Beschreibung von Katzow, welches im August 1696 vermessen wurde
Katzenow liegt im Kirchspiel Drechow und grenzt im Norden an Leplow, im Osten an Oebelitz, Dolgen und Werder, im Süden an Drechow und Rönkendorf, im Westen an Hugoldsdorf und Neuenhof.
Es gehört Landrat Normann auf Jarnitz, welches er mit eigenen Arbeitskräften bebauen lässt, und er beschäftigt einen Schreiber auf dem Gut.
R 29 U 26Arealausrechnung von Katzenow
Der Acker liegt in drei Schlägen.
A ist das Roggenfeld, das besteht aus:
[A]
74M 150R
Aa , ein Stück, ein wenig sandiger Humus,
5M 60R
Ab , ein Stück, etwas niedrig, jedoch ebener Humus,
30M 240R
Ac , zwei Stücke, eben liegender, mittelmäßig guter Lehmhumus,
38M 150R
Das Brachfeld
[B]
66M 60R
Ba , ein Stück, eben liegender, mittelmäßig guter Lehmhumus,
28M 210R
Bb , ein Stück, mittelmäßig guter Lehmhumus, zum südlichen Ende hin ein wenig sandig und
hügelig,
37M 150R
Das Gerstenfeld
Ca , zwei Stücke, etwas hügelig, mittelmäßig guter Lehmhumus, an der Grenze zum Weg ein wenig sandig, 64M 90R
R 30Wüster Acker
[D]
126M
Da , ein Stück, ebenes Heideland, alter wüster Acker,
110M
Db , zwei Stücke, flaches Heideland, alter Acker, etwas niedrig,
16M
Wiese
[e,ea]
20 Heufuder,
17M 60R
e , drei Stücke, flache, sumpfige Wiese,
10M 60R
ea , zwei Stücke, gute, trockene, hochliegende Wiese,
7M
Wald und Weideland
[F]
527M 210R
Fa , drei Stücke, flaches Heideland, zumeist etwas tiefliegend;
es erscheint alles wie alter Acker durch und durch mit Furchen, außer einigen kleinen niedrigen Stellen, worin teilweise
Wasser steht; aber der Besitzer sagt, dieses wäre niemals Acker gewesen, sondern nur Weideland, das zwischendurch aufgepflügt
und mit Hafer besät wurde, damit danach dort besseres Gras für die Weide wachsen sollte,
319M 120R
R 31 Fb , zwei Stücke, ein Erlen-, Birkenwald1 usw., teils trockene, hochliegende Wiese, teils auch sumpfig,
133M 150R
Fc , fünf Stücke, flache Sümpfe oder Moräste,
13M
Fd , zwei Stücke, sumpfiges Gebüsch,
2M 210R
Fe , zwei Stücke, trockene, hochliegende Wiese mit Eichen, Erlen
und Haseln,
37M 210R
Ff , zwei Stücke, flache Weide auf festem Grund,
2M 240R
Fg , acht Stücke, sumpfiges, flaches Weideland, teilweise mit Wasser,
6M 90R
Fh , ein Stück, flache Koppel, dichter Wuchs,
12M 60R
Hofstellen
die Höfe des Guts, sowie einige kleine Gemüsegärtchen nur für den Hausbedarf,
8M 90R
Anmerkung:
rb
Wiese für
8M 120R und
rc
Erlenbüsche,
5M 90R gehören hierher.
Summe
Acker: 205M
wüster Acker: 126M
Wiese: 17M 60R
Heufuder: 20
Wald und Weide: 527M 210R
Hofstellen: 8M 90R
Auff daß waß der anzeige Nach auff Ihr Königl: Maÿ: vnsers allergnädigsten Könige und Herrn befehl der Herr Derecteur der Königl: Landtmessereÿ Commission von allen und jeden possessoren der Pommerschen güter nach anleitung der vom ihm Communiciten puncte vor Nachricht desideriret erklären mihr folgender gestalt und zwar des Rittersitzes Kazenow vnd dem selben incorporirten Werderschen huwen halber
Ad 1 et 2
Dieses Guht oder dieser Rittersitz heiset Katzenow Ein alt Behren Lehn. Mein des itziegen possesoris vnd Eigentühmers Nahme, Meldet die unterschrift. Es lieget in Tribbeseschen Districte vnd Drechower Kirchspiel.
