R 279   U 219 

Beschreibung von Böken, welches zwischen dem 9. und 11. September 1697 geometrisch vermessen worden ist

Böken ist ein Adelsdorf, im Distrikt Loitz und im Kirchspiel Görmin gelegen, zwei Meilen von Greifswald und ein Meile von Loitz1  entfernt. Es grenzt an nachfolgende Dörfer: im Norden an Klein Zastrow, im Osten an Wentland und Göslow, im Süden an Trissow, im Westen an Görmin und Groß Zastrow. Dieses Dorf gehört zu Vierow. Hier wohnen vier Bauern. Jeder hat eine Hufe zu bestellen. Das ganze Dorf besteht aus 8 ½ Landhufen, wovon die übrigen wüst liegen.

Namen der Einwohner

1 . Bartel Frantz, Bauer, Untertäniger
2 . Tÿs Kron, Bauer, untertänig
3 . Jacob Foss, Bauer, untertänig
4 . Jochim Böök, freier Mann, hat eine Hufe zur Pacht, zahlt 20 Rthl und versteuert für anderthalb reduzierte Hufen2 
5 . Hindrich Rug, Schneider
6 . Christopher Fÿt, Tagelöhner
7 . Epfraim Weigman, Leinweber
8 . die Hirtenkate

 R 280   U 220 

Arealausrechnung von Böken

Acker

A  das Roggenfeld, Sandhumus, etwas lehmhaltig, an Görmins Grenze etwas niedrig,  42M 135R

[B]   45M 180R
Ba  die Brache, Lehmhumus, sandvermischtes ebenes Land,  30M 150R
Bb  Sandhumus, ebenes Land,  15M 30R

C  Sandhumus, etwas lehmhaltig, bei der Wiese etwas tiefliegend, sechs Stücke, waren dieses Jahr mit Gerste besät,  61M 90R

D  Sandhumus, etwas lehmhaltig, ebenes Land, vier Stücke,  52M 240R

E  Ackerstücke bei den Häusern, bestehen aus gut gedüngtem Lehmhumus, werden auch jedes Jahr besät,  3M 75R

Wüster Acker

[F]   175M 210R
Fa  wüster Acker, mit Heidekraut bewachsen, von gleicher Bodenart wie der bestellte Acker, 16 Stücke,  40M 120R
 R 281 Fb  etwas hochgelegener wüster Acker, mit Heidekraut bewachsen,  49M 210R
Fc  niedriger wüster Acker mit Heidekraut, und neben Klein Zastrows Grenze mit Weidebüschen bewachsen,  23M 30R
 U 221 Fd  wüster Acker mit Heidekraut und neben dem Dorf mit Erlen und Haselbüschen bewachsen, zumeist von gleicher Bodenart wie der bestellte Acker,  57M 120R
Fe  niedriger wüster Acker mit Heidekraut und Erlenbüschen bewachsen,  5M 30R

Wiesen

G  mittelmäßig gute Graswiese, sumpfig und tiefliegend an der Grenze, 20 Heufuder,  13M 150R

Viehweide, Wald und Moräste

[H]   53M 285R
Ha  niedriges Weideland mit kleinem Heidekraut und Gras bewachsen, drei Stücke, durch Gräben getrennt,  38M 30R
Hb  sumpfiges Weideland,  1M 270R
 R 282 Hc  junger Eichen-, Erlen- und Haselwald auf trockenem Land,  3M 45R
Hd  sumpfiges Moor mit Riedgras bewachsen, vier Stücke,  10M 240R

Höfe und Hofstellen

I  Dorf mit den Höfen, die mit Häusern bebaut sind, sowie einige kleine Gärtchen und Koppeln bei den Häusern, als auch zwei mit P  bezeichnete Wassertümpel,  22M 240R

Summe

Acker: 205M 120R
wüster Acker: 175M 210R
Wiese: 13M 150R
Heufuder: 20
Wald und Weide: 53M 285R
Höfe: 22M 240R

 R 283   U 222 

Annotationen von Böken

Beschaffenheit des Ackers

Der Acker liegt in vier Schlägen, von denen einer mit Wintergetreide, zwei mit Sommergetreide besät werden. Einer liegt brach. Jeder Bauer kann nach eigener Aussage höchstens 3 Drömt Roggen, 3 Drömt und etwas darüber Sommergerste, 2 oder 3 Scheffel Erbsen, 2 Scheffel Buchweizen aussäen. Wenn mittelmäßige Jahre sind, meinen sie das vierte Korn zu bekommen.

[Wiesen]

Wiesen haben sie nur an Görmins Grenze, die nicht jedes Jahr gemäht werden können, sondern wenn das Feld C brach liegt, wird auch die Wiese unbewirtschaftet liegen gelassen. Aber in diesem Jahr wurde das Feld besät. Sie meinten pro Person ein Fuder zu bekommen, was äußerst absurd ist, denn die Wiese beträgt 13 Morgen und die Bauern waren nur vier. Also bekämen sie auf 13 Morgen nicht mehr als vier Fuder. Entweder müssen sie sehr große Fuder meinen oder aber die spärliche Wahrheit.

