171 

D. Rigenschlag

[D]   90M 240R
Da , Humusacker, gut hoch liegend und etwas sandvermischt  58M 120R
Db , niedrigerer Sandhumusacker  21M 120R
Dc , neu aufgebrochener Sandhumusacker  11M

Wüster Acker

[E]   180M 240R
Ea , hoher, mit Heide überwucherter Berg, war in früheren Zeiten Acker  47M 60R
Eb , alter wüster Acker, der mit kurzem Heidekraut bewachsen ist, kann durchaus zum größten Teil aufgebrochen werden  99M 120R
Ec , alter tief liegender wüster Acker von kaltem Grund  6M 30R
Ed , alter, mit Heide bewachsener wüster Acker, kann aufgebrochen werden  28M 30R

Wiese

[F]   58M 240R
Fa , vier sumpfige Wiesenflecken im Acker  5M 90R
 R 172 Fb , drei sumpfige, morastige Wiesen von grobem Grasbewuchs und an einigen Stellen mit Sträuchern bestanden  44M
Fc , Rügenwisch ist eine feste Wiese, die zum Wald hin etwas bewachsen ist  9M 150R

 U 116 

Heufuderzahl

Beläuft sich auf diesen Wiesen auf ein Fuder pro Morgen, ergibt also 58 Fuder.

Wald und Weideland

[G]   222M 240R
Ga , vier Tümpel und Sölle  6M 30R
Gb , drei Waldstreifen im Acker, ebenso zwei kleine  3M 30R
Gc , drei Moraste im wüsten Acker und in der Weide  17M 30R
Gd , Eichenwald mit Haselbüschen vermengt bei der Grenze zu Grellenberg, sowie ein anderes Stück beim Mönken Camp  18M 90R
Gf , Heideland, hier und dort mit einigen Laubbüschen bewachsen, gute Viehweide  66M 60R
 R 173 Gh , feste, flache und baumlose Weide  5M
Gi , Im Koppel , ein schöner Eichenwald, zwischen den Eichen mit Espen und Haselbüschen bewachsen  56M 270R
Gk , sechs Moräste, die mit Erlenbüschen und Weiden bewachsen sind  32M 120R
Gl , Up den Hop , eine feste und unbewachsene Weide  17M 210R

Hofstellen

Ha , das Dorf mit den Wegen und den Gemüse- und anderen Gärtchen, sowie einem alten Friedhof  23M 180R

Fischgewässer

Ja , die Trebel , die ein fischreicher Strom ist und hier vorbei fließt, hierher gehört davon die Hälfte, die andere zu Quitzin, an Fläche  6M 240R

Summe

Acker: 407M 120R
Wüster Acker: 180M 240R
Wiese: 58M 240R
Heufuder: 58
Wald und Weideland: 222M 240R
Hofstellen: 23M 180R
Fischgewässer: 6M 240R

 R 174   U 117 

Arealausrechnung eines strittigen Streifen Lands, der von Leyerhof besessen und bewirtschaftet wird und bei der Landvermessung im Jahre 1696 vom Eigentümer Wendisch Baggendorfs, Oberstleutnant Mevius, beansprucht worden ist

Als die Landvermessung in Wendisch Baggendorf vorgenommen wurde, wurde mir von Oberstleutnant Mevius ein Krüger aus Kirch Baggendorf mit Namen Hans Harder gesandt, der Auskunft über den strittigen Ort geben sollte, da ihm darüber von einem alten Mann aus Mecklenburg berichtet worden war, der hier vor einigen Jahren auf dem Gut gelebt hatte. Damals war er von seiner Herrschaft, dem Oberstleutnant, zu eben diesem Mann gesandt worden, um herauszubekommen, wie es sich mit den Grenzen dieses Dorfes recht verhalte. Dieser Mann aus Mecklenburg erstellte für ihn eine Abhandlung, nach der die Grenze, wie im Folgenden angeführt wird, verläuft:
Zuerst zeigte mir der Krüger den Platz, wo der Streit seinen Ausgang nähme, der sich etwas nördlich der Grenze zwischen Wendisch Baggendorf und Leyerhof auf ihrem Kirchweg befand, dort wo es auf der Karte mit α bezeichnet ist. Er sagte, von dort sei ein eingefallener Graben im Moor, der Im Motel genannt worden wäre, die Grenze.  R 175  Der Graben verlief von α zum Zeichen Symbol 27  im Morast vom einen Ende, und von β bis zum Z auf dem ganzen Weg zum anderen Ende. Zwar war im Morast alles versunken, doch wurde die Grenze nach diesen Zeichen eingezeichnet, denn die Grenze durch den Morast wurde mit Ästen gekennzeichnet, wie in der Karte an den kleinen Nullen zu sehen ist. Vom Ort β verläuft die Grenze in einem Lauf zwischen den Ackerfeldern zuerst zu einem Stein bei γ , folgt dann dem gleichen Streifen bis zu einem Stein bei einem Dornenbusch, ganz in der Nähe beim Weg nach Bassin, bei δ . Dann folgt sie dem kleinen Graben der durch den Ackerstreifen läuft, bis zu einem ziemlich spitzen Stein, der umgefallen ist, und mit ε bezeichnet ist. Dann verläuft die Grenze mitten über den Acker, der Achter den Bullenstall heißt, erst wird sie mit einem Stein bei Z kenntlich gemacht, dann mit einem bei H. Von dort führte er die Grenze über den wüsten Acker zu einem Stab bei der Grenze zu Kirch Baggendorf bei Symbol 27  , wo der wüste Acker auch etwas höher liegt, wie auch der Acker und die Furchen sich von alten Zeiten her noch unterscheiden. Von dort verläuft die Grenze geradewegs zu dem Platz bei K, wo Kirch- und Wendisch Baggendorfs Grenzen  R 176  von Westen herein kommen, sowie Bassin, und man meint, sie würden mit denen von Leyerhof zusammenstoßen.
Schwerin, der diesen Ort strittig macht, wieder auf Leyerhof, behauptet diesen strittigen Ort über 300 Jahre unbehelligt besessen zu haben, was er mit schriftlichem Beleg beweisen könne. Auch hatte er eine Menge alter Schriften, die er vor mir ausbreitetete, die den umstrittenen Ort Model betrafen. Er führte seine Grenze vom bezeichneten Ort α bei einem Wäldchen zu einem Graben beim Zeichen 1 und dann bei dem Holzzaun um die Ackerkämpe Lb, die Up den Gillencamp heißt, zum Platz mit der Zahl 2 in der Ecke zum Ackerstück Modelberg . Von dort führt die Grenze in den oben genannten Kirchweg Leyerhofs, ein wenig davon entfernt,  U 118  folgt er dann diesem durch den Acker bis zu der Stelle, die mit 3 bezeichnet ist, überkreuzt dort wieder einen Weg und geht nach Norden über das Feld, dort wo vier Steine liegen, auf der Karte mit den Zeichen, 4, 5, 6 und 7. Vom letzten Stein führt die Grenze über das Ende eines Grabens schnurstracks hinunter zum Acker bei der 8 und von dort in einem stumpfen Winkel2  zum Graben bei 9.  R 177  Von dort geht derselbe Graben gleich zur Ecke bei K, wo die drei oben genannten Dörfer als Eigentümer nun zusammenstoßen. Das strittige Land ist folgendes, wird jedoch noch von den Eigentümern Bassins und Leyerhofs besessen:

