U 68 rechts 

Description des Adelich Guths Dönnie

Im Rackowschen Kirchspiel und Loitzer District von Strahlsundt 3 meill, Greiffs-waldt 2 ½ und 1 ½ meil von Loitz ½ meill von Grim belegen. Gräntzet Nordtwerts mit Jessin und Vietlieb, Nordt Ost mit Klewenow, Ostwerts mit Bolten Hagen und Grischow, Süden mit Rackow, westwerts mit Ölsdorff. Nordt west mit Borgstedt.

Der itzige Possesor Hr. Michel von Schmalensee hat solches von sein Vattern geerbet und solln allhie von gahr vielen Jahren Heren von diesem Geschlechte gewohnet haben. Vormahls hat auch noch ein Edelmann Stüven gewohnt, welcher sein theill an die von Schmalenseen verkaufft, Zwischen den beiden gestandenen Höeffen hat auch ein Capel gestanden Sonsten soll es immer ein adeliches Guth gewesen sein.

Das Dorff wirdt itzo bewohnet mit 3 Vollbauren und 2 Cossaten.

Nahmetel.

N.o 1 . Hans Rackow
N.o 2 . Jochim Hagemeister
N.o 3 . Jacob Junge
untertan und Vollbauren

N.o 4  Jochim Peterdorff

N.o 5 . Philipo Balck
N.o 6 . Jürg Jürgensen
Kosaten1  unterthan

N.o 7 . Hanß Martenß, Inlieger - untertan und Hoffknecht
N.o 8  Andres Reinholdt - Frembder
N.o 9  Noch ein inlieger. Katte itzo unbewohnt
N.o 10  Schäffer, Michell Brandenburg frej
N.o 11 . Hans Niman Kuhirte - ambts unterthan.

 U 69 links 

Ferner Description des adelich Guths Dönnie

Der Acker liegt in 4 Schlägen als Ölsdorffer, Grimsche, Bolten Hagensche und Rackower Schlage. Kan in Ölsdorffer und Bolten Hagens Schlag in jegliches 2 Last in den andren beiden 14 drömbd geseÿet werden, der jährl. Außsaadt ist sonst: Rocken 2 Last Gersten 1 ½ Last, Habern 2 Last v. 1 drbt. Erbsen, kan nicht alle mit den andern und etc. Saadt beseÿet werden, sondern muß (weill es auch kan bemist und bedünget werden) überliegen bis es hernacher Rogken tragen kan, beÿ guten Jahren daß 5te korn gebawet werden itzo und in dreÿen Jahren nicht die Haushaltung davon halten können, die Ursach ist daß Es etwaz kalt gründig und als den späten Früjahren nicht vertragen können. D. Mist kan nur 2 jahr recht gefühlt werden.

Wischen

Kan - nach dehm - die schläge liegen, und Söhle darin etzliche jahren 7. 8. und etzliche Schläge und jahren 12 biß 14 pfuhder, bestendige wiesen seint hier keine.

Weide

Weide kan - beÿ Sommer zeiten neben den bauren Ihr Vieh - 40 Häubter gehalten werden. und dabeÿ 600 Schaffe und mit des Schäffers vie und. soviel außgefüttert. dabeÿ 7 Stück pferde.

Holtzung

Ist zur baute beides Eichen und Espern jedoch wenig Espen sondern mehren theils Eichen - doch wenig alltes - alß nach Ölßdorffe hinauß stehen einige. Brennholltz wirdt von Herr Schwerin alß sein Schwieger Vatter geschencket. Zaun holtz ist zu Nothurft in den Brüchen und Remeln2 .

Vom Dienst

Vom Hoeffe werden 2 Knechte 2 Junges und 4 Mägde gehallten werden - Darzu 7 pferde und 8 ochsen zum bawwerken  U 69 rechts  Darneben 3 Vollbauren Dienst und dienen die woche 3 tage mit Vieh und 2 persohnen - den vierten tage mit 1 persohn zu Fuß und die 2 übrigen freÿ - Die beiden Köters dienen mit Ochsen so Ihnen vom Hoeffe gethan werden, auch die woche 3 tage und 1 tagh zu Fuß.