Ad 3
Weillen dieses Guth in concursu Creditorum gestanden und ausser den werderschen Huven über die 20 Jahr gantz wüste gelegen auch vorheer in geReümer Zeit und vielen Jahren in ermangelung der untertahnen Nicht völlig angebauwet werden können Durch den Letztern Krig aber die Zimmer herunter gekommen und von untertahnen gantz und gar entblosset worden haben wehder die voriegen Eigenthümer es behalten, noch sich ein Käufer (Ob es gleich durch die Subhastio öffentlich fiel gebohten) dazu finden wollen bis ich Entlich mihr zum Käufer angemeldet worauff es mihr den in ao 95 vom königl. hohen Tribunal zum Toten Käuffe Adjudiciret worden.
Ad 4
Ich habe vor diesem wüsten Rittersitz und zwo wüste baur stellen Nebst dehnen diesen beÿliegenden Äckern 5000 rd gegeben und der U 38 links Schaffstall dazu aparte bezahlen müßen. waß es tragen kann weiß ich nicht, weillen ich Noch Nichts davon genißen kan, sondern viel darin verwenden muß.
Ad 5
Die beschaffenheit des ackers ist mir Noch nicht völlig bekant weillen es erstl. angetreten, so viel auß dem augenschein zu Nehm ist der acker zum Theil Mittelmeßig, zum Theil aber gantz Schlupig und Kaltgründig, die ausssaht betreffent so ist in dem Brack schlage und Stoppel Felde, diesem voriegen Herbst Etwa 2 Last Rocken, vnd den diesen Frühling ungefehr 2 Last undt Etwaß darüber an Sommer Korn vnd damit der Meiste Acker so unter die Cultur gewehsen vnd von mihr auß gebracht worden werden können besehet, waß anitzo zu Rocken zubereitet wirdt, ist Mehrentheils auffs Neüe Mitt zimlichen Kosten vnd Großer Mühe auß Zöhgen Dreische vnd der Heide gerissen wie viel es seÿ kan der Königl. Lant=Meßer beßer alß ich wißen.
Ad 6
Wisen seind anitzo weillen sie Mehrentheils gantz bewachsen, wenig mehr vorhanden, dannen heer Mangel an Nothrüftig Heüw.
Ad 7
Die weide ist alhier Nur Schlecht und keine andere alß Eine Mit Heide Kraut bewachsen weide worinnen sich Rintvieh und Schaffe ernehren müßen vorhanden es pretendiret aber auch Mein Nachbar U 38 rechts H. Behren daß Jus pascendi darauff welches ihm aber Nicht überall verstattet wirt.
Ad 8
Holtz ist zu brennen vnd Beüte vorhanden zum verkauff aber kan man es sich nicht bedienen weillen es den Stäten abgelehgen.
Ad 9
Von diesem allen ist alhier Nichts vorhanden noch davon Etwaß zu Nehmen.
Ad 10
Es hat beÿ diesem Gutt vor alters wie in übrigen pertienentien dabeÿ und alles unter der Cultur und Imstande gewehsen an Schafland Rintvieh ein zimlich Teil können gehalten werden, weillen aber durch die Distribution unter den Creditoren die Dorffschaften und pertinentien davon abgerissen und also die abdriften auff andere Felder Noch bleiben Mögen etwa weillen viel Zugvieh vom Hove gehalten werden Muß, vier in 500 Schaffe und 30 in 40 Haupter Rintvieh mit wolmacht gehalten werden könne.
Ad 11
Bienen können gehalten werden wan man Nur dieselbe, und Jemandt der sie warten kan hat, itzo ermangelt es alhier aber Noch an beÿden.
Ad 12
Alhie ist nur eine wüste Mühlen lahge allwo vor alters eine windmühl gestanden.
U 39 linksAd 13
An Fischereÿ ist weiter alhier Nichts verhan[den] alß das dieses Guht gerechtigkeit hat gewiß[e] Reüsen in den Drechower Mühlen Teich zu setzen über diesen seint auch Noch Ein paar Söhle oder Teiche im Felde.
Ad 14
Inst Leüte seint alhie Nicht Dienst oder Baur Leüte aber seint hier im Dorffe zwo Freÿ [Leü]te und dann, Noch zu Bahrenwolde hieher g[e]hörig zwo Untertahnen s[o] auß Meinen andern Gütern genohmmen v[nd] sie diesen Frühling daselbst in Kathen gesetzet.
