R 380   U 312 rechts 

Description über das Dorff Zarneglaw, welches anfang des Septemb: Monaths abgemeßen

Dieses Dorff ist allewege ein Lötzischer Stadtdorff gewesen, und etwan 1 Meil von selbiger Stadt, und 4 von Strahlsund, 3 von Griepz=wald und 1 ¾ Meil von Demmin im ampte Löitz und Kirchspiehl Gültzow belegen, und gräntzet Nordwerts mit Düvier und Breitewisch, Ostwerts mit Dresdow, Südwerts mit Medrow, oder eigentl. was jetzo hier zu gehöret mit Lötzer Holltz, dieses aber an Medrow und westwerts mit Wolthoff, jetzo aber noch vielfeltigen Proceß theils wegen gehabte Forderung, theils aufgeführten dem ansehen nach von demselben unbillich gemachten unkosten an Doctor Billipen abgetreten, ungeachtet die Stadt annoch hierin 300 fl welche selbige jährl: verzinset wird, zu fodern, zu dem daß allhie belegenes Holtz auch für sich behalten, wie eigentl: und auf welche arth die allienirung sol=ches Guth von der Stadt geschehen, kan nicht kürtzlich allhie beschrieben, sondern beßer die acten so vielfeltig verwechselt nachgesehen werden.

A:o 1696 ist dieses Guth von Doctor Bileppen nachgelaßene wittwe, an dem Verwalter Peter Steffens auf 8 Jahren alß von Petri 96 biß petri 1704 jährl. für  R 381  300 fl vorpommersch ver=pensionirt, und stehet dabeÿ allen auf das guth fallende onera dagegen, wird in ermeldten Summa dem pensionario decourtiret wegen Contribution in allen 10 rthl wegen des Bauren sein Dienst, so dem Pensionarius zwar verschrieben, darnach aber geendert und hier von abgezogen 25 rthl gibt also der pensionarius nur jährl: hievon pension 230 fl

Das Dorff wirdt jetzo bewohnet von folgenden

1. Peter Steffen, Verwalter oder pensionarius
2. Christian Poll, unterthänig
3. Johan Saß, alß Einlieger
4. Michel Poll, liegt in ein Häcker Kath
5. Christoffer Balck ein Pferde kauffer.
6. Hirten Kath, Stoffer Zarnekow.
7. Der alte Pohl, der allhie über 50 jahr gewohnet, ein man von 80 jahren, hatt das meiste hie außgeradet, seine Kinder ha=ben sich biß auf den jetzigen allhie geseßenen bauer loß gekauft, beÿ welchen er im hauße liegt.

 R 382   U 313 

Ferner Annotations über das Dorff Zarneklow

 U 313 links 

Der Acker lieget in 4 schlägen,

davon A das beste auf leimgemengten zieml: grundt unten am Loop=graben aber sehr niedrig undt kalt, Es kan sonst hierin ein last und etzliche scheffel ein geseÿt werden,

B. hierin guth weitzenland und leimgemengt unten aber so weit alß die graben gehen sehr niedrig, und wirdt irgendt hierin 6 drömt geseÿt.

C ist zwar von mit=telmeßiger Höhe, dabeÿ auf sandt etwas leimgemengten grund, ist aber sonst dennoch dieser Schlag, insonderheit Bock=horst genandt nur mager. Es kan zusamen hierin von hoeff auch ein last und etzliche scheffl. eingeseÿt werden.

D ist oben am wege gut und eben leimgemengt mittelmeßig acker, am holtze aber niedrig und schlecht, kan nur von hoeffe 3 drömt eingeseÿt werd.

Der Bauer N:o 2 seÿt in A 17 scheffel, in B 18 d:, in C 18 [d:], in D 14 [d:]
profitirt daß es kaum das 4:dte korn bringt, es mögen wohl die Jahre darnach seÿn, dreÿ saath kan es sonst woll den mist fühlen, jedoch auf dem hohen, im  R 383  niedrigen nur 2 jahr.

Von den Wischen

Zum Hoffe kan beÿ guten Jahren etwan 20 Fuder geworben werden, alß auß der Klein Köter wisch etwan 4 Fuder, auß der Heü = wisch etwan 10 Fuder, Daß übrige beÿ dem acker und in den Remeln1 

Von der Weÿde

Allhie im Dorffe ist zieml. weide, kan irgendt 60 häupter rind, und 12 biß 16 pferde im Dorffe geweidet werd, außgefuttert irgendt zum Hoeffe 40 Heupter und 8 Pferde - Der Bauer etwan 10 st: und 4 Pferde, Schaffe werden hie nicht gehalten.

