R 323   U 268 

Beschreibung und Annotation des Gutes Griebenow, das im August des Jahre 1697 vermessen wurde1 

Griebenow liegt im Distrikt Loitz und gehört zum Kirchspiel Groß Bisdorf. Dieses Gut gehört dem General Major Reinschiöld, der dieses seinem Schwager dem Herrn Oberst Borck2  zur Verwaltung überlassen hat. Der Oberst pachtet auch einen Teil des Gutes, so dass er neben seiner Berechtigung auch 800 Rthl Pacht zahlt. Dieses Gut wird von den hiesigen Einwohnern bewirtschaftet, diese sind alle untertänig und ein Verwalter weist sie an.

Einwohner

1 . Paul Fischer, Verwalter.

2 . Jürgen Below, Schulz.
3 . Dünies Poggendorf.
4 . Jochim Thürick.
Vollbauern.

5 . Jochim Baumann.
6 . Bartholomeus Poggendorff.
7 . Martin Smitendorff.
Kossaten

Einlieger

8 . Klaes Poggendorff.
9 . Hans Dähn, Schäfer.
10 . Michel Witt, Schmied.
11 . Hans Hoffmeister, Kuhhirte.
12 . Görgen Schläger, Müller.
13 . Hind: Lott, Krüger.
14 . Niclas Dän, Gartenmeister.
15 . Die Kirche im Dorf.

Außer diesen Einwohnern hat der oben erwähnte Pächter hier sein eigenes Gesinde:  R 324 Einen Knecht und drei Mägde. Über die verfügt der oben genannte Verwalter, der das gesamte Gut beaufsichtigt, nach Gutdünken seines Herrn.

 U 269  Über die Hufen weiß niemand etwas genaueres zu berichten, als dass was zum Gut gehört, zu zwölf Hufen und vier Morgen versteuert wird.3 

Der Acker

Der gesamte Boden ist durchweg Lehmhumus, mit Ausnahme dessen, was man als sandig beschrieben findet. In seiner Lage oder Fruchtbarkeit ist er so sehr falsch, denn man kann ihn selten so antrefeffen, dass man eine gute und wünschenswerte Erntezeit hat. Die Ursache dafür ist ohne Zweifel der sumpfige Boden, der sich an mehreren Stellen über das gesamte Feld hinweg erstreckt. Sonst ist der Acker in vier Felder oder Schläge aufgeteilt, wie das Mühlenfelt , das nun die Roggensaat trägt. Korchfelt trägt die Gertensaat und ist das beste, während das vorherige das schlechteste sein soll. Denn das letztgenannte ist zu meisten Teilen niedrig liegend und das andere zum Großteil höher liegend. Die Hafersaat trägt nun Dierschow Felt auch dieses ist wegen seines niedrigen Grundes schadhaft, dagegen ist das Ungnader Felt , das jetzt brach liegt, zu meisten Teilen höher liegend und gut

 R 325 

Die Aussaat

Die Aussaat soll für jedes Feld des Hofes 15 Drömt betragen. Ein Vollbauer sät 20 Scheffel Roggen, 24 Scheffel Gerste und ebensoviel Hafer. Die Kossaten säen zusammen 36 Scheffel Roggen und ebensoviel Gerste und Hafer. Von jeder Art 36 Scheffel.

 U 270 

Der Heuschlag

Die Wiesenflecken sind dem Anschein nach ziemlich gut und zahlreich, obgleich man sagt, man könne beim Hof nicht mehr als 37 Fuder Heu bekommen. Dieses Jahr sollen die Vollbauern jeder acht und die Kossaten jeder fünf Fuder geerntet haben, nach dem Bericht des Verwalters.

Weideland und Wald4 

Hier beim Gut gibt es gutes Weideland, weil viel wüster Acker dazu gehört, und dieser ist grasreich. Jedoch soll man auf dem Hof nicht mehr als 30 Rinder und vier Zugtiere finden. Jeder Bauer hat drei Kühe und acht Pferde oder Zugtiere, die Kossaten besitzen an Kühen soviel wie die Bauern, aber sie haben nicht mehr als zwei Zugtiere.
Der Wald besteht zumeist aus Eichen, der bei der der Grenze zu Ungnade ist Bookholtz und an der Grenze zu Levenhagen  R 326 ist Ütterholtz . Der Wald, der sich zwischen Derschow- und Kirchfelt befindet, ist insgesamt Eichenwald, doch soll dessen Fruchtbarkeit nicht sehr beachtenswert sein. Sie bekommen ihr Holz und Brennholz daher, berichten sie und auch die Ausrechnung zeigt es. Das Gut soll das Brennholz zumeist von anderen Orten bekommen.

