Beschreibung des Amtsdorfes Schmietkow das zwischen dem 14. und dem 15. Juli des Jahre 1697 vermessen wurde.1
Schmietkow ist ein Dorf des Amtes Loitz und gehört zum Kirchspiel Sassen, es liegt eine Meile von Loitz entfernt und grenzt an folgende Orte: im Norden an Kandelin, im Osten an Groß und Klein Zarnewanz sowie Sassen, im Süden an Treuen und Kahlen Wakenitz, im Westen an Poggendorf und Gülzow. Hier im Dorf lebt ein Pächter, der dieses Dorf und Treuen gepachtet hat, für beide gibt er 500 Rthl. In den nachfolgenden Dörfern hat er Bauern, die hierunter dienen: aus Bisdorf vier Vollbauern und zwei Kossaten2 , einer der Vollbauern zahlt Dienstgeld. Aus Neuendorf dienen vier Vollbauern und vier Kossaten, einer der Vollbauern zahlt Dientgeld3 , die anderen dienen zwei Tage in jeder Woche mit Vieh und einen Tag zu Fuß.4
Namen der Einwohner
Jacob Wratz, der Pächter.
U 280Arealausrechnung von Schmietkow.
Acker
[A-D] 198M 270R
A Slag Achter Koppel , etwas humosartiger Sandboden, war dieses Jahr
das Roggenfeld 62M 30R
B Slag beij Schaffwasch , etwas humosartiger Sandboden, ebenes
Land, die Brache 42M 210R
C Slag bei Bökenbusch , humoser Sandboden, das Gerstenfeld
52M 60R
D Slag beij Pracker Busch , humoser Sandboden, das Haferfeld 41M 270R
Wüster Acker
[E] 341M 60R
Ea mit Heide bewachsener wüster Acker, zumeist von gleicher Bodenart wie der genutzte Acker, beim See Schaffwasch hügelig und sandiger 84M 270R
Eb sandiger, wüster Acker, mit Heide bewachsen,
zumeist hügelig in Vorbeen oder Kalden Waknitz Brantz 255M 30R
Ec wüster Acker, mit
dornigen Büschen bewachsen, Prackbusch im Feld D oder zwei Stücke im und beim Feld C 1M 60R
Weideland
[F] 20M 165R
Fa strittiges Moor mit Riedgras bewachsen 8M 30R
Fb drei Grastümpel 3M 60R
Fc Heidgrund und Nondik sind bültige Riedgrasmoore 5M 30R
Fd Koppeln beim
Dorf, mit Eichen bewachsen 4M 45R
Fischgewässer
[G] 13M 45R
Ga Schaffwasch 9M 210R
Gb zwei Fischteiche vorn beim Dorf 1M
270R
Gc Mönkensoll 1M 165R
Summe
Acker: 198M 270R
Wüster Acker: 341M 60R
Viehweide: 20M 165R
Seen: 13M 45R
Hofstellen: 10M 150R
Annotationen von Schmietkow
Die Beschaffenheit des Ackers
Der Acker liegt in vier Schlägen, von denen einer mit Winterkorn und zwei mit Sommerkorn besät werden, der vierte liegt jedes
Jahr
brach.
Die Aussaat nach Aussage des Pächters:
A: Slag alter Koppel wird mit einem
Last und vier Drömt Roggen besät.
C: Slag beij Bokenbusch , wird mit einem Last und
vier Drömt Gerste besät.
D: Slag beij Prackbusch wird mit einem Last und sechs Drömt
Hafer besät.
Im selben Schlag werden zwei Scheffel Buchweizen gesät.
Wieviel sie bekommen können wissen sie nicht, sagen
sie, darauf werde nicht genau achtgegeben.
Wiesen
Bei diesem Dorf gibt es keine Wiesen. Sie haben eine Wiese bei Loitz gepachtet, für die sie fünf Gulden zahlen, davon können sie laut der Beschreibung Loitz´zwölf Heufuder bekommen.
Viehweide
Die Viehweide ist sehr knapp und sie haben nichts anderes als die Brache und den wüsten Acker, der mit Heide bewachsen ist. Der wüste Acker Treuens liegt nicht hierunter. Man könnte auf dem Feld Schmietkows genug Kleinvieh über den Sommer füttern. Die Viehweide auf Treuens Feld ist durchschnittlich und soll nicht unbedingt von Schmietkow für Weideland getrennt werden.
Wald
Auf der Feldmark Schmietkows ist kein Wald zu finden, bei Treuen gibt es nur einige Kiefernbüsche und auf dem wüsten Acker sind Birkenbüsche, die kaum als Brennholz brauchbar sind. Ansonsten ist es ihnen erlassen, Brennholz aus dem Loitzer Kronwald zu holen.
