Beschreibung von Rothemühle
Rothemühle ist eine Wassermühle, liegt im Distrikt Loitz, Kirchspiel Sassen, und mitten auf der Grenze zwischen Sassen und Damerow, sodass mehr als die Hälfte vom Mühlenteich zu Sassen gehört. Sonst gehört die Mühle Herrn Heintz aus Vierow. Zu dieser Mühle gehört kein Acker oder Wiese. Der Müller hat jedoch einige Ackerkämpe, die auf Damerows Feldern liegen. Der Müller zahlt für die Mühle 12 Drömt Pacht1 , und das Getreide vom Hof Vierow wird zollfrei gemahlen. Außerdem dient der Müller anderthalb Wochen in der Erntezeit den Sommer über, zahlt pro Quartal 1 Rthl 8 ß Akzise2 .
Jochom Burgmeister, Müller
1 Mühlenpacht: Für die Festlegung der Mühlenpacht waren die Anschläge und der Pachtkontrakt notwendig. Unter den Anschlägen versteht man, wieviel eine Mühle unter bestimmten Vorraussetzungen mahlen konnte (wie z.B.: Wasserverlauf, Quantität des Wassers, Konstruktion der Mühle). Aus den Administrationsrechnungen wurde der Durchschnittsertrag der Mühle aus den letzten sechs, zehn oder zwölf Jahren als Pacht errechnet. Da diese Methode eher unzuverlässig war, wurden spezielle Mühlen-Tabellen für den jeweiligen Ort erstellt, aus denen sich anhand der Einwohner der Verbrauch und damit die Pacht berechnen ließ. Im Pachtkontrakt war u.a. das Inventar der Mühle, dazugehörigen Äcker, Wiesen usw., sowie Dauer der Pacht und die Höhe des Pachtgeldes festgehalten. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 96 Berlin 1804, Sp. 388-404.
2 Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste. Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.
3 Bd. 28 Fol. 205-208, in der Urschrift angehängtes Schreiben (deutsche Erläuterungen) die fünf Orte Pustow, Damerow, Rothemühle, Böken und Vierow betreffend.