Beschreibung des Adelsgutes Zemitz, das im Juli 1694 geometrisch vermessen wurde.1
Zemitz ist ein Adelsgut im Wolgaster Distrikt gelegen, eine Meile von der Stadt Wolgast entfernt. Über dieses Gut wird berichtet, es sei von alters her das Gut der Familie Lepel2 . Der Besitzer hat es durch seine Ehefrau bekommen. Dieses Gut soll seit alters her zu 14 einhalb Landhufen berechnet sein, es ist kein Ritterland, sondern alles zusammen sind steuerbare Bauernhufen. Der Hof gehört zum Kirchspiel Hohendorf. In alten Zeiten haben Bauern auf dem Hof gewohnt.
Namen der Einwohner
1 .Herr von
Lepel, Besitzer.
2 .Christian Christopher.
3 .Michael Chistopher.
4 .Paul Loppen, Häker.
5 .Hans Schultz, Schafhirte.
6 .Erman Estrick.
Dieser Hof grenzt an nachfolgende Dörfer: Im Norden an Hohensee, Seckeritz und Bauer, im Osten an Wehrland, im Süden an Buggow, Warnekow, und Pulow, im Westen an den Wald Hagen .
R 326 U 212Arealausrechnung für Zemitz
Acker
A bezeichnet das Roggenfeld
[A]
86M 225R
Aa
guter Sandboden, ebenes Land
25M 270R
Ab
etwas hügeliger Sandboden
20M 15R
Ac
niedriger Sandboden
8M 90R
Ad
mittelmäßig guter Sandboden, ebenes Land
32M 150R
B gibt die Brache an
[B]
59M 30R
Ba
etwas tiefliegender Sandboden, ebenes Land
48M 120R
Bb
hochliegender Sandhügel
3M 150R
Bc
hochliegender, magerer Sand
2M 180R
Bd
etwas tiefliegender Sandboden
4M 180R
C bezeichnet das Sommerfeld
[C]
67M 150R
Ca
guter Sandhumus
6M
Cb
hochliegender Sand
2M 150R
Cc
guter Sandboden, ebenes Land
8M 30R
Cd . hochliegender
Sandboden
6M 180R
Ce
neu bestellter Sandboden
4M 60R
Cf
guter Lehmhumus, ebenes Land
40M 30R
[D]
33M 90R
Da
zwei kleine Ackerstücke dicht bei den Häusern
3M 180R
Db
drei Sandstücke im Wald, zusammen:
29M 150R
Wiesen
[E]
15M 270R
Ea
gute Wiese im Feld A
4M 60R
Eb
etwas sumpfige Wiese beim Bach
9M 210R
Ec
sumpfige Wiese im Wald
2M
Wald und Viehweide
[Fa-Fb]
14M 90R
[Ga-Gd]
613M 210R3
Fa
Pferdekoppel, flache Wiese
12M 150R
Fb
Sandhügel mit einem Stück sandigen, wüsten Acker
1M 240R
Ga
Heidekrautland mit sehr jungem, lichtem Kiefernwald bewachsen
168M 60R
Gb
Heidehügel mit sehr lichtem, jungem Kiefernwald darauf
384M 150R
Gc
hoher Sandberg mit Birken-, Hasel- und Erlenbüschen darauf
24M 30R
Gd
hohe Heidehügel und tiefe Täler
36M 270R
Brüche und Moraste
[H]
101M 105R
Ha
sumpfiger Bruch mit Laubwald bewachsen
30M 240R
Hb
sumpfiger Bruch mit Erlen und Weidebüschen bewachsen
20M 150R
Hc
zwei kleine Brüche mit Birkenbüschen darin
10M 45R
Hd
sumpfiger, bültiger Bruch mit kleinen Birkenbüschen bewachsen
34M 270R
He
sumpfiger Bruch beim Bach mit großen Eichen darin
5M
Grundstücke und Hausstellen
J das Gut samt den Grundstücken, auf denen die Häuser gebaut sind. Zwischen den Häusern einige kleine Gärtchen 8M 165R
Über die Beschaffenheit des Ackers
Der Acker liegt in drei Schlägen, zwei Teile werden jährlich besät und der dritte liegt brach, außer die Stücke dicht bei den Häusern, die werden jedes Jahr besät. Sowie die Sandkampen4 im Wald, die nur jedes dritte Jahr besät werden.
