U 283 

Beschreibung des Amtsdorfes Treuen, das zwischen dem 16. und dem 20. Juli des Jahre 1697 vermessen wurde.1 

Treuen ist ein Amtsdorf und liegt sowohl im Distrikt als auch im Amt Loitz sowie im Kirchspiel Sassen. Es liegt eine Meile entfernt von Loitz und grenzt an nachfolgende Orte: im Norden an Schmietkow, im Osten an Sassen, im Süden an Schwinge und Zarentin, im Westen an Kahlen Waknitz und Vorbeen. Dieses Dorf lag lange Zeit wüst, aber der Acker nicht, dieser wird vom Verwalter Schmietkows genutzt, für beide Orte zahlt er an Pension wie es es in der Beschreibung für Schmietkow aufgeführt ist. Der Herr Besitzer ließ vor zwei Jahren einen Schafstall bauen und in diesem Jahr eine Scheune mit großer Belastung für die Bauern, die hier einen Tag in der Woche neben ihrem gewöhnlichen Dienst arbeiteten.2  Ausgenommen in der Erntezeit im Sommer, wenn sie verschont bleiben, sonst müssen sie hier nicht nur Tagewerke3  leisten, wie schon erwähnt wurde, sondern sie müssen auch für ein halbes Jahr Geld zahlen.4  Sonst wurde immer Korn nach Schmietkow gefahren, aber in diesem Jahr wurde dem Pächter gesagt, es dürfe nirgendwo sonst als hier in Treuen eingefahren werden, bei 50 Rthl Strafe. Und man wird weder Türen noch Fußboden finden.
Hier wohnt ein Einlieger in einer Kate.

 U 284 

Arealausrechnung von Treuen.

Der Acker

[A] 46M 210R
Aa das Roggenfeld, guter humoser Sandboden 41M 270R
Ab gut gedüngter Humusboden, von einer wüsten Hofstelle aufgebrochen 4M 240R

B die Brache, guter, humoser Sandboden 32M 270R

[C] 46M 150R
Ca zumeist neu aufgebrochener Sandhumus 22M 150R
Cb etwas höher liegender Sandhumus 21M 210R
Cc neu aufgebrochener Sandboden 2M 90R

Wüster Acker

[D] 491M 75R
Da wüster Acker wurde vor vier Jahren bewirtschaftet 4M 135R
Db mit Heide bewachsener wüster Acker von gleicher Güte wie der genutzte Acker 12M 30R
Dc mit Heide bewachsener wüster Acker, zumeist von gleicher Bodenart wie der genutzte Acker 143M 240R
Dd wüster Acker, an der Ostseite mit Heide und einigen Kiefern bewachsen, sowie gleichermaßen sandiger 268M 90R
De niedriger, wüster Acker, mit Heide und Gras bewachsen 62M 180R

Viehweide, Wald und Moraste

[E] 107M 210R
Ea sumpfiges Weideland mit Birkenbüschen bewachsen, geeignet um zur Wiese gerodet zu werden 13M 90R
Eb sandige Hügel und Täler mit Heide und jungem Kiefernwald bewachsen 46M 120R
Ec Eichen, Erlen und Hasel auf trockenem Grund, zwei Stücke zu 16M 60R
Ed sumpfiger, mit Erlenbüschen bewachsener Bruch 10M 60R
 U 285 Ee Stenhovelsmor , sumpfig und mit Riedgras bewachsen, als Wiese brauchbar, kann aber nicht als Viehweide entbehrt werden 18M 210R
Ef niedriges Heideland beim Stenhovelsmoor 2M 90R
Eg Grastümpel, drei Stück zu 180R

Fischgewässer

[F] 62M 255R
Fa Hectsol , drei Stücke, darin sind meistens allerhand Arten Fisch zu finden 24M 70R
Fb Kreft Soll , hier findet man keine besonderen anderen Fische nur Krebse 3M 30R
Fc Hafver See 14M 120R
Fd Tröier Dik 2M 90R
Fe vier kleine Wassertümpel, worin auch Fische sind 6M 150R
Ff Dyvels Kul 105R
Fg Sliedijk 11M 90R

