U 314 

Beschreibung vom Amtsdorf Groß Zastrow, welches zwischen dem 4. und 8. September 1697 geometrisch vermessen worden ist

Groß Zastrow ist ein Amtsdorf, im Amt Loitz und im Kirchspiel Görmin gelegen, fünf Viertelmeilen von Loitz und zwei Meilen von Greifswald entfernt. Es grenzt an nachfolgende Dörfer: im Norden an Pansow und Dersekow, im Osten an Klein Zastrow und Böken, im Süden an Görmin, im Westen an Pustow und Damerow. Hier wohnt jetzt ein Pächter, der das ganze Dorf zur Pacht hat, zahlt 300 Rthl Pacht1  für dieses Dorf und Görmin. Erben des verstorbenen Oberstleutnants Blixen haben hier im Dorf eine Hütte und dazu eine Wurte oder Ackerstück, das mit D2 bezeichnet ist.

Namen der Einwohner

1 . Hans Wandtmaker, Pächter
2 . Ernst Franck, Tischler, wohnt in der Hütte, die der Witwe des Oberstleutnants Blixen gehört
3 . Schäfer
4 . Christian Fik, dient als Knecht auf dem Hof, ist ein Untertäniger

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Arealausrechnung von Groß Zastrow

Acker

A  Roggenfeld, humoser Sandboden, ebenes Land, zwei Stücke,  91M 150R

B  die Brache, Sandhumus, ebenes Land,  60M 60R

[C]   76M 240R
Ca  guter Humusboden, ebenes Land, das Feld, das dieses Jahr mit Sommergetreide [besät] war,  56M 120R
Cb  hochgelegener Sandhumus,  20M 120R

D  fünf Stücke bei den Häusern,  4M 105R
(Darunter ist D2  mit  1M 60R. Es gehört zur Hütte, die zu Klein Zastrow gehört.)

K  zwei Ackerstücke, haben zur Kapelle hier in diesem Dorf gehört. Weil sie nicht aufgebaut wurde, erhält Görmins Kirche davon die Einkünfte,  1M 45R

Wüster Acker

[E]   419M 165R
Ea  flacher wüster [Acker], mit Heidekraut bewachsen, von gleicher Bodenart, wie der bestellte Acker, fünf Stücke,  52M 210R
Eb  niedriger und tiefliegender wüster Acker mit Weidebüschen bewachsen, vier Stücke,  12M 225R
Ec  wüster Acker, jetzt im Sommer gedüngt, soll im Herbst bewirtschaftet werden,  2M 30R
Ed  flacher wüster Acker, mit Heidekraut bewachsen, dort findet man auch etwas niedrigen, grasigen Boden, an der Südseite sehr sandig,  352M

Wiesen

[F]  16 Heufuder,  7M 210R
Fa  sumpfige Riedwiese an Pansows Grenze, 15 ½ Heufuder,  7M 120R
Fb  gute Graswiese, ½ Heufuder,  90R

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Viehweide, Wald und Moräste

[G]   122M 30R
Ga  tiefliegendes Weideland, mit Riedgras und Erlenbüschen bewachsen,  7M 150R
Gb  sechs Riedgrassenken,  12M 30R
Gc  niedriges Land, mit Weidebüschen bewachsen,  8M 150R
Gd  bültiges Weideland, mit Heidkraut bewachsen,  18M 180R
Ge  trockenes Land, mit Erlen, Haseln und einigen jungen Eichen bewachsen,  25M 210R
Gf  etwas niedriges Land, mit Heidekraut, Erlen und Haselbüschen, sowie an Pustows Grenze mit einigen Eichen bewachsen, war zum Teil Acker gewesen,  49M 210R

Höfe und Hofstellen

H  das Dorf mit den Höfen, auf denen Häuser gebaut sind, die Viehwege und einige kleine Koppeln und Gärtchen bei den Häusern, sowie mit Ö  bezeichnete wüste Höfe; darunter umfasst die Hütte Nr. 2 60 Ruten und die Kapellenstelle 75 Ruten; ebenso ein kleiner Hügel als Grenzscheide zu Böken und Klein Zastrow,  25M 285R

Wassertümpel

[I]   5M 150R
Ia  zwei Wassertümpel im Dorf, worin Karauschen sind,  180R
Ib  ein Wassertümpel, war im Sommer zumeist ausgetrocknet,  4M 270R

[Summe]

Acker: 234M
wüster Acker: 419M 165R
Wiese: 7M 210R
Heufuder: 16
Wald und Viehweide: 122M 30R
Höfe: 31M 135R

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Annotationen von Groß Zastrow

Beschaffenheit des Ackers

Der Acker liegt in drei Schlägen, von denen einer mit Sommergetreide besät war und einer mit Wintergetreide. Der dritte liegt brach.
Aussaat nach Aussage des Pächters: dieses Jahr ausgesäter Roggen 20 Drömt 6 Scheffel, Gerste und Hafer 19 Drömt 6 Scheffel. Erbsen werden in die Brache gesät. In diesem Jahr wurden 6 Scheffel ausgesät.
Weil der Pächter nicht länger als ein Jahr hier im Dorf gewohnt hat, meinte er nicht zu wissen, wie viel diese Felder tragen können. Die Einwohner in den umliegenden Dörfern lobten den Acker sehr, und dass er der beste im ganzen Kirchspiel sei.

