Beschreibung des Dorfes Kröslin im Wolgaster Distrikt, das im Juni 1694 vermessen wurde1
Ungefähr eine Meile von Wolgast nordwestlich liegt dieses Dorf, dessen Besitz, ebenso wie die oben genannten beiden Dörfer2 zu Wrangelsburg3 gehört. Die Pacht gehört aber zu Groß Ernsthof, wo diese Bewohner ebenso wie die der Dörfer Karrin und Hollendorf ihre Dienste leisten müssen. Wenn etwas an Kronsteuer4 bezahlt werden soll, werden die Krösliner geringer besteuert: Zahlen die Karriner einen Rthl. so geben sie 20 Groschen, So verhält es sich meistens bei allen Abgaben, immer in dieser Proportion. Was ihre Hufenzahl angeht, so soll das ganze Dorf zu 15 Landhufen berechnet sein. Von diesen werden vier auf eine reduzierte Hufe5 veranschlagt, was drei dreiviertel reduzierte Hufen ergibt. Jeder Bauer bewirtschaftet zweieinhalb der oben genannten Landhufen. Das Pastorenland soll hier soviel man weiß nicht zu einem gewissen Quantum sein, doch sollen es im Wentfelt zu sieben Scheffel Aussaat sein, im Hoffelt zu vier Stücken, im Kleine Kamp drei Stücke, die sie 1. Kleine Wort zu drei Scheffeln, 2. Drefft zu Fünf und 3. Kilort zu zweieinhalb Scheffeln nennen. Er besitzt außerdem sechs M eigenes Land auf dem Freester Besitz. Außer diesem umgepflügten Pastorenland hat er ein Stück wüsten Acker im Wentfelt bekommen, den sie Klasland nennen. Darauf kann man sicher vier Scheffel einsäen, sofern R1072 man es nur umpflügen wollte. Doch seit langer Zeit liegt es wegen seines schlechten Sandbodens wüst. Darüber hinaus bewirtschaftet der Pastor6 , der hier bei der Kirche wohnt einen halben Bauernhof, der ein und einviertel Landhufen ausmacht. Darüber liegt er mit seinen Patronen im Streit; er meint, dass ihm nicht nur das gehöre, sondern noch viel mehr, aber sie wollen ihm alles absprechen, was außerhalb des Pastorenlandes da ist. Früher soll hier ein Armen- und Pastorenwitwenhaus gestanden haben. Die Witwe hat einen Morgen in jedem Feld gehabt, und die Armen haben vom Amt ihr Brot bekommen.. Der Schulze hat für seinen Dienst im Hungerkamp ein Stück Land zu drei Scheffeln, das Schulzenland heißt, sowie Wiese daneben zu einem guten Fuder Heu. Der Krug kann das Jahr hindurch meist eine Tonne Bier pro Woche verkaufen. Der Krüger gibt nicht mehr Krugpacht7 als 1 Rthl. Doch wird immer Bier von Wrangelsburg geholt. Die Grenzen sind alle korrekt, außer im Norden mit Freest, wo beide Parteien fest überzeugt von der Richtigkeit sind. Die eine möchte gerade gehen und die aus Freest wollen hinter zwei Dornenbüschen, die als Kollerbusch auf den Feldern stehen, die Grenze ziehen. Im Osten ist Peenemünde mit dem großen Peenestrom sowie die Wiese, die die Wotk genannt wird. Im Süden und Westen grenzen Hollendorf, Karrin und Voddow Feld an Feld mit Kröslin.