G das Dorf mit den Hofstellen auf denen Häuser gebaut sind sowie die wüsten Hofstellen 25M 60R

Summe

Acker: 126M 30R
Wüster Acker: 491M 75R
Wald und Weideland: 107M 210R
Seen und Fischgewässer: 62M 255R
Hofstellen: 15M 60R

 U 286 

Annotationen von Treuen

Der Acker liegt in drei Schlägen, wovon einer mit Sommerkorn und einer mit Winterkorn besät werden, ein Schlag liegt jedes Jahr brach.

Die Aussat nach Aussage des Pächters: In das Feld A, das dieses Jahr mit Roggen besät war, kann er elf Drömt Roggen säen, in das Feld C, das mit Sommergerste besät war, kann er 13 höchstens 14 Drömt säen. Der Schlag B, der dieses Jahr brach liegt, ist das schlechteste Feld, in welches man nicht mehr als neun Drömt säen kann. Wieviel Korn er zurück bekommen könne konnte er nicht sagen, da er nicht genau darauf achte.

Hier gibt es keine Wiesen und die Viehweide ist durchschnittlich.

Fischgewässer

Hier auf den Feldern sind einige kleine Binnenseen, die der Pächter nicht unter Vetrag hat, sondern die sich der Besitzer vorbehalten hat. Mit diesen Seen verhält es sich so wie mit denen, die auf der Feldmark Schmietkows liegen.

 RRev 395   URev 96 

Am 9. Juli des Jahres 1705 wurde das Dorf Treuen revidiert und wie folgt befunden

Neu aufgebrochener Acker seit der vorigen Vermessung

[D1-D8, G1] 105M 30R
D1 vom wüsten Acker Da aufgebrochen, ist humoser Sandboden, wird in drei Schlägen beim Feld B bewirtschaftet 2M 180R
D2 aufgebrochen von Dc, besteht aus Sandboden, gleichwohl dreischlägiger Acker, wird auch beim Feld B bewirtschaftet 25M 30R
D3 von Db ganz aufgebrochen, besteht aus sandig-humosen Boden und wird beim Feld A bewirtschaftet, wurde zuvor unter Db eingerechnet 12M 30R
D4 zwei Stücke des wüsten Ackers De in diesem Jahr aufgebrochen, bestehen aus sandig-humosen Boden, werden beim Feld A bewirtschaftet 16M 180R
D5 zwei Stücke von De, dieses Jahr erstmalig aufgebrochen, wurden noch nicht besät, bestehen zumeist aus magerem, reinen Sand, welche der Pächter  RRev 396   URev 97 in Anspruch nimmt, da dieses so nah gelegen sind. Können nur jedes dritte Jahr mit Roggen besät werden, da sie durch Dünger nicht verbessert werden können, denn anderes als Dünger wäre nicht nützlich, da die Saat nicht verbrennen soll. 11M 210R
D6 zwei Stücke von Dd, die auch dieses Jahr zum ersten Mal aufgebrochen wurden, zumeist eben gelegen, humoser Sandboden, der in drei Schlägen genutzt werden soll 14M 60R
D7 von Dd in diesem Jahr erstmalig aufgebrochen, sandig-humoser Boden, etwas höher und steinig gelegen, ansonsten von gleicher Güte und Nutzen 12M 90R
D8 zwei Stücke findet man von Dd aufgebrochen, nun mit Roggen besät, bestehen aus Sandboden und werden auch als dreischlägiger Acker beim Feld Ca genutzt 9M 240RG1 von G aufgebrochen, werden nur manchmal mit Leinen oder Hanfsaat besät 210R

 RRev 397   URev 98  Nach den Angaben des Pastors in Trantow soll das Stück in Dd, das mit + gekennzeichnet ist, zu Sassens Kirche gehören. Es liegt wüst und ist Sandboden, umfasst drei Morgen und 210 Ruten.

