R177   U128 

Beschreibung von Schalense, das nun ein Ackerwerk ist und im Amt und Distrikt Wolgast

liegt. Der eine, Ehrenfelssche Hof, gehört zum Kirchspiel Boltenhagen, der andere Hof der Kämpeschen Erben geht nach Hohendorf zum Gottesdienst. Im Norden grenzt das Dorf an den Kronwald Netzeband Heide , im Osten an den Ziesenteich , der den Wolgaster Stadtbesitz vom Dorf trennt, südlich an Pritzier und Katzow, und westlich und nordwestlich an Krittowerhof und Netzeband.1 

Namen der Einwohner

1 . ein Hof, der den Erben des damaligen Regierungsrats Ehrenfels2  gehört
2 . Petter Thetens, Verwalter
3 . Jochim Heidmann; Halbbauer oder Kossat3 
wohnen auf dem Teil der Kämpeschen Erben


4 . Jochim Gudswager, Kuhhirte

Von der Herrschaft

Dieses Ackerwerk gehört zur Zeit zwei Herrschaften. Der Oberst Jacob Kämpe4 , dessen Vater hier in Pommern Generalproviantmeister war, wie Jochim Heidmann berichtet, hat zusammen mit seinen beiden Brüdern hier im Dorf sechs steuerpflichtige Hakenhufen, wie der Verwalter meint, doch wissen weder er noch der Bauer, ob es als Haken- oder Landhufe berechnet wird. Er sagt aber, dass hier Abgaben vom Dorf für eine Hufe und 20 Morgen für den besagten Teil geleistet werden, den der Verwalter nun besitzt. Der Halbbauer bewirtschaftet davon eine Hakenhufe oder 15 Morgen. Die andere Herrschaft sind die Ehrenfelsschen Erben, die hier zwei Hufen besitzen. Davon bewirtschaftet die Witwe des Ehrenfels5  die eine mit eigenem Zuchtbetrieb, und ihr Schwiegersohn, Michel Boltenstern6 , der nun Hofrat in Greifswald ist, hat in diesem Jahr eine Hufe übernommen, die er ebenfalls mit eigenem Zuchtbetrieb bewirtschaftet. In welcher Hufenqualität sie gerechnet werden, wissen sie allerdings nicht.

Das ganze Dorf ist steuerpflichtig. In herzoglichen Zeiten haben hier, nach Jochim Heidmanns Auskunft, acht Bauern gelebt. Heidmann ist über 60 Jahre alt und sagt, dass er das von anderen Alten gehört habe, die bereits tot  R178  seien. Zu Banérs Zeiten7  wurde das Dorf verwüstet. Wie lange es wüst lag, und was für Leute seitdem hier gelebt hätten, wisse er aber nicht. Er sei vor 20 Jahren hierher gekommen, um bei der Witwe Kämpe zu dienen, die damals hier wohnte. Er habe dann bei ihr gedient, solang sie es bis zum letzten Brandenburgischen Krieg8  bewirtschaftete, dann sei sie gestorben. Ihre Tochter, die einen Proviantmeister aus Greifswald heiratete, bekam dieses Dorf nach dem Krieg und bewirtschaftete es bis vor drei Jahren mit eigener Zucht, dann starb sie. Danach übernahm der Verwalter, der nun hier lebt, diesen Teil. Er gibt jährlich 300 vorpommersche Gulden an Pacht oder 150 Rthl. Courant. Ein Gulden wird zu einem halben Rthl gerechnet. Außerdem  U129  gibt er mit der Herrschaft jeweils die Hälfte der Steuern. Sie rechnen wie folgt, dass die Herrschaft und der Verwalter elf Zwölftel und der Bauer ein Zwölftel geben, bzw. der Verwalter und die Herrschaft jeweils fünfeinhalb ßl und der Bauer einen lßl usw. Was der Bauer gibt, wird für das Land berechnet, das er hat. Darüber hinaus leistet er Dienste beim Verwalter: Während des Pflügens zwei Tage jede Woche mit einem paar Ochsen und einer Person, sowie einen Tag zu Fuß oder mit einer Person ohne Ochsen. Außerdem dient er in der Ernte mit zwei Personen drei Tage jede Woche und darüberhinaus im Winter und Sommer drei Tage zu Fuß mit einer Person. Mehr Dienstbauern oder Kossaten  R179  finden sich hier nicht. Er weiß nicht, wann die Herrschaft dieses Dorf bekam, auch nicht, zu welchen Bedingungen, ob geschenkt oder gekauft. Die Häuser, die nun auf diesem Hof stehen, habe der Generalproviantmeister bauen lassen, berichten die Bauern.

