Beschreibung des Dienstdorfes Freest, das im Juli 1694 vermessen wurde1 .
Dieses Dorf liegt direkt am Strand der Peenemündung 2Gemeint ist wohl die heutige Spandowerhagener Wiek, etwa eine Meile Weg nordwestlich bis nördlich von Wolgast entfernt. Das Dorf hat vor 50 Jahren zum Amt Wolgast gehört, von welchem es der damalige Feldherr Wrangel2 für eine bestimmte Summe Geldes gekauft haben soll. Nunmehr gehört es zu Wrangelsburg3 aber leistet seine Dienste nach Spandowerhagen, das ebenfalls zu Wrangelsburg gehört. Da eigentlich kein besonderes Dienstdorf zu Spandowerhagen gehörte, hat dessen Herrschaft von diesem Dorf das meiste des zugehörigen Ackers Spandowerhagen zugeschlagen, damit es ein Ackerhof werde. Seit der Zeit der Herzöge4 wollten keine Einwohner hierher kommen, da dieses Dorf von einer großen Flut verwüstet worden sein soll, und ein Krieg anschließend verhinderte, dass man es wieder aufbauen konnte. Aus acht Bauernhöfen sind so zwei geworden, die unten angeführt sind. Die anderen sechs sind dem oben genannten Dorf zugeschlagen worden. Was die wüsten Hofstellen betrifft, so sind sie, bis auf einige Steine hier und dort größtenteils nicht mehr zu sehen. Die hiesigen Bewohner wissen nicht sicher, wo sie gestanden haben, da diejenigen, die am Wasser lagen, vollständig weggespült wurden und diejenigen, die auf den Sandhügeln oben am Wald standen, gänzlich von Sand bedeckt sind. Ihre Abgaben sind auf einereduzierte Hufe5 veranschlagt worden, und was andere Halbbauern mit derselben Hufenzahl R1096 abgeben, das müssen auch sie geben. Nähere Auskünfte konnte man von ihnen nicht bekommen. Was nun das übrige Land, das zu Spandowerhagen gekommen ist, angeht, so hat dies ein Pächter aus Nonnendorf zur Pacht. Ihre Kirchengemeinde ist in Kröslin. Dieses Dorf gibt an den Pastor nicht mehr als die Einkünfte aus sechs Morgen Land, die zu 22 Scheffeln berechnet werden sollen. Außer dieses Priesterkorns6 geben sie nichts an die Kirche oder den Pastor. Die Grenzen sind hier sehr verworren, da nicht ein einziges festes Grenzzeichen vorhanden ist. Im Osten streiten sie sich mit Kröslin um eine Weide, wie aus Karte und Abmessung von Kröslin entnommen werden kann. Im Süden gibt es Streit mit Voddow um ein Stück wüsten Acker, der dicht an der Grenze zu Nonnendorf liegt und in der Ausrechnung von Voddow zu finden ist. Im Westen haben sie wohl keinen Grenzstreit mit Nonnendorf so weit der Acker reicht, aber im Wald weiß keiner, wo die Grenze mit Spandowerhagen verlaufen soll. Also habe ich eine gerade Linie vom PeenemünderGraben und ihrem Acker gezogen. Es scheint, dass sie nicht viel Aufhebens davon machen, wo die Grenze dort gezogen wird, da es sich vor allem um eine Ansammlung von Sandhügeln handelt, und beide Dörfer zur selben Herrschaft gehören. Im Norden ist die Grenze die Ostsee mit einer kleinen Bucht, die Peenemündung, os Penei fluminis7 , genannt wird.
| 1 . Daniel
Roggow 2 . Nils Berent |
reduzierte Hufe |
Anmerkung: Nun dürfte dieses Dorf zum Amt zurück geholt sein.
Arealausrechnung von Freest
Ackerbau
[Aa, Ab, Ba, Bb, Cb, Ca]
252M 240R
Aa
Kröchenfelt, das bei diesem Zeichen aus Lehmhumus
besteht, leicht sandhaltig
70M 150R
Ab
im selben Feld, schwerer sandhaltiger Lehmhumus
13M
Ba
Limkulenfelt, bei diesem Zeichen von der oben
genannten besseren Bodengüte, worunter die Ackerkämpe8 bei den Häusern und die Stücke außerhalb der Felder verstanden
werden
42M 90R
Bb
schwerer sandhaltiger Lehmhumus im gleichen Feld
57M
Cb
Sexrutenfelt, auch bei diesem Zeichen von etwas
sandhaltigem Lehmhumus
52M
Ca
der schwere, sandhaltige Lehmhumus
18M
Wiese und Heuernte
9
Grönswar, eine prächtige ebene Wiese, die pro
Morgen sicher über zwei Fuder Heu abwerfen kann; hierunter werden auch die zwei kleinen Wiesenflecken im Feld A gerechnet.
