R 332   U 275 

Im Jahre 1698ist Bentzin geometrisch vermessen worden1 

1. Der Acker liegt in drei Schlägen, dabei ist anzumerken, dass ein Teil sehr sandig und mager ist und auch keinen Mist bekommt, wenn das Sommerkorn gesät wird oder er liegen bleibt. Dann wird er erneut mit Roggen besät, zuweilen aber auch ein weiteres Mal liegen gelassen und also eine ganze Brachzeit verschont. Der Roggenschlag, das Söhlenfeld genannt, ist der größte, dort wird nach dem Hofanteil gesät, der Aussage nach drei Fuder und zwei Drömt, in ein Kirchstück können etwa sieben Scheffel gesät werden. In diesen Schlag sät jeder Bauer 20 Scheffel, ergibt zusammen 5 Drömt.
Der zweite Schlag, Peenefeld genannt, liegt am Zarentinschen Berg und ist der zweitgrößte. Hier wird an Hofanteil zwei Fuder und sieben Drömt Roggen gesät; die Bauern säen hier jeder 17 Scheffel Roggen, ergibt viereinhalb Drömt.
Im dritten Schlag, Mittelfeld genannt, werden zwei Fuder und sechs Drömt Roggen als Hofanteil gesät. Die Bauern säen in diesem Schlag jeder 20 Scheffel Roggen, ergibt zusammen fünf Drömt.
Darüber hinaus werden im Roggenschlag drei Fuder und drei Drömt Sommerkorn gesät, sowohl Gerste als auch Hafer, die Bauern säen jeder 20 Scheffel, acht oder neun Gerste, den Rest Hafer. Im Peenefeld beträgt der Hofanteil 15 Drömt Gerste und neun Drömt Hafer. Die Bauern säen jeder neun Scheffel Gerste und zehn Scheffel Hafer, macht zusammen zweieinviertel Drömt Gerste und zweieinhalb Hafer.  R 333  Im Mittelschlag werden 13 Drömt Gerste und zehn Drömt Hafer gesät, die Bauern jeder zehn Scheffel Gerste und elf Scheffel Hafer, macht zusammen zweieinhalb und zweidreiviertel Drömt.
Hier kann an Heu von der Peene neun Fuder geworben werden, die Bauern jeder ein Fuder, ergibt drei Fuder.
An Rindvieh werden sechs Kühe, zwölf Ochsen, sechs Rinder und acht Pferde gehalten.
1. Hans Brandenburg hält zwei Kühe, vier Ochsen, ein Rind, drei Pferde und fünf Schafe.
2. Peter Schröder hält zwei Kühe, vier Ochsen, ein Rind, ein Pferd und fünf Schafe.
3. Claus Lude hält hält zwei Kühe, vier Ochsen, drei Pferde und vier Schafe.
Die Schäferei besteht hier aus 500 Schafen.

Vom Hofdienst

In Zemmin sind sechs Bauern, die das hiesige Ackerwerk mit vier Pferden und sechs Ochsen sowie zwei Häkern vom Hof betreiben, sowie die übrigen Dienst bei diesem Gut. Diese Bauern dienen wöchentlich fünf Tage mit Vieh, das ganze Jahr hindurch mit zwei Personen, in der Ernte die ganze Woche mit drei Personen.
 U 276  Hier leben auch drei Kossaten2 , die wöchentlich vier Tage mit Vieh dienen und dazu noch einen zu Fuß schicken, das ganze Jahr hindurch, in der Ernte die ganze Woche selber oder mit zwei Personen, wobei daran erinnert wird, dass alle Fast- und Bettage ihnen nicht gekürzt werden.  R 334  Zum Beispiel dienen sie montags, dienstags, donnerstags und freitags, wenn nun ein Bettag oder ein anderer Festtag auf einen solchen Tag fällt, da der Bettag stets auf einem Freitag liegt, so müssen sie den Tag an einem Sonnabend oder Mittwoch nachdienen.
Vom Hof werden zwei Häker mit zwölf Ochsen, sowie acht Pferde zum Eggen und Mistfahren gehalten, ein Vogt, seine Frau, eine Magd, ein Junge und zwei Knechte.

