R 373   U 249 

Beschreibung des Adelshofes Buggenhagen, der im August des Jahres 1694 geometrisch vermessen wurde1 

Dieser Adelshof liegt im Distrikt Wolgast am Peene-Strom , eine halbe Meile von Lassan entfernt. Er grenzt an die folgenden Dörfer: im Norden an die Stadt Lassan, im Süden an Jamitzow und im Westen an Wangelkow.

Namen der Bewohner

1 . Philip Rik
2 . Philip Herbst
Halbbauer

3 . Lorentz Adberg
4 . Christopher Gero
5 . Christian Adberg
6 . Henning Adberg
Kossaten2 

7 . Martin Gelow Schafhirt
8 . Christopher Balk Vogt
9 . Schneider

 R 374   U 250 

Arealausrechnung des Adelshofes Buggenhagen

Acker

[A]   94M 120R
Aa  Durchschnittlicher Sandboden, ebenes Land, war dieses Jahr ein Roggenfeld  68M 120R
Ab  gut gedüngter Sandhumus  21M 270R
Ac  magerer, grobkörniger Sand  4M 30R

[B]   99M 52 1/2R
Ba  humusartige Sanderde, ebenes Land, dieses Jahr Brache  64M 120R
Bb  etwas tief liegender Sandboden  5M 150R
Bc  Sandboden, ebenes Land  13M 120R
Bd  lehmhaltiger Sandboden  3M 15R
Be  zwei kleine neu aufgebrochene Sandkämpen3   1M 277 1/2R
Bf  hoch liegender magerer Sandboden  10M 270R

[C]   99M 120R
Ca  Sandboden, ebener Acker, war dieses JahrSommerfeld  63M 120R
Cb  gut gedüngter Sandhumus, ebenerAcker  24M 150R
Cc  hoch liegender, magerer Sandboden  11M 150R

D  zwei kleine Ackerlücken beim Haus, bestehen aus gut gedüngtem Sandhumus, werden jedes Jahr besät  7M 150R

 R 375   U 251 

Wiese

[E]   108M 45R
Ea  Feuchte morastigeWiese  8M 7 1/2R
Eb  gute Weidewiese  2M 7 1/2R
Ec  flache Wiese mit gutemGras  29M 75R
Ed  etwas buschige und feuchteWiese  13M 30R
Ee  buschigeWiese  15M 270R
Ef  gute Rasenwiese  21M 120R
Eg  feuchteRiedgraswiesen  18M 136R
Eh  Wiese mit vielen Erlenbüschen  5M 240R

Viehweide

[F]   88M 240R
Fa  Feuchte Koppel  3M 150R
Fb  ebene Wiese, wird als Weide genutzt  10M 150R
Fc  bültigeViehweide  2M
Fd  ebene Heide mitWacholderbüschen  54M 90R
Fe  Heidehügel imAckerfeld  4M 240R
Ff  sandigeHeidehügel  13M 210R

Wald

[G]   465M 150R
Ga  Morast mit großen Eichenbäumen  29M 15R
Gb  Bruch, mit Erlenbäumen bewachsen  32M 15R
 R 376  U 252 Gc  Heideland mit großenKiefern  240M 270R
Gd  Kiefernwald mit einigenEichen  39M 120R
Ge  Bruch, mit Eichen, Erlen und Haseln bewachsen  37M 90R
Gf  morastiges Land mitEichen  52M 240R
Gg  sumpfiger Morast mit Erlen- undHaselbüschen  63M 180R
Gh  kleiner sumpfiger Morast  6M 120R

Seen

[H]   10M 45R
Ha  Bellins See 4  mit Hechten, Barschen, Plötzen undBrassen  9M 15R
Hb  zwei kleine Seen an der Grenze zu Lassan  1M 30R

Grundstücke und Hofstellen

Ja  Der Hof mit den Grundstücken, auf denen die Häuser errichtet sind, dazwischen einige kleineGärtchen: Gemüse-, Obst- und Hopfengärten, doch nichts von Bedeutung oder um etwas zu verkaufen; allein für den Hausbedarf  8M 180R