[Viehweide]

Die Viehweide ist knapp, denn hier gibt es nichts anderes als wüsten Acker, der mit Heidekraut bewachsen ist.

[Wald]

Wald gibt es hier auf diesen Feldern keinen.

[Vieh]

An Vieh hat jeder Bauer acht Pferde. Außerdem haben sie auch vier Kühe und einige Jungrinder.

[Abgaben]

Was die Abgaben betrifft, meinen sie nicht zu wissen, wieviel es beträgt.

Was hier noch weiteres anzumerken ist, kann man in der Ausrechnung sehen.

 RRev 429   URev 135 

Am 22. Juni 1705 wurde das Dorf Böken revidiert und wie folgt befunden

Neuer Acker, seit der vorigen Vermessung bewirtschaftet

[F1-F5]   32M 240R
F1 , zwei Stücke, vom wüsten Acker Fa bewirtschaftet, aus sandig-humosem Boden bestehend, der allerlei Art Saat trägt, und wird in vier Schlägen zu A bestellt,  2M 90R
F2 , neun Stücke, vom wüsten Acker Fa bewirtschaftet, ist von gleicher Beschaffenheit und Bodenart wie der vorige, gehört aber zum Feld C,  18M 150R
F3 , sechs Stücke, vom wüsten Acker Fa, 5 M 60 R und von Fb 240 R bewirtschaftet, besteht aus Sandboden, etwas kaltgründig, ist vierschlägiger Acker, zum Feld B, zusammen  5M
F4 , drei Stücke, vom wüsten Acker Fa bewirtschaftet, besteht aus ziemlich gutem und ertragreichem Sandboden, zum Feld D gehörend und umfasst  2M 270R
F5 , ein Stück, vom wüsten Acker Fd bewirtschaftet und besteht aus Sandboden, etwas mager, liegt ebenso in vier Schlägen, zu A,  4M 30R

 RRev 430   URev 136 

Beschreibung vom übrigen wüsten Acker

Fa  der ganze Rest vom wüsten Acker Fa besteht aus mittelmäßigem Sandboden auf ebenem Land, der wohl mit einigem Nutzen bewirtschaftet werden könnte.

Fb vom wüsten Acker Fb kann das Stück, jetzt mit Nr. 6  bezeichnet, bewirtschaftet werden, wird aber nicht öfter als jedes vierte oder fünfte Jahr genutzt, denn der Grund besteht aus etwas tiefliegendem und magerem Sandboden,  12M 60R.
Das Übrige von Fb ist hochgelegenes Sandland, das nicht die Mühe lohnt es zu bewirtschaften, wegen des mageren, sandigen Bodens.

Fc  der wüste Acker Fc lag jetzt wie früher wüst, ist tiefliegender und schwarz-moorartiger Sandboden, der zur Not vollständig bewirtschaftet werden könnte, jedoch mit geringem Nutzen, kann auch nicht als Weide entbehrt werden, ist an der Grenze mit kleinen Weiden bewachsen.

 RRev 431 

Fd vom wüsten Acker Fd. Das Stück mit Nr. 7  bezeichnet, kann kultiviert werden. Wenn es aber nicht mit mehr Dünger versorgt wird, sollte es nicht öfter als alle sechs oder sieben Jahre einmal besät werden können, weil der Grund aus etwas hochgelegenem und magerem Sandboden besteht,  30M 240R.
Das Übrige von Fd ist tiefliegender und kälter, muss notwendigerweise als Weide liegen.

Fe  lag jetzt wie früher wüst, ist kaltgründiger Sandboden, mit Weidebüschen bewachsen, zur Kultivierung ungeeignet.

Summe

[wüster Acker:] 43M
neuer Acker: 32M 240R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Anke Maiwald M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision: A. Norrdahl, M. Hesselgreen
Anmerkungen:

1 "Loitz" wurde aus der Urschrift übernommen. In der Reinschrift steht stattdessen "Greifswald".

2  Die übliche Steuerform in Vorpommern war die Besteuerung des ländlichen Grund- und des städtischen Hausbesitzes, der so genannte Hufen- und Häusermodus. Da die Landschaft nur die überholte Kahldensche Matrikel aus dem Jahre 1631 besaß und da die Arbeit an einer neuen Hufenmatrikel mehrfach gescheitert war, einigten sich die Stände 1658 in Anklam auf eine Übergangsregelung, nach der die Steuern bis auf weiteres verteilt werden sollten. Sie legten einen fiktiven Bestand von 10 000 Hufen (reduzierte Hufen) zugrunde, von dem die Ritterschaft und die Ämter im Verhältnis 5:2 die eine Hälfte und die Städte die andere Hälfte übernahmen. Eine Steuereinheit der reduzierten Hufe entsprach für die Ämter 3 Landhufen, für die Städte 2 1/2 Landhufen. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 459.