R 269   U 209 

Beschreibung von Vierow, das im Jahr 1697 vermessen wurde1 

Vierow ist ein Adelsgut, das im Distrikt Loitz liegt, es grenzt im Norden an Zarrentin, im Osten an Damerow und Passow, im Süden an Plestlin, das am anderen Ufer der Peene liegt und im Westen an Trantow.
Dieses Anwesen soll dem Bericht nach in früheren Zeiten ein Bauerndorf gewesen sein, doch nachdem die Bauernstellen in Kriegszeiten verwüstet und die Bewohner vertrieben worden sind, wurde hier ein Ackerwerk angelegt, das nun Ernst Friedrich von Heintze gehört, der es auch bewirtschaftet.

 R 270   U 210 

Arealausrechnung von Vierow

Acker

O, Roggenfeld, zwei Stücke etwas niedrig liegendes Land, Sandhumus 59M 60R
P, Brache, Sandhumus, bei der Grenze zu Passow besteht der Boden aus gelbem Sand. Von den Bewohnern wird auch berichtet, dieses Feld sei sehr kaltgrundig 54M 135R
[Q] 58M
Qa, zwei Stücke Sandhumus, etwas niedrig, wurde dieses Jahr mit Sommergerste besät 38M 30R
Qb, drei Stücke, Sandhumus, ebenes Land 19M 270R

Wüster Acker

[R] 81M 120R
Ra, drei Stücke flacher wüster Acker, der mit Heide bewachsen ist 21M 210R
Rb, zwei Stücke wüster Acker, die mit Heide, kleinen Birkenbüschen und einigen jungen Eichen bewachsen sind 30M 60R
Rc, wüster Acker mit Heide, bei der Grenze mit Birkenbüschen und beim Grenzgraben mit großen Eichen bewachsen 29M 150R

 R 271 

Wiesen

[S] [Heuertrag] 22 Fuder 18M 90R
Sa, sechs durchschnittlich gute Graswiesen 11M 60R
Sb, drei feste Wiesen, die einst Acker waren 2M 150R
Sc, sumpfige Riedgraswiese 210R
Sd, sumpfige Mooswiesen bei der Peene 3M 270R

 U 211 

Weide, Wald und Moraste

[T] 244M 40R
Ta, Weidekoppel mit großen Eichen, Erlen und Haseln bestanden 12M 180R
Tb, trockenes Land mit Eichen, Buchen, Birken, Erlen und Haselbüschen bewachsen, war früher Acker 101M 60R
Tc, sumpfiger Bruch mit Erlen- und Haselbüschen bewachsen 21M 120R
Td, sehr sumpfiges moosiges und bültiges Weideland, das mit kleinen Birkenbüschen bewachsen ist 106M 30R
Te, drei Riedgrastümpel 3M
Tf, Sandhügel, die mit jungen Eichen bewachsen sind 150R

 R 272 

Hofstellen

Va, Der Hof und die Hofstellen, auf denen die Häuser gebaut sind, mit den wüsten Stellen sowie einigen kleinen Koppeln und der Viehtrift 16M 150R
Vb, ein wüstes Grundstück, wo einst eine Kapelle stand 45R

Fischteiche

Die Peene , soweit sie hier vorbei fließt, beinhaltet neun Morgen, wovon hierher die Hälfte gehört 4M 150R
Anmerkung: zu den strittigen Orten mit Trantow vgl. die Beschreibung Trantows

Summe

Acker: 171M 195R
Wüster Acker: 81M 120R
Wiese: 18M 90R
Heufuder: 22
Wald und Weideland: 244M 240R
Hofstellen: 16M 195R
Fischgewässer: 4M 150R

 RRev 412   URev 115 

Am 30. Juni 1705ist das Dorf Vierow revidiert und wie folgt befunden worden

Neuer Acker, der seit der vorigen Messung aufgebrochen wurde

[R1-R3] 30M 270R
R1, ein Stück, vom wüsten Acker Ra aufgebrochen, besteht aus niedrigem kaltgrundigen Sandboden, wird dennoch in drei Schlägen bei Qb bewirtschaftet 1M 180R
R2, ein Stück, vom wüsten Acker Rb aufgebrochen, besteht aus Sanderde, etwas niedrig und kaltgrundig, wird ebenfalls in drei Schlägen bei Qb bewirtschaftet 2M 180R
R3, ein Stück, von Rc aufgebrochen, ist niedriger und kaltgrundiger Sand, das nach Aussage des Besitzers im Herbst und im Winter vom Wasser überspült wird. Es kann in diesem Jahr gesehen werden, wie die Saat in den Furchen gänzlich verdorben ist, wird dennoch in drei Schlägen bewirtschaftet 26M 210R

Beschreibung des übrigen wüsten Ackers

Ra, das Stück von Ra, das mit Nr. 4 bezeichnet ist, scheint als Acker nutzbar zu sein, besteht allerdings aus ziemlich kaltgrundiger Sanderde 12M 270R
 RRev 412   URev 115  Das Übrige von Ra ist völlig untauglich als Acker, da es so niedrig liegt.
Rb, das Übrige von Rb ist mit Eichen und Birkenbüschen bestanden, besteht aus niedriger und kaltgründiger Sanderde, als Acker nicht nutzbar.
Rc, das Übrige von Rc ist mit Eichen und Birkenbüschen bewachsen, kann nicht bebaut werden.

Summe

Neuer Acker: 30M 270R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urkarte vermessen von Arvid Carlmark.