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Die Windmühle

Hier ist auch eine Windmühle zu finden, kurz gesagt, zwischen der Grenze zu Kreutzmannshagen und hier. Sie wird an den oben erwähnten Müller für eineinhalb Last Roggen verpachtet. Auf dem Feld von Kreutzmannshagen gibt es einen Morgen Acker der Mühlenstelle, der mit dem Zeichen Symbol 78 gekennzeichnet ist, und ist im umliegenden Weideland eingschlossen, das auch dort liegt.

Der Krug

Der erwähnte Krüger muss für die von ihm genutzte Freiheit, Bier zu verkaufen, jede Woche einen Knecht für Dienste zu Fuß5  für das Gut bereitstellen. Es soll nicht viel Gebrauch davon gemacht werden, da kein großer Landweg hier entlang führt.

Der Grenzverlauf

Im Norden grenzen Kreutzmannshagen und Levenhagen an das Dorf, im Osten Ungnade, im Süden Dersekow und Alt Pansow und im Westen Groß Bisdorf.

 R 327   U 272 

Arealausrechnung von Griebenow

Der Acker

[Der Acker insgesamt]   448M 150R

Mühlenfelt

A  ist oben zum Morast und den Häusern hin höher liegend, aber hinab zum Feldgraben, der hier entlangläuft, ist es ziemlich niedrig liegend. Der Boden ist durchweg Lehmhumus  106M 90R

Ungnader Felt

B  zur Weide hin zumeist niedrig liegend, aber zum Hof und Dierscows Feld hin ist es ziemlich hoch liegend, der Boden ist Lehmhumus  101M 90R
B1  sandiger Lehmhumus und höher liegend  1M

Dierscows Feld

C  ist zum Ungnader Felt hin höher liegend, aber gegen Wiese und Weide hin recht niedrig liegender Lehmhumus  104M
C1  ist sandiger Lehmhumus  20M 180R

Kirchfelt

D  zum Hof hin ziemlich hoch liegend, dagegen aber bei der Grenze zu Groß Bis-  R 328 dorf recht niedrig liegender, lehmig-humoser Grund  105M 270R
E  Ackergärten neben den Häusern, sind alle guter, lehmig-humoser Boden  9M 120R

Wüster Acker

[F]   140M 60R
F  ist höher liegendes, grasreiches Heideland, überall flach und von dem gleichen lehmig-humosen Boden wie die daran anstoßenden Ackerfelder. Es befindet sich in und neben Dierscow- , Ungnader- und Mühlenfelt und ist als Acker recht geeignet  131M 210R
F1  neben dem Kirchfelt , es sind zum größten Teil niedrig liegende, wüste Ackerstücke, aus grasreichem Heidesandland bestehend, jedoch zumeist Rasen  8M 150R

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Wiese und Heuschlag

[G]  [Ertrag:] 94 Heufuder  63M 90R
G  Überdik ist überall eine niedrig liegende Wiese, besonders an den Grenzen ist sie niedrig liegend, aber zum Feld hin ist sie ziemlich hoch liegender Wiesengrund  48M 120R
 R 329 G1  Koppel , ist beim Wald buschig, aber neben dem Acker ist es eine flache, gute Wiese, ist auch im Wald sehr tief liegend, aber sonst von festem Wiesengrund  8M 60R
g  sind elf kleine Wiesenflecken in und neben den Ackerfeldern liegend, alle mit festem Wiesengrund  6M 210R

Diese erwähnten Wiesen und Wiesenflecken können wohl eineinhalb Fuder Heu pro Morgen geben, da sie alle mit gutem Boden sind, ergibt 94 Heufuder.

Wald und Weideland

[Wald und Weideland insgesamt]   248M 150R
H  Bokholtz , ist zumeist Eichenwald, doch dazwischen gibt es einen Teil Haselwald, ist überall fester Weidengrund  18M 150R
H1  neben dem Hof an der Nordseite ist ein Bruch mit hohem Laub-, Eschen- und Eichenwald, alles auf festem Grund. Hier-  R 330 unter wird die zwischen dem Kirch- und Diercowfelt liegende Eichenwaldecke verstanden  27M 90R
H2  Ütterholtz ist ziemlich guter Eichenwald, ein Teil ist mit Haselwald vermischt, grasreicher Weidengrund  18M 150R

[H3 und 3 ergeben zusammen]   53M 60R
H3  Kaling ist ein Erlenbruch mit grasreichem Boden. Hierunter wird auch der bei der Wiese Koppel liegende Erlenbruch verstanden, da er von gleicher Natur ist. Man versteht hierunter auch vier kleine, buschige Weidenflecke im Feld,
3  mit der Nr. 3, sind zumeist fester Grund und an Areal 16 Morgen. Ergeben zusammen:  53M 60R

 U 274  H4  ist eine flache, niedrige Wiesenweide, an der Grenze zu Levenhagen mit überaus grasreichem Grund  88M
H5  neben dem Hof ist eine Pferdekoppel mit gutem Wiesengrund, darunter werden auch zwei Wiesenweideflecken verstanden  R 331 die sich zwischen den Ackergärten befinden  18M 30R