Summe
Acker: 246M 135R
Wiese: 15M 207R
Wald und Viehweide: 728M 105R5
Grundstücke: 8M 165R
Annotationen zu Zemitz
Über die Beschaffenheit und Fruchtbarkeit der Wiesen
Hier gibt es nicht sehr viele Wiesen, und die Wiesen, die am Bach liegen sind sehr sumpfig, aber doch fruchtbar, so dass man 30 Fuder Heu bekommen kann. Die Wiese, die beim Acker liegt, trägt gutes Gras.
Viehweide
Im Wald und in den Morasten haben sie gute Viehweiden, so dass den Sommer über eine ziemlich große Menge Vieh gehalten werden kann. Den Winter über kann nicht soviel gefüttert werden, wie im Sommer gehalten werden kann.
Gesinde
Hier auf dem Gut haben sie einen Knecht, zwei Mägde und einen Jungen. Mit diesen Leuten kann die Arbeit nicht durchgeführt werden, insbesondere in der Erntezeit im Jahr. Dann müssen viele Tagelöhner geholt werden, denn hier gibt es keine Bauern, die dienen. Sondern die Arbeit muss mit eigenen Leuten und Vieh verrichtet werden.
RRev 129 URev 2061704 ist das Dorf Zemitz revidiert und wie folgt befunden worden.
Im Feld A
Ae zwei Stücke, von Sandboden, etwas tiefliegend, vor zwei Jahren gerodet 1M 90R
Im Feld B
[Be-Bf]
14M 240R
Be
zwei Stücke, von reinem Sand, gerodeter Acker von dem symbol Gb, wird jedoch meistens
alle drei bis vier Jahre bewirtschaftet
3M 105R
Bf
drei Stücke, von etwas grobem und steinig-kiesigem Sandboden, der jetzt von dem symbol Gb
gerodet ist, soll zur Probe kommendes Jahr zumeist besät werden; und dann alle drei bis vier Jahre mit Roggen und
Buchweizen
11M 135R
Im Feld C
Cg drei Stücke, von reinem Sand, und das was beim Morast Die Kreüs liegt ist etwas fein und rötlich, ist nun von Gb und Gd aufgepflügt. 4M 210R
Im Feld D
[Dc-Dd]
23M 240R
Dc
zwei Stücke, hochgelegener, etwas steinig-kiesiger Sandboden, aber beim Morast Die Uhl etwas tiefliegend, werden meisten jedes dritte bis vierte Jahr dazwischen besät, Gb
und Gd aufgepflügt
19M 90R
Dd
drei Stücke, ebenso, etwas tiefliegend
4M 150R
Anmerkung: Hier findet man nichts besonderes mehr, was zum Roden brauchbar sein könnte.
Summe
Neuer Acker: 44M 180R
1 Wurde laut Urschrift von Arvid Carlmark vermessen.
2 Familie von Lepel: Vermutlich stammt das Adelsgeschlecht ursprünglich aus der Nähe von Clauen bei Hildesheim und nannten sich danach de Clowen. Für die Jahre 1236 bis 1241 ist der Ritter Gerhard als Truchseß des Herzogs von Mecklenburg bezeugt. Auf dieses Hofamt bezieht sich sein Spitzname „Lepell“ (plattdt.: Löffel). Die Söhne des genannten Ritters wurden auf Usedom ansässig und sind die Stammväter der mecklenburgisch-pommerschen Linie.Ulrich Joachim Lepel, geb. 1636 und gest. 1724 wurde vermutlich in der Nicolaikirche in Wehrland beigesetzt. Die Dörfer Wehrland und Bauer befanden sich bis 1823 im Besitz der Familie Lepel. Hey, Gerhard, in: NDB, Herausgegeben von der Historischen Kommission. Bei der Bayerischen Akademie der Wissenschften, Bd. 14, Berlin 1961, S. 301. Genealogisches Handbuch des Adels, Bd. VII, Limburg 1989, S. 290.
3 In der Reinschrift falsch 613M
4 Kamp, ein mit einem Zaum oder Graben eingefasstes Stück Feld von unbestimmter Größe. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 34, Berlin 1785, Sp. 1.
5 Als verkehrte Summe in der Reinschrift 729M 195R