Der andere Teil, den nun die Ehrenfelsschen Erben besitzen, hat ein Rittmeister aus Wolgast, der Knåkfådt heißt, vom damaligen Herzog geschenkt bekommen, Das hat der Knecht Hans Hedd, der auf diesem Hof dient, von anderen so gehört. Danach hat ein Pastor in Wolgast die Tochter des Rittmeisters bekommen, und zugleich mit ihr den Teil in Schalense, der dem Rittmeister gehört. Von diesem Pastor, an dessen Namen sich weder der Knecht noch Jochim Heidmann erinnern, hat der Regierungsrat Ehrenfels diesen Teil gekauft und einen Pächter darauf gesetzt. Dann hat dort entweder ein Pächter gelebt oder er selbst hat es bewirtschaften lassen, und bis vor drei Jahren hat die bereits genannte Witwe des Regierungsrats den Hof selbst bewirtschaften lassen. So lang hier Pächter lebten, haben sie jährlich 30 Rthl. gegeben, aber der letzte, der hier doch nur ein Jahr lebte, hat 40 Rthl. gegeben. Doch es gehören keine Dienstbauern dazu. Anmerkung: Inzwischen ist dieses Dorf durch Reduktion9  an die Krone zurückgegangen.

 R180   U53 

Arealausrechnung des Ackerwerkes Schalense, das im Distrikt Wolgast liegt und im Juli 1694 geometrisch vermessen wurde

Acker

Der Acker ist dreischlägig und von folgender Bodengüte, im

Sommerfeld A

[A]   89M 105R
1 . Sand- und lehmhaltiger Humusboden, zum Weg hin sind einige kleine Stellen sandiger  41M 240R
2 . sand- und lehmhaltige Erde  4M 285R
3 . genau so, etwas humoser  3M
4 . Sand, etwas humos  2M 105R
5 . sand- und lehmhaltiger Boden, der zum Boltensternschen Hof gehört. Er ist schwach, da er lange Zeit nicht gedüngt worden ist.  8M 225R
6 . Ebenso, von gleicher Art, dieses Jahr nicht besät  4M 150R
7 . etwas harter Lehm- und Sandboden  3M 60R
8 . lehm- und sandhaltiger Humusboden  20M 240R

Winterfeld B

[B]   79M 90R
9 . sandhaltiger Lehmhumus, einige kleine Stellen hier und da sind schwächer, was daher zu kommen scheint, dass der Dünger nicht ausreicht, sonst ist der Boden nicht so schlecht  47M 270R
10 . sandhaltige Lehm- und Humuserde, gehört zum Boltensternschen Hof
11 . schwache Sand- und Lehmerde, zwei Stücke, die umfassen  2M 90R
12 . hochgelegener Sand- und Lehmboden, an den Ackerrändern besser und humos  13M 60R
 R181  U54 13 . Zwei Stücke Schwarzhumus, etwas sandhaltig, umfassen  6M 120R

Brachfeld oder Brache C

[C]   79M
14 . humushaltige Lehm- und Sanderde, mit einigen kleinen Lehmhügeln à  43M 15R
15 . humushaltige Lehm- und Sanderde, gehört zum Boltensternschen Hof  10M 270R
16 . lehmhaltige Humuserde  2M 60R
17 . Sandhumus  1M 30R
18 . etwas hoher und schwacher Sand- und Lehmboden, vier Stücke machen  16M 240R
19 . Sand- und Lehmboden, etwas humos  1M 165R
20 . drei Stücke, eines bei der Grenze zu Katzow und zwei beim Ackerstück C 18, die zum ersten Mal von altem wüsten Acker umgepflügt wurden, sie beinhalten zusammen  3M 120R

