R 253   U 193 

Beschreibung des Ortes Wüsteney, der zwischen dem 21. und dem 26. Juli des Jahre 1697 vermessen wurde.1 

Wüsteney ist ein Adelshof und gehört zum Distrikt Loitz sowie zum Kirchspiel Sassen. Der Ort liegt zwei Meilen und Greifswald und eine Meile von Loitz entfernt und grenzt an folgende Orte: im Norden an Prützmannshagen, im Nordosten an Neuendorf, im Osten an Behnkenhagen und Lüssow, im Süden an Kandelin, im Südwesten an Poggendorf und im Westen an Barkow. Zwei Besitzer teilen sich das Dorf, ein Teil gehört zu Klevenow, der andere Teils zu Lüssow. Hier sind nur steuerpflichtige Hufen, das gesamte Dorf zahlt für vier reduzierte Hufen.2 

Namen der Einwohner

1. Jochim Schomaker, Schulz und Bauer, gehört zu Klevenow.
2. Johan Libke, ein freier Mann, hat eine Hufe gepachtet und gibt dafür 26 Rthl.
3. Albrecht Bernt, der Krüger, hat eine dreiviertel Hufe und zahlt dafür 20 Rthl.
4. Kasper Mans, Bauer, er gehört zu Klevenow.
5. Christian Westphal, Bauer, gehört zu Lüssow.
6. Görgen Stahl, der Pächter, er hat drei Hufen gepachtet, und gibt 107 einhalb Rthl, er gehört zu Lüssow.
 R 254 7. Christopher Summ, Bauer, er gehört zu Klevenow.
8. Christian Volschow, Bauer, er gehört zu Lüssow.
9. Hans Waterstraart, Bauer und freier Mann, gehört zu Lüssow.
10. Hans Hindrich, Tagelöhner und freier Mann.
11. Marten Volschow, Schneider und untertänig.
12. Jacob Giodes, Tagelöhner und freier Mann.
13. Baltzar Franck, Einlieger und untertänig.

14. Baltzar Volschow, Einlieger und untertänig.
15. Hans Wachtelijn, Häker in Lüssow.
Beide wohnen in einem Haus.

16. Jochom Volschow, Einlieger und untertänig.
17. Kasten Will, Einlieger und untertänig.
18. Kuh- und Schweinehirte, wohnen zusammen in einem Haus.

 R 255   U 194 

Arealausrechnung von Wüsteney.

Der Acker

[A] 128M 150R
Aa das Roggenfeld ist lehmvermischter Sandboden mit den Wiesen etwas tief liegend 60M 30R
Ab sandvermengter Lehmboden, ebenes Land 45M 180R
Ac neu aufgebrochener Sandboden, drei Stücke zu 9M 270R
Ad etwas hochliegender Sandboden 12M 270R

[B] 102M 210R
Ba die Brache, lehmvermischter Sandhumus, ebenes Land 85M 120R
Bb Lehmboden 17M 90R

[C] 96M 210R
Ca war mit Gerste besät, lehmvermischter Sandhumus, ebenes Land, zwei Stücke zu 64M 90R
Cb etwas tief liegender, lehmvermischter Sandboden, vier Stücke zu 32M 120R

[D] 103M
Da war mit Erbsen und Hafer besät, etwas höher liegender Sandboden 20M 30R
Db etwas sandvermischter Lehmboden, bei den Wiesen tief liegend, zwei Stücke zu 82M 270R

E Ackerstücke vorn bei den Häusern, neun Stücke, sie bestehen aus gut gedüngtem Humusboden, werden jedes Jahr besät 9M 90R

 R 256 

Wüster Acker

[F] 124M 60R
Fa etwas höher liegender wüster Acker, mit Heide bewachsen 47M 60R
Fb mit Heide überwachsener wüster Acker, beim Bruch tief liegend, zwei Stücke zu 29M 180R
Fc niedriger wüster Acker, bewachsen mit Erlen, Hasel und Espen, zwei Stücke zu 13M 120R
Fd wüster Acker, mit Heide und kleinen Birkenbüschen bewachsen, zwei Stücke 32M 180R
Fe wüster Acker vorne beim Dorf 1M 120R

 U 195 

Die Wiesen

[G] [Ertrag] 145 Heufuder 102M
Ga gleich beim Acker ist eine trockene, hoch liegende Wiese, aber in der Mitte ist sie sumpfig, zwei Stücke zu 23M 150R und 35 Heufuder
Gb gute, trockene, hochliegende Wiesen, sechs Stück zu 35M und 42 Heufuder
Gc sumpfige Riedgras- und Schachtelhalmwiesen, fünf Stücke zu 25M 270R und 50 Heufuder
Gd kleine Wiesenflecken im Acker: drei in A, fünf in B, zwei in C, sechs in D und eines vorn beim Dorf zu 18M 150R und 18 Heufuder