Summe

Acker: 300M 142 1/2R
Wiese: 113M 285R
Heu: - Fuder
Viehweide: 88M 240R
Wald: 465M 150R
Seen: 10M 45R
Grundstücke: 8M 180R

 R 377   U 253 

Annotationen von Buggenhagen

Über die Fruchtbarkeit des Ackers

Der Acker liegt in drei Schlägen. Er ist in drei Felder geteilt, von denen zwei jährlich besät werden und das dritte brach liegt, außer den Ackerlücken bei den Häusern, die jährlich besät werden und einigen kleinen aufgebrochenen Sandkämpen5 , die nur jedes dritte Jahr ein Mal besät werden. Welche Bodengüte oder Qualität der Acker aufweist, findet sich ausreichend in den Ausrechnungen bezeichnet.

Aussaat

Auf dem Hof wird jährlich ausgesät:
Roggen 9 Drömt 5 Sch
Gerste 14 Drömt
Hafer 5 Drömt
Erbsen 1 Drömt 4 Sch

Jeder der Kossaten hat so viel Acker, dass er acht Sch Roggen und Gerste und drei Sch Hafer sät. Ein Halbbauer sät ein Drömt Roggen, acht Sch Gerste, sechs Sch Hafer und zwei Sch Erbsen.

Über die Beschaffenheit derWiesen

Hier beim Hof sind prächtige Wiesen, abgesehen von denen, die am Peene-Strom liegen und etwas sumpfig sind. Nach Auskunft des Schreibers kann vom Hof nicht mehr geworben werden als 70 Fuder, jeder Kossat vier Fuder, da es vier sind, beträgt die Zahl für alle 16 Fuder; jeder Halbbauer sechs Fuder, für beide Halbbauern zusammen also zwölf Fuder. Wenn man dies addiert, ergibt die Summe 98 Fuder. Wenn ich dies mit der Ausrechnung vergleiche, kommt kein ganzes Fuder auf einen Morgen.

 R 378   U 254 

Wald und Viehweide

Bei diesem Hof ist gutes Weideland, nicht nur das, was in der Ausrechnung als Weide angegeben ist, sondern auch bei den Wäldern, Brüchen und Morästen. Holz gibt es hier soviel, wie es der Hof an Bau- und Brennholz zum Erhalt nötig hat. Verkauft wird hier nichts.

Vieh

An Arbeitsvieh für die Feldarbeit werden auf dem Hof vier Paar Ochsen und 13 Pferde gehalten. Die Bauern und Kossaten dienen auch mit Vieh auf dem Hof. Eine Schäferei mit bis zu 500 Tieren kann auf dem Hof unterhalten werden.

Dienste

Auf dem Hof wird kein Gesinde für den Ackerbau gehalten, sondern die Bauern und Kossaten bewirtschaften den Acker. Jeder Bauer und Kossat dient jede Woche vier Tage auf dem Hof mit Arbeitsvieh und den fünften zu Fuß.

Fische

Sie fischen im Peene-Strom , allerdings nicht weiter vom Ufer entfernt, als ein Kerl waten kann. Sie fischen zumeist mit Reusen und im Sommer mit Netzen. In den kleinen Binnenseen wird ausschließlich mit Reusen gefischt.

 RRev 218   URev 332 

Im Jahre 1704 wurde das Dorf Buggenhagen revidiert und wie folgt befunden 6 

Hier im Dorf ist seit der letzten Messung nichts verändert. Hier kann auch nichts zum Acker urbar gemacht werden, das etwas einbringen soll.

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2008, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urkarte vermessen von Arvid Carlmark

2  Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.

3  Kamp, ein mit einem Zaum oder Graben eingefasstes Stück Feld von unbestimmter Größe.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 34, Berlin 1785, Sp. 1.

4 Heute heißt der See "Berliner See". Ob sich der Name ursprünglich auf den Personennamen "Bellin" bezog, oder die slawische Silbe "berl" (Sumpf) Pate stand und der Schreiber den Namen lediglich falsch notierte, lässt sich nicht mehr nachweisen.

5  Kamp, ein mit einem Zaum oder Graben eingefasstes Stück Feld von unbestimmter Größe.  Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 34, Berlin 1785, Sp. 1.

6 In der Revisionsurschrift findet sich keine Überschrift.