R1071   U1043 

Beschreibung des Dorfes Kröslin im Wolgaster Distrikt, das im Juni 1694 vermessen wurde1 

Ungefähr eine Meile von Wolgast nordwestlich liegt dieses Dorf, dessen Besitz, ebenso wie die oben genannten beiden Dörfer2  zu Wrangelsburg3  gehört. Die Pacht gehört aber zu Groß Ernsthof, wo diese Bewohner ebenso wie die der Dörfer Karrin und Hollendorf ihre Dienste leisten müssen. Wenn etwas an Kronsteuer4  bezahlt werden soll, werden die Krösliner geringer besteuert: Zahlen die Karriner einen Rthl. so geben sie 20 Groschen, So verhält es sich meistens bei allen Abgaben, immer in dieser Proportion. Was ihre Hufenzahl angeht, so soll das ganze Dorf zu 15 Landhufen berechnet sein. Von diesen werden vier auf eine reduzierte Hufe5  veranschlagt, was drei dreiviertel reduzierte Hufen ergibt. Jeder Bauer bewirtschaftet zweieinhalb der oben genannten Landhufen. Das Pastorenland soll hier soviel man weiß nicht zu einem gewissen Quantum sein, doch sollen es im Wentfelt zu sieben Scheffel Aussaat sein, im Hoffelt zu vier Stücken, im Kleine Kamp drei Stücke, die sie 1. Kleine Wort zu drei Scheffeln, 2. Drefft zu Fünf und 3. Kilort zu zweieinhalb Scheffeln nennen. Er besitzt außerdem sechs M eigenes Land auf dem Freester Besitz. Außer diesem umgepflügten Pastorenland hat er ein Stück wüsten Acker im Wentfelt bekommen, den sie Klasland nennen. Darauf kann man sicher vier Scheffel einsäen, sofern  R1072  man es nur umpflügen wollte. Doch seit langer Zeit liegt es wegen seines schlechten Sandbodens wüst. Darüber hinaus bewirtschaftet der Pastor6 , der hier bei der Kirche wohnt einen halben Bauernhof, der ein und einviertel Landhufen ausmacht. Darüber liegt er mit seinen Patronen im Streit; er meint, dass ihm nicht nur das gehöre, sondern noch viel mehr, aber sie wollen ihm alles absprechen, was außerhalb des Pastorenlandes da ist. Früher soll hier ein Armen- und Pastorenwitwenhaus gestanden haben. Die Witwe hat einen Morgen in jedem Feld gehabt, und die Armen haben vom Amt ihr Brot bekommen.. Der Schulze hat für seinen Dienst im Hungerkamp ein Stück Land zu drei Scheffeln, das Schulzenland heißt, sowie Wiese daneben zu einem guten Fuder Heu. Der Krug kann das Jahr hindurch meist eine Tonne Bier pro Woche verkaufen. Der Krüger gibt nicht mehr Krugpacht7  als 1 Rthl. Doch wird immer Bier von Wrangelsburg geholt. Die Grenzen sind alle korrekt, außer im Norden mit Freest, wo beide Parteien fest überzeugt von der Richtigkeit sind. Die eine möchte gerade gehen und die aus Freest wollen hinter zwei Dornenbüschen, die als Kollerbusch auf den Feldern stehen, die Grenze ziehen. Im Osten ist Peenemünde mit dem großen Peenestrom sowie die Wiese, die die Wotk genannt wird. Im Süden und Westen grenzen Hollendorf, Karrin und Voddow Feld an Feld mit Kröslin.