Von Baur vnd Ritter Hueffen

Versteurt itzo von 5 Huefen 6 morgen Reducirt3 , dießes und Bolltenhagen - Haben vorzeiten im allten Matricul4  vor 50 ½ huf. alß Dönnie für 30 ½ und Bollten für 20 huef. gestanden. Contribution5  werden von obgemelten Huef. was Placidirt wird, gegegen - Accise6  bishero jährlich nebst Bolten Hagen 10 Rthl. 38 lß. itzo hat der Colector solches biß 16 Rthl. verhöhet, thut jährl 64 Rthl. Reüter Steuren7  monattl. 6 Rthl. 32 lß für ein Reüter.

Priester und Küstergeld

Pastor bekumpt von dießes und Bollten Hagens Guttd 2 Drömbt Rogken Der Küster 2 drt Haber und 1 wurst 20 Eÿer

Die Bauren geben jegl.r 2 schfl. Rogken und geben jegl.r von 1 Huef. Contribution und beseÿen jegl.r 2 drbt: Rogken 18 Schffl. Gersten 2 drbt: Habern und ein pahr scheffl. Erbsen

Haben ein jegl.r 6 pferde 2 Joch Rinder und sonsten
Hanß Rackow 8 Heübter mit den Ochsen 10
N.o 2 auch 8 [Heübter mit den Ochsen] 10
N.o 3 - 6 [Heübter mit den Ochsen] 8

N.o 4 mit d. Hakochsen 7
N.o 5 Jürgens [mit d. Hakochsen] 7
jed. 2 pferde


Freje Man:
Peter Dorff - Inlieger - 4 Heübter Rindtvieh v. 2 pferde
No 7 hat 6 Heübter Rindtvieh 1 pferd
Häcker einlieger - 2 Heübter
der Schäffer hat - 3 pferde, 6 Heübter Rindvieh

 U 71 links 

Der Acker beÿ diesem Guthe ist sonst mittelmäßig nicht von den besten auch nicht schlecht, daß aber itzo über die Unfruchtbahrkeit geklagt, ist die Ursache, das kein Vorschuß seÿ. und daß volle Vieh, so woll zu bega=tung als zum Futter und weide Consequenter den Mist zur vermehren nicht gehalten - sonst ist allhie Notthurftige weide so nebst der wiesen. Durch Paschen auff ein merckliches zu verbeßern stünde. Den Bauren ist dießer zwar sehr From v. gütig welches auch machet das sie in volle Nahrung steten und so woll mit Vieh besetzet als man ein ohrt finden magh.

NB. Beÿ denen in der Außrechnung angeführten wießen, ist zu verstehen, daß weil die wießen an, und in den Schlag belegen, dahero wen Brack schlag sein, die darin liegenden stücken nicht können gehegt und dem nach jährl. ein jahr minder ein ander mehr nicht höher den auff etwan 16 Fuhder zu rechnen Sonst betragen sich die wießen biß auff 50 Fuhder. von welchen doch einige allejahr gemehet werden.

 U 117 

Areal Aus=Rechnungh des Adelichen Guths Dönnie, im Rackowschen Kirchspiel belegen welches im Junio des abgewichenen 1697ten Jahrs abgemeßen

Beÿ diesem Guth liegt der Acker in vier Schlägen

A. Dieses jahr der Rogken schlag geweßen, sonst Bolten=Hagens Schlag genandt bestehet in follgenden theilen,

[A]   122M 210R
Aa , 1 [Stück], Ziml. eben gelinden acker von mittelmäßiger Höhe je neher der Boltenhagens scheide je Sandiger sonst mittelmäßiger Boden,  113M 60R
Ab , 1 [Stück], niedrig und kaldtgründig darbeÿ sandig,  6M 150R
Ac , 2 wörter beÿ den Heüßern auff ziml. gemengten grundt,  3M