[Ertrag] 86 Heufuder
43 M
Weide und wüster Acker
[Insgesamt]
269M
110
War früher ein Acker, nun aber dicht mit Heide bewachsen, und wird daher als Weide gerechnet und genutzt
150M
R1098
211
ist wiesengründige Weide, worunter auch alle Tümpel und buschigenMoraste gerechnet werden, die auch von üppigem
Graswuchs sind und mit dem Zeichen O bezeichnet werden
56M
U970
312
ebenesHeideland
63M
Wald
F FreesterTannen genannt, ist ein Bereich aus Kiefern, Heide und Sand, der doch größtenteils aus Sandhügeln besteht, die mit einigen kleinen Kiefern bewachsen sind, hierunter versteht man auch die Höfe. 213M
Gemüsegärten
a Ist ein kleines Gemüsegärtchen beim Haus, von sandigem Boden 150R
Summe
Acker: 252M 240R
Wiese: 43M
Heu: 86 Fuder
Weide und wüster Acker: 269M
Wald: 213M
Gemüsegärten: 150R
Annotationen zum Dienstdorf Freest
Ackerbau und Aussaat
Dem Aussehen nach ist ihr Acker halb und halb von schwerem und leichtem sandhaltigen Lehmhumus, wie in der Ausrechnung zu sehen ist, so dass man hier Bodengüte für allerlei Aussaat findet. Die Lage des Landes ist so, dass weder Wasser noch Trockenheit besonders schaden könnten, besonders Kröchenfelt, das nun Brache ist. Die anderen sind an den Ackerenden im Norden höher gelegen und sollen in trockenen Jahren, die auch für das ganze Feld schädlich sind, Schaden nehmen. Doch ein mittelmäßiger Frühling und ein trockenes Jahr gibt hier einen reichen Segen an Saat, wie das jetzige Jahr zeigt. Limkulenfelt, das nun Winterfeld ist, trägt einen wunschgemäßen Roggen, und Sexrutenfelt hat mitten darauf prächtige Sommersaat, zur Voddower Grenze hin allerdings ziemlich dünn und kurz gewachsen, da der Acker dort mehr Sand abbekommt. Innerhalb der oben genannten Ordnung ist die Bodengüte und Fruchtbarkeit aller drei Felder enthalten, sowohl was Ursprung ihrer Bodenart als ihre Lage angeht, wie es oben angeführt ist. Von den Bewohnern war zu erfahren, dass ein Morgen Acker nicht mehr als zwei Scheffel Roggen- und bis zu zweieinhalb Scheffel Gerstensaat tragen kann. Säen sie mehr in den Boden, so sollen die Ähren nur kurz werden und sich viel Getreide lösen, so dass sie davon mehr Schaden als Nutzen haben. Dementsprechend soll die Aussaat der Bewohner zusammen 36 Scheffel Roggen, 18 Scheffel Gerste und R1100 zwölf Scheffel Hafer betragen. Verhält es sich so bei den hiesigen Bewohnern, kann man im Verhältnis dazu auf die Aussaat des Pächters von Nonnendorf schließen, der hier das meiste bewirtschaftet.
Wüster Acker
Alles, was bei der Grenze zu Spandowerhagen liegt, war in früheren Zeiten, bevor das Dorf so zerstört wurde, Acker, wie der Beschreibung zu entnehmen ist. Davon zeugen die Furchen, die überall noch zu sehen sind. Der Boden ist sandig, aber ein fleißiger Einwohner könnte ihn zu Acker aufarbeiten und behalten, da die Sandmischung nicht allzu schwer ist. Außerdem ist auch an der Grenze zu Voddow wüster Acker der gleichen Beschaffenheit. Obwohl er an etlichen Stellen mehr Sand zu enthalten scheint, wird er dennoch jedes Jahr vom derzeitigen Pächter als Acker bewirtschaftet.