R1073Namen der Einwohner
1 . H. Johan
Eickman, Pastor 2 1/2 Hakenhufen
2 . Ullsander, Petter 5 Hakenhufen
3 . Petter Dins 5 Hakenhufen
4 . Christian Foahle 1 2/3 Hakenhufen
5 . Jasper Horn 5 Hakenhufen
6 . Johan Boig 1 2/3 Hakenhufen
7 . Martin Fohle, Schulze 5
Hakenhufen
8 . Hans Dins 2 1/2 Hakenhufen
9 . Jacob Ulf 1 2/
3 Hakenhufen
Einlieger
10 . Jacob
Podenberg
11 . Kasten Kows, Schneider
12 . Petter Nils, Schneider
Wilhelm Meÿer, Schneider
13 . Petter Balsar, Viehhirte
14 . Nils Nilsson, ein Schmied
15 . Nicolas, ein Küster
16 . Fridrick Otto, Leinweber
17 . Kirche
Arealausrechnung des Dorfes Kröslin
Ackerbau
[Aa, Ab, Ba, Bb, Ca, Cb, Da, Db, E, F]
437M 30R
Aa
Dikfelt, besteht bei diesem Zeichen aus
Lehmhumus, etwas sandig
78M
Ab
im selben Feld Sandhumus, etwas lehmig-humos
28M
Ba
Hoffelt, das bei diesem Zeichen aus Lehmhumus
besteht, etwas mit Sand durchsetzt
85M 30R
Bb
ist Sandhumus im selben Feld, der etwas lehmhaltig ist
16M
Ca
Wentfelt, das bei diesem Zeichen von oben
genanntem guten Lehmhumusboden ist.
49M
Cb
im selben Feld lehmhaltiger Sandhumus
17M
Da
Kleine Kamp, von Lehmhumus, etwas mit Sand
durchsetzt
27M 180R
Db
im selben Ackerstück, Sandhumus
2M 90R
E
Borkwall, das überall von lehmhaltigen Sandhumus
ist
53M 120R
F
Hungerkamp, ebenfalls überall von lehmhaltigem
Sandhumus
80M 210R
Wiese und Heuernte
[X1 - X6]
104M 150R, 176 Heufuder
X1
Koppel, eine prächtige Wiese zwischen dem Dorf
und dem Kresseliner
See, kann gut drei Fuder per Morgen geben [Ertrag] 39 Fuder
13M
X2
Borkwisch, eine tief liegende Wiese von kurzem
Grasbewuchs, wird wohl gegen anderthalb Fuder pro Morgen geben [Ertrag] 56 Fuder
37M 210R
X3
Priesterwerder, auch eine Wiese, die dem Pastor
hier im Dorf gehört,kann auch wie die oben stehende pro M geben. [Ertrag] 15 Fuder
10M
R1075 U1044a X4
Wotk, ebenfalls von gutem Boden, obgleich sie zum
größten Teil als Weide genutzt werden soll, ist sie doch gleichwohl von der selben Beschaffenheit, wie die zuletzt genannten
Wiesen. [Ertrag] 27 Fuder
18M 90R
X5
X6
Pritterwisch und Kowisch sind ebenfalls von derselben Beschaffenheit [Ertrag] 39 Fuder
25M 90R
Fischgewässer
[Insgesamt]
71M 270R
W
Der Krösliner See mit allen seinen kleinen und
großen Ein- und Ausläufen. Man meint den alten Peenestrom, sowie die anderen kleinen
Gräben und Ströme, die auf der Karte verzeichnet sind. Den Berichten zu Folge sollen sie hier zu diesem Dorf
gehören.
1
In diesem See sind einige Rohrinseln, die mit 1 bezeichnet sind und dem Pastor zu fünf
Morgen gehören.
2
das beim Zeichen 2 gehört dem Dorf von zehn Morgen
klares Wasser zu
56 9/10M macht 71M 270R
Viehweide
[Insgesamt]
345M 90R
18
Ist Viehweide bei der Freester Grenze, die mit einigen Heidehügeln sowie Morast
und
O
Tümpelflecken, mit dem Zeichen o , bedeckt ist. Hierunter werden auch Hausstellen und Wegstücke verstanden, da sie auch Wiesenboden
aufweisen. 122M
2
in derselben Weide gleich bei der Grenze und den Äckern liegt eine Kiefern- und
Heidesandhügel von zehn Morgen, sowie neben Borkwall ein Grashügel, teils mit Büschen
bewachsen, macht 14 Morgen
24M
3
ist ein buschiger Morast, der überall beweidet werden kann, besonders in trockenen Jahren
wird er nach Bedarf stellenweise für Heugras eingezäunt.