Von Holtz

ist hie weich holtz alß Espern, nur Baute, hart holtz, nur an einen orth Gotts Holt genandt, so der Capellen gehöret, sonst zu verkaufen nichts den notturftig brennholtz.

 U 313 rechts 

Von Inst= und Dienstleuten

N:o 3 ein einlieger, hat an jedem schlag vom pensionarius 6 Scheffel, und gibt  R 384  dafür jährl. 12 rthl. N:o 5 hat 4 Scheffel acker in jeden schlag, und giebt dafür dem pensionarius weil er auch seine Pferde auf der weÿde hat, und waß er sonst kauft und verkauft, jährl. 14 rd.

Vom Hoffdienst

Hoff=dienst, seind allhie nicht beÿ dem Hoeffe, und nur ein besetzter Bauer N:o 2 welcher Dienstgeld2  an seine Herrschaft 25 rthl ohne Contribution3  abgiebet, und ist unter des pensionarij sein Contract nicht be=griffen.

Vom Baumgarten

Der Baur hat ein klein Obstgarten, und kan des Jahres etwan 1 tonne oder 3, 4 verkauft werd.

Von den Huffen

Ritter=acker4  ist allhie nichts sondern stehet ziemlich hoch in Contribution, alß vor 3 Steürbahre Hueffen, davon der pensionarius 2 der baur vor den 3:ten bezahlet, sagen es geschicht Ihn zu nahe von den Löitzer, und müßen sie von den  R 385  Löitzer auch waß übertragen, angesehen dieses nur haken huf.n seÿn soll, und für landthuf:n angesehen werden,

Dieses jahr ko=mmen die Reüter steüren5  noch höher, wegen die angeworbene 200 Man, und müßen Monatl. vom Hufe zu den reutern 46 lß thuet

des Jahres von den 3 Huf: 34 ½ rthl Accis6  bißhero von Hoeffe quartal: 36 lß
jetzo muß er geben 1 rthl. 15 lß. Der Bauer hat vorhin 36 lß geben, weil pensionarius allhie gewesen, jetzo gibt er quartal. 1 rd

NB: Den Reüters müßen sie aparte jährl: vor 10 Monath: 10 biß 12 rthl Servis geben.

Der priester fordert jährl. 21 scheffl. Haber, 12 scheffl. Rogken, 4 ½ scheffl: Gersten, 4 Schock Eÿer, und 12 Metwürste.

Von der Jagt

Ist nur unterjagt7  weil kein hohes holtz und Feld hierbeÿ, ob sie es sonst woll prätendiren den wie for gemeldt daß große Holtz ge=höret annoch die Stadt Löitz.

 U 314   U 315 

[...]8 

 R 386   U 316 

Areal Außrechnung über das Dorff Zarneglow welches im Löitzer District und Gültzower Kirchspiel belegen, und A:o 1697 in Monath Septemb: geometrice ab=gemeßen worden

Der acker allhie lieget in 4 Schlägen.

A wird durchgehentz für den bästen Schlag gehalten

[A] 52M 180R
Aa, 1 [Stück], Lütke Horst schlag, auf mittelmäßiger höhe und guth leimgemengten grund, 33M 60R
Ab, 5 [Stücke], niedriger belegen, auch etwas sandiger und kalten grund, 18M 30R
Ac, 1 [Stück], sandt gemengt von mittelmeßiger Höhe, 1M 90R

B Brak=Schlag, Grote Horst schlag ge=nandt

[B] 49M 150R
Ba, 1 [Stück], guth schwartz leimgemengten grundt, kan weitzen und allerleÿ korn tragen, 21M 285R
Bb, 1 [Stück], niedrig und kaldt gründig9 , 10M 150R
Bc, allerleÿ zwischen den Holtzremeln liegen=den niedrige stücken, 15M 75R
Bd, 1 [Stück], ein wort beÿ den häußern guth landt, 1M 240R

 R 387 

C Haberschlag, so in zweÿ theile getheilet

[C] 57M 255R
Ca, 1 [Stück], Hew=wischen Schlag genandt, gut eben leim=gemengten grund, 24M 60R
Cb, 1 [Stück], ist zwar auch fein eben, jedoch ein wenig ge=linder vermengt und schlechter, 13M 75R
Cc, 2 [Stücke], Bock Horst, sandgemengter mittelmeßiger acker auf ebener Höhe belegen, 20M 120R

D Stenfelt, ist auch von diesen Ver=walter zu ein schlag gemacht, da es kaum so viel alß die Helfte gegen den andern Schlägen in sein area hält, Dieses jahr gerst = Schlag.