B der Gersten Schlag genandt Grimsche Schlag

[B]   90M 180R
Ba , 1 [Stück], in der mitten hoch, nach beiden enden alß nach den waßer Graben und nach dem Holltz ein wenig abhengigh, sonst eben, auff mehr sandt alß leimichter grundt doch dabej fein vermengter mittel mäßiger acker,  78M
Bb , 1 [Stück], auch eben, aber etwas sandig v. magerer,  12M 180R

C Haber schlag: sonst Öllß=Dorffer Schlagh genandt,

[C]   100M 135R
Ca , 1 [Stück], fein eben, graw mit Leim vermengtem Boeden von mittelmäßiger Höhe,  67M
Cb , 3 [Stücke], niedrig und kaldtgründig, darbeÿ auch mehr sandig v. magerer alß obiger,  13M 120R
Cd , 1 [Stück], gut ebener woll vermengter tragbahren Boeden,  18M 60R
Cf , 1 [Stück], Baur wordt8  - gut schwärtzlich - woll gemengter grundt,  1M 255R

D der Brackschlag. Rackower Schlag genandt,

[D]   102M 105R
Da , 1 [Stück], ungleich gantz eben, ein wenig niedrig so Ihn aber dennoch auch hindert sonst etwas sandig jedoch dabej gutem tjorlf ziml. vermengt,  86M
Db , 1 [Stück], niedrig und kaldt auff etwaz Isermohlig9  grundt,  12M 120R
Dc , 2 [Stücke], Baur wörde auff Leimgemengtem gutem grundt,  3M 285R.

E wüsten acker

[E]   59M 270R
Ea , 5 [Stücke], allten mit Heide bewuchsenen wüsten Acker ist zwar auff etwas sandig grundt jedoch möchte, wan der weide die schäffereÿ halber könte gemißet, hirvon guten theils mit Nutzen außgebrochen, und ohnschwer in Cultur gebracht werden,  53M 60R
Eb , 4 [Stücke], grünen ebenen grundt dienl. auffzubrechen,  3M 225R
Ec , 6 [Stücke], mit - mit weiden und bircken bewuchsen,  2M 285R

 U 118 

Fa Wischen worunter die grüne Flecken im Korn mit verstanden,

[F]  16 Fuhder Hew,  48M 210R
Fa , 12 [Stücke], wischen die nur wen die schläge beseÿet, können gemähet werden, sembtl. von schlechtem wachsthum,  30M 30R
Fb , 1 [Stück], ebenen wisch. wunder genandt aber gantz mit weiden und ellern Busche bewuchsen,  10M 60R
Fc , 2 [Stücke], niedrig und naß von mittel mäßigem wachsthum,  8M 120R

G weide worunter Holltz, Brücher, Morast, und pöele, mit verstanden

[G]   368M 165R
Ga , 2 [Stücke], Hoch Ebene alten verwüsteten acker wovon auch theils mit Nutzen könte außge=rißen werden, wan solche von der weide zu entbehren,  67M 180R
Gb , 3 [Stücke], Grüne weide, theils niedrig theils hoch, so dennoch all kan betrieben werden,  116M 150R
Gc , 8 [Stücke], dito - mehrentheils aber mit weich Holltz bewuchsen auff gut harten grundt,  47M 240R
Gd , 4 [Stücke], Eich holltz von zimlichen wachsthum das auch hierauß Schiffs odr Bawholltz könne verkauft werden: mit Haselln v. andern unter büschen,  67M 150R
Ge  vid iehen
Gf , 6 [Stücke], Möhren und Morast mit Moß vnd Bülldten bewuchsen gahr zu nichts nütze,  64M 225R
Gg , 3 [Stücke], pöele im Dorffe worin Carußen od. Fische sein,  2M 60R
Gh , 20 [Stücke], pöele zu nichts Nütze,  3M 60R

H. Straße. Hofftuhm, wege und Gartens

[H]   13M 210R
Ha  Straße Hofftuhm und Heüßer stellen mit den sembl. wegen,  12M
Hb  sembtliche Gartens,  1M 210R

Symbol 133  Allhir hat ein windt mühle gestanden wovon die Rudera noch merckl. zu sehen.

waß beÿ obige wießen zu mercken besiehe Annotationer Sig NB

Ge  hat allhie vorzeiten ein Edelhoff gestanden

Symbol 19  hat ein Capelle gestanden.