Kontribution

Ein jeder von diesen drei Kossaten hat bisher jährlich 7 1/4 Rtlr für einen Reiter3  gegeben, bzw. monatlich 28 Lübschilling. Dazu kommen fünf Gulden, von denen sie nicht wissen wofür sie sind. Sie werden aber wohl als Hufensteuer4  berechnet werden.
Magazinkorn5  gibt jeder für ein Jahr fünf Scheffel.
Akzise6  haben sie nicht gesondert gezahlt, sie wissen nicht, ob es unter die fünf Gulden gerechnet wird oder nicht. Das Verhältnis der Aussaat beträgt pro Morgen etwa zweieinhalb bis drei Scheffel Roggen und ebenso viel Gerste. Den Mist fahren sie hier drei Jahre lang. Die Einwohner sagen, dass das Feld zumeist Roggenfeld sei, bis auf einen Strich beim Schwarzen Berg .

 R 335 

Namen der Einwohner, zuerst die bereits genannten

Drei Kossaten

1. Hans Brandenburg
2. Claus Lude
3. Peter Schröder
Kossaten

4. Christian Graumann
5. Bendix Gorpow mit dem Schäfer
6. der Küster, Daniel Backer
7. Hans Graumann
8. die Mühlenkate
9. der Kuhhirt
Anmerkung: Wie viel Hufen hier versteuert werden, konnte nicht eigentlich in Erfahrung gebracht werden, es soll aber im Verhältnis nicht die allgemeine Last tragen helfen, auch wenn das Land in diesem Jahr eine große Menge Getreide getragen hat.
 U 277  Das Ackerwerk Bentzin liegt im Distrikt und Amt Loitz und gehört zum Kirchspiel Görmin. Es grenzt im Norden an Görmin, an Trissow und Alt Jargenow, östlich an das Dorf Leußin, südöstlich und südlich mit Zarrentin und und Zemmin, westlich mit Plestlin, und soll nach Anleitung der Görminschen Kirchenmatrikel  R 336  aus 39 Haken und zwei Papenhufen bestehen. Das genannte Dorf besteht auch aus lauter Bauernhufen und ist einst mit lauter Bauern besetzt gewesen, von denen viele den Adligen von Horn und Maltzahn zugestanden wurden, Nach Angaben der Kirchenmatrikel waren zehneinhalb Hakenhufen herzoglich und gehörten zum Amt Loitz und eigentlich zu Sophienhof, wie ein altes Manuskript und ein Mahnzettel des Pastors von Görmin und der Frau von Ramin zu Sophienhof belegt, dessen Extrakt hier angeheftet ist. Daraus wird ersichtlich, wie der jetzige Besitzer, Herr Phillip Joachim von Parsenow, daran gekommen ist. Es dürfte nötig sein, nachzufragen, denn auch die übrigen Hufen sollen dem Vernehmen nach teils ausgestorbene teils verfallene Hufen sein. Wie es hier mit dem Messkorn der Kirchenbedienten aus Görmin bestellt ist, kann aus dem angehefteten Extrakt der Matrikel entnommen werden. Vergleiche hierzu auch Görmin.
Was noch bei diesem Gut anzumerken ist: Dass es nicht nur ein ansehnliches Ackerwerk ist, sondern auch mit leichter Mühe wesentlich verbessert werden kann, kann vollständig aus der hierüber angefertigten Arealausrechnung ersehen werden.
 R 337   U 278  Was vorher an Aussaat, Vieh und dergleichen aufgeführt worden ist, ist nicht gesichert, wäre es auch so, sondern ich habe es nach eigener Kenntnis nur geschrieben. Dieses wie auch die anderen Güter, die von den genannten Grundherrren abhängig sind, nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau, sondern denjenigen, die das Wahre schreiben, wird noch widerstritten. Daher sollte man sich an die Angaben nicht binden, sondern die Ausrechnung als Regel nehmen. Das wird das dienlichste und gewisseste sein.