[Wiesen]

Wiesen sind nicht mehr als eine an Pansows Grenze, die sehr sumpfig ist. Der Pächter meinte höchstens 16 Fuder davon zu bekommen. Dieses Jahr hat er nur 14 Fuder bekommen.

[Viehweide]

Die Viehweide ist mittelmäßig.

Wald

Notwendiges Brennholz haben sie auf dieser Feldmark, aber nichts zum bauen Geeignetes.

[Gesinde]

Gesinde wird auf dem Hof beschäftigt: zwei Knechte, zwei Burschen und zwei Mägde.

[Arbeitsvieh]

Arbeitsvieh für die Ackerbestellung wird gehalten: 8 Ochsen, 8 Pferde, außerdem 35 höchstens 40 Kühe. Schäferei kann hier mit 400 Schafen betrieben werden, hat jetzt nur 100 Stück.

 RRev 416   URev 121 

1705 wurde das Dorf Groß Zastrow revidiert und wie folgt befunden

Neuer Acker, seit der vorigen Vermessung bewirtschaftet

[E1-E7]   38M 195R
E1  von Ea zwei Stücke bewirtschaftet, mittelmäßiger Sandboden, wird mit dem Feld C in drei Schlägen bestellt,  105R
E2  von Eb aufgepflügt, Sandboden, mittelmäßig gelegen, liegt in drei Schlägen zum Feld A,  1M 60R
Ec  ist alles bewirtschaftet, besteht aus ein wenig humushaltigem Sandboden, wird in drei Schlägen zum Feld B bestellt,  2M 30R
E4 , zwei Stücke von Ed bewirtschaftet, Sandboden, etwas humushaltig, wird in drei Schlägen zum Feld B bestellt,  15M 270R
E5  von Ed bewirtschaftet, Sandboden, mittelmäßig gelegen und wird in drei Schlägen zum Feld C bestellt,  15M 180R
E6  von Ed bewirtschaftet, etwas magerer und steinig-kiesiger Sandboden, an Damerows Grenze gelegen, von den Damerowern für einige Jahre aufgepflügt, und weil es so weit abgelegen ist,  RRev 417   URev 122  soll es jetzt kaum mehr bewirtschaftet werden,  1M 30R
H7  von der Viehdrift H bewirtschaftet, war dieses Jahr mit Lein besät, und es wird erzählt, dass es nächstes Jahr wieder mit Lein besät werden soll. Danach wird es wieder liegen gelassen und kann nicht mehr als Acker gezählt werden, weil es nicht als Viehdrift entbehrt werden kann. Ansonsten besteht es aus sandig-humosem Boden,  2M 120R

Beschreibung vom übrigen wüsten Acker

Ea von Ea mit Nr. 8  bezeichnet, besteht aus wenig humushaltigem, mittelmäßig gelegenem Sandboden, der laut Bericht als erstes bewirtschaftet werden soll,  6M 90R
Ea von Ea mit Nr. 9  bezeichnet, ist mit Büschen bewachsen;  RRev 418   URev 123  besteht aus sandig-humoser Erde, die auch bewirtschaftet werden kann,  180R
Das Übrige von Ea besteht aus magerem Sandboden mit Heidekraut, Gras und kleinem Moos bewachsen, wird kaum bewirtschaftet werden, weil es so dicht beim Weideland liegt, wovon es nicht entbehrt werden kann.

Eb von Eb mit Nr. 10  bezeichnet, besteht aus Sandboden, der bewirtschaftet werden kann,  1M 210R
Das Übrige von Eb besteht zum Teil aus magerem Sandboden, mit Heidekraut und Moos, teils aus niedrigem Land, mit Büschen bewachsen, wird für Acker als ungeeignet eingeschätzt.

Ed von Ed mit Nr. 11  bezeichnet, besteht aus etwas magerem Sandboden, hier und da steinig-kiesig, teils hochgelegen,  RRev 419   URev 124  mit Heidekraut und in den Bodensenken mit Gras bewachsen, das wohl überall bewirtschaftet werden könnte, wo es als Weideland entbehrt werden könnte, und eine Macht befehlen würde es zu bewirtschaften,  249M 60R
Das Übrige von Ed sind teils niedrige Grassenken, teils niedriger und kaltgründiger Sandboden, mit Heidekraut bewachsen, der größtenteils für Acker als ungeeignet eingeschätzt wird, und kann auch nicht als Weide entbehrt werden.

Summe

wüster Acker: 257M 240R
neuer Acker: 38M 195R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Anke Maiwald M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision: L. Balck, Ab. Wulff
Anmerkungen:

1 Pachtgeld ist der Betrag, den ein Pächter für die Nutzung einer gepachteten Sache an den Eigentümer zahlt, wie z.B. die Pacht für einen Hof, eine Mühle, einen Krug u.a.m Pachtgeld. In: Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 106. Berlin 1807. Sp. 64.