 R1073 

Namen der Einwohner

1 . H. Johan Eickman, Pastor 2 1/2 Hakenhufen
2 . Ullsander, Petter 5 Hakenhufen
3 . Petter Dins 5 Hakenhufen
4 . Christian Foahle 1 2/3 Hakenhufen
5 . Jasper Horn 5 Hakenhufen
6 . Johan Boig 1 2/3 Hakenhufen
7 . Martin Fohle, Schulze 5 Hakenhufen
8 . Hans Dins 2 1/2 Hakenhufen
9 . Jacob Ulf 1 2/ 3 Hakenhufen

Einlieger

10 . Jacob Podenberg
11 . Kasten Kows, Schneider
12 . Petter Nils, Schneider
Wilhelm Meÿer, Schneider
13 . Petter Balsar, Viehhirte
14 . Nils Nilsson, ein Schmied
15 . Nicolas, ein Küster
16 . Fridrick Otto, Leinweber
17 . Kirche

 R1074   U1044 

Arealausrechnung des Dorfes Kröslin

Ackerbau

[Aa, Ab, Ba, Bb, Ca, Cb, Da, Db, E, F]   437M 30R
Aa  Dikfelt, besteht bei diesem Zeichen aus Lehmhumus, etwas sandig  78M
Ab  im selben Feld Sandhumus, etwas lehmig-humos  28M
Ba  Hoffelt, das bei diesem Zeichen aus Lehmhumus besteht, etwas mit Sand durchsetzt  85M 30R
Bb  ist Sandhumus im selben Feld, der etwas lehmhaltig ist  16M
Ca  Wentfelt, das bei diesem Zeichen von oben genanntem guten Lehmhumusboden ist.  49M
Cb  im selben Feld lehmhaltiger Sandhumus  17M
Da  Kleine Kamp, von Lehmhumus, etwas mit Sand durchsetzt  27M 180R
Db  im selben Ackerstück, Sandhumus  2M 90R
E  Borkwall, das überall von lehmhaltigen Sandhumus ist  53M 120R
F  Hungerkamp, ebenfalls überall von lehmhaltigem Sandhumus  80M 210R

Wiese und Heuernte

[X1 - X6]   104M 150R, 176 Heufuder
X1  Koppel, eine prächtige Wiese zwischen dem Dorf und dem Kresseliner See, kann gut drei Fuder per Morgen geben [Ertrag] 39 Fuder  13M
X2  Borkwisch, eine tief liegende Wiese von kurzem Grasbewuchs, wird wohl gegen anderthalb Fuder pro Morgen geben [Ertrag] 56 Fuder  37M 210R
X3  Priesterwerder, auch eine Wiese, die dem Pastor hier im Dorf gehört,kann auch wie die oben stehende pro M geben. [Ertrag] 15 Fuder  10M
 R1075  U1044a X4  Wotk, ebenfalls von gutem Boden, obgleich sie zum größten Teil als Weide genutzt werden soll, ist sie doch gleichwohl von der selben Beschaffenheit, wie die zuletzt genannten Wiesen. [Ertrag] 27 Fuder  18M 90R
X5  X6  Pritterwisch und Kowisch sind ebenfalls von derselben Beschaffenheit [Ertrag] 39 Fuder  25M 90R

Fischgewässer

[Insgesamt]   71M 270R
W  Der Krösliner See mit allen seinen kleinen und großen Ein- und Ausläufen. Man meint den alten Peenestrom, sowie die anderen kleinen Gräben und Ströme, die auf der Karte verzeichnet sind. Den Berichten zu Folge sollen sie hier zu diesem Dorf gehören.
1  In diesem See sind einige Rohrinseln, die mit 1 bezeichnet sind und dem Pastor zu fünf Morgen gehören.
2  das beim Zeichen 2 gehört dem Dorf von zehn Morgen
klares Wasser zu  56 9/10M macht 71M 270R

Viehweide

[Insgesamt]   345M 90R
Symbol 49 18  Ist Viehweide bei der Freester Grenze, die mit einigen Heidehügeln sowie Morast und
O  Tümpelflecken, mit dem Zeichen o , bedeckt ist. Hierunter werden auch Hausstellen und Wegstücke verstanden, da sie auch Wiesenboden aufweisen.  122M
Symbol 49 2 in derselben Weide gleich bei der Grenze und den Äckern liegt eine Kiefern- und Heidesandhügel von zehn Morgen, sowie neben Borkwall ein Grashügel, teils mit Büschen bewachsen, macht 14 Morgen  24M
Symbol 49 3 ist ein buschiger Morast, der überall beweidet werden kann, besonders in trockenen Jahren wird er nach Bedarf stellenweise für Heugras eingezäunt.  23M
Symbol 49 4 ist Sand und Heidekraut; war früher Acker, aber in Kriegszeiten ist er verdorben, wozu der schlechte Boden einiges beigetragen hat. Doch zwischen den umgepflügten Äckern ist er von der selben Bodengüte, wie die anderen. Zur Zeit wird er als Weide gebraucht.  176M 90R

