Über die Stadt Lassan,1
die am Wasser liegt, in Süd Süd Ost, beinahe Süden, zwei gute Meilen von Wolgast entfernt.
Der Besitz der Stadt Lassan grenzt beinahe von Beginn an im Norden zuerst an Pulow, dann an Papendorf und Vorwerk. Im Osten fließt hier der Peenestrom , im Süden grenzt Wangelkow und im Westen Lentschow mit Vorwerk.
R 366 U 243Arealausrechnung der Ackerfelder der Stadt Lassan, die im August 1694 geometrisch wurden.
Acker
[A]
220M 255R
Aa
humoser Sandboden, ebenes Land, war dieses Jahr Roggenfeld
103M 90R
Ab
mittelmäßig guter Sandboden, ebenes Land
69M 120R
Ac
hügeliger Sandboden
39M 15R
Ad
neu bewirtschafteter Sandboden
9M 30R
[B]
135M 260R
Ba
humoser Sandboden, ebener Acker, war dieses Jahr die Brache
85M 96R
Bb
hoch gelegener Lehmboden
6M 150R
Bc
Kritberg , hoch gelegener Sand
3M 70R
Bd
hoch gelegener, hügeliger Sandboden
23M 140R
Be
mittelmäßig guter Sandboden, ebenes Land
17M 50R
[C]
300M 280R
Ca
mittelmäßig guter Sandboden, ebenes Land, war dieses Jahr Sommerfeld
192M 30R
Cb
strenger und magerer Sand
16M 30R
Cc
hochgelegener Sandboden
27M 90R
Cd
etwas tief liegender und niedriger Sandboden
65M 130R
[D]
21M 120R
Da
Frihuffe , tief liegender, schwarzer
Sandboden
17M 150R
Db
hoch liegender Sand
3M 270R
Ackerstücke vorn bei der Stadt
Ea Ackerstücke vorne bei den Häusern, bestehen aus wohlgedüngtem Sandhumus, werden jedes Jahr besät 10M 105R
Wüster Acker
[F]
170M 30R
Fa
Stridheid , sandiger, wüster Acker, hügelig, mit
Heide und einigen kleinen Kiefernbüschen bewachsen
94M 60R
Fb
sandiger, wüster Acker mit Heide und kleinen Birkenbüschen bewachsen
70M 270R
Fc
tief liegender , sandiger, wüster Acker mit Heide bewachsen
5M
Wiesen
[G]
[Ertrag] 200 Heufuder
92M 195R
Ga
Radwisch , sumpfige Wiese
7M 270R
Gb . sumpfige, moorige Wiesen am
Mühlenhügel
34M 90R
Gc
sumpfige, moorige Wiese
6M 30R
Gd . sumpfige Wiese
6M 150R
Ge
Wiese
2M
GF : Reüterwisch , gute, grasige Wiese
3M 150R
Gg
Die Kafflen , gute, grasige Wiese
28M 30R
GH
Wiese
4M 75R
Viehweide
[H]
217M 60R
Ha
sumpfige, bültige Viehweide beim Peenestrom
102M 90R
Hb . fester Grund, guter Rasen,
wird als Weide genutzt
31M 90R
Hc
Sandhügel
20M 90R
Hd
Galgmor , sumpfiger Bruch mit Riedgras
darin
5M 270R
He
Heideland mit einigen kleinen Büschen darauf
22M 30R
HF
zwei Sandhügel
6M 60R
Hg
Tümpel im Ackerfeld, mit Riedgras darin
5M 240R
Hh
Grentzower Soll , Bruch mit Riedgras darin
1M 120R
Hi
Heidehügel mit kleinen Wacholderbüschen darauf, östlich um Cb
21M 270R
Wald und Brüche
[J]
164M 165R
Ja
sumpfiger Bruch, mit kleinen Erlenbüschen bewachsen
52M 270R
Jb
zwei kleine Brüche, bei der Grenze zu Buggenhagen
5M 150R
Jc
Bruch mit kleinen Erlenbüschen bewachsen
20M 15R
Jd
zwei kleine Brüche bei der Grenze zu Papendorf
5M 240R
Je
Igelpol , Bruch mit kleinen Büschen darin, sowie
anderen kleinen Brüchen
13M
Jf
mittelmäßig großer Kiefernwald auf dem Heideland
67M 40R
Hofstellen
[K]
16M 180R
Ka
die Stadt innerhalb der Mauern und Gräben
13M 90R
Kb
Gemüse- und Hopfengärten
2M 280R
Kc
bebaute Grundstücke außerhalb der Stadt mit Obstgärten daneben
180R
Summe
Acker: 689M 120R
Wüster Acker: 170M 30R
Wiese: 92M 195R
Heufuder: 200 Heufuder
Viehweide: 217M 60R
Wald: 164M 165R
Hofstellen: 16M 180R
Annotationen zu dem Besitz der Stadt Lassan
Über die Beschaffenheit des Ackers
Der Acker liegt in drei Schlägen und ist in drei Felder aufgeteilt. Davon werden zwei jährlich besät und das dritte liegt als Brache. Von welcher Güte oder Bodenart der Acker ist, findet man in der Ausrechnung genügend vermerkt. Ein Ackerstück, genannt die Frihuffe , hat einmal zum Wolgaster Schloss2 gehört, so wird erzählt. Aber man weiß nicht, wie es von dort in den Besitz der Stadt kam.
1 Wurde laut Urschrift von Arvid Carlmark vermessen.
2 Das Wolgaster Schloss: vermutlich ist die Zeit gemeint, als das Wolgaster Schloss noch Residenzsitz des Wolgaster Zweiges der Pommerschen Herzöge war. Mit dem Tod Herzogs Philipp Julius 1625 starb die Linie aus, gleichzeitig verlor das Schloss Wolgast seine Stellung als fürstliche Residenz. 1665 bis 1675 saßen die Generalgouverneure, die Regierung, das Hofgericht und die königliche Kammer im Wolgaster Schloss, nachdem noch 1663 eine Verlegung von Stettin nach Wolgast abgelehnt worden war. Nach den kriegsbedingten Zerstörungen im Jahre 1675 verlor das Schloss in Wolgast seine Rolle als Residenz und Verwaltungszentrum, das nunmehr Stettin wurde. Backhaus, Helmut: Das Schloss Wolgast als schwedisch-pommersche Residenz. In:Buchholz, Werner, Mangelsdorf, Günter (Hg.): Land am Meer. Pommern im Spiegel seiner Geschichte. Roderich Schmidt zum 70. Geburtstag, Köln, 1995, S. 494f. und S. 505f.