Wüster Acker

[D]   79M 15R
21 . Vier Stücke wüster Acker, sind im Feld C, ebenfalls ein Stück an Ende Von Feld A, die alle fünf zusammen umfassen  3M 165R
22 . wüster Acker, völlig mit Heide bewachsen, zum Erlenbruch und zur Pferdekoppel etwas sumpfig, aber in Richtung der Felder B und C hoch gelegen, harte Lehmerde, wird nun als Weide genutzt und umfasst  33M 240R
23 . wüster Acker, mit Heide bewachsen  6M 120R
24 . wüster Acker, mit Eichen-, Buchen-, Hasel- und anderen Büschen bewachsen  34M 90R

 R182   U55 

Wiese

[E]   98M 60R
25 . Gutes Weidegras zwischen dem Ackerstück B13  3M 120R
26 . ein Stück mit Büschen und Grasflecken dazwischen  120R
27 . zwei Stücke sumpfige Wiese mit einigen Büschen, sie umfassen  1M 120R
28 . etwas sumpfiges durchschnittliches Weidegras mit einigen Quellen auf dem Acker  4M
29 . eine Wiese, die Kaselaus Wisch heißt, etwas sumpfig vor allem bei der Wiese E 30, aber zum Acker hin von besserem Gras, umfasst  18M
30 . eine Wiese, die Torfkuhl heißt. Man sagt, dort wäre in früheren Zeiten Torf zum Brennen getsochen worden. Ein Stück dieser Wiese nahe bei Kaselaus Wisch ist sumpfig und mit einigen Büschen bestanden, à  5M 270R
31 . ein Stück derselben Wiese, mit Büschen bewachsen, aber doch eine Wiese  10M 30R
32 . eine Wiese, die Kuhewisch heißt, nahe der Wiese Gregerort sehr sumpfig, bei Torfkuhl und dem Mühlbach nicht so sumpfig und von besserem Gras. Sie können aber nur den kleinsten Teil davon mähen, wenn die Jahre nass sind, nach eigener Aussage hat sie an Fläche  41M 60R
33 . ein Stück derselben Wiese, auch sehr sumpfig, hier und da mit Büschen bestanden, kann wenige Jahre gemäht werden  13M 240R
34 . eine sumpfige Wiese von durchschnittlichem Gras, gehört zu Pritzier  4M
35 . eine Wiese namens Gregerort , gehört zu Groß Ernsthof, sehr sumpfig, besonders beim Ziesenteich , kann größtenteils nicht gemäht werden, vor allem in nassen Jahren nicht  28M 90R
Diese Wiesen sind jeweils am Ende der Ausrechnung der Dörfer angeführt, zu denen sie gehören.

 R183   U58 

Viehweide

[F]   105M
36 . Eine Pferdekoppel von durchschnittlichem Gras, etwas sumpfig zum Erlenbruch hin. Als Wiese durchaus nutzbar, doch das kann wegen der Pferde nicht geschehen. Zusammen mit einem kleinen Stück bei Pritziers Grenze und einer Kälberkoppel umfassen sie  22M 120R
37 . zwei Stück sumpfige und bültige Viehweide  49M
38 . ein sumpfiges Stück nah beim Ziesenteich , das in trockenen Jahren als Weide genutzt wird, regnet es aber viel, steht das Wasser überall, an Fläche  27M
39 . Zwischen den Hofstellen und dem Acker ist dicht beim Acker ein hoch gelegenes Stück, zwei Koppeln und mitten drin eine tiefe Senke, die zum Füttern für Schafe, Schweine und Gänse dienen.  6M 180R

Wald

[G]   100M 30R
40 . Im Ackerfeld A sind zwei Stücke, und eines zwischen dem Ackerstück B 13 und der Grenze zu Pritzier, mit Eichen-, Buchen und Haselbüschen bewachsen, an Fläche  6M 150R
41 . drei Stücke im Feld C, haben an Fläche  2M 30R
42 . Erlenbruch, an den Rändern sumpfig, in der Mitte von etwas festerem Grund, aber ein einigen Stellen so sumpfig, das niemand dort voran kommt, außer wenn es zugefroren ist. Es sind zwei Stücke, die Fläche beträgt  91M 150R