23M
4
ist Sand und Heidekraut; war früher Acker, aber in Kriegszeiten ist er verdorben, wozu der
schlechte Boden einiges beigetragen hat. Doch zwischen den umgepflügten Äckern ist er von der selben Bodengüte, wie die
anderen. Zur Zeit wird er als Weide gebraucht.
176M 90R
Obst- und Gemüsegärten
æ Obst- und Gemüsegärten liegen manchmal für sich, die ersteren sind nicht von sonderlichem Ansehen, sondern weisen lediglich einige Kirsch- und Apfelbäume auf. 2M 150R
Strittige Grenze
Mit Freest gibt es einen Grenzstreit über eine Viehweide, von der 14 1/2 Morgen aus Kiefern und Sandheide bestehen:
,
aber im übrigen ist sie von einfachem Weideland, macht in allem
58M
Summe
Acker: 431M 30R
Wiese: 104M 50R
Heu: 176 Fuder
Fischgewässer: 71M 270R
Viehweide: 345M 90R
Obst- und Gemüsegärten: 2M 150R
Streitigkeit: 58M
Annotationen zu Groß Ernsthofs Dienstdorf Kröslin
Von Ackerbau und Aussaat sowie wüstem Land
Hier sind vier Felder zusammen, von welchen Hoffelt wegen seiner besseren Bodengüte das beste ist. Danach kommen Dikfelt und dann Wentfelt, Hungerkamp und schließlich Borkwall, die zusammen ein Feld ergeben. Zwei dieser oben genannten Felder werden jährlich mit Sommersaat besät, wie zur Zeit Hoffelt und Wentfelt, wozu Kleine Kamp gerechnet wird, das damit besät ist. Hungerkamp und Borkwall sind Winterfelder und Dikfelt ist Brache. Die Aussaat soll per Morgen in der besseren Bodenart nicht höher berechnet werden können als drei Scheffel, und in der schlechten nur zweieinhalb Scheffel. Sie bekommen in trockenen Jahren nicht viel für ihre Mühe, besonders wenn Hungerkamp und Borkwall besät wurden. Die anderen Felder sollen den trocknen und nassen Jahren jeweils zur Hälfte widerstehen: sonst sind die Felder in durchschnittlichen Jahren überall von leidlich gutem Nutzen und Ertrag. Der wüste Acker, der jetzt unter Heidekraut liegt und zur Weide gerechnet wird, soll einst überall Acker gewesen sein, doch ist er zum größten Teil von schwerem Sandhumus, abgesehen dort, wo er zwischen den umgepflügten Äckern liegt, der von gleicher Art ist, wie das daran angrenzende umgepflügte Land. So ist er nach und nach verkümmert, da man ihn nicht ausreichend düngen konnte.
Wiese und Heuernte
Die beste Wiese des Dorfes liegt direkt beim Hof und heißt Koppel. Sie hat einen fetten Boden und wird gedüngt, außerdem wird sie sehr durch das Wasser verbessert, das vom Dorf hinunter in den kleine See rinnt. Das verursacht dort einen üppigen, guten Graswuchs, so dass man nach eigenen Schilderungen 18 Fuder Heu heraus bekommt. Pritterwisch und Kowisch sollen auch nicht mehr geben können, da dort dünnerer Grasbewuchs ist und vor allem in trockenen Sommern dort alles verbrennen soll. Wenn die Jahre aber durchschnittlich feucht sind, soll dort der beste Wuchs sein. Von dieser Wiese muss jeder Bauer ein Fuder Heu nach Wrangelsburg liefern. Zu diesem Hof gehört rechtmäßig Wotk, die die Bewohner nun für fünf Gulden gepachtet haben und beweiden lassen. Doch hat der Pächter von Groß Ernsthof ihn in seiner Pacht, deshalb geben sie ihm die oben genannten fünf Gulden. Von dieser Wotk haben die Bewohner eine kleine Wiese abgetrennt und eingezäunt; sie bekommen davon zusammen fünf Fuder, die sie verkaufen und damit die Pacht für die Weide Wotk bezahlen können. Priesterwerder soll und kann gegen zwölf Fuder Heu geben, eine Wiese, die dem Pastor gesondert zu kommt. Borkwisch, deren Boden aus feinem Kies besteht soll nicht mehr als vier pro Mann abwerfen, das macht Zusammen 24 Fuder. Mein Urteil steht in der Ausrechnung.
