Beschreibung des Adelshofes Buggenhagen, der im August des Jahres 1694 geometrisch vermessen wurde1
Dieser Adelshof liegt im Distrikt Wolgast am Peene-Strom , eine halbe Meile von Lassan entfernt. Er grenzt an die folgenden Dörfer: im Norden an die Stadt Lassan, im Süden an Jamitzow und im Westen an Wangelkow.
Namen der Bewohner
| 1 . Philip
Rik 2 . Philip Herbst |
Halbbauer |
| 3 . Lorentz
Adberg 4 . Christopher Gero 5 . Christian Adberg 6 . Henning Adberg |
Kossaten2 |
7 . Martin
Gelow
Schafhirt
8 . Christopher
Balk
Vogt
9 . Schneider
Arealausrechnung des Adelshofes Buggenhagen
Acker
[A]
94M 120R
Aa
Durchschnittlicher Sandboden, ebenes Land, war dieses Jahr ein Roggenfeld
68M 120R
Ab
gut gedüngter Sandhumus
21M 270R
Ac
magerer, grobkörniger Sand
4M 30R
[B]
99M 52 1/2R
Ba
humusartige Sanderde, ebenes Land, dieses Jahr Brache
64M 120R
Bb
etwas tief liegender Sandboden
5M 150R
Bc
Sandboden, ebenes Land
13M 120R
Bd
lehmhaltiger Sandboden
3M 15R
Be
zwei kleine neu aufgebrochene Sandkämpen3
1M 277 1/2R
Bf
hoch liegender magerer Sandboden
10M 270R
[C]
99M 120R
Ca
Sandboden, ebener Acker, war dieses JahrSommerfeld
63M 120R
Cb
gut gedüngter Sandhumus, ebenerAcker
24M 150R
Cc
hoch liegender, magerer Sandboden
11M 150R
D zwei kleine Ackerlücken beim Haus, bestehen aus gut gedüngtem Sandhumus, werden jedes Jahr besät 7M 150R
R 375 U 251Wiese
[E]
108M 45R
Ea
Feuchte morastigeWiese
8M 7 1/2R
Eb
gute Weidewiese
2M 7 1/2R
Ec
flache Wiese mit gutemGras
29M 75R
Ed
etwas buschige und feuchteWiese
13M 30R
Ee
buschigeWiese
15M 270R
Ef
gute Rasenwiese
21M 120R
Eg
feuchteRiedgraswiesen
18M 136R
Eh
Wiese mit vielen Erlenbüschen
5M 240R
Viehweide
[F]
88M 240R
Fa
Feuchte Koppel
3M 150R
Fb
ebene Wiese, wird als Weide
genutzt
10M 150R
Fc
bültigeViehweide
2M
Fd
ebene Heide mitWacholderbüschen
54M 90R
Fe
Heidehügel imAckerfeld
4M 240R
Ff
sandigeHeidehügel
13M 210R
Wald
[G]
465M 150R
Ga
Morast mit großen Eichenbäumen
29M 15R
Gb
Bruch, mit Erlenbäumen bewachsen
32M 15R
R 376 U 252 Gc
Heideland mit großenKiefern
240M 270R
Gd
Kiefernwald mit einigenEichen
39M 120R
Ge
Bruch, mit Eichen, Erlen und Haseln bewachsen
37M 90R
Gf
morastiges Land mitEichen
52M 240R
Gg
sumpfiger Morast mit Erlen- undHaselbüschen
63M 180R
Gh
kleiner sumpfiger Morast
6M 120R
Seen
[H]
10M 45R
Ha
Bellins See
4 mit Hechten, Barschen, Plötzen undBrassen
9M 15R
Hb
zwei kleine Seen an der Grenze zu Lassan
1M 30R
Grundstücke und Hofstellen
Ja Der Hof mit den Grundstücken, auf denen die Häuser errichtet sind, dazwischen einige kleineGärtchen: Gemüse-, Obst- und Hopfengärten, doch nichts von Bedeutung oder um etwas zu verkaufen; allein für den Hausbedarf 8M 180R
Summe
Acker: 300M 142 1/2R
Wiese: 113M
285R
Heu: - Fuder
Viehweide: 88M 240R
Wald: 465M 150R
Seen: 10M 45R
Grundstücke: 8M 180R
Annotationen von Buggenhagen
Über die Fruchtbarkeit des Ackers
Der Acker liegt in drei Schlägen. Er ist in drei Felder geteilt, von denen zwei jährlich besät werden und das dritte brach liegt, außer den Ackerlücken bei den Häusern, die jährlich besät werden und einigen kleinen aufgebrochenen Sandkämpen5 , die nur jedes dritte Jahr ein Mal besät werden. Welche Bodengüte oder Qualität der Acker aufweist, findet sich ausreichend in den Ausrechnungen bezeichnet.