[D] 26M 105R
Da, 1 [Stück], sandtgemengter auf mittelmeßiger Höhe belegener acker, 13M 165R
Db, 1 [Stück], niedrig, bestehet theils in Remelen zwischen das Holtz belegen sonst etwas leimgemengten grund, 12M 240R

E Wüster acker

[E] 47M 225R
Ea 4 [Stücke], alß 1 stück an kleinen und großen Horst belegen, itzo gantz dicht mit  R 388  allerhandt groß weich holtz alß Espern so zur Bau dienl: seind, auch einigen jungen Eichen, sonst dicht mit Haßelln- Dorn und andern unter=büschen, ist vormahls alles acker gewesen, nebst dreÿ kleine dorn=remels im dorffe, so nebst voriges alles kan außgeradet und mit nut=zen Cultiviret werden, 45M
Eb 3 [Stücke], fast dergl: mit büschen bewachsen wüsten ac=ker, außer daß allhie sonderl. kein hoch holtz stehet, 2M 225R

 U 317 

F Wischen

[F] 38 Heufuder, 62M 255R
Fa, 1 [Stück], Hew=wisch genandt etwas weich=gründig, sonst auch mit weiden=büschen bewachsen, von mittelmeß[i]gen wachsthumb, 19M 120R
Fb, 1 [Stück], Köter wisch genandt, imgl: jedoch mehr mit wieden=büschen bewachsen, 6M 60R
Fc, 2 [Stücke], gut hart und eben grund, 5M 120R
 R 389  Fd, 5 [Stücke], in A und C schlag belegenen Flecken im=gleichen auf guten harten grund, 3M 285R
Fe, 1 [Stück], an obgemeldten Köter wisch aber mehrentheils gantz und gar mit ellern und weiden büschen bewachsen und wenig zu nutz, jedoch könte allhie mit geringe arbeit ein großen Vortheil durch Vermehrung der wischen geschaffet werden, 24M 15R
Ff, 3 [Stücke], Kuppeln beÿ den Häußern im Dorffe, 1M 255R
Fg, 1 [Stück], Capellen wisch, obgl: der mit Gl bezeichneten orth dem ansehen nach vormahls hierzu belegen, so kan den=noch itzund nicht mehr genützt und gemehet werden, den 2M

Und angeführten Fuder heu, ist so wohl des baüern alß Hoffs antheil verstanden, es kan allhie woll mehr geworben werden, allein, Fe ist in kein consideration, weil nur fleck=weiße von den Einlieger ein Fühderchen hierauß zwischen den büschen gesamblet, gekommen