U1046Weide und Vieh
Neben dem Strand des Peenestroms liegt ihr Weidegrund, der von sehr gutem Boden ist, und übergenug für R1077 ihr Vieh ausreicht. Darüber hinaus dient ihnen das Heideland hier und da ganz leidlich, so dass dieses Dorf hinsichtlich der Weide lobenswert ist. Daher können die Einwohner allerlei junges Vieh und Fohlen aufziehen und damit ihr Einkommen vergrößern. Daran kann man sehen, dass sich Sommervieh hier in einer durchschnittlichen Zahl gut entwickeln kann. Da man sich aber gleichwohl nach dem richtet, was man über den Winter durchfüttern kann, gibt es nicht über 60 Stück Großvieh, Zugtiere 40, Schafe etwa 50, Schweine 60 und Gänse über 100. Wasservögel können sich hier gut entwickeln, aber anderes Vieh soll bisweilen durch die Überflutungen des Meeres zu Schaden kommen. Dies gilt besonders für die Schafe, für die das Ihlengras9 , das auf den überfluteten Wiesen wächst, besonders schädlich ist.
Fischerei
Die kleine Innenbucht der Peene, die Krösliner See heißt, soll mit ihrem Ein- und Auslauf gesondert und wahrhaft zu diesem Dorf gehören, und darin können sie nach Belieben fischen, entweder mit einer kleinen Weidenrute oder mit einem Aaleisen. Wollen sie aber in den Strömen fischen, die Krongewässer sind, müssen sie wie die oben genannten, an der Peene liegenden Dörfer Abgaben zahlen. Bemerkenswert ist, dass die Bewohner nur im Sommer fischen, im Winter lassen sie es lieber ruhen, weil sie es wegen der Landwirtschaft und darüber hinaus wegen des Mangels an wetterfestem Gerät unterlassen müssen.
Gesinde
Wegen des schweren Herrenhofdienstes, den sie leisten müssen, bräuchte wohl jeder Bauer zwei Knechte und einen Mittelknecht,10 sowie aus gleichen Gründen zwei Dienstmägde, aber sie können sie wegen des geringen Ackerertrages nicht unterhalten; so hat jeder Bauer einen Knecht und eine Magd sowie 2 Burschen und die Drittelbauern einen Knecht und einen Burschen und ebenso die Halbbauern. Hier muss man den Bauern mit einschließen, der sein bester Hofknecht ist.
R1078 U1046Bienen
Wie auch in Hollendorf soll man auch hier kein großes Glück mit diesen Tieren haben, vor allem, da es gleich am Wasser liegt und keine zusätzliche Zufuhr geholt werden kann. Dennoch hat jeder etwa fünf oder sechs Stöcke.
Streitigkeit
Man hat über den in der Ausrechnung stehenden Grenzstreit keine sichere Auskunft einholen können, da die Gegenparteien nicht mehr Recht haben, als dass die Krösliner vom Feld mit dem Zeichen a bis zu einem kleinen Graben mit dem Zeichen b gehen wollen, der dann in die Peene mündet, und die aus Freest ebenfalls vom Feld a aus auf zwei kleine Dornenbüsche ohne ein anderes Zeichen zugehen, und behaupten, dass diese, die das Zeichen Cd haben, die Grenze festlegen. Von diesen gehen sie ebenfalls zum Graben b, der aus der Karte zu entnehmen ist.