U 282Dienst
Allein durch den Dienst der Bauern kann der Acker nicht bewirtschaftet werden, also werden auf dem Hof zwölf Ochsen gehalten mit denen die Kossaten hacken oder pflügen. Dazu gibt es zwölf Pferde, außerdem können an die 40 Stück Kühe gehalten werden, aber nicht mehr. Der Pächter hat eine Schäferei, die aus 600 Schafen besteht und es könnten bis zu 700 gehalten werden, aber darüber hinaus nicht mehr.
Gesinde
An Gesinde werden auf dem Hof ein Knecht, ein Bursche und zwei Mägde gehalten.
Fischgewässer
Auf diesen Feldern gibt es zwei kleine Seen, aus dem einen beim Dorf kann der Pächter fischen. Aber nicht aus dem anderen, nämlich Schaffwasch . Diesen hat sich der Besitzer vorbehalten, und er hat den benachbarten Adligen erlaubt, daraus zu fischen. Dieses sind Herr Landrat Blixen und Herr Schmalensee, Herr Rittmeister Wenkel und der Pächter von Trantow, aber er selbst hat das meiste herausgefischt, im vergangenen Jahr waren es acht Tonnen Fisch, wenn nicht mehr, laut Aussage des Pächters. Und nun soll dasselbe befolgen.
RRev 392 URev 93Am 29.Juni des Jahres 1705 wurde das Dorf Schmietkow revidiert und wie folgt befunden
Neu aufgebrochener Acker seit der vorigen Vermessung
[E1-E5] 35M 240R
E1 vom wüsten Acker Eb aufgebrochen, besteht aus etwas humusvermischtem Sandboden, wird in vier Schlägen beim
Feld A genutzt 2M 30R
E2 ein Stück von Ea aufgebrochen, etwas höher gelegener Sandboden, wird jedoch in vier Schlägen beim Feld
D bewirtschaftet 1M 270R
E3 von Eb dieses Jahr zum ersten Mal vom Heideland aufgebrochen, ist höher liegender Sandboden, wird
jedoch in vier Schlägen beim Feld B bewirtschaftet 15M 90R
E4 ebenfalls von Eb aufgebrochen, etwas höher liegender Sandboden,
wurde noch nicht besät, soll hier beim Feld C bewirtschaftet werden 16M 90R
E5 noch eines, vom Feld Ec aufgebrochener
Humusboden, wird nur hier und da mit Hanf- oder Leinsaat besät 60R
Beschreibung des übrigen wüsten Ackers
Ea mit Nr. 7 gekennzeichnet, könnte wohl als Acker geeignet sein, besteht aus Sandhumus, der ein wenig mehr als eine Viertel
Elle
tief ist. Danach folgt roter Sand, ist überall mit viel Heide bewachsen, aber ist nicht als Weide zu entbehren. 72M 60R
Das
übrige von Ea ist sehr tief liegender Grund und als Acker unbrauchbar.
Eb vier Stücke von Eb, sind mit Nr. 8 gekennzeichnet, sind zum Teil etwas höher und zum Teil niedrig gelegener Sandboden,
der eine
viertel Elle tief ist. Danach rotgoldener Sand. Aber der Teil davon, der zwischen E3 und Nonnen
Dyk liegt ist magerer und weniger Sandboden, könnte jedoch zur Not als Acker geeignet sein 40M 90R
Von Eb mit
Nr. 9 gekennzeichnet, besteht aus ebenem Sandboden, RRev 394
URev 95 der mit Heide bewachsen ist. Dieser könnte wohl aufgebrochen werden,
besteht überall aus wüstem Acker, aber kann unmöglich als Weideland entbehrt werden, da die Schäferei nicht abgeschafft werden
soll.
81M 240R
Das übrige von Eb, das nie Acker war, wird als unbrauchbar zum Ackerbau geschätzt, teils wegen dessen Niedrigkeit. Zum
Teil auch wegen des schlechten, sandigen Grundes, dazu ist es auch weit abgelegen.
Das übrige von Ec ist zum Teil mit großen Eichen bewachsen und zum Teil sehr steinig und mit Dornbüschen bewachsen, das nicht aufgebrochen werden könnte.
[Wüster Acker] 194M 90R
Summe
Neuer Acker: 35M 240R
1 Wurde laut Urschrift von Arvid Carlmark vermessen.
2 Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.
3 Dienstgeld: eine Geldabgabe, welche die Untertanen an ihre Herrschaft als Ersatz für den erlassenen Frondienst zahlen müssen. Krünitz, Johann Georg, Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- und Landwirtschaft, Bd 9, Berlin 1776, Sp. 298.
4 Dienste, die zu Fuß verrichtet werden. Dazu zählen besonders Fron- und Hofdienste, sowie Gänge, die geleistet werden müssen. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 15, Berlin 1778, Sp. 543.