U972Über die Wiese und ihre Heuernte
Wo der Peenestrom ins Meer fließt und den Namen Peenemündung annimmt, liegt ihre Wiese. Sie ist eben und hat einen schweren Lehmboden. Die Wiese erträgt viel, leidet aber Schaden, wenn große Fluten kommen und das Meer im Herbst und im Frühling ansteigt, so dass jährlich ihr Umfang abnimmt. Man erwähnt nicht, dass nach den Überflutungen auch ein Spülsaum von Rückständen das Land R1101 bedeckt, durch den der Rasen teilweise verdorben wird. Wenn das Eis sich löst, brechen ganze Ruten von Land ab. Dieses geschieht meist an der Seite, die zum offenen Meer hin liegt. Aus diesem Grund soll diese Bucht entstanden sein, denn ein gutes Stück der Landzunge ihrer Wiese, die Grönswar genannt wird, soll in der See, gerade auf das Dorf zu, noch zur Zeit der letzten Herzöge13 festes Land gewesen sein, das Wiese gewesen sein soll. Aber in einer Ecke derselben Bucht an der Weide ist ein Erlenbruch gewesen. Was nun ihre Heuernte betrifft, so soll jeder Bewohner hier am Ort neun Fuder Heu erwirtschaften und der Pächter von Nonnendorf 60, ergibt zusammen 78. Das Heu der Einwohner wird hier und seines in Nonnendorf verbraucht. Gleichwohl ließe sich damit, als auch mit dem bei der Aufsaat anfallenden Dünger der Acker dieses Dorfes verbessern.
Wald, Weide und Vieh
Zuerst muss man wissen, dass die Weide des Dorfes sich in zwei Arten aufteilt. Die erste ist eine prächtige Weide, die auch als Wiese gebraucht werden könnte, wenn das Weiden dieses zuließe, da sie den gleichen Grund und Boden wie ihre Wiese besitzt. Die zweite und
dritte Art sind Heideland sowie Kiefern und Sandhügel unter
dem Zeichen
14 ; die erste ist eine gute Weide
aber die letztere nicht, da sie teils mit Kiefernbüschen bewachsen ist und teils aus Sandhügeln besteht, die
überall vom Wind aufgeweht sind, so als wären R1102 sie mit Sorgfalt
aufgestellt; sie sind zumeist unfruchtbar. Darüber hinaus sind in der Heide einige Erlenbrüche, die wegen ihres grasreichen Grundes, der überall vom Vieh begangen werden kann, durchaus als Weide geschätzt werden. Daraus kann man sehen, dass sie einiges an Sommervieh halten könnten, wenn sie nur
dazu imstande wären, den Winter hindurch zu füttern. Doch die Bewohner sollten nicht mehr als 28 Stück Großvieh, acht Zugtiere, etwa 60 Gänse und 40 Schweine
füttern können. Schafe haben sie nicht, da sie für sich allein keinen Hirten halten können, außerdem bekommen sie keine Erlaubnis des Verwalters, eine
gewisse Menge zu halten, da er selbst das gesamte Feld für seine Schafherde benötigt
Fischerei
Obwohl dieser Ort durch die Natur und seine Lage zur Fischerei geeignet wäre, da das Dorf direkt am Strand liegt und mit einer günstigen und fischreichen Bucht versehen ist, die zum einen auf dem Grund sehr sauber und offen für allerlei Fischfang ist, zum anderen am Beginn der Peenemündung die Möglichkeit bietet, die Fische beim Kommen und beim Verlassen der Bucht anzutreffen und zu fangen, lassen sie dieses Handwerk und diesen Nahrungserwerb dennoch meist beiseite, da sie zu wenige und beide zu schwach sind, um etwas zu beginnen. Außerdem sind sie jahrein jahraus mit ihrer Haus- und Ackerwirtschaft beschäftigt. Sollten sie es R1103 aber dennoch betreiben, so müssten sie, ebenso wie die anderen am Peenestrom liegenden Dörfer, dafür Wasserpacht15 an den Kiper16 in Lassan entrichten, da das Wasser zum Teil der Krone und zum Teil dem Amt Pudagla gehört, an die die Pacht abgeführt wird.
Gesinde und ihr Hofdienst
Man hätte hier durchaus für jeden Bewohner einen Knecht und eine Magd nötig, sowohl für den eigenen, als auch für den Ackerbau des Pächters, aber diese Anzahl gibt es nur bei Roggow, sein Nachbar hat im Augenblick weder Magd noch Knecht. Dort muss man nun dennoch in der Erntezeit Woche für Woche selbst den Dienst in Spandowerhagen leisten, ungeachtet der Frage, wie es denn mit seiner Arbeit zu Haus zugehe. Außerhalb der Erntezeit dienen sie nur fünf Tage auf dem Hof, vier mit einem Paar Ochsen und einem Dienstmann und den Fünften allein.