Acker

[Ka, La, Lb]   76M 60R
Ka , Achter dem Bullenstall , besteht aus Sandhumus, gehört den Einwohnern von Bassin und liegt in zwei Stücken, hat an Fläche  41M 240R
La , heißt Modelberg und gehört zu Leyerhof, das ihn auch bewirtschaftet, er besteht aus hoch liegendem Land, hat schwarzen Boden und ist gutes Ackerland  32M 270R
Lb , diese Kämpe heißt Up dem Gillande und gehört ebenfalls zu Leyerhof  1M 150R

Wüster Acker

Ma , dieser alte wüste Acker ist mit Heidekraut überwachsen und kann durchaus aufgebrochen werden, gehört zum Land von Bassin  67M 240R

Wiese

Na , diese Wiese heißt Im Bullenstall und wird von den Bewohnern Bassins bewirtschaftet, sie ist sehr bewachsen und von morastigem Boden, man kann drei Fuder Heu davon erhalten  4M 210R

Wald und Weide

[Ka, Pb, Pc]   30M
Pa , ist mit Haseln und Eichen bewachsenes Land  3M 270R
Pb , dieser Morast heißt Im Model , er ist mit hohem Gras bestanden  24M 210R
Pc , ist ein kleiner Hügel mit Eichenwald, auf dem es auch Haselbüsche gibt  1M 120R

Summe

Acker: 76M 60R
Wüster Acker: 67M 240R
Wiese: 4M 210R
Wald und Weide: 30M

 RRev 525   URev 233 

Im Jahr 1704 wurde Bassin revidiert und wie folgt befunden

[A1, K2, L3, C4]   14M 240R
A1 , von Ea aufgebrochen und zu Feld Ad geschlagen, das dieselbe Erde und Bebauung hat  4M
K2 , aufgebrochener Acker von Ma, zu Feld Ka geschlagen, der dieselbe Erde und Bebauung hat  2M 30R
L3 , von Ma aufgebrochener sandhumushaltiger Boden, wird nun mit Modelbergs La bebaut  6M 90R
C4 , von sandig humoser Erde, von Eb in Cd aufgebrochen, von gleichem Gebrauch wie die anderen Schläge  2M 120R

Wüster Acker

Ea , nur Kiefernsandheide, die mit Heidekraut überzogen ist, hoch und niedrig liegend, ist insgesamt nicht besonders als Acker noch als Weide zu nutzen
Ma , ist insgesamt von etwas besserer Bodengüte, doch wird angebracht, es müsse für die Schäferei aufgespart werden.
Eb , das meist aus niedriger Ebene besteht, wovon einiges als Acker aufgebrochen werden kann, wenn die Herrschaft es erlaubt und es nicht zur Schäferei gebraucht wird.
Ec , kann durchaus zum Acker taugen, wenn das Wasser abgeführt wird
Ed , besteht aus trockener Heide oder "Mähle"3  oder roter Kiefernheide.

Summe

Neuer Acker: 14M 240R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Johan Gabriel Höök
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urkarte vermessen von Johan Gabriel Höök.

2 Im Original steht "obtus angel", gemeint ist also ein Winkel zwischen 90° und 180°.

3 Unter Umständen sind hiermit Melden (atriplex), Pflanzen aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse gemeint.