 R 338   U 289 

Arealausrechnung des im Loitzer Distrikt und im Kirchspiel Görmin gelegenen Ackerwerks und Dorfes Bentzin, das Anfang August 1698 geometrisch vermessen worden ist

Der Ackerliegt hier in drei Schlägen

A. Der Brachschlag, wird für das beste gehalten und Mittelfeld genannt

[A] 203M 240
Aa, zwei Stücke, schön eben, teils etwas körnig, teils humusvermengter ertragreicher Boden 74M 240R
Ab, zwei Wurten7 , gutes humoses ertragreiches Land 4M 90R
Ac, ein Stück beim Schwarzen Berg , ebenfalls gutes, sandvermengtes ertragreiches Land 47M 150R
Ad, zwei Stücke, sandiger und schlechter, wird nur jedes dritte Jahr mit Roggen besät, bekommt auch keinen Dung, soll aber dennoch eine bestimmte Menge Roggen tragen 54M 240R.

B. Gerstenschlag, Peenfeld genannt

[B] 181M 180R
Ba, zwei ebene Stücke, auf mittlerer Höhe gelegen, sandvermengter ertragreicher Acker 64M 45R
Bb, neun Stücke, die früher, als das Dorf bewohnt war, Wurten waren, gutes humoses Land 7M 120R
Bc, ein Stück aus Sand, nur wenig vermengt, und dennoch kein rechter Sandacker 19M 60R
Bd, zwei Stücke Sandacker, mageres und schlechtes Zeug 18M 270R
 R 339  Bf, zwei Stücke körniger, mit grobem Sand vermengter Boden, auch nur schecht 10M 150R
Bg, zwei Stücke guter ebener Sandacker, bekommt auch keinen Mist, sondern wird jedes dritte Jahr mit Roggen besät 22M 270R
Bh, fünf Stücke von Beschaffenheit wie Bd, ist allerdings erst kürzlich aufgebrochen und als erste Saat mit Buchweizen besät 3M 75R
Bi, ein Stück, der Zarentinsche Berg , teils kaltgrundig und braunfleckig, und daher in nassen Jahren schlecht. In trockenen Jahren kann es die Arbeit aber lohnen 35M 90R

C. Roggenschlag, das Söhlenfeld genannt

[C] 220M 120R
Ca, zwei Stücke, zumeist eben, durchschnittlich sandvermengter Boden 190M 180R
Cb, ein Stück, körnig und schlecht vermengt 10M 120R
Cc, zwei Stücke, grobes Sandland 3M 180R
Cd, vier Stücke mit niedrigem und schlüpfrigem Grund 9M 270R
Cf, fünf Stücke sandiger und schlechter Acker, auch zum ersten Mal aufgebrochen und mit Buchweizen besät 5M 270R

 R 340   U 290 

D. Wüster Acker

[D] 350M 45R
Da, drei Stücke, schön eben, mit Heide bestandener wüster Acker auf sandvermengtem Grund, nutzbar und leicht zu kultivieren 155M 210R
Db, sechs Stücke sandiger und schlechter, sonst genauso 172M 210R
Dc, sieben Stücke, niedriger und grüner wüster Acker 16M 120R
Dd, fünf dornige Stücke, die aber gerodet werden können, bewachsener, gut tragender Grund 3M 60R
Df, ein Gildeland8 , grüne Dresche und etwas niedrig 2M 45R

E. Wiesen und Wiesewachs

[E] [Heuertrag] 15 Fuder 16M 135R Ea, ein Stremel9 , der an der Peene liegt, teils von sumpfigem Grund und nur von schlechtem Wachstum, hat keine feste Grenze, besonders im Morast, gibt mehr oder weniger Heu, in trockenen Jahren kann aber wohl mehr als angegeben geworben werden 13M 60R
Eb, vier Flecken, die in und an den Schlägen liegen, und nur wenn diese besät werden, werden die Flecken eingehegt und gemäht 3M 75R