Hofstellen

H  Bei jedem Hof ist ein Gemüsegarten und beim Hof Nr. 1 ein verwilderter Obstgarten, die mit den Hofstellen zusammen umfassen  3M 30R
J  zwei hohe Hügel mit Lehmgruben und einem tiefen Tal mitten im Feld A, ist an Fläche  4M 240R

 R184   U57 

Fischgewässer

K  Ein See, größtenteils mit Rohr bewachsen, der Ziesenteich heißt. Er ist fischreich, mit Hechten, Karauschen, Schleien und Aalen und gehört zu Pritzier. Er ist als Fläche zusammen mit einer kleinen Rohrinsel unter KSymbol 51  dem Zeichen KSymbol 51  bei Pritzier aufgeführt.
Wo nun in einem Teil zwischen den Ackerstücken A7 und A8 die Lehmgruben mit dem Buchstaben J bezeichnet sind, waren in herzoglichen Zeiten10  Fischteiche, doch dann ist das Wasser ausgelaufen, und nun zeugen lediglich die Gräben noch davon.
19  Auf der Karte von Pritzier sind zwei sandige Äcker, die mit 19 bezeichnet sind und zur Wiese hin humos, zum Weg hin aber sandiger sind. Sie gehören zu Schalense und umfassen  5M
H40  Auf der Karte von Netzeband befindet sich eine Wiese, die Schalense Wisch heißt; sie hat durchschnittlich grobes Gras, das mit Dreiblatt vermischt ist. Diese Wiese gehört zu Schalense und umfasst an Fläche  21M 30R
L  ein kleiner Wassertümpel
Diese oben genannten Wiesen geben laut Aussagen der Einwohner 73 Fuder Heu, siehe dazu die Annotationen.

Summe

Acker: 252M 195R
Wüster Acker: 79M 15R
Wiese: 119M 90R
Heu: 73 Fuder
Viehweide und Wald: 205M 30R
Hofstellen und Lehmkuhlen: 7M 270R

 R185   U130 

Annotationen vonSchalense

Acker

Der Acker hier ist überall dreischlägig, oder in drei Felder geteilt, kein Acker wird jedes Jahr besät. Diese drei Felder haben keinen bestimmten Namen, sondern werden nach der Saat benannt. Dieses Jahr war A Sommerfeld, B Winterfeld, C Brachfeld, das nun noch zwei Felder hat. Das kleinere, das nah der Grenze zu Pritzier liegt, heißt auch Brakfält, oder auch Das kleine Brakfält und das in der Nähe Netzebands Das große Brakfält. Von diesen ist Sommerfeld A das beste, Feld B und C halten sie für gleich gut, sonst geben die Karte und die Ausrechnung Auskunft über die Bodengüte.

Aussaat

Der Verwalter im Winterfeld 1 1/2 Last oder 144Sch Roggen
Der Bauer sät 11 Sch Roggen 155Sch
So viel Gerste kann hier auch gesät werden. Einige Flecken sind besät, die kein Sommerkorn tragen können

