R 319   U 205 

Beschreibung vom Herrensitz1  Hohensee2 , der im Juli 1694 geometrisch vermessen wurde3 

Hohensee liegt im Distrikt Wolgast am Peenestrom, eine Meile von der Stadt Wolgast entfernt und grenzt an folgende Dörfer: im Norden an Zarnitz, im Westen an das wüste Dorf Buddenhagen und den Wald Hagen, im Süden an Zemitz und Seckeritz.

Kirchlich gehört dieses Dorf zu Hohendorf.

Es gehört der Witwe4  und den Erben des Regierungsrates Ehrenfels5 .

Hier wohnen fünf Bauern, ein Kossat und ein Schafhirt. Der Besitzer versprach, Angaben ihrer Namen geben zu wollen, sowie wieviel Acker jeder zu bewirtschaften hatte, aber es ist noch nichts gekommen.6 

 R 320   U 206 

Arealausrechnung von Hohensee

Acker

A bezeichnet das Roggenfeld

[A]   105M 225R
Aa  Sandboden, ebenes Land,  72M 210R
Ab  guter Sandboden, ebener Acker,  33M 15R

B gibt das Brachfeld oder die Brache und dessen Bodenarten an

[B]   127M 180R
Ba  guter Sandhumus,  14M 240R
BB  Sandboden beim Bruch, etwas niedriges Land,  50M 210R
Bc  Sandboden, ebener Acker,  47M 210R
Bd  hochgelegener, magerer Sand,  14M 120R

C gibt das Sommerfeld an

[C]   116M 145R
Ca  Sandhumus, ebenes Land,  18M 45R
CB  Sandboden, ebenes Land, etwas niedrig,  54M 150R
Cc  hochgelegener, magerer Sand,  7M 30R
Cd  Sandboden, etwas hochgelegen und lehmhaltig,  22M 150R
Ce  Sandboden,  8M 210R
CF  guter Sandhumus,  5M 160R

 R 321   U 207 

[D]   17M 195R
Da  Ackerstück beim Hof,  2M 165R
Db  vier kleine Ackerstücke bei den Bauerhäusern,  5M 135R
Dc  drei Sandkämpe7  im Wald,  9M 195R

Wiesen

[E]   40M 180R
Ea  zwei kleine Wiesen an der Grenze zu Buddenhagen, etwas sumpfig,  5M 150R
Eb  drei kleine Wiesen an der Grenz zu Hagen, sumpfig, etwas bewachsen,  4M 270R
Ec  etwas sumpfige Wiese, flach  3M
Ed  flache Seewiesen am Peenestrom, etwas sumpfig,  19M 30R
Ee  zwei Wiesen, im Feld C etwas tiefliegend,  7M 135R
EF  kleine Wiese im Feld Aa,  195R

Viehweide

[F]   34M 135R
Fa  sumpfige Koppel, etwas mit Birkenbüschen bewachsen,  14M 75R
Fb  flache, gute Weide an der Grenze von Zarnitz und Buddenhagen,  2M 30R
Fc  Tümpel mit Riedgras darin, liegen im Feld C,  2M 90R
Fd  Gross Mour und Kleine Mour , zwei sumpfige Brüche mit Riedgras,  10M 270R
Fe  wüster Acker und ein Tümpel,  1M 270R
FF  hochgelegener Sandhügel8 ,  3M

 R 322   U 208 

Wald undMoräste

[G]   435M 165R
Ga  junger Kiefernwald, licht auf Sandland,  330M 135R
Gb  Eichenhügel,  10M 60R
Gc  Heidekrauthügel, flach, mit einigen vereinzelten kleinen Kiefern darauf9 ,  27M 15R
Gd  Eichen und Buchenwald,  41M
Ge  Heidekrauthügel, teils mit jungem Tannenwald darauf, teils kahl, desgleichen einige Eichen nach Süden,  21M 240R
Gf  Sandhügel10 ,  5M 15R

[H]   390M 90R
Ha  sumpfiger Bruch mit allerlei Laubwald bewachsen, war in früheren Zeiten zum größten Teil Wiese,  204M 60R
Hb  Bruch mit allerlei Laubwald bewachsen, nahe am Acker Eichenwald,  149M 270R
Hc  zwei Brüche an der Grenze von Buddenhagen11 ,  36M 60R

Seen

[I]   19M 15R
Ia  ein See bei den Häusern,  14M
Ib  Sumpf mit zwei Seen, die Bue See12  genannt werden,  5M 15R