Obst- und Gemüsegärten

æ  Obst- und Gemüsegärten liegen manchmal für sich, die ersteren sind nicht von sonderlichem Ansehen, sondern weisen lediglich einige Kirsch- und Apfelbäume auf.  2M 150R

Strittige Grenze

Symbol 27  Mit Freest gibt es einen Grenzstreit über eine Viehweide, von der 14 1/2 Morgen aus Kiefern und Sandheide bestehen: Symbol 27 , aber im übrigen ist sie von einfachem Weideland, macht in allem  58M

Summe

Acker: 431M 30R
Wiese: 104M 50R
Heu: 176 Fuder
Fischgewässer: 71M 270R
Viehweide: 345M 90R
Obst- und Gemüsegärten: 2M 150R
Streitigkeit: 58M

 R1076   U1045 

Annotationen zu Groß Ernsthofs Dienstdorf Kröslin

Von Ackerbau und Aussaat sowie wüstem Land

Hier sind vier Felder zusammen, von welchen Hoffelt wegen seiner besseren Bodengüte das beste ist. Danach kommen Dikfelt und dann Wentfelt, Hungerkamp und schließlich Borkwall, die zusammen ein Feld ergeben. Zwei dieser oben genannten Felder werden jährlich mit Sommersaat besät, wie zur Zeit Hoffelt und Wentfelt, wozu Kleine Kamp gerechnet wird, das damit besät ist. Hungerkamp und Borkwall sind Winterfelder und Dikfelt ist Brache. Die Aussaat soll per Morgen in der besseren Bodenart nicht höher berechnet werden können als drei Scheffel, und in der schlechten nur zweieinhalb Scheffel. Sie bekommen in trockenen Jahren nicht viel für ihre Mühe, besonders wenn Hungerkamp und Borkwall besät wurden. Die anderen Felder sollen den trocknen und nassen Jahren jeweils zur Hälfte widerstehen: sonst sind die Felder in durchschnittlichen Jahren überall von leidlich gutem Nutzen und Ertrag. Der wüste Acker, der jetzt unter Heidekraut liegt und zur Weide gerechnet wird, soll einst überall Acker gewesen sein, doch ist er zum größten Teil von schwerem Sandhumus, abgesehen dort, wo er zwischen den umgepflügten Äckern liegt, der von gleicher Art ist, wie das daran angrenzende umgepflügte Land. So ist er nach und nach verkümmert, da man ihn nicht ausreichend düngen konnte.

Wiese und Heuernte

Die beste Wiese des Dorfes liegt direkt beim Hof und heißt Koppel. Sie hat einen fetten Boden und wird gedüngt, außerdem wird sie sehr durch das Wasser verbessert, das vom Dorf hinunter in den kleine See rinnt. Das verursacht dort einen üppigen, guten Graswuchs, so dass man nach eigenen Schilderungen 18 Fuder Heu heraus bekommt. Pritterwisch und Kowisch sollen auch nicht mehr geben können, da dort dünnerer Grasbewuchs ist und vor allem in trockenen Sommern dort alles verbrennen soll. Wenn die Jahre aber durchschnittlich feucht sind, soll dort der beste Wuchs sein. Von dieser Wiese muss jeder Bauer ein Fuder Heu nach Wrangelsburg liefern. Zu diesem Hof gehört rechtmäßig Wotk, die die Bewohner nun für fünf Gulden gepachtet haben und beweiden lassen. Doch hat der Pächter von Groß Ernsthof ihn in seiner Pacht, deshalb geben sie ihm die oben genannten fünf Gulden. Von dieser Wotk haben die Bewohner eine kleine Wiese abgetrennt und eingezäunt; sie bekommen davon zusammen fünf Fuder, die sie verkaufen und damit die Pacht für die Weide Wotk bezahlen können. Priesterwerder soll und kann gegen zwölf Fuder Heu geben, eine Wiese, die dem Pastor gesondert zu kommt. Borkwisch, deren Boden aus feinem Kies besteht soll nicht mehr als vier pro Mann abwerfen, das macht Zusammen 24 Fuder. Mein Urteil steht in der Ausrechnung.