RRev206 URev301Im Jahr 1704 ist das Dorf Freest revidiert und wie folgt befunden worden
Bc , zwei Stücke,
Bewirtschaftet von E1, sehr kaltgründige Sanderde
6M 90R
Bd1
von F bewirtschaftet, besteht aus klarem Sand, wird alle neun bis zwölf Jahre besät
8M 240R
Nb , ein Stück, ist ein Stück unten beim Strand, von dem Hauptmann Müller von der Lühnen17 6M und 90R hat bewirtschaften lassen. Dort gab es einenHolländer18 , der sagte, dass das Stück zu diesem Dorf gehörte19 , ohne dass die Grenze bis zu dem kleinen Morast gehen sollte, der mit O bezeichnet ist, was sehr unglaubhaft erscheint.
NB , ein Stück, gehört zu Spandowerhagen 1M 60R
Wüster Acker
E1 könnte bewirtschaftet werden, ist aber sehr kaltgründig und eisenrostig.
Summe
NeuerAcker: 15M 30R
1 Wurde laut Urschrift Fol. 956 von Anders Jernström vermessen
2 Carl Gustaf Wrangel: Der bekannte schwedische Feldherr Carl Gustaf Wrangel wurde am 13. Dezember 1613 geboren, seine Eltern waren der Sohn des baltisch-stämmigen Adligen Hermann Wrangel und der Margareta Grip (eine Cousine Gustav II. Adolfs). Wrangel erhielt die übliche Ausbildung eines jungen Adligen jener Zeit, wozu auch die Bildungsreise in andere europäische Länder zählte. Nach Aufenthalten in den Niederlanden und Frankreich schloss er sich den schwedischen Truppen in Deutschland an und durchlief eine außerordentliche militärische Karriere. Schon 1645 wird er Feldmarschall, sechs Jahre später erhält Wrangel einen Grafentitel, im Jahr 1657 ist er Admiral und 1664 Reichsmarschall. Außerdem gehört er in der Zeit 1660-1672 zur Vormundschaftsregierung Karls XI. Als Generalgouverneur Schwedisch-Pommerns (1648-1650 und 1661-1676) übernimmt er die Mittlerfunktion zwischen dem schwedischen Reich und dem Kontinent, wobei es ihm gelang, recht unabhängig in seiner Position zu wirken - schon seine Zeitgenossen nannten ihn, wegen seines Auftretens einen "norddeutschen Prinzen". Neben seinen umfangreichen Besitzungen in Pommern, besaß der Feldherr auch u. a. große Anwesen in Schweden und Finnland, und wirkte als einer der großen Bauherrn seiner Epoche. Wrangels glanzvolle militärische Laufbahn endete1675 wenig ruhmvoll mit der Niederlage bei Fehrbellin, wo er der Oberbefehlshaber über die schwedischen Truppen war. Schwer krank starb er am 25. Juni 1676 auf seinem Sitz Spyker auf Rügen. Da er keine überlebenden Söhne hatte, vererbte Wrangel seinen umfangreichen Nachlass seinen Schwiegersöhnen. Hofberg, Herman: Svenskt biografiskt handlexikon, Bd.II, Stockholm 1906, S. 746
3 Königin Christina verlieh 1643 das Gut Vorwerk mit seinen Ackerhöfen Groß Ernsthof und Spandowerhagen 1643 dem Herman Wrangel, dem Generalgouverneur von Livland für seine Dienste. Nach seinem Tode im selben Jahr erhielten es seine unmündigen Kinder aus dritter Ehe als Erbe. Seit 1649 verwalte Carl Gustav Wrangel die Güter und tauschte sie 1653 gegen seine Besitzungen in Livland ein. Um dem Gut Vorwerk einen repräsentativeren Charakter zu verleihen, benannte er es in Wrangelsburg um. Das Gut Nonnendorf u.a. mit dem Dorf Vierow war schon 1652 von dem Generalgouverneur gekauft worden. Asmus, Ivo: Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels. In: Wernicke, Horst und Werlich, Ralf Gunnar (Hg.): (Pommern. Geschichte-Kultur-Wissenschaft. 3. Kolloquium zur pommerschen Geschichte. 13. und 14. Oktober 1993), Greifswald 1996, S. 131-133. Derselbe: Das Testament des Grafen-Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Asmus, Ivo, Droste Heiko (Hg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der frühen Neuzeit, Berlin, Hamburg, Münster 2005, S. 204-f.