S[umm]a

Cultovirter acker: 416 Morgen 30 Ruten
wüsten acker: 59 Morgen 270 Ruten
Wischen: 48 Morgen 210 Ruten
Fuhder Hew: 16
Holltz v. weide morast v heide: 368 Morgen 165 Ruten
Hoffthum Gartens, Stras v. wege: 13 Morgen 210 Ruten

 RRev 531   URev 241 

1704 wurde das Dorf Dönnie revidiert und wie folgt befunden

[A1,D2,D3]   6M 240R
A1  von Ea bewirtschaftet, feiner Sand, humushaltige Erde und tiefliegend, wird dabei zum Feld Aa bestellt,  1M 60R
D2  zwei Stücke von Ea bewirtschaftet, feine magere Sanderde, wird zusammen mit Da bestellt,  5M
D3  erschlossener Acker im Feld Da von Ec, ein Stück, wird wie Da genutzt, auch gleiche Erde,  180R

C3  zwei Stücke von Eb zum Feld Ca 180 Ruten bewirtschaftet, von G 120 Ruten, zusammen  1M

B4  von Ea bewirtschaftet, zwischen Ba und Bb, von gleicher Beschaffenheit,  210R

Beschreibung vom übrigen wüsten Acker

Ga  an Klevenows Grenze liegt noch unberührt, weit abgelegen, von flachem Boden, mit Wald bewachsen, wird wohl nicht in Bewirtschaftung kommen.
Ea  aus feinem und gelblich magerem Sand, mit Heidekraut und Heidekrautbülten überwachsen.
Ec  wird gleichermaßen in Bewirtschaftung kommen, aus sandig-humosem Boden, etwas niedrig gelegen.
Eb  aus schwärzlichem, feinem Sand, wird in Zukunft wohl bewirtschaftet werden.
Ga  zwischen dem Weg und dem Graben, das aus einem feinen sandig-humosem Ackeroden besteht, kann vollständig zum Erschließen als Acker geeignet sein aber es wird vorgegeben, es müsste unbedingt für die Schafweide aufgespart werden. Und auf der anderen Seite vom Graben oder vom Teich zu Jessins Grenze hin ist niedriges Feld, kaltgründig, das wohl nicht als Acker geeignet, ein Teil mit Heidekraut und kleinen Büschen überwachsen ist.

Anmerkung: auf dieser Feldmark bei Grischows Grenze wurde kürzlich eine Windmühle gebaut, die der Müller zur bestimmten Jahreszeit nutzt, für die Kosten, die er für den Aufbau verwendet hat.

Summe

[neuer Acker:] 8M 150R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Anke Maiwald M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Johan Petersen
Revision:
Anmerkungen:

1  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.

2 Rämel bezeichnet einen schmalen Strich Landes um oder an der Seite eines Feldes oder einer Hölzung, Weide u.a.. Krünitz, Johann Georg: Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft, Bd. 179, Berlin 1842, Sp. 298.

3 Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.

4 Eine Kirchenmatrikel ist ein Verzeichnis über die Eigentums- und Einkommensverhältnisse von Kirchen und ihren Kirch- und Schuldienern.  Deutsches Rechtswörterbuch: Wörterbuch der älteren deutschen Rechtssprache, Bd 7. Weimar 1974-1983. Sp. 883.

5 Allgemeine Bezeichnung für Abgaben jeglicher Art.  

6 Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste.  Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.

7 Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.

8  Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist.  Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.

9 Isermal (plattdt.) bedeutet braunfleckig. (Isermal, in: Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 209.)