[Symbol 29 , = ergeben zusammen]  17M 90R
H6  in und neben den Ackerfeldern sind sechs Tümpel und Moraste  7M 150R
Symbol 29  Weg- und Hofstellen, wovon die erstgenannten mit grasreichem Weidengrund sind. Hierunter werden alle Wege verstanden, die sich vom Hof her ausweiten und auslaufen sowie
=  zwei Gräben im Mühlen- und Kirchfelt mit der Signatur: = Ergeben zusammen  17M 90R

Fischgewässer

i  im und neben dem Hof sind vier Karauschenteiche zu finden, die reich an Karauschen sind  3M 210R

Obst- und Gemüsegärten

K  die zwei Obstgärten neben dem Hof bestehen aus überaus seltenen und sehr schönen Bäumen, die bei den Bauernhäusern sind nicht zu verachten  14M 270R

Summe

Acker: 448M 150R
Wüster Acker: 140M 60R
Wiese: 63M 90R
Heufuder: 94 Heufuder
Wald und Weideland: 248M 150R
Fischgewässer: 3M 210R
Obst- und Gemüsegärten: 14M 270RR

 RRev 379   URev 77 

Am 29. Mai des Jahres 1705 wurde das Dorf Griebenow revidiert und wie folgt befunden

Neu aufgebrochener Acker seit der vorigen Vermessung.

[Fa-Fe, Ga, Hc-Hd]   30M 30R
Fa  zwei Stücke des wüsten Ackers F1, aufgebrochen, besteht aus kaltgründigem, lehmvermischten Sandboden, etwas tief liegend, in vier Schlägen beim Feld D  2M 210R
Fb  drei Stücke von F aufgebrochen, bestehen aus lehmvermischtem Sandboden, etwas niedrig gelegen, werden beim Feld A bewirtschaftet  6M 270R
Fc  ein Stück von F aufgebrochen, besteht aus Sandhumus, wovon der Sand jedoch vorherrscht. Wird beim Feld B bewirtschaftet  4M 240R
Fd  ein Stück von F aufgebrochen, besteht aus Sandhumus, wird beim Feld C bewirtschaftet  2M 120R
Fe  vier Stücke von F aufgebrochen, bestehen aus kaltem und eisenrostigem Sandhumus, sehr niedrig, werden beim Feld C bewirtschaftet  3M 180R

 RRev 380  URev 78 Ga  ein Stück der Wiese G aufgebrochen, ist kaltgründiger und eisenrostiger Sandhumus, wird beim Feld C bewirtschaftet  1M

Hc  vier Stücke des Weidelandes H3 aufgebrochen, bestehen aus niedrigem jedoch guten Sandhumus, werden beim Feld C bewirtschaftet  6M 120R
Hd  ein Stück des Weidelandes H4 aufgebrochen, besteht aus reinem Sand, soll mit der Zeit als Acker genutzt werden  2M 90R

Küsterwiese

K  ist eine Wiese, die der Küster aus Groß Bisdorf besitzt. Für diese mag er mit nach Griebenow reisen, wenn dort gepredigt wird. Er hält selbst ein Pferd.  90R

 RRev 381   URev 79 

ÜBeschreibung des übrigen wüsten Ackers

F zwei Stücke von F mit der Nr. 2  gekennzeichnet, als Acker geeignet, denn sie bestehen aus durchschnittlichem Sandboden, etwas humos von einem halben Viertel dicke, und umfassen  32M

Das übrige von F scheint als Acker unbrauchbar zu sein, wegen seinen niedrigen und kalten Grundes.

F1  das übrige von F1 wäre als Acker geeignet, ist jedoch etwas schwärzlicher Sandboden.

Summe

Neuer Acker: 30M 30R
Küsterwiese 90R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Anders Jernström
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Anders Jernström vermessen.

2  Zur Zeit der schwedischen Landesvermessung war Paul Wedig von Borck (geb. 1641) Schlosshauptmann von Alt-Stettin. Seine Karriere begann als königlich-schwedischer Rittmeister, er war Hauptmann auf Pudagla, 1682 wurde er zum Oberjägermeister von Pommern und Rügen ernannt. Schließlich wurde er 1691 Schlosshauptmann und Regierungsrat von Alt-Stettin und 1696 Obrist über die Lehnspferde in Pommern und Rügen.  v.Borck, In: Bagmihl, J. T.: Pommersches Wappenbuch. Bd. 4, Stettin 1854, S. 121-140.

3  Hufensteuer bezeichnet die Steuer, die von den Feldern nach Hufen gerechnet gezahlt wird. Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 25. Berlin 1782. Sp. 602 ff.

4 In der Urschrift lautet die Überschrift: Weideland und Vieh

5  Dienste, die zu Fuß verrichtet werden. Dazu zählen besonders Fron- und Hofdienste, sowie Gänge, die geleistet werden müssen.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 15, Berlin 1778, Sp. 543.