Beschreibung des übrigen wüsten Ackers

Da

Das übrige von Da ist humoser Sandboden, der etwas tiefer als eine Viertel Elle ist, kann aufgebrochen werden.

Dc

Von Dc mit Nr. 10 gekennzeichnet, ist Sandboden, der eine Viertel Elle tief liegt, eben gelegen mit viel Heide bewachsen, kann so als Acker aufgebrochen werden 34M 210R

Ebenfalls von Dc, mit Nr. 11 gekennzeichnet, ist etwas weniger Sandboden, der gleichwohl aufgebrochen werden kann, aber er kann nicht als Schafweide entbehrt werden 79M

 RRev 398   URev 99  Das übrige von Dc ist tief liegender Boden, als Acker unbrauchbar.

De

Von De, mit Nr. 12 gekennzeichnet, kann als Acker nutzbar sein, ist humoser Sandboden, der eine Viertel Elle tief ist, danach rotgolden farbener Sand 17M 90R

Noch ein Stück von De, das als Acker geeignet wäre, besteht aus Humusboden, mit Nr. 13 gekennzeichnet 2M 150R

Das übrige von De ist als Acker unbrauchbar, teils wegen dessen schlechtem, sandigen Grund, teils wegen dessen Niedrigkeit.

Dd

Ein Teil von Dd mit Nr. 14 gekennzeichnet, kann als Acker genutzt werden, ist sandig-humoser Boden, der etwas tiefer als eine Viertel Elle liegt, danach reiner Sand. Eben gelegen und mit Heide bewachsen 11M 210R

Das mit Nr. 15 gekennzeichnete Stück kann noch als Acker beansprucht werden, es ist Sandboden, der eine Viertel Elle tief liegt, dann goldenfarbener Sand 47M 90R

 RRev 399   URev 100  Ebenfalls von Dd, mit Nr. 16 gekennzeichnet, ist als Acker geeignet. Besteht aus Sandboden, der eine Viertel Elle tief liegt, danach bloßer rötlicher Sand. Zumeist eben gelegenes Land 24M

Das mit Nr. 17 gekennzeichnete Stück wird auch als zum Acker nutzbar befunden, es besteht aus humosen Sandboden, der etwas mehr als eine Viertel Elle tief liegt, danach goldfarbener Sand 15M 210R

In Dd befindet sich daneben das mit Nr. 18 gekennzeichnete Stück aus Sandhumusboden. Es ist etwas tiefer als eine Viertel Elle, danach goldfarbener Sand 15M 120R

Ebenfalls in Dd ein Stück mit Nr. 19 gekennzeichnet, das als zum Acker nutzbar befunden wird. Es ist vermischter Sandboden, der eine Viertel Elle tief liegt, danach goldfarbener Sand 34M 30R

 RRev 400   URev 101  Das übrige von Dd ist zum größten Teil sandiger Grund und somit als Acker nicht nutzbar, der andere Teil besteht aus Hügeln und tiefen Tälern, die mit Kiefern bewachsen sind.

[Wüster Acker:] 281M 210R

Anmerkung:

Der wüste Acker, der hier aufgeführt ist und als brauchbar für die Kultivierung befunden wird kann unmöglich als Weideland entbehrt werden, das hier nur sehr gering vorhanden ist, da die Schäferei nicht abgeschafft werden soll.

Summe

Neuer Acker: 105M 30R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Arvid Carlmark vermessen.

2  Hofdienst: Dienste, die dem Grundherrn eines Dorfes geleistet werden.  Krünitz, Johann Georg: Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft, Bd. 24, Berlin 1781, Sp. 158.

3  Tagewerk, „die Handarbeit, die Tagelöhner oder Fröhner jeden Tag zu verrichten haben.“  Krünitz, Oekonomische Encyklopädie, Bd. 188, Berlin 1846, Sp. 64.

4  Dienstgeld: eine Geldabgabe, welche die Untertanen an ihre Herrschaft als Ersatz für den erlassenen Frondienst zahlen müssen. Krünitz, Johann Georg, Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- und Landwirtschaft, Bd 9, Berlin 1776, Sp. 298.