 U1046 

Weide und Vieh

Neben dem Strand des Peenestroms liegt ihr Weidegrund, der von sehr gutem Boden ist, und übergenug für  R1077  ihr Vieh ausreicht. Darüber hinaus dient ihnen das Heideland hier und da ganz leidlich, so dass dieses Dorf hinsichtlich der Weide lobenswert ist. Daher können die Einwohner allerlei junges Vieh und Fohlen aufziehen und damit ihr Einkommen vergrößern. Daran kann man sehen, dass sich Sommervieh hier in einer durchschnittlichen Zahl gut entwickeln kann. Da man sich aber gleichwohl nach dem richtet, was man über den Winter durchfüttern kann, gibt es nicht über 60 Stück Großvieh, Zugtiere 40, Schafe etwa 50, Schweine 60 und Gänse über 100. Wasservögel können sich hier gut entwickeln, aber anderes Vieh soll bisweilen durch die Überflutungen des Meeres zu Schaden kommen. Dies gilt besonders für die Schafe, für die das Ihlengras9 , das auf den überfluteten Wiesen wächst, besonders schädlich ist.

Fischerei

Die kleine Innenbucht der Peene, die Krösliner See heißt, soll mit ihrem Ein- und Auslauf gesondert und wahrhaft zu diesem Dorf gehören, und darin können sie nach Belieben fischen, entweder mit einer kleinen Weidenrute oder mit einem Aaleisen. Wollen sie aber in den Strömen fischen, die Krongewässer sind, müssen sie wie die oben genannten, an der Peene liegenden Dörfer Abgaben zahlen. Bemerkenswert ist, dass die Bewohner nur im Sommer fischen, im Winter lassen sie es lieber ruhen, weil sie es wegen der Landwirtschaft und darüber hinaus wegen des Mangels an wetterfestem Gerät unterlassen müssen.

Gesinde

Wegen des schweren Herrenhofdienstes, den sie leisten müssen, bräuchte wohl jeder Bauer zwei Knechte und einen Mittelknecht,10  sowie aus gleichen Gründen zwei Dienstmägde, aber sie können sie wegen des geringen Ackerertrages nicht unterhalten; so hat jeder Bauer einen Knecht und eine Magd sowie 2 Burschen und die Drittelbauern einen Knecht und einen Burschen und ebenso die Halbbauern. Hier muss man den Bauern mit einschließen, der sein bester Hofknecht ist.

 R1078   U1046 

Bienen

Wie auch in Hollendorf soll man auch hier kein großes Glück mit diesen Tieren haben, vor allem, da es gleich am Wasser liegt und keine zusätzliche Zufuhr geholt werden kann. Dennoch hat jeder etwa fünf oder sechs Stöcke.

Streitigkeit

Man hat über den in der Ausrechnung stehenden Grenzstreit keine sichere Auskunft einholen können, da die Gegenparteien nicht mehr Recht haben, als dass die Krösliner vom Feld mit dem Zeichen a bis zu einem kleinen Graben mit dem Zeichen b gehen wollen, der dann in die Peene mündet, und die aus Freest ebenfalls vom Feld a aus auf zwei kleine Dornenbüsche ohne ein anderes Zeichen zugehen, und behaupten, dass diese, die das Zeichen Cd haben, die Grenze festlegen. Von diesen gehen sie ebenfalls zum Graben b, der aus der Karte zu entnehmen ist.