 R 341 

F. Heide und Weide

[F] 727M 60R
Fa, vier Stücke hohe und zumeist saure und magere Heide, die früher Acker gewesen ist. Da es hier aber genug wüsten Acker gibt, der wohl in nächster Zeit nicht aufgebrochen wird, aber besser ist als diese Stücke, habe ich es als Schafweide aufgeführt 89M 225R
Fb, zwei Heidestücke, die teils steinig und uneben sind und sandhaltigen Boden aufweisen, waren früher ebenfalls Acker. Sie könnten auch als solcher genutzt werden, wenn es nicht schon genug gäbe 251M 240R
Fc, 13 allerlei grüne Weideflecken und Rämel10  sowie alle grünen Gräben 32M 30R
Fd, 18 Grastümpel, die doch noch nutzbar sind 4M 270R
 R 342  Ff, zwei Erlenbrüche, in denen das Holz schlechtes Wachstum aufweist, morastiger Grund 10M 195R
Fg, ein Stück, liegt auch dort, ist einst zusammen mit Ff eine Wiese gewesen. Wenn man die Gräben ausheben würde, könnte es durchaus als Wiese genutzt werden, nun ist es mit einigen dürren Büschen und Riedgras bewachsen 9M 45R
 U 291  Fh, Weide, teils mit weichem teils mit hartem Grund, mit einigen kleinen Erlenbüschen bestanden 10M 45R
Fi, ein Stück, Mörkenhorst genannt, mit Morast umgeben, ein harter Brink11 , der mit weichem Holz wie Hasel und Birke bestanden ist, gut als Weide nutzbar 1M 60R
Fk, elf Moore mit Schnittbülten und Wasser 5M 15R
Fl, acht Moore, die mit Moos bewachsen und zu nichts nutze sind 21M
Fm, ein großer Platz an die Peene grenzend, früher teils als Wiese und teils als Weide genutzt, jetzt ein sumpfiger Morast und Moor, und nur am Rande und einigen Flecken, vor allem in trockenen Jahren, als Weide zu nutzen 290M 240R

 R 343 

G. Fischgewässer

[G] 12M 135
Ga, die Hälfte des hier vorbeifließenden Peenestroms 10M 165R
Gb, drei Sölle, in denen Karauschen oder "Bibergen" sind, weiß, schier und blank 1M 90R
Gc, ein tiefer und bültiger Soll, ebenfalls mit Karauschen besetzt180R

H. Dorfstraße, sämtliche Wege und Hofräume

[H] 13M 120
Ha, Straße und sämtliche Wege 7M 210R
Hb, der Hof mit seinem Grundstück, mit schönen und dergleichen Zimmern 270R
Hc, acht bewohnte Häuser und Katen mit ihren Gemüsegärten 1M 120R
Hd, drei Bauern- oder Kossatengärten 1M 75R
Hf, vier noch sichtbare wüste Bauernstellen 1M 165R
Hg, die Windmühle mit dem Berg oder Teich 90R
Hh, die Kirche und Kapelle mit dem Kirchhof 90R

Summe

Acker: 605M 240R
Wüster Acker: 350M 45R
Wiese: 16M 135R
Heufuder: 15
Wald und Weideland: 727M 60R
Hofstellen: 13M 120R
Fischgewässer: 12M 135R

 RRev 479   URev 193 

Am 17. Juli 1705ist das Dorf Bentzin revidiert und wie folgt befunden worden

Neuer Acker, der seit der vorigen Messung aufgebrochen wurde

Gesamt [158M 90R] D1, fünf Stücke, vom wüsten Acker Da aufgebrochen, bestehen aus magerem Sandland, das lediglich jedes dritte oder vierte Jahr ein Mal mit Roggen besät wird, an Fläche 83M 150R
Db, zwei Stücke, vom wüsten Acker Db aufgebrochen, bestehen wie die vorigen vollständig aus Sanderde, sind aber nicht so mager, daher werden sie gewöhnlich in drei Schlägen bei Feld C bebaut, beinhalten 25M
Dd, der wüste Acke Dd ist vollständig kultiviert und besteht aus humoser Sanderde, liegt in drei Schlägen bei Feld B 3M 60R
D3, vier Stücke, gehören noch zum selben Schlag, vom wüsten Acker Db aufgebrochen, der Boden ist von der Beschaffenheit wie der bereits beschriebene neue Acker D2 19M 120R
F1, ein Stück, von der Weide F aufgebrochen, besteht aus hoch liegendem Sandland, das lediglich jedes fünfte oder sechste Jahr besät werden kann 19M
F2, ein Stück, vom wüsten Acker oder der Weide Fa aufgebrochen, von gleicher Bodengüte wie der neue Acker D2 7M 30R
 RRev 480   URev 194  F3, zwei Stücke von der Weide Fb aufgebrochene Sanderde, die vollständig in drei Schlägen bei B genutzt wird, tragen aber nicht besonders wegen ihres mageren Bodens 1M 30R

