R 365   U 242 

Über die Stadt Lassan,1 

die am Wasser liegt, in Süd Süd Ost, beinahe Süden, zwei gute Meilen von Wolgast entfernt.

Der Besitz der Stadt Lassan grenzt beinahe von Beginn an im Norden zuerst an Pulow, dann an Papendorf und Vorwerk. Im Osten fließt hier der Peenestrom , im Süden grenzt Wangelkow und im Westen Lentschow mit Vorwerk.

 R 366   U 243 

Arealausrechnung der Ackerfelder der Stadt Lassan, die im August 1694 geometrisch wurden.

Acker

[A]   220M 255R
Aa  humoser Sandboden, ebenes Land, war dieses Jahr Roggenfeld  103M 90R
Ab  mittelmäßig guter Sandboden, ebenes Land  69M 120R
Ac  hügeliger Sandboden  39M 15R
Ad  neu bewirtschafteter Sandboden  9M 30R

[B]   135M 260R
Ba  humoser Sandboden, ebener Acker, war dieses Jahr die Brache  85M 96R
Bb  hoch gelegener Lehmboden  6M 150R
Bc  Kritberg , hoch gelegener Sand  3M 70R
Bd  hoch gelegener, hügeliger Sandboden  23M 140R
Be  mittelmäßig guter Sandboden, ebenes Land  17M 50R

[C]   300M 280R
Ca  mittelmäßig guter Sandboden, ebenes Land, war dieses Jahr Sommerfeld  192M 30R
Cb  strenger und magerer Sand  16M 30R
Cc  hochgelegener Sandboden  27M 90R
Cd  etwas tief liegender und niedriger Sandboden  65M 130R

 R 367   U 244 

[D]   21M 120R
Da  Frihuffe , tief liegender, schwarzer Sandboden  17M 150R
Db  hoch liegender Sand  3M 270R

Ackerstücke vorn bei der Stadt

Ea  Ackerstücke vorne bei den Häusern, bestehen aus wohlgedüngtem Sandhumus, werden jedes Jahr besät  10M 105R

Wüster Acker

[F]   170M 30R
Fa  Stridheid , sandiger, wüster Acker, hügelig, mit Heide und einigen kleinen Kiefernbüschen bewachsen  94M 60R
Fb  sandiger, wüster Acker mit Heide und kleinen Birkenbüschen bewachsen  70M 270R
Fc  tief liegender , sandiger, wüster Acker mit Heide bewachsen  5M

Wiesen

[G]  [Ertrag] 200 Heufuder  92M 195R
Ga  Radwisch , sumpfige Wiese  7M 270R
Gb . sumpfige, moorige Wiesen am Mühlenhügel  34M 90R
Gc  sumpfige, moorige Wiese  6M 30R
Gd . sumpfige Wiese  6M 150R
Ge  Wiese  2M
GF : Reüterwisch , gute, grasige Wiese  3M 150R
Gg  Die Kafflen , gute, grasige Wiese  28M 30R
GH  Wiese  4M 75R

 R 368   U 245 

Viehweide

[H]   217M 60R
Ha  sumpfige, bültige Viehweide beim Peenestrom  102M 90R
Hb . fester Grund, guter Rasen, wird als Weide genutzt  31M 90R
Hc  Sandhügel  20M 90R
Hd  Galgmor , sumpfiger Bruch mit Riedgras darin  5M 270R
He  Heideland mit einigen kleinen Büschen darauf  22M 30R
HF  zwei Sandhügel  6M 60R
Hg  Tümpel im Ackerfeld, mit Riedgras darin  5M 240R
Hh  Grentzower Soll , Bruch mit Riedgras darin  1M 120R
Hi  Heidehügel mit kleinen Wacholderbüschen darauf, östlich um Cb  21M 270R

Wald und Brüche

[J]   164M 165R
Ja  sumpfiger Bruch, mit kleinen Erlenbüschen bewachsen  52M 270R
Jb  zwei kleine Brüche, bei der Grenze zu Buggenhagen  5M 150R
Jc  Bruch mit kleinen Erlenbüschen bewachsen  20M 15R
Jd  zwei kleine Brüche bei der Grenze zu Papendorf  5M 240R
Je  Igelpol , Bruch mit kleinen Büschen darin, sowie anderen kleinen Brüchen  13M
Jf  mittelmäßig großer Kiefernwald auf dem Heideland  67M 40R

Hofstellen

[K]   16M 180R
Ka  die Stadt innerhalb der Mauern und Gräben  13M 90R
Kb  Gemüse- und Hopfengärten  2M 280R
Kc  bebaute Grundstücke außerhalb der Stadt mit Obstgärten daneben  180R

Summe

Acker: 689M 120R
Wüster Acker: 170M 30R
Wiese: 92M 195R
Heufuder: 200 Heufuder
Viehweide: 217M 60R
Wald: 164M 165R
Hofstellen: 16M 180R

 R 369   U 246 

Annotationen zu dem Besitz der Stadt Lassan

Über die Beschaffenheit des Ackers

Der Acker liegt in drei Schlägen und ist in drei Felder aufgeteilt. Davon werden zwei jährlich besät und das dritte liegt als Brache. Von welcher Güte oder Bodenart der Acker ist, findet man in der Ausrechnung genügend vermerkt. Ein Ackerstück, genannt die Frihuffe , hat einmal zum Wolgaster Schloss2  gehört, so wird erzählt. Aber man weiß nicht, wie es von dort in den Besitz der Stadt kam.

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2008, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Arvid Carlmark vermessen.

2  Das Wolgaster Schloss: vermutlich ist die Zeit gemeint, als das Wolgaster Schloss noch Residenzsitz des Wolgaster Zweiges der Pommerschen Herzöge war. Mit dem Tod Herzogs Philipp Julius 1625 starb die Linie aus, gleichzeitig verlor das Schloss Wolgast seine Stellung als fürstliche Residenz. 1665 bis 1675 saßen die Generalgouverneure, die Regierung, das Hofgericht und die königliche Kammer im Wolgaster Schloss, nachdem noch 1663 eine Verlegung von Stettin nach Wolgast abgelehnt worden war. Nach den kriegsbedingten Zerstörungen im Jahre 1675 verlor das Schloss in Wolgast seine Rolle als Residenz und Verwaltungszentrum, das nunmehr Stettin wurde.  Backhaus, Helmut: Das Schloss Wolgast als schwedisch-pommersche Residenz. In:Buchholz, Werner, Mangelsdorf, Günter (Hg.): Land am Meer. Pommern im Spiegel seiner Geschichte. Roderich Schmidt zum 70. Geburtstag, Köln, 1995, S. 494f. und S. 505f.