Beschreibung des wüsten Hofes Buddenhagen, welcher im Juni 1694 geometrisch vermessen wurde1
Dieses Gut liegt im Distrikt Wolgast bei Hohendorf und die Bauern von Hohendorf bewirtschaften den Acker an der Grenze. Auf diesem Gut hat eine Mühle gestanden, die zerstört ist. Die Bauern sagten, dass dieses Gut ungefähr 50 Jahre lang wüst lag. Den Acker haben sie in etlichen wohl 30 Jahren bewirtschaftet. Ein Ackerstück, Mölenkamp genannt, hat zur Mühle gehört, das der Heidereiter2 von Wrangelsburg bewirtschaftet und zwei kleine Wiesenflecken dabei. Dieses Gut gehört zu Wrangelsburg3 .
Nachfolgende Güter grenzen hieran: im Norden Hohendorf, im Osten Zarnitz und Hohensee, im Süden Hagen und Wahlendow, im Westen der Kronwald Prägel, Giesekenhagen und Steinfurth. Dieses Gut hat zur Kirche von Hohendorf gehört.
R 313 U 199Arealausrechnung des wüsten Hofes Buddenhagen
Acker
[A]
156M 160R
Aa
Sandboden, etwas kleinsteiniges, ebenes Land,
130M 280R
Ab
ebener Sandboden,
14M 60R
Ac
Mölenkamp, etwas sandiger Acker,
11M 120R
Wüster Acker
[C]
112M 160R
Ca
sandiger wüster Acker mit jungem Kiefernwald bewachsen,
48M 180R
Cb
wüster Acker mit lichtem kleinem Kiefernwald darauf,
61M 280R
Cc
sandiger Acker, erst kürzlich wüstgelegt,
2M
Wiese
[B]
27 Heufuder, 18M 195R
Ba
etwas strauchige und sumpfige Wiese,
4M 30R
Bb
gute flache Wiese,
3M 15R
Bc
etwas sumpfige, strauchige Wiese,
11M 150R
Wald und Brüche
[D]
348M 90R
Da 4
Heideland mit mittelmäßig großem Kiefernwald
darauf,
328M 75R
Db
etwas sumpfiges Land mit Weiden und Erlenbüschen darauf,
10M 15R
noch drei Stücke zu zehn Morgen Morast mit
Erlenbüschen, 10M
[E]
118M 150R
Ea
Bruch mit kleinen Birkenbüschen
bewachsen,
26M 30R
Eb
Bruch mit kleinen Erlen und Weidenbüschen bewachsen,
83M 120R
Ec
sumpfiger Bruch mit kleinen Weidebüschen bewachsen,
9M
Summe
Acker: 156M 160R
Wüster Acker: 112M 160R
Wiese: 18M 195R
Heu: 27 Fuder
Wald undViehweide: 466M 240R
1704 ist das Dorf Buddenhagen revidiert und wie folgt befunden worden
[Ac, Ad]
12M 135R
Ac , fünf Stücke, von reinem Sand,
kleinkiesiger Boden, vom wüsten Acker Ca umgepflügt,
3M 75R
Ad , acht Stücke, steinig-kiesiger
und grober Sandboden, vom wüsten Acker Cb umgepflügt,
9M 60R
Anmerkung: was den wüsten Acker betrifft, so besteht er nahezu aus einer Bodenart, nämlich aus grobem und kiesigem Sandboden (und ist mit mittelmäßigem Kiefernwald bewachsen), wie auch der bewirtschaftete Acker von Cb ist. Er soll darin sehr kaltgründig sein, denn er ist auch etwas niedriger gelegen als Ca.
Summe
NeuerAcker: 12M 135R
1 Buddenhagen ist von Arvid Carlmark vermessen worden.
2 Heidereiter: ein Förster zu Pferde mit der Aufgabe, die Heide zu bereiten. Darüber hinaus hatte er ebenfalls die Aufsicht über den Wald. Krünitz, Johannes Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd. 22, Berlin,1789, Sp. 739; LAGreifswald Rep6a Band 4, Beschreibung von Karbow, Fol. 421.
3 Königin Christina verlieh 1643 das Gut Vorwerk mit seinen Ackerhöfen Groß Ernsthof und Spandowerhagen 1643 dem Herman Wrangel, dem Generalgouverneur von Livland für seine Dienste. Nach seinem Tode im selben Jahr erhielten es seine unmündigen Kinder aus dritter Ehe als Erbe. Seit 1649 verwalte Carl Gustav Wrangel die Güter und tauschte sie 1653 gegen seine Besitzungen in Livland ein. Um dem Gut Vorwerk einen repräsentativeren Charakter zu verleihen, benannte er es in Wrangelsburg um. Das Gut Nonnendorf u.a. mit dem Dorf Vierow war schon 1652 von dem Generalgouverneur gekauft worden. Asmus, Ivo: Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels. In: Wernicke, Horst und Werlich, Ralf Gunnar (Hg.): (Pommern. Geschichte-Kultur-Wissenschaft. 3. Kolloquium zur pommerschen Geschichte. 13. und 14. Oktober 1993), Greifswald 1996, S. 131-133. Derselbe: Das Testament des Grafen-Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Asmus, Ivo, Droste Heiko (Hg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der frühen Neuzeit, Berlin, Hamburg, Münster 2005, S. 204-f.
4 Anstelle von De steht in der Reinschrift Da. Aber in der Urschrift und ebenso auf der Ur- und Reinkarte wird das symbol Da verwendet.