 RRev207   URev303 

Im Jahr 1704 ist das Dorf Kröslin revidiert und wie folgt befunden worden

Im Feld A

[Insgesamt]   2M 140R
Ac , drei Stücke, ist bewirtschaftet von A4 und besteht aus Sanderde, etwas tief liegend  2M 30R
Ad , ein Stück, von Symbol 49 4 bewirtschaftet und ist aus Sand, etwas hoch liegend  110R

Im Feld C

Cc , ein Stück, besteht aus reinem Sand von H2 180R und von o 30R bewirtschaftet, zusammen  210R

E

Ea , vier Stücke, von H4 bewirtschaftet und besteht aus Rotsand, wird jedes vierte oder sechste Jahr besät  12M

F

[Fa, Fb]   14M 270R
Fa , zwei Stücke, ist eisenrostige Erde, von H4 bewirtschaftet  4M 120R
Fb , sieben Stücke, Sandland, das jedes sechste oder achte Jahr besät wird, und mit der Zeit zu vergehen scheinen, denn der Wind bläst den Sand von H4 herüber  10M 150R

Wüster Acker

H4  ist wüster Acker von selber Güte wie der neu bewirtschaftete Acker, aber N3 ist sehr kaltgründig und als Acker völlig unbrauchbar,  37M 30R

[Summe]

Neuer Acker: 30M 20R

 RRev208   URev304 

Arealausrechnung des Pastorenackers in Kröslin, der bei der Revision 1704 ausgeteilt wurde.

In A

oP4 , ein Stück, von der Güte wie Aa  2M 60R

In C

oP3 , ein Stück, wie Ca, ist eine Wurte11  beim Haus des Küsters  1M 120R

In D

oP1 , zwei Stücke, wie Da  4M 180R
oP2 , ein Stück, wie Db  270R

Wüster Acker

oP5 , ein Stück, ist ein Hügel, der aus reinem Sand besteht und als Acker völlig unbrauchbar ist  3M 150R

Wiesen

oP6 , ein Stück, ist eine Wiese, die bei Peenemündes Wiesen liegt  9M
oP7 , ein Stück, Ist ein eine Rohrinsel, die der Kirche gehört hat, doch nun hat der Pastor sie von der Kirche genommen und verkauft das Schilf, das dort steht, Die Bauern decken meist ihre Häuser damit, es beläuft sich auf  3M 60R
 RRev209   URev305  Der Pastor hat auch einen halben Bauernhof in Bewirtschaftung, den die Bauern versteuern müssen. Es soll der Amtmann Läpel gewesen sein, der nach Aussage der Bauern, befohlen hat, den halben Hof zum vorigen zu legen. Er ist zwar abgegrenzt aber noch nicht abgeteilt. Die Stücke sind gut abgeteilt und nur mit P bezeichnet, doch fand man es nicht nötig, sie auszurechnen, bis es gewiss ist, ob der Pastor sie frei behalten soll oder nicht.

Summe

Pastorenacker: 9M 30R
Wüster Acker des Pastors: 3M 150R
Pastorenwiese:9M

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2008, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Anders Jernström
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urkarte von Anders Jernström vermessen.

2 Gemeint sind Karrin und Hollendorf.

3  Königin Christina verlieh 1643 das Gut Vorwerk mit seinen Ackerhöfen Groß Ernsthof und Spandowerhagen 1643 dem Herman Wrangel, dem Generalgouverneur von Livland für seine Dienste. Nach seinem Tode im selben Jahr erhielten es seine unmündigen Kinder aus dritter Ehe als Erbe. Seit 1649 verwalte Carl Gustav Wrangel die Güter und tauschte sie 1653 gegen seine Besitzungen in Livland ein. Um dem Gut Vorwerk einen repräsentativeren Charakter zu verleihen, benannte er es in Wrangelsburg um. Das Gut Nonnendorf u.a. mit dem Dorf Vierow war schon 1652 von dem Generalgouverneur gekauft worden.  Asmus, Ivo: Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels. In: Wernicke, Horst und Werlich, Ralf Gunnar (Hg.): (Pommern. Geschichte-Kultur-Wissenschaft. 3. Kolloquium zur pommerschen Geschichte. 13. und 14. Oktober 1993), Greifswald 1996, S. 131-133. Derselbe: Das Testament des Grafen-Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Asmus, Ivo, Droste Heiko (Hg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der frühen Neuzeit, Berlin, Hamburg, Münster 2005, S. 204-f.