Die Aussaat der anderen Herrschaft im gleichen Feld 5 1/2 Drömt Roggen, und so viel Saat, wie Sommerfeld da ist, sagt der Knecht Hans Hedd, ergibt 66Sch
[Insgesamt Winterfeld] 221Sch
im Feld A oder Sommerfeld wird gesät
der Verwalter sät im Sommer 1 1/2 Last oder 144 Scheffel Gerste und Hafer Scheffel
der Bauer 8 Sch Gerste und 4 Sch Hafer, ergibt 12 Sch, 156 Sch
die andere Herrschaft 4 1/2 Drömt, da nun ein Stück unbesät liegt 54Sch
wenn es als Winterfeld genutzt wird, werden einige Scheffel weniger gesät.
[Insgesamt Sommerfeld] 210Sch
Noch im Feld C, wenn es Sommerfeld ist, sät der Verwalter in Das kleine Sommerfeld oder Brakfält 2 Drömt Gerste, der Bauer 3 1/2 Sch, macht 27 1/2 Sch
die andere Herrschaft sät dort Sommerkorn 8Sch
im Großen Sommerfeld sät der Verwalter 9 Drömt oder 108Sch
der Bauer sät Gerste und Hafer 8
die andere Herrschaft sät Sommerkorn 4 Drömt und ungefähr 4 Scheffel, ergibt 52Sch
Winterkorn nach Aussage dort fast soviel wie Sommerkorn. In einen Morgen werden, wenn es guter Boden ist, 3 Sch Winter- und 4 Sch Sommerkorn gesät, bei schlechtem Boden 1/2 Scheffel weniger. [Insgesamt kleines und großes Sommerfeld] 203 1/2 Sch
[Insgesamt vorherige Felder] 634 1/2 Sch
 R186   U131  Erbsen werden immer in die Brachfelder gesät, vom Verwalter 12 Sch
Anmerkung: In das letztens gepflügte Ackerstück sind 5 Sch gesät worden, die jetzt aber bei den 12 mit einberechnet sind
Der Bauer hat gesät 1 1/2 Sch
die andere Herrschaft 4Sch
[Insgesamt Brachfelder] 17 1/2 Sch
Lein wird teils in das Winter- teils in das Sommerfeld gesät
der Verwalter hat gesät 5 1/2 Sch Lein 3Sch Hanf
der Bauer 3 Sch Lein 8 Sch Hanf
die andere Herrschaft 1 1/4 Sch Lein
der Verwalter an Buchweizen 7 1/2 Sch Lein
der Bauer 1 Sch Lein 12 Sch Hanf
die andere Herrschaft 0 Sch

Wiese

73 Heufuder Die Wiesen, die bei den Höfen liegen und hier her gehören, zeigen nach Anzahl und Güte die Karte und die Ausrechnung: die Wiese, die der Grenze zu Netzeband am nächsten liegt und Kaselaus Wisch genannt wird, gibt nach den Worten des Verwalters 10 Heufuder
Die andere Herrschaf in derselben Wiese 4 Heufuder
Der Bauer hat dort nichts. Anm.: 1 1/2 Fuder gibt jeder Morgen Wiese für sich, in dem schmalen Streifen beim Acker, der Borrnwisch genannt wird, insgesamt 4 1/2 Heufuder 18 1/2 Heufuder
Kuhewisch ist in nassen Jahren so nass, dass dort nur einige Stücke in der Nähe des Mühlenbaches gemäht werden können, die Wiese ist so sumpfig, dass man schwer gehen kann. Verursacht wird das auch dadurch, dass das Wasser an der Ziesemühle gestaut wird und stehen bleibt. Können sie dort mähen, erhalten sie nach den Worten der Bauern höchstens 1 1/2 Fuder Heu. Der Verwalter kann, wie er sagt, höchstens 15 Fuder Heu mähen, der Bauer 1 1/2 Heufuder, die andere Herrschaft 3 Fuder, ergibt 19 1/2 Heufuder
In trockenen Jahren gibt es weniger Gras, sagen die Bewohner  R187   U132  In Torfkuhlenwisch erhält der Verwalter 5 bis 6 Fuder mit vier Pferden, so hoch und lang wie geladen wird. Der Bauer hat dort 5 Ruten breit und 10 Ruten, die Breite wird nach dem Lauf des Baches berechnet und die Länge vom Mühlenbach zu den Büschen, er erhält 1/2 Fuder.
Anm.: Danach kommen auf einen Morgen 3 Fuder Heu, das wird, sagt der Bauer, als Dienstfuder gerechnet. Von diesen gehen drei auf ein anderes Fuder, vor dem sie vier Pferde haben und das Gutes Fuder genannt wirde. Von den kleinen Flecken, die bei den früheren Fischteichen sind, erhält der Verwalter von denen, die am weitesten vom Haus entfernt sind, 2 kleine Fuder und der Bauern von dem nächsten 1 1/2 Fuder mit zwei Pferden davor, ergibt 3 1/2 Heufuder
Fern in der Netzebandheide haben sie eine Wiese, die 25 Fuder ergibt, siehe dazu die Annotationen zu Netzeband. Weitere Wiesen hat das Dorf nicht. 25 Heufuder
Wieviel Heu die anderen zwei Wiesen geben können, die Ernsthof und Pritzier gehören, weiß man hier nicht, siehe dazu die Annotationen zu diesen Dörfern.