 R 390 

G Weide, worunter Holtz brücher und Morast verstanden

[G] 351M 45R
Ga, 1 [Stück], auf harten acker=grund, gantz dicht mit weich=holtz bewachsen mit haßeln unterbüschen, von diesen orth kan auch, guten und zwar der größeste theil zu acker gemacht werden, wie den an die außgeradeten stücken, zu sehen, auch guten anfang von dem Bauer gemacht, 76M 180R
Gb, 3 [Stücke], Haßeln und andere weichbüschen auf harten grundt, hievon nur wenig zu acker geschickt, 13M 45R
Gc, 2 [Stücke], Gottes=holtz genandt, ist allhie zu der verwüsteten Capell geleget, es wird aber, dem berichte nach, von dem Gültzower Priester ohne entgeldt oder berechnung genützet, Es ist sonst ein zieml: gut Eich=holtz oder horst, worin einige recht schöne Eichen stehen jedoch sehr verhauen, 7M 75R
Gd, 4 [Stücke], Eller=brücher auf morastigen und naßen grund, worunter guth holtz stehet, 38M 15R
 R 391  Ge, 1 [Stück], ein dergl: gantz naßer Bruch, worauf aber nur mehrentheils weiden büschen und schnittgraß stehet, 18M 225R
Gf, 1 [Stück], gute ebene grüne mehrentheils harte weide, 19M 150R
Gg, 1 [Stück], im dorff belegenen weide kuppell, 1M 255R
Gh, 1 [Stück], Sumpfigt und qwebbigter orth so beÿ naßen jahren gar nicht beÿ trockenen jahren wenig kan ge=nützt werden, wird sonst vom Kuhirt oder sonst ein=liegers dennoch einige Fudergen Hew gesamblet und ge=worben, 76M 30R
 U 318  Gi, 1 [Stück], eine große fast gl: voriger, jedoch schlimmer Gill=wisch genandt, ein recht stück nulandt qwebbig und grundlos, mit kleinen Bircken=büschen theils be=wachsen, Es gehet hier auf wohl zu weilen das Vieh, es schadet aber mehr alß profitiret, weil das graß wenig taugt, kan sonderl: in kein anschlag kommen, 60M 210R
Gk, 1 [Stück], dito, kompt sein lebtage kein haupt Vieh, und kan  R 392  auch nicht kommen, gar zu nichts nütze, 6M 30R
Gl, 1 [Stück], dito Capellenwisch genandt, auch mit Moß und Bircken büschen bewachsen, itzo eben so viel nützl., 15M 60R
Gm, 1 [Stück], ein tieffe Rie so den morast und das faste land scheidet, 4M 240R
Gn, 1 [Stück], auch qwebbigt und tieff, jedoch ist noch grün grundt, und kan etwas zur weÿde dienen, 7M 210R
Go, 4 [Stücke], Möhren mit bülten und moß gar zu nichts nütze, 4M 210R
Gp, 2 [Stücke], Sölle, worin sich Carusen aufgehalten, die eine 4 kantig Soll genandt, 210R

H Straße, Hoffrühme Drift und wege

[H] 10M 30R
Ha, 1 [Stück], Straße und gemeinheit zusamen, 5M 15R
Hb, 1 [Stück], Hoff in sein Circumference mit ein Kohlgarten, 1M 30R
Hc, 5 [Stücke], Baur wohn=städten, die theils mit Köter und einliegers bewohnet werden, jedoch nur ein klein Häußgen, 2M 125R
 R 393  Hd, 3 [Stücke], wüste Baur=städten, 1M 70R
He, 1 [Stück], die verwüstete Capelle, 90R

Ausrechnungh und Beschreibungh daß allhie belegenen Löitzer Holtz

Ia, das allhie belegene Holtz, ostwerts an Droesdower holtz, und wästwerts an den so benambten Lütken Kö=ter wisch, Südwerts mit Medrow und nordwerts mit dieses Dorff, von welches es mit ein steinmaur von ein ende zum andern unterschieden wirdt, in kleine und grote Horst abgetheilet, und bestehet, in großen ellern und bircken, auch einigen Eichen mit Haßeln unterbü=schen, 122M 60R

Ib, auf 2 Seiten ermeldten Holtzes gantz umbschloßen, bestehet auf tieff waßerig und morastig grund, worauf ellern von langen realen wachsthumb, kan nicht den beÿ harten Frost allhie passiret werden, und daß ist ursach daß diese Medrowsche Heÿde immer streitig gehalten, weil er nicht hat können begangen werden, 68M 30R

Summa10 

Löitzer Holtz: 190M 90R
Cultovirter acker: 186M 90R
wüsten acker: 47M 225R
wischen: 62M 255R
Fuhd. Hew: 38
Holltz und weide: 351M 45R
Stras Hoffruhme und Driften: 10M 30R

 RRev 350   URev 44 

Anno 1705 d. 27 Julÿ ist daß Dorff Zarneklow Reviderat och befunden wie folget.

Neuer acker seÿd der vorigen Ver=meßung.