RRev207 URev303Im Jahr 1704 ist das Dorf Kröslin revidiert und wie folgt befunden worden
Im Feld A
[Insgesamt]
2M 140R
Ac , drei Stücke, ist
bewirtschaftet von A4 und besteht aus Sanderde, etwas tief liegend
2M 30R
Ad , ein Stück, von
4 bewirtschaftet und ist aus Sand, etwas hoch liegend
110R
Im Feld C
Cc , ein Stück, besteht aus reinem Sand von H2 180R und von o 30R bewirtschaftet, zusammen 210R
E
Ea , vier Stücke, von H4 bewirtschaftet und besteht aus Rotsand, wird jedes vierte oder sechste Jahr besät 12M
F
[Fa, Fb]
14M 270R
Fa , zwei Stücke, ist
eisenrostige Erde, von H4 bewirtschaftet
4M 120R
Fb , sieben Stücke, Sandland, das
jedes sechste oder achte Jahr besät wird, und mit der Zeit zu vergehen scheinen, denn der Wind bläst den Sand von H4
herüber
10M 150R
Wüster Acker
H4 ist wüster Acker von selber Güte wie der neu bewirtschaftete Acker, aber N3 ist sehr kaltgründig und als Acker völlig unbrauchbar, 37M 30R
[Summe]
Neuer Acker: 30M 20R
RRev208 URev304Arealausrechnung des Pastorenackers in Kröslin, der bei der Revision 1704 ausgeteilt wurde.
In A
oP4 , ein Stück, von der Güte wie Aa 2M 60R
In C
oP3 , ein Stück, wie Ca, ist eine Wurte11 beim Haus des Küsters 1M 120R
In D
oP1 , zwei
Stücke, wie Da
4M 180R
oP2 , ein Stück, wie Db
270R
Wüster Acker
oP5 , ein Stück, ist ein Hügel, der aus reinem Sand besteht und als Acker völlig unbrauchbar ist 3M 150R
Wiesen
oP6 , ein
Stück, ist eine Wiese, die bei Peenemündes Wiesen liegt
9M
oP7 , ein Stück, Ist ein eine
Rohrinsel, die der Kirche gehört hat, doch nun hat der Pastor sie von der Kirche genommen und verkauft das Schilf, das dort
steht, Die Bauern decken meist ihre Häuser damit, es beläuft sich auf
3M 60R
RRev209
URev305 Der Pastor hat auch einen halben Bauernhof in Bewirtschaftung, den die Bauern
versteuern müssen. Es soll der Amtmann Läpel gewesen sein, der nach Aussage der Bauern, befohlen hat, den halben Hof zum vorigen
zu
legen. Er ist zwar abgegrenzt aber noch nicht abgeteilt. Die Stücke sind gut abgeteilt und nur mit P bezeichnet, doch fand
man es
nicht nötig, sie auszurechnen, bis es gewiss ist, ob der Pastor sie frei behalten soll oder nicht.
Summe
Pastorenacker: 9M 30R
Wüster Acker des Pastors: 3M 150R
Pastorenwiese:9M
1 Wurde laut Urkarte von Anders Jernström vermessen.
2 Gemeint sind Karrin und Hollendorf.
3 Königin Christina verlieh 1643 das Gut Vorwerk mit seinen Ackerhöfen Groß Ernsthof und Spandowerhagen 1643 dem Herman Wrangel, dem Generalgouverneur von Livland für seine Dienste. Nach seinem Tode im selben Jahr erhielten es seine unmündigen Kinder aus dritter Ehe als Erbe. Seit 1649 verwalte Carl Gustav Wrangel die Güter und tauschte sie 1653 gegen seine Besitzungen in Livland ein. Um dem Gut Vorwerk einen repräsentativeren Charakter zu verleihen, benannte er es in Wrangelsburg um. Das Gut Nonnendorf u.a. mit dem Dorf Vierow war schon 1652 von dem Generalgouverneur gekauft worden. Asmus, Ivo: Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels. In: Wernicke, Horst und Werlich, Ralf Gunnar (Hg.): (Pommern. Geschichte-Kultur-Wissenschaft. 3. Kolloquium zur pommerschen Geschichte. 13. und 14. Oktober 1993), Greifswald 1996, S. 131-133. Derselbe: Das Testament des Grafen-Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Asmus, Ivo, Droste Heiko (Hg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der frühen Neuzeit, Berlin, Hamburg, Münster 2005, S. 204-f.