Vom Wald

Zum Brennen haben sie Holz in den Brüchen, aber zum Hausbau wird das Holz im Kronwald Prägel , in Wrangelsburg Heide, in Hohensee, oder wo es für sie am besten ist, gekauft.

Vom Dienst

Dieses Ackerwerk oder Dorf hat keine Dienstdörfer und es werden, wie gesagt, nicht mehr Dienste verrichtet, als dass der Bauer beim Verwalter dient. Gemüsegärten gibt es hier

Von Obst- und Gemüsegärten

sowie bei der Hütte Nr. 1 einen alten Obstgarten mit einigen Kirschbäumen. Die anderen Höfe haben alle Gemüsegärten auf ihren Grundstücken, gleichfalls der Viehhirte.

Vom Vieh

[Insgesamt Vieh Verwalter] 60 Stück
Der Verwalter hat 10 Pferde, 8 Ochsen.
Kühe und Junge, die hier Starken genannt werden 42.
Der Bauer hat 2 Pferde, 2 Ochsen, 2 Kühe
Die andere Herrschaft 36 Pferde und anderes Großvieh
Schafe gibt es hier nicht.

 R188   U133 

Von Abgaben

Der Verwalter gibt an Pacht 150 Rthl
Kopfgeld im letzten Jahr für seine drei Knechte und zwei Mägde 8 Rthl
Akzise jedes Quartal 1 Rthl 40 lß, ergibt jährlich 7 Rthl 16 lß
Nebenmodus wurde mit der Kopfsteuer berechnet, dieses Jahr sind bekannt gegeben: 8 lß pro Stück Großvieh über zwei Jahre und Pferde.
Reitersteuer der Verwalter und der Bauer zusammen 5 Rthl im Monat, ergibt im Jahr 60 Rthl
Magazinkorn beide zusammen 13 ½ Scheffel dieses Jahr, im letzten Jahr gaben sie 18 Rthl
Der Bauer gab letztes Jahr an Kopfgeld 1 Rthl
Akzise 14 lß jedes Quartal, ergibt jährlich 1 Rthl 8 lß
Nebenmodus wurde bei der Kopfsteuer mitberechnet Herrschaft und Verwalter besitzen zusammen 30 Bienenstöcke, sowohl alte und junge, sie geben pro Stück zwei Schilling vorpommersch.
Der Bauer hat zwei alte und vier junge, doch haben sie letztes Jahr kein Immengeld gegeben, da der Nebenmodus unter das Kopfgeld gerechnet wurde. Da aber nun aber Viehsteuer oder Nebenmodus öffentlich gemacht worden ist, geben sie auch für die Bienen.

 RRev111   URev184 

Im Jahr 1704 ist das Dorf Schalense revidiert und wie folgt befunden worden.

Im Feld A

[A9, A10]   2M 60R
A9 , ein Stück, Am Ende von Feld A bei Karoch genannt, vom wüsten Acker D21, ist durchschnittlicher Sandboden, wird gleich wie Feld A besät.  1M 240R
A10  Ebenfalls ein Stück vorn am Dorf, umgepflügt von Buchstaben J  120R

Im Feld B

[B14, B15]   8M 120R
B14 , ein Stück, Vom wüsten Acker D22, von etwas lockerem, weißen Sandboden, weiter oben am Feld besser, schiene noch besser, wenn es ein wenig lehmhaltig wäre  4M 30R
B15 , ein Stück, Von der Weide F36, etwas tief liegend, von schwärzlichem, humushaltigem Sandboden, wird nahezu jedes Jahr besät  4M 90R