4 Die Regierungsepoche der pommerschen Herzöge wird in der Beschreibung häufig als die herzogliche Zeit oder die Zeit der Herzöge bezeichnet und es bezieht sich auf einen Zeitraum vor 1637, dem Jahr, in dem der letzte pommersche Herzog Bogislaw XIV. kinderlos starb. Mit seinem Tod endete in Pommern die Zeit, in der es von einem Fürsten aus dem pommerschen Greifengeschlecht regiert wurde und die Schweden in den Gebieten westlich der Oder die Herrschaft übernahmen. Wachowiak, Bogda: Das vereinigte Herzogtum Pommern (bis 1648). In: Piskorski, Jan M. (Hg.): Pommern im Wandel der Zeiten. Stettin 1999. S. 153 f.
5 Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.
6 Priesterkorn, auch Priestergerechtigkeit. Eine Getreideabgabe der Bauern eines Kirchspiels an ihren Pastor. Tobien, Alexander: Die Agrargesetzgebung Livlands Bd. I, Berlin 1899, S. 69
7 Lat. Mündung des Flusses Peene, bzw. des Peenestroms
8 Ackerkämpe ein Boden, der Getreide trägt oder tragen soll. Zum Schutz vor dem weidenden Vieh wird die Fläche mit Wällen und Hecken abgegrenzt. Seedorf, Heinrich und Meyer, Hans (Hg.): Landeskunde Niedersachsen. Natur- und Kulturgeschichte eines Bundeslandes. Band II Niedersachsen als Wirtschafts- und Kulturraum, Neumünster 1996.
9 In der Urschrift ist statt des Symbols ein D verzeichnet
10 In der Urschrift ist statt des Symbols E 1 verzeichnet
11 In der Urschrift ist statt des Symbols E 2 verzeichnet
12 In der Urschrift ist statt des Symbols E 3 verzeichnet
13 Die Regierungsepoche der pommerschen Herzöge wird in der Beschreibung häufig als die herzogliche Zeit oder die Zeit der Herzöge bezeichnet und es bezieht sich auf einen Zeitraum vor 1637, dem Jahr, in dem der letzte pommersche Herzog Bogislaw XIV. kinderlos starb. Mit seinem Tod endete in Pommern die Zeit, in der es von einem Fürsten aus dem pommerschen Greifengeschlecht regiert wurde und die Schweden in den Gebieten westlich der Oder die Herrschaft übernahmen. Wachowiak, Bogda: Das vereinigte Herzogtum Pommern (bis 1648). In: Piskorski, Jan M. (Hg.): Pommern im Wandel der Zeiten. Stettin 1999. S. 153 f.
14 In der Urschrift steht statt des Zeichens E2 m E3.
15 Wasserpacht: Die Wasserpacht ist eine Zahlung an die Obrigkeit für ein Gewässer, woraus dann gefischt werden darf. Deutsches Rechtswörterbuch online (http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/e/im/meng/immengeld.htm, 16.05.2008)
16 Der Kiper ist der Aufseher über die Fischerei und der Einnehmer der Wasserpacht. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 534.
17 Jakob Heinrich Müller von der Lühnen (1652 - 1713) war ein Sohn von General Burchard Müller von der Lühnen. Nach seinem Dienst im Militär schlug er eine Beamtenlaufbahn ein und verstarb als Amtshauptmann von Rügen und Wolgast. Spruth, Herbert: Müller von der Lühnen. In: Familiengeschichtliche Mitteilungen der Pommerschen Vereinigung für Stamm- und Wappenkunde (Sedina-Archiv). Bd. 10, Heft 3 1964, Seite 22 f.
18 „Holländerei nennet man ein Etablissement, wo die Bewohner das ihnen zugeschlagene Land und Wiesen bei ihren Hofstellen in einem unzertrennten Zusammenhange liegen haben, und durch richtige Grenzen aus aller Gemeinschaft mit ihren Nachbarn gesetzt sind. Da diese Art der Einrichtung zuerst von der in Holland befindlichen entlehnet worden ist, so hat solches vermutlich Gelegenheit gegeben, dergleichen neue Anlagen Holländereien zu nennen. Besonders aber pflegt man denen Etablissements, bei welchen die Hauptsache in der Viehzucht und dem Wiesewachs besteht, diesen Nahmen beizulegen, indem auch in Holland die Haupteinnahme des Landmannes auf der Viehzucht beruhet.“ Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft, Bd. 24, Berlin 1781, Sp. 343.
19 In der Urschrift steht allerdings inte hörer till denna bÿ, dass es also nicht zu diesem Dorf gehörte