4 Kronsteuer: eine Steuer, die einem Landesherrn bei seiner Krönung, oder zur Annahme der königlichen Würde, entrichtet wird. 1 Macc. 10, 29. 11, 35. wird sie die Kron-Steuer genannt, Krünitz, D. Johann Georg: Oeconomische Encyclopädie oder allgemeines System der Staat- Stadt- Haus und Landwirtschaft, Bd. 53, Berlin 1791, Sp. 831.
5 Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.
6 Johann Eichmann aus Greifswald, am 2. September 1658 in seiner Heimatstadt als Student immatrikuliert, war in Kröslin Pastor von 1682 bis 1726. 1715 wurde ihm Tobias rennert aus Gotha als Substitut gesetzt, der im Wechsel mit ihm die Predigten und die Beichte halten sollte. Rennert wurde vom Gehalt Eichmanns die Hälfte und von den Akzidentien ein Drittel zugesagt. Doch gerieten beide wegen der Gebühren in Streit. Rennert ging 1719 als Pastor nach Groß Zicker, Eichmann wurde 1723 wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt zu öffentlicher Abbitte verurteilt. Krünitz, Johannes Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 24, Berlin 1790, Sp. 961
7 Der Krug bezeichnet im norddeutschen Raum ein Wirtshaus. Für das Führen eines Wirtshauses musste der Wirt Pacht an den Eigentümer entrichten. Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 11, Leipzig 1873. Sp. 2434.
8 In der Urschrift und auf den Karten ist aus dem ursprünglichen symbol nachträglich ein H1, H2, H3 und H4 gezeichnet worden.
9 Ihlengras wohl nach Ile, Egel, Saugwürmer. Unter eben diesem Nahmen ist auch der gelblich graue Wurm, welcher die Gallengefäße der Leber in den Schafen, dem Rindviehe und den Eseln bewohnet, und mit dem Wasser in den Magen dieser Thiere kommt, bekannt; Leberegel, Leberwürmer, Egelschnecken (weil ihnen von Egeln und Schnecken zusammen gesetzte Eigenschaften zukommen, indem sie wie Egel kriechen, und wie Wasserschnecken sich fortpflanzen,) Egeln oder Ilen, Hirudo Limax, Fasciola hepatica Linn. Fr. Duve, Sangsue limace Reaum. Holl. Botten. Die davon entstehende Krankheit, heißt die Egelkrankheit, und es werden davon zuweilen die zahlreichsten Heerden aufgerieben, oder doch sehr verringert. Die Egeln entstehen keinesweges in den Schafen von selbst, oder, wie Ellis behauptet, von verdorbenem Blute, sondern sie kommen von aussen in selbige, und werden entweder zu der Zeit eingeschluckt, wenn die Schafe aus Wässern saufen, in denen sie sich häufig aufhalten, oder Gräser fressen, daran sich diese Thiere zu setzen pflegen. Das erstere kann in nassen Jahren sehr leicht überall geschehen, weil alsdann alle Wässer voll von Egeln sind; und das letztere in nassen Jahren sowohl, als in trocknen, weil der Wasserampfer (Lapathum aquaticum), der Wasserwegerich (Plantago aquatica), das Glied= oder Beschreykraut (Sideritis glabra arvensis), und das Egel= oder Pfennig Kraut (Lysimachia Nummularia) in beyden Jahren von den Schafen und Egeln geliebet werden. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 194.
10 In den Urschrift sind es nur zwei Knechte, dort heißt es „…zwei Knechte, einen Groß- und einen Mittelknecht“. Anscheinend hat der Schreiber der Reinschrift „einen Groß-“ (en stor-) schlicht vergessen.
11 Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist. Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.