Im Feld C

[C21, C22, C23]   16M 225R
C21 , vier Stücke, Zwei wie C15 und zwei wie C 8, werden gleich mit Feld C besät, von G 41 bewirtschaftet  1M 225R
C22  Der wüste Acker D23 ist ganz bewirtschaftet, von schwärzlicher, humushaltiger Sanderde, bei der Wiese E28 etwas quellgründig  6M 120R
C23 , ein Stück, etwas loser Sandboden, wird gleichfalls mit den anderen C von D22 umgepflügt  8M 180R
u  eine kleines Gärtchen mitten im Dorf, das dieses Jahr mit Hanf besät wurde  90R

 RRev112 

Neuer Acker

Anm.: Was den anderen wüsten Acker betrifft, so ist der Rest von D22 sehr tief liegend und landwirtschaftlich nicht nutzbar, aber D24 ist durchaus von der Güte, die bewirtschaftet werden kann; allerdings überall mit kleinen Eichen, Buchen und Haselbüschen bestanden, und kann als Weide nicht entbehrt werden.

Summe

Neuer Acker: 27M 105R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2008, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Simon Skragge
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urkarte vermessen von Simon Skragge

2  Heinrich (Hieronymus) Ernst von Ehrenfels (Sellius), Archivar und späterer schwedischer Regierungsrat in Greifswald, verheiratet mit Katharina Margarethe Stypman (*1606) aus Greifswald.  

3  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.

4  Jacob Kampe, Oberst, verheiratet mit Lisa Månsdotter. Hojenski, Carina: Sozialstruktur und Sozialtopographie der Stadt Wolgast um 1707/1708, in: Kroll, Stefan und Krüger, Kersten (Hg.): Städtesystem und Urbanisierung in der Frühen Neuzeit, Berlin 2006, S.301-338, hier S. 332; Wächter, Joachim: Wolgast im Mittelalter. Erst wendisches Zentrum, dann deutsche Stadt, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte, Heft 4 (2002), S. 18-23.

5  Katharina Margarete Stypman (*1606) aus Greifswald war verheiratet mir dem schwedischen Regierungsrat in Greifswald, Heinrich Ernst von Ehrenfels (Sellius).  Alfred Völtzkow: Die Familie Völtschow oder Völtzkow mit Einschluß der von Völtzkow auf Voltzkow, in: Baltische Studien, NF. Bd. 10 (1906), S. 1-102, hier S. 41ff.. Johann G. L. Kosegarten: Übergabe des Amtes Eldena an die Universität Greifswald am 28sten März 1634 unter dem Rectorate des Professors Jakob Gerschow, in: Baltische Studien, Bd. 17 (1857), S. 167-175.

6  Franz Michael von Boltenstern (2. Oktober 1657-17. Mai. 1716), Hofrat und königlicher Hofgerichtsdirektor in Greifswald. Verheiratet mit Juliane Katharina von Ehrenfels (24. April 1669 - 9. Oktober 1733), der Tochter des schwedischen Regierungsrats Heinrich Ernst von Ehrenfels (Sellius) und der Katharina Margarathe Stypmann.  König Friedrichs I. Transsumt und Confirmation der Barthschen Privilegia vom 31. Januar 1663 im Jahre 1723, Dähnert, Pommersches Urkundenbuch, Band 2, S. 372-376, hier S. 374. Landesarchiv Greifswald, Domänenarchiv Stettin (012.02), Rep 12b 666, 20. Varia, Jochim Felix von Schwerin wegen eines Hofes in Müssow.

7  Nach dem Tod Gustav Adolfs folgte ihm seine Tochter Christina (1626-1689) auf den schwedischen Thron, welche die Regierungsgeschäfte Ende 1644 nach Erreichung der Volljährigkeit übernahm. Ihre offizielle Krönung fand im Februar 1650 in Uppsala statt. 1654 dankte sie ab und bestimmte ihren Cousin Karl Gustav von Zweibrücken-Kleeburg als ihren Nachfolger. Danach konvertierte Christina 1655 zum Katholizismus und verlegte ihren Wohnsitz nach Rom. Bis zu ihrem Tod 1689 dienten u.a. die Einnahmen aus den pommerschen Domänen dem finanziellen Unterhalt der abgedankten Königin.  Hofberg, Herman: Svenskt biografiskt handlexikon. Del 1, Stockholm 1906. S. 614f.