Aussaat
Auf dem Hof wird jährlich ausgesät:
Roggen 9 Drömt 5 Sch
Gerste 14 Drömt
Hafer 5 Drömt
Erbsen 1 Drömt 4 Sch
Jeder der Kossaten hat so viel Acker, dass er acht Sch Roggen und Gerste und drei Sch Hafer sät. Ein Halbbauer sät ein Drömt Roggen, acht Sch Gerste, sechs Sch Hafer und zwei Sch Erbsen.
Über die Beschaffenheit derWiesen
Hier beim Hof sind prächtige Wiesen, abgesehen von denen, die am Peene-Strom liegen und etwas sumpfig sind. Nach Auskunft des Schreibers kann vom Hof nicht mehr geworben werden als 70 Fuder, jeder Kossat vier Fuder, da es vier sind, beträgt die Zahl für alle 16 Fuder; jeder Halbbauer sechs Fuder, für beide Halbbauern zusammen also zwölf Fuder. Wenn man dies addiert, ergibt die Summe 98 Fuder. Wenn ich dies mit der Ausrechnung vergleiche, kommt kein ganzes Fuder auf einen Morgen.
R 378 U 254Wald und Viehweide
Bei diesem Hof ist gutes Weideland, nicht nur das, was in der Ausrechnung als Weide angegeben ist, sondern auch bei den Wäldern, Brüchen und Morästen. Holz gibt es hier soviel, wie es der Hof an Bau- und Brennholz zum Erhalt nötig hat. Verkauft wird hier nichts.
Vieh
An Arbeitsvieh für die Feldarbeit werden auf dem Hof vier Paar Ochsen und 13 Pferde gehalten. Die Bauern und Kossaten dienen auch mit Vieh auf dem Hof. Eine Schäferei mit bis zu 500 Tieren kann auf dem Hof unterhalten werden.
Dienste
Auf dem Hof wird kein Gesinde für den Ackerbau gehalten, sondern die Bauern und Kossaten bewirtschaften den Acker. Jeder Bauer und Kossat dient jede Woche vier Tage auf dem Hof mit Arbeitsvieh und den fünften zu Fuß.
Fische
Sie fischen im Peene-Strom , allerdings nicht weiter vom Ufer entfernt, als ein Kerl waten kann. Sie fischen zumeist mit Reusen und im Sommer mit Netzen. In den kleinen Binnenseen wird ausschließlich mit Reusen gefischt.
RRev 218 URev 332Im Jahre 1704 wurde das Dorf Buggenhagen revidiert und wie folgt befunden 6
Hier im Dorf ist seit der letzten Messung nichts verändert. Hier kann auch nichts zum Acker urbar gemacht werden, das etwas einbringen soll.
1 Laut Urkarte vermessen von Arvid Carlmark
2 Kossat, Kossät, Häusling (casati), Einlieger, Kätner. Kleinbauern, die nicht das zu einem eigentlichen Bauern gehörige Haus mit Land, sondern ein Häuschen, eine Kate, oder eine Hütte besitzen, zu dem Gärten und ein wenig Acker oder Weideland gehört. Abgaben, Dienste und Besitzverhältnisse oder andere „Gewohnheiten“ waren von Landstrich zu Landstrich verschieden. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 154, Berlin 1831, Sp. 89.
3 Kamp, ein mit einem Zaum oder Graben eingefasstes Stück Feld von unbestimmter Größe. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 34, Berlin 1785, Sp. 1.
4 Heute heißt der See "Berliner See". Ob sich der Name ursprünglich auf den Personennamen "Bellin" bezog, oder die slawische Silbe "berl" (Sumpf) Pate stand und der Schreiber den Namen lediglich falsch notierte, lässt sich nicht mehr nachweisen.
5 Kamp, ein mit einem Zaum oder Graben eingefasstes Stück Feld von unbestimmter Größe. Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, Bd 34, Berlin 1785, Sp. 1.
6 In der Revisionsurschrift findet sich keine Überschrift.