Vermessener Kirchenacker

K [9M 285R]
K1, ein Stück in Feld Ba, beinhaltet 270R
K2, ein Stück in Feld Bd, beinhaltet 120R
K3, ein Stück in Feld Ca, beinhaltet 1M 150R
K4, ein Stück in Feld Cb, beinhaltet 1M 160R
K5, ein Stück, neu aufgebrochen von Dd, beinhaltet 1M 15R
K6, besitzt die Kirche noch im wüsten Acker Db 2M 210R
K7, besitzt die Kirche noch im wüsten Acker Fb 2M 60R

Beschreibung des übrigen wüsten Ackers

Da, all das Übrige des wüsten Ackers Da, nun mit Nr. 4 bezeichnet, besteht aus magerem und schwerem Acker, der, wenn er häufiger aufgebrochen würde, nur jedes sechste bis siebte Jahr besät werden könnte, da es hier so wenig Dünger gibt. Man kann hier nicht genug Vieh halten, da hier im Dorf kaum Weide vorhanden ist.
 RRev 481   URev 195  Db, das Übrige des wüsten Ackers Db ist noch schlechter als das von Da, der Boden besteht zu einer Viertel Elle tief aus durchschnittlicher Sanderde, doch darunter ist gelbe und unbrauchbare Erde, die die Einwohner gewöhnlich "Foßerde" nennen. Er kann auf keine Weise verbessert werden.
Dc, Df, die wüsten Äcker Dc und Df sind tief liegend, schwarz und etwas kaltgrundige Sanderde, die zur Not kultiviert werden könnte und in trockenen Jahren recht gut Saat trägt. Doch sagen die Bewohner, es sei ihre beste Weide, und müsse aus diesem Grund brach liegen bleiben.
Fa, das Übrige des wüsten Ackers Fa, das nun als Weide genutzt wird, besteht aus derselben Erde, wie die bereits beschriebenen übrigen wüsten Äcker von Db.
Fb, die Weide Fb war in früheren Zeiten vollständig Ackerland, doch da sie aus hügeligem und unebenem Sandland besteht und außerdem als Weide dringend benötigt wird, wird sie wohl kaum je aufgebrochen werden.

Summe

Neuer Acker: 158M 90R
Kirchenacker: 9M 285R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Johan Petersen
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urkarte vermessen von Johan Petersen.

2  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.

3  Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.

4  Hufensteuer bezeichnet die Steuer, die von den Feldern nach Hufen gerechnet gezahlt wird. Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 25. Berlin 1782. Sp. 602 ff.

5  Roggen der als Magazinkorn eingelagert wurde. Das Magazinkorn war eine Abgabe in Form von Getreide, Mehl oder ähnlichen Agrarprodukten, die in einigen Ländern in das obrigkeitliche Kornmagazin geliefert werden musste. Im Magazin wurde das Getreide gelagert, als Vorrat für schlechte Zeiten, wie Missernten, Teuerungen oder Belagerungen für die Versorgung der Einwohner und der Besatzung. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 45, Berlin 1789, Sp. 441ff.

6  Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste.  Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.

7  Worte, Wurte, Wortland In Pommern ein kleines zu einem Haus oder einem Katen gelegenes Stück Land, das von dem übrigen Dorfacker abgesondert ist.  Busch, Michael: Krieg-Krise-Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden. Ein Vergleich. In: Wegner, Bernd (Hg.): Wie Kriege enden. Wege zum Frieden von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn, München, Wien, Zürich 2000, S. 93-120, hier S. 106-109.

8  Eine Gille oder Gilde ist eine Trinkzusammenkunft der Handwerker einer Zunft bzw. der Brüderschaften auf den Dörfern und bei den Kirchspielen, wie sie in der Bauernordnung vom 7. Jan. 1670 verboten wurden. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 557.

9  Ein Stremel ist ein langes schmales Stück Land. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 152.

10  Rämel bezeichnet einen schmalen Strich Landes um oder an der Seite eines Feldes oder einer Hölzung, Weide u.a.. Krünitz, Johann Georg: Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft, Bd. 179, Berlin 1842, Sp. 298.

11  Brink: ein grüner Platz ohne Bäume, in Holzungen, Feldrändern oder Wäldern.  Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 55.