[K, L]   16M 67 1/2R
K  Obstgarten mit einigen Äpfeln und anderen kleinen Hölzern,  1M 60R
L  das Dorf zusammen mit den Grundstücken und Hofstellen, sowie Gärtchen zwischen den Häusern,  15M 7 1/2R

Summe13 

Acker: 367M 145R
Wiese: 40M 180R
Heufuder: -
Viehweide: 34M 135R
Wald: 825M 255R
Seen: 19M 15R
Grundstücke: 16M 67 1/2R

 R 323   U 209 

Annotationen von Hohensee

Über die Beschaffenheit desAckers

Der Acker liegt in drei Schlägen und ist in drei Felder geteilt, von denen zwei jährlich besät werden und das dritte liegt brach. Außer eingen Sandkämpen im Wald, welche mit dem Buchstaben D bezeichnet sind. Die werden nur jedes dritte, sechste und siebente Jahr einmal besät14 

Aussaat

nach den eigenen Angaben des Besitzers, die der königlichen Regierung am 3. August 1698 eingereicht worden sind.
Aussaat des Hofes oder Ackerwerkes15 : 168 Sch Roggen, 96 Sch Gerste, 114 Sch Hafer, Erbsen wurden auf die Brache gesät, 2 SchBuchweizen
Aussaat der Bauern: 72 Sch Roggen, 36 Sch Gerste, 48 Sch Hafer, 1 SchBuchweizen

Die Beschaffenheit und Fruchtbarkeit derWiesen

Wiese ist hier beim Dorf notdürftig, wie man in der Ausrechnung erkennen kann. Was deren Wuchs und Fruchtbarkeit betrifft, so kann für den Hof nach eigenen Angaben gemäht werden 40 Fuder Heu und die Bauern ungefähr 20 Fuder Heu. Das scheint angemessen angegeben zu sein, denn das sind zumeist anderthalb Fuder pro Morgen und kann nicht viel höher kommen, denn die Wiese am Peenestrom ist sehr bewachsen und die Wiesenflecken, die im Acker liegen, können nicht jährlich gemäht werden.

 U 210 

Wald und Weide

Große Bäume zum Bauen gibt es nicht auf der Feldmark dieses Dorfes aber kleine Bäume fürs Notwendigste. Es könnte wohl auch etwas verkauft werden, weil aber hier genug Wald zu allen Seiten ist, kann davon kein Gewinn gemacht werden.

 RRev 130   URev 208 

1704 ist das Dorf Hohensee revidiert und wie folgt befunden worden

[Dd, De]   17M 210R
Dd  an drei Stellen aus dem Waldgebiet von Ga aufgepflügte Ackerstücke von reinem Sand, die jedes sechste Jahr mit Roggen oder Buchweizen besät werden,  9M 90R
De  zwei Stücke, zumeist aus reinem Sand bestehend, von Ge und GF aufgepflügt, östlich vom Feld Aa und vom Morast Ha gelegen, werden meistens alle sechs bis sieben Jahre mit Roggen besät,  8M 120R

Ein Teil von der Wiese Ed, die der Peenestrom fortgespült hat, ist 3M 90R

Und ein Teil zu zwei M 120R, der mit Weidenbüschen bewachsen ist und als Weide bewirtschaftet wird.

Sonst gibt es hier auf dem Feld keine Gelegenheit etwas Acker aufzupflügen, weil nicht die großen Bäume abgeschlagen werden sollen. Auch kann das wegen des sandigen Grundes nicht die Mühe lohnen.

Summe

Neuer Acker: 17M 210R
[Teil von Wiese, der fortgespült wurde]: 3M 90R

 RRev 328 

Arealausrechnung vom Amtsacker in Hohensee, der im Juni 1708 ausgemessen16  und wie folgt befunden wurde

Acker

Im Feld A

[C1,C2]   18M 90R
C1  fünf Stücke, in Aa,  12M 240R
C2  drei Stücke, in Ab,  5M 150R

Im Feld B

[C3-C6]   18M 90R
C3  zwei Stücke, in Ba,  1M 270R
C4  zwölf Stücke, in Bb,  10M 270R
C5  drei Stücke, in Bc,  4M 120R
C6  ein Stück, in Bd,  1M 30R

Im Feld C

[C7-C10]   21M 210R
C7  vier Stücke, in Ca,  3M 150R
C8  sechs Stücke, in Cb,  12M 150R
C9  fünf Stücke, in Cd,  4M 240R
C10  ein Stück, in Ce,  270R

C11 , ein Stück, in Dc,  1M 120R

Anmerkung:

In Bc soll das Amt noch ein Stück Acker von 10 R Breite besitzen. Nach dem Bericht von Hans Mehl konnte aber nicht angegeben werden, an welcher Stelle selbiges auf dem Feld lag. Es kann sich auf drei M 90R belaufen, wenn man den Mittelweg geht.