Viehweide, Wald und Moraste

[H, P] 212M 180R
Ha sumpfiges Weideland mit Ried und Schachtelhalm 24M 210R
 R 257 Hb durchschnittlich gutes Weideland aus Rasen 10M 270R
Hc fester Grund mit Heide bewachsen 9M
Hd fünf sumpfige Brüche, mit Riedgras bewachsen 20M 240RHe niedriger Grund mit Erlen und Haselbüschen bewachsen, drei Stücke zu 11M 30R
Hf trockener Grund mit Erlen, Hasel sowie einigen großen Eichen bewachsen, zwei Stücke zu 30M 90R
Hg vier sumpfige Brüche mit Erlen, Hasel sowie einigen Eichen nebeneinander bewachsen 94M 60R
Hh Unterschiede auf der Grenze zwischen Lüssow und hier, wobei die Einwohner verschiedene Grenzen kennen 6M 120R
Hi ein umstrittener Ort zwischen Poggendorf und hier 2M 240R
P Tümpel in den Ackerfeldern, einer in B, einer in C, einer in D und zwei Tümpel in der Viehweide Hb 2M 120R

J das Dorf mitsamt den Hofstellen auf denen Häuser gebaut sind 19M 210R

Summe

Acker: 440M 60R
Wüster Acker: 124M 60R
Wiese: 102M 270R
Heufuder: 145 Heufuder
Weideland, Wald und Moraste: 212M 180R
Hofstellen: 19M 210R

 R 258   U 196 

Annotationen von Wüsteney

Die Beschaffenheit des Ackers

Der Acker liegt in vier Schlägen, wovon einer mit Winterkorn und zwei mit Sommerkorn besät werden, einer liegt brach. Jeder Bauer kann zwei Drömt Roggen, zwei Drömt Gerste, zwei Drömt Hafer sowie drei Scheffel Erbsen aussäen. Da der Pächter Nr. 6 drei Mal soviel Acker besitzt wie ein Bauer, sät er auch drei Mal soviel aus. Die anderen Pächter können nicht mehr als einer der Bauern aussäen. Nach Bericht der Bauern können sie in guten Jahren das dritte Korn wieder bekommen, selten das vierte.

Wiesen

Die Wiesen sind in diesem Dorf ziemlich gut, obwohl sie zum Teil niedrig und sumpfig sind. Jeder Bauer erntet acht Fuder, sagen sie, der Pächter Nr. 6 erntet im Verhältnis dazu 24 Fuder Heu. Dieses Jahr wurden zwölf Heufuder nach Lüssow befördert, wenn nicht mehr.

Die Viehweide ist durchschnittlich. Wald findet man hier nicht viel auf diesen Feldern, sie müssen sowohl ihr Brennholz als auch ihr Bauholz kaufen.

 RRev 386   URev 84 

Am 10. Juli des Jahres 1705 wurde das Dorf Wüsteney revidiert und wie folgt befunden

Neu Acker seit der vorigen Vermessung

[F1-F4] 16M
F1 ein Stück von Fa aufgepflügt, der Grund besteht aus sandvermengter Erde, ist hoch und eben gelegen 1M 120R
F2 drei Stücke von Fb aufgepflügt, bestehen aus sandvermengter Erde, sind etwas kaltgründig und niedrig gelegen 1M 240R
F3 ein Stück von Fc aufgepflügt, besteht aus weicher, sandvermischter Erde 135R
F4 vier Stücke von Fd aufgepflügt, bestehen aus sandvermengter Erde, sind teils niedrig gelegen

 URev 85 

Beschreibung des übrigen wüsten Ackers

[Wüster Acker] 48M 135R

Fa mit Nr. 1 gekennzeichnet, der Grund besteht eine viertel Elle tief aus etwas eisenrostiger, lehmiger Erde, ist eben und hoch gelegen sowie zur Kultur geeignet 37M 120R
Das übrige von Fa ist zu niedrig gelegen, es besteht zum größten Teil aus mooriger Erde und ist mit Moorbülten bewachsen und zur Kultur nicht geeignet.

 RRev 387 Fb mit Nr. 11 gekennzeichnet, besteht eine Viertel Elle tief aus sandvermengter Erde, liegt eben und ist zur Kultur geeignet 2M 225R
Das übrige von Fb ist zu niedrig und sumpfig gelegen und größtenteils mit Wasser überschwemmt, zur Kultur unbrauchbar.

Fc alle beide Stücke zu allzu niedrig belegen, auch in trockenen Jahren steht dort im Sommer das Wasser. Der Grund ist moorig, sie wurden zu den Wiesen gelegt und sind zur Kultur nicht geeignet.

Fd mit Nr. 111 gekennzeichnet, der Grund besteht eine Viertel Elle tief aus sandvermengter Erde, liegt eben und ist zur Kultur geeignet 6M 270R
Das übrige von Fd ist teils mit großem Gehölz bewachsen, teils zu niedrig und sumpfig gelegen und zur Kultur unbrauchbar.

Fe besteht eine Viertel Elle tief aus sandvermengter Erde, liegt eben und ist zur Kultur geeignet 1M 120R

Summe

Neuer Acker: 16M

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision: Samuel Griese
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Arvid Carlmark vermessen.

2  Hufensteuer bezeichnet die Steuer, die von den Feldern nach Hufen gerechnet gezahlt wird. Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 25. Berlin 1782. Sp. 602 ff.