8  Der Brandenburgische Krieg (Schonenkrieg) 1675-1679: Trotz des Großmachtstatus war die Situation Schwedens unsicher, im Osten bedrängte Russland die schwedischen Provinzen, Polen war ein Unsicherheitsfaktor, Brandenburg spähte nach Schwedisch-Pommern während Dänemark die verloren Gebiete in Südschweden zurückgewinnen wollte. Bereits 1672 ging Schweden ein Bündnis mit Frankreich ein, das gegen die Niederlande gerichtet war. Dafür sagte Frankreich seinem Bündnispartner finanzielle Unterstützung für die kontinentalen Truppen zu und versprach im Falle eines dänischen Angriffs militärische Hilfe. Im selben Jahr fiel Frankreich in die Niederlande ein, die sich daraufhin mit Brandenburg verbündeten. Dänemark tat sich mit dem Kaiser zusammen und war bereit, in den Krieg einzugreifen, sobald eine andere Macht Frankreich zur Hilfe eilen sollte. Dennoch stationierte Schweden auf Drängen des französischen Bündnispartners Truppen in Pommern. Allerdings suchte Schweden erfolglos den Ausgleich mit seinem nordischen Nachbarn. Im Dezember 1674 fiel der Reichsmarschall Wrangel ohne Angriffsbefehl in brandenburgisches Gebiet ein. Das Vorhaben endete mit der Niederlage bei Fehrbellin 1675. Daraufhin erklärten der Kaiser und einige Zeit später auch Dänemark dem schwedischen Reich den Krieg. Für Schweden sah die Lage kritisch aus, trotzdem gelang Schweden im Dezember 1676 bei der blutigen Schlacht um Lund ein knapper Sieg. Weitere Erfolge schließen sich an. Im Jahr 1679 kommt es zu Friedensschlüssen, dabei verpflichtete sich Brandenburg, die in Schwedisch-Pommern eroberten Gebiete zurückzugeben. Die beiden skandinavischen Reiche verhandelten ihren Frieden allein, das Schutz- und Trutzbündnis ratifizierte Karl XI. schließlich am 8. Oktober 1679. In: Busch, Michael: Krieg – Krise – Absolutismus. Die Entstehung königlicher Alleinherrschaft in Dänemark und Schweden.  

9  Vor allem während des Dreißigjährigen Krieges und auch danach durch Königin Christina waren viele Domänengüter auf Rügen und in Vorpommern verpfändet worden. Um die früheren Verhältnisse wiederherzustellen, ordnete der schwedische König Karl XI. die Reduktion, das heißt die Wiederzurückführung, der verpfändeten Kammer- und Tafelgüter für Rügen und Vorpommern an. 1692 wurde diese Aufgabe einer Reduktions – Kommission übertragen.  Königl. Instruction, an die Reductions-Commißion in Pommern. Vom 8. März 1692. In: Dähnert, Johann Carl (Hg.): Sammlung gemeiner und besonderer Pommerscher und Rügischer Landesurkunden. Gesetze, Privilegien, Verträge, Constitutionen und Ordnungen. Erster Band. Stralsund 1765; No. 18, Seite 953 ff.

10  Die Regierungsepoche der pommerschen Herzöge wird in der Beschreibung häufig als die herzogliche Zeit oder die Zeit der Herzöge bezeichnet und es bezieht sich auf einen Zeitraum vor 1637, dem Jahr, in dem der letzte pommersche Herzog Bogislaw XIV. kinderlos starb. Mit seinem Tod endete in Pommern die Zeit, in der es von einem Fürsten aus dem pommerschen Greifengeschlecht regiert wurde und die Schweden in den Gebieten westlich der Oder die Herrschaft übernahmen.  Wachowiak, Bogda: Das vereinigte Herzogtum Pommern (bis 1648). In: Piskorski, Jan M. (Hg.): Pommern im Wandel der Zeiten. Stettin 1999. S. 153 f.