Obenstehenden Acker haben mir nachfolgende Personen angegeben,
Hans Mehl, Schulze in Hohendorf

Michel Tesmehr
Jochim Lehs
Bauern, die hier in Hohensee wohnen

Summe

Acker: 59M 210R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Anke Maiwald M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision:
Anmerkungen:

1  Herrensitz: der Wohnsitz des Herren eines Rittergutes. Krünitz, Johann Georg: Oeconomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft, Bd. 23, Berlin 1781, Sp. 89.

2 Anstelle von säteriet Hohensee stand in der Urschrift ursprünglich adelßateriet Hohensee. Der Wortsbestandteil adel- wurde aber durchgestrichen.

3 Hohensee ist von Arvid Carlmark vermessen worden.

4  Katharina Margarete Stypman (*1606) aus Greifswald war verheiratet mir dem schwedischen Regierungsrat in Greifswald, Heinrich Ernst von Ehrenfels (Sellius).  Alfred Völtzkow: Die Familie Völtschow oder Völtzkow mit Einschluß der von Völtzkow auf Voltzkow, in: Baltische Studien, NF. Bd. 10 (1906), S. 1-102, hier S. 41ff.. Johann G. L. Kosegarten: Übergabe des Amtes Eldena an die Universität Greifswald am 28sten März 1634 unter dem Rectorate des Professors Jakob Gerschow, in: Baltische Studien, Bd. 17 (1857), S. 167-175.

5  Heinrich (Hieronymus) Ernst von Ehrenfels (Sellius), Archivar und späterer schwedischer Regierungsrat in Greifswald, verheiratet mit Katharina Margarethe Stypman (*1606) aus Greifswald.  

6 Dieser Absatz weicht etwas vom Text der Urschrift ab. In der Urschrift steht stattdessen: Hier wohnen fünf Bauern und ein Kossat und ein Schafhirt, versprachen ihre Namen anführen zu wollen, sowie wieviel Acker sie zu bewirtschaften haben.

7  Kamp, ein mit einem Zaum oder Graben eingefasstes Stück Feld von unbestimmter Größe.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 34, Berlin 1785, Sp. 1.

8 Die Gesamtfläche der Viehweide beträgt laut Reinschrift: 34 M 75 R. Für die Übersetzung wurden die rechnerisch richtigen Werte aus der Urschrift übernommen: 34 M 135 R.

9 Die Arealsgröße von Gc beträgt laut Reinschrift: 27 M. Die Angabe in der Urschrift beträgt: 27 M 15 R.

10 Die Gesamtfläche von G beträgt laut Reinschrift: 435 M 160 R. Für die Übersetzung wurden die rechnerisch richtigen Werte aus der Urschrift übernommen: 435 M 165 R.

11 Die Gesamtfläche von H beträgt laut Reinschrift: 480 M 90 R. Für die Übersetzung wurden die rechnerisch richtigen Werte aus der Urschrift übernommen: 390 M 90 R.

12 Nicht eindeutig lesbar. Es könnte auch Bur See heißen.

13 Die Gesamtfläche der Viehweide beträgt laut Reinschrift: 34 M 75 R. Die Gesamtfläche des Waldes beträgt laut Urschrift: 915 M 250 R. Für die Übersetzung wurden die rechnerisch richtigen Werte aus der Urschrift übernommen: Viehweide 34 M 135 R; Wald 825 M 255 R.

14 An dieser Stelle endet der Text in der Reinschrift. Der nachfolgende Text der Annotationen ist direkt von der Urschrift übersetzt worden.

15  Ackerhof (auch Ackerwerk oder Vorhof): ein Nebenhof, der zu einem Gutshof gehört und zum Ackerbau oder zur Viehwirtschaft genutzt wird.  Der Ackerhof, In: Adelung, Johann Christoph: Grammatisches kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, Bd. 1. Wien 1811. Sp. 159.

16 Im Schwedischen steht an dieser Stelle das Wort utmäta, das zum einen mit ausmessen aber auch mit pfänden übersetzt werden kann.