Ad 15
Die obgemeldten beÿden Leüte alhier im d[or=]fe dienen respectieve 2 undt 3 tage in d[er] woche zu Hofe, die beÿden zu Bahrenwolde dienen Noch gar nicht Nun in der Rocken Er[nte] Müßen sie aber Etwaß helfen über diese dienen zwar anitzo Noch Einige von Meinen Forckenbacker Bauren hirher, weillen solches aber Ein phfant guth vnd auch ungewisse ob vnd wie Lange diese Leüte daselbst entRahten werden können, können dieselbe alß hieher Nicht gehörig alhier Nicht auff geführet werden.
Ad 16
Der Gleichen ist alhier Nicht, woll aber Einige alte Obst beüme, Ein wenig Kohl ist aber doch v[om] gesinde auffm Felde Nahe am Hoffe gepfhlantz[t].
U 39 rechtsAd 17
Dieser wehgen ist beÿm 10 puncto Meldung geschehen, weillen ich aber daß Guth so Newlich angetreten habe Nur ungefehr savon berichten konn.
Ad 18
Von diesem allen ist alhier Nichts vorhanden.
Ad 19
Wie viel Huven beÿ diesem Guthe vorhanden davon habe Nicht so grüntliche Nachricht daß davon gewißheit melden kan weillen ich es Nuhr so Kurtze Zeit im Besitze gehabt es sollen aber ausser halbe zwene baur Huven Ritter Huven dabeÿ sein so hier zu belehgen, daß aber so anitzo Noch nicht Cultiret ist, dergestalt mit Heÿde bewachsen und verwüstet, daß es weillen keine untertahnen vorhanden schwerlich wie der zum Nieß-brauche gebracht werden kann wird beÿ der vermeßung der Augenschein wirt gegeben haben.
Ad 20
Weillen die Königl. Landtmessereÿ Commission der Steüren und anlahgen halber so in diesen Lande in einigen Jahren gegangen
schon
vielfeltig benachrichtieget sein wirt, so ist überflüßig davon einiege Meldung zu tuhn es wurde die selbe auch nicht zu ihrer
information dienen können, weillen ich Nuhr so Kurtze Zeit dieses Guth beseßen.
+ pächter etc werden von diesen Guth nicht den
Priester aber zimlich viel entrichtet.
Ad 21
Davon kan alhier kein Meldung tuhen.
U 40 linksAd 22
Die gerechtigkeit der hohen und kleinen Jacht ist be[ÿ] diesen Rittersitz und haben sich die Besitzer d[er]selben wie sie des fals in geruhieger possesion gans an derselben von undencklichen Jahren hier bedienet.
Ad 23
Die Jurisdiction und waß dem anhengig hat ist beÿ diesem Guthe.
Ad 24
waß in diesen punct enthalten wirt der König[l] Lantmeßer schon beobacht haben.
Dieses ist waß vor der Hant auff die Mihr Communicirten puncte in Nachricht Mitt theilen könne solte zu befoderung Ihr Königl: Maÿ Untertähnigsten dießen ein Mehres erfordert werden, werde obgedachter Commission so viel an Mihr gerne damit an die Hant gehen.
Kazenow den 13 Augusti ao 96
H. Norman
Arealausrechnung von dem seit 1696 bewirtschafteten Acker in Katzenow, wie am 18. August 1704 beobachtet worden ist.
Acker
Im Feld B
A1 , ein Stück, ebener Sandboden, mit ein wenig Lehm vermischt, vom wüsten Acker Da bewirtschaftet, liegt im normalen Schlag, 70M 210R
Im Feld A
A2 , ein Stück, von Beschaffenheit wie Ac, wurde vom Weideland Fa bewirtschaftet, 5M 240R
Summe
Acker: 76M 150R
Das Übrige von Da ist von gleicher Beschaffenheit wie der davon bewirtschaftete [Teil]. Er scheint ebenso als Acker geeignet
zu
sein.
Symbol Db an Werders Grenze wurde vor fünf Jahren einmal bewirtschaftet, wie die Bauern berichteten, aber jetzt liegt er
wieder einmal wüst und wird jetzt als eine Tÿderwisch2 genutzt, ist
sonst von gleicher Beschaffenheit wie Ca, war mit Gras bewachsen.
Der wüste Acker Db lag jetzt wie früher wüst, mit Heidekraut
überwachsen, ist ebenso als Acker geeignet.