4  Kronsteuer: eine Steuer, die einem Landesherrn bei seiner Krönung, oder zur Annahme der königlichen Würde, entrichtet wird. 1 Macc. 10, 29. 11, 35. wird sie die Kron-Steuer genannt,  Krünitz, D. Johann Georg: Oeconomische Encyclopädie oder allgemeines System der Staat- Stadt- Haus und Landwirtschaft, Bd. 53, Berlin 1791, Sp. 831.

5  Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.

6  Johann Eichmann aus Greifswald, am 2. September 1658 in seiner Heimatstadt als Student immatrikuliert, war in Kröslin Pastor von 1682 bis 1726. 1715 wurde ihm Tobias rennert aus Gotha als Substitut gesetzt, der im Wechsel mit ihm die Predigten und die Beichte halten sollte. Rennert wurde vom Gehalt Eichmanns die Hälfte und von den Akzidentien ein Drittel zugesagt. Doch gerieten beide wegen der Gebühren in Streit. Rennert ging 1719 als Pastor nach Groß Zicker, Eichmann wurde 1723 wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt zu öffentlicher Abbitte verurteilt.  Krünitz, Johannes Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 24, Berlin 1790, Sp. 961

7  Der Krug bezeichnet im norddeutschen Raum ein Wirtshaus. Für das Führen eines Wirtshauses musste der Wirt Pacht an den Eigentümer entrichten.  Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 11, Leipzig 1873. Sp. 2434.

8 In der Urschrift und auf den Karten ist aus dem ursprünglichen symbol nachträglich ein H1, H2, H3 und H4 gezeichnet worden.

9  Ihlengras wohl nach Ile, Egel, Saugwürmer. Unter eben diesem Nahmen ist auch der gelblich graue Wurm, welcher die Gallengefäße der Leber in den Schafen, dem Rindviehe und den Eseln bewohnet, und mit dem Wasser in den Magen dieser Thiere kommt, bekannt; Leberegel, Leberwürmer, Egelschnecken (weil ihnen von Egeln und Schnecken zusammen gesetzte Eigenschaften zukommen, indem sie wie Egel kriechen, und wie Wasserschnecken sich fortpflanzen,) Egeln oder Ilen, Hirudo Limax, Fasciola hepatica Linn. Fr. Duve, Sangsue limace Reaum. Holl. Botten. Die davon entstehende Krankheit, heißt die Egelkrankheit, und es werden davon zuweilen die zahlreichsten Heerden aufgerieben, oder doch sehr verringert. Die Egeln entstehen keinesweges in den Schafen von selbst, oder, wie Ellis behauptet, von verdorbenem Blute, sondern sie kommen von aussen in selbige, und werden entweder zu der Zeit eingeschluckt, wenn die Schafe aus Wässern saufen, in denen sie sich häufig aufhalten, oder Gräser fressen, daran sich diese Thiere zu setzen pflegen. Das erstere kann in nassen Jahren sehr leicht überall geschehen, weil alsdann alle Wässer voll von Egeln sind; und das letztere in nassen Jahren sowohl, als in trocknen, weil der Wasserampfer (Lapathum aquaticum), der Wasserwegerich (Plantago aquatica), das Glied= oder Beschreykraut (Sideritis glabra arvensis), und das Egel= oder Pfennig Kraut (Lysimachia Nummularia) in beyden Jahren von den Schafen und Egeln geliebet werden.  Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 194.

10 In den Urschrift sind es nur zwei Knechte, dort heißt es „…zwei Knechte, einen Groß- und einen Mittelknecht“. Anscheinend hat der Schreiber der Reinschrift „einen Groß-“ (en stor-) schlicht vergessen.

11  Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist.  Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.