Beschreibung des Adelsgutes Klotzow, das im Distrikt Wolgast liegt und im September des Jahres 1694 geometrisch verfasst wurde 1
Namen der Bewohner
1 . Herr von
Horn
Besitzer des Gutes
| 2 . Daniel
Blanck 3 . Christian Panck 4 . Jochen Schött 5 . Claus Panck 6 . Marten Panck 7 . Christian Blanck |
Diese sechs Einwohner sind Halbbauern, die jeder gleich viel Land zum Bewirtschaften haben, sie sind alle untertänig. |
| 8 . Abraham
Möller 9 . Jochom Darman |
ZweiEinlieger |
10 . Abraham Richter ist ein Kuhhirt
Klotzow ist ein Adelsgut, das im Wolgaster Distrikt, eine Meile von Lassan entfern, liegt. Das Dorf war seit alten Zeiten ein Dorf der von Neunkirchens.2 Doch nun seit einiger Zeit ist es im Besitz der Famlilie Horn, die es mit Erlaubnis der Regierung gekauft hat, wie der Brief vom Jahr 1671 beweist. Die Lehngerechtigkeiten haben die Horns vom Präsidenten Mevius gekauft. Mit seiner alten Hufenzahl wurde dieses Dorf für alle seine zwölf Hufen veranschlagt, von welchen viereinhalb Ritterhufen und siebeneinhalb Bauernhufen sind. Mit seinen Grenzen geht dieses Dorf im Süden und Osten bis zum Peenestrom , im Norden bis Jamitzow und Wangelkow, im Westen bis Pinnow. Es gehört zum Kirchspiel Lassan.
R 900 U 695Arealausrechnung von Klotzow
DerAcker
wird in drei Felder geteilt
A Das Feld Der Kamp besteht aus
[A]
121M 150R
Aa
Sandhumus
50M 270R
Ab
Sandboden
4M 120R
Ac
reiner Sand, der jedes sechste Jahr besät wird
10M
Ad
Steinstücken Feld gehört zum selben Feld, es
ist reines Sandland
40M 150R
Af
Humusboden, der zum einen hoch liegt, zum anderen schlüpfrig oder sumpfig ist
15M 210R
Feld B heißt Bansewitz Feld
[B]
121M 150R
Ba
Guter Sandhumus
21M 270R
Bb
Sandacker
8M 270R
Bc
mageresSandland
19M
Bd
Humusfelder
4M
Bf
reinesSandland
35M 270R
Bg
Barckhofs Feld , gehört auch zum Bansewitz Feld , darin gibt es humushaltigesSandland
22M 240R
Bh
Sandhumusland
9M
C. Löwenfeld
[C]
110M
Ca
Humusboden, etwas sandhaltig
12M 150R
R 901
U 696
Cb
Sanderde
2M 270R
Cd
Langfeld gehört auch dazu, darin ist
Sandhumus
19M 180R
Cf
Reines Sandland, das jedes sechste oder jedes vierte Jahr
besät wird.
73M
Cg
ein Sandhumusfeld, das im Wald liegt, umfasst
2M
Wüster Acker
[D]
165M 90R
Da
Niedriges sandiges Ödland, zum Bestellen unbrauchbar
17M 150R
Db
altes Ödland, das mit Heide bewachsen ist
und aus Sandboden besteht, der an einigen Stellen zu Acker gemacht werden kann.
116M 60R
Dc
altes sandiges Ödland mit Heide, das mit
den Seiten beim Feld C liegt und dort durchaus zum Acker taugen kann.
31M 180R
Wiesen
[E]
61M 30R
Ea
Wiesenflecken, die in den Ackerfeldern
liegen
3M 60R
Eb
eine sumpfige und etwas bewachsene Wiese, die unterhalb
Barckhofs Feld liegt
24M 30R
Ec
Unten beim Peenestrom sind feuchte Wiesen mit viel grobem Heu. Die eine heißt die
Fornwisch und umfasst an Fläche
6M 30R
Ed
Baurwisch ist von gleicher Natur wie die
vorigen
4M 30R
Ef
Kätelwisch ist von gleicher Beschaffenheit
9M 150R
Eg
Die Slitz ist auch von dergleichen Art
3M
Eh
Die Große Koltzin und Kleine Koltzin sind von gleicher Art wie die vorigen
11M 60R
Heufuderzahl
Von diesen Wiesen zusammen bekommen der Besitzer und die Bauern nach Angaben des Besitzers in gut tragenden Jahren allerhöchstens an Bauerfudern die Anzahl von bis zu 148 Heufuder
Viehweide
[F]
630M 240R
Fa
Tümpel und Moraste mit anderem
Buschwerk, das es sowohl im wüsten und bebauten Land gibt
9M 90R
Fb
hartes Heideland, mit zwei Morasten,
worin an einigen Stellen Gefahrenzeichen warnen
66M 180R
Fc
hartes Land mit Laubbüschen zugewachsen
10M 150R
U 698
Fd
großer Eichenwald, der mit anderem Laubwald gemischt ist
117M 30R
R 903
Fg
flaches feuchtes Weideland
23M 150R
Fh
flaches morastiges Land mit Gagelsträuchern3 bewachsen
84M
Fi
morastiges Land, mit Erlenbüschen überwachsen
319M 270R
Ga
Das eigentliche Dorf mit Wegen, Gemüse- und Obstgärten und einem kleinen Erlenbruch, der darin liegt
24M 120R
Anm: Die Seen sind bei Wangelkow
aufgeführt
Summe
Acker: 353M
Wüster Acker: 165M 90R
Wiese: 61M 30R
Heuertrag: 148 Fuder
Wald undViehweide: 630M 240R
Grundstücke undGärten:
24M 120R
Annotationen zu Klotzow
DerAcker
Das Ackerland in Klotzow ist in drei Schläge oder Felder geteilt, deren Anteil jedoch jährlich wechselt, je
nachdem, wie mehr oder weniger sandig der Acker vorgefunden wird, der besät wird.