[E1,E2,F3,G1,G2,H1] 12M 60R
E1, 32 [Stücke], von dem wüsten Ea außgepflüget bestehet der grundt auß guther schwartzer Erden, ist tüch=tig zu Winter undt Sommer= Saat, itzo mit Weitzen besäet, 6M 255R
E2, 2 Stücken von dem wüsten Eb außgepflüget, bestehet auß guther schwartzer Mürber Erden, 195R
F3, 5 [Stücke], von den Wiesen Fc außgepflüget, be=stehet der grund auß guther schwartzer mürber Erden ist eben belegen und bleibet unter beständiger Cultur, 1M 10R
G2, 12 [Stücke], von dem wüsten Gb außgepflüget bestehet der grund auß guther schwartzer Erden, ist eben belegen träget guthe Winter und Sommer Saat, 2M 270R
G1, 2 [Stücke], von dem wüsten Ga außgepflüget bestehet auß Sand vermengter Erden, 130R
 RRev 351   URev 45  H1, 1 Stück von dem wüsten Ha auß=gepflüget, bestehet der grund auß guther schwartzer Erden ist tüchtig zur Winter undt Sommer Saat, 100R

Beschreibung des übrigen wüsten ackers

Ea, Eb, Ga, Gb bestehet der grund zwar auß guther schwartzer Erden allein es ist theils mit großen Eichen, Birken undt Ellern Holtze bewachsen, und schwer zur Cultur zu bringen.

Summa

Neuer acker: 12M 60R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Anke Maiwald M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Johan Petersen
Revision: Samuel Griese
Anmerkungen:

1 Rämel bezeichnet einen schmalen Strich Landes um oder an der Seite eines Feldes oder einer Hölzung, Weide u.a.. Krünitz, Johann Georg: Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft, Bd. 179, Berlin 1842, Sp. 298.

2 Dienstgeld: eine Geldabgabe, welche die Untertanen an ihre Herrschaft als Ersatz für den erlassenen Frondienst zahlen müssen. Krünitz, Johann Georg, Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- und Landwirtschaft, Bd 9, Berlin 1776, Sp. 298.

3 Allgemeine Bezeichnung für Abgaben jeglicher Art.  

4 Der Besitzer von Ritterland war zu Lehnspflichten seinem Lehnsherrn gegenüber verpflichtet aber sonst von Steuer- und Abgabenlasten befreit. Ritter Gut. In: Krünitz, D. Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 125. Berlin 1818. Sp. 300. Im Hauptkommissionsrezess von 1663 wurde die Steuerfreiheit für die pommerschen Ritterhufen bestätigt. Jedoch galt dies nur für dasjenige Ritterland, welches auch in früheren Zeiten als steuerfreies Land gerechnet worden war. Den Nachweis dafür hatte der Rittergutsbesitzer zu führen.  Der Haupt-Commißions-Receß, vom 5. Sept. 1663. In: Dähnert, Johann Carl (Hg.): Sammlung gemeiner und besonderer Pommerscher und Rügischer Landesurkunden. Gesetze, Privilegien, Verträge, Constitutionen und Ordnungen. Erster Band. Stralsund 1765; No. 4, Seite 373 ff.

5 Reitergeld, auch Tonnengeld genannt, ist in einigen Gegenden, diejenige Abgabe, welche den Strandreitern für die Bergung gestrandeter Güter gezahlt wird. Reitergeld. In: Grimm (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd 14, Leipzig 1893. Sp. 783.

6 Akzise, auch Verbrauchssteuer, war eine Steuer oder Abgabe, die dem Landesherren von allen ein- und ausgehenden Waren, die dem Unterhalt dienten, entrichtet werden musste.  Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1 Leipzig 1732. Sp. 276f.

7 Die hohe und niedere Jagd: Die Unterscheidung in „hohe“ und „niedere“ Jagd stammt aus dem Mittelalter. Dabei war dem Adel die Jagd auf das Hochwild (u.a. Wildschweine, Hirsche) vorbehalten, während der niedere Adel kleiner Tiere wie Hasen, Fasane und Rehe erlegen durfte. Die Unterscheidung in Hoch- und Niederwild hat sich bis in den heutigen Sprachgebrauch erhalten. Grimm, Johann und Wilhelm: Deutsches Wörterbuch, Bd. 10, Leipzig 1854-1960, Sp. 2205. Adelung, Johann Christoph: Grammatisch kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Wien 1811, Image 0707.

8 In der Urschrift eingefügte Quittung von 1696/97 über die bezahlte Reitersteuer des Pächters Peter Steffen.

9 Die eingefügte Arealbeschreibung wurde der Urschrift entnommen. In der Reinschrift steht stattdessen: "guth schwartz leimgemengten grund"

10 Nachfolgend wurden die Werte aus der Reinschrift entnommen und der Text aus der Urschrift, da die Reinschrift keine Spaltenbezeichnungen aufweist.