An Bonität oder
Güte kann dieser Acker in Klotzow wegen seines sandigen Bodens, nicht höher als das dritte Korn geschätzt
werden. Denn obwohl dort der Acker letztlich natürlich aussieht und es bessere Schläge gibt, als die, die
reiner Sandacker sind, kann doch aufgrund der Ungleichheit nicht alles was jährlich besät wird, wenig höher
kommen, doch kommt das gute Land dem schwächeren zu Hilfe. Wo der Acker sehr sandig ist, wird er nur das
vierte und sechste Jahr besät, wo er hingegen gedüngt wird, muss dies so oft geschehen, wie es möglich ist, darum wird vom
Brachfeld jährlich ein Teil besät. In einen Morgen werden drei Scheffel gesät, wo der Acker am besten ist, aber nicht in den Sandacker. Der Sandacker liegt in
keinen besonderen Schlägen.
Über die Aussaat
Auf dem Hofacker von Klotzow an Roggensaat 13 Drömt und 6 Sch
Sommersaat an Gerste beläuft sich auf 6 Drömt und 1 Sch
R 905 Dort wird ein Teil des Brachlandes besät
Hafer wird gesät 6 Drömt 5 Sch
Erbsen 1 Drömt 8 Sch
Die Aussaat jedes Bauern an Wintersaat, von der sie aussähen können, beläuft sich auf 2 Drömt mit dem Sandacker
einberechnet.
Sommersaat an Gerste jeder 8 Sch
an Hafer 1 Drömt
Die
Summe an Aussaat für das ganze Dorf beläuft sich mit den Saatfeldern auf 602 Sch
VonWiesen
Die Wiesen sind niedrig und liegen am Peenestrom . Sie erleiden großen Schaden, wenn sie gemäht sind und der Fluss ansteigt, da das gemähte Heu mit dem Wasser fortgespült wird. Die Zahl an Heufudern bei den am Peenestrom liegenden Wiesen, die der Eigentümer selbst bewirtschaftet, ist in tragenden Jahren 60 oder 70 Bauerfuder. Von den Wiesen, die die Bauern nutzen, kann jeder zwölf bis 13 Fuder erhalten, mal mehr mal weniger. Das hängt vom jeweiligen Jahr ab.
R 906ÜberViehweide
Gute Weide für Großvieh und Pferde gibt es in Klotzow, die jedoch sehr morastig ist. Für die Schafherde gibt es Weide, die allerdings nicht sehr üppig ist, auf den wüsten Äckern und den Sandackern.
Vom Wald
Brennholz gibt es genug im Laubwald auf der Dorfmark, auch ein großer Eichenwald wird genutzt. Aber Kiefernholz, das als Baumaterial dienlich wäre, ist nicht vorhanden, sondern muss woanders geholt werden.
Über Vieh
60 große Rinder und mit den Kälbern zusammen 70 Tiere, können auf dem Hof über den Winter gebracht werden.
VonFischgewässer
In den hier liegenden Seen fischt der Eigentümer, er hat die Rechte am halben GroßenSee , der zwischen hier und Pinnow liegt. U 678 Darüber hinaus hat er auch das Recht, beim Bollwerk im Peenestrom mit Reusen zu fischen.
Vom Gesinde
Auf dem Hof werden zum Hofdienst drei Knechte, ein Fischer und R 907 fünf Mägde gehalten. Jeder Bauer hat einen Knecht und eine Magd für seine Verrichtungen nötig.
Über Dienste
Die Bauern in Klotzow dienen die ganze Woche auf dem Hof.
Von Abgaben
Alle Arten von Abgaben, die der Eigentümer für Klotzow und Wangelkow vom Oktober 1693 bis zum ersten September 1694 ausgegeben hat, belaufen sich auf insgesamt 136 Rthl und 44 lß.
RRev 326 URev 467Im Jahre 1704 wurde das Dorf Klotzow revidiert und wie folgt befunden
Im Feld A
Ag , drei Stücke, Etwas mager und tief liegende Sanderde von Db aufgepflügt, kann jedes sechste oder neunte Jahr mit Roggen oder Buchweizen besät werden 6M 30R
Im Feld C
[Cg-Ch]
14M 210R
Cg , zwei Stücke, etwas rötlich
und lose, etwas mit Gras bestandene Sanderde, sehr mager und hügelig, manchmal jedes sechste bis zwölfte Jahr besät, von Dc
umgepflügt
12M 150R
Ch
etwas bessere und tief liegende Sanderde, von Dc umgepflügt, wird öfter
bewirtschaftet.
2M 60R
Summe
NeuerAcker: 20M 240R
URev 468Hier wird jedes Jahr hier und dort auf Klotzows und Wangelkows Feldern etwas von den Äckern liegen
gelassen, das nicht gleichfalls mit den anderen besät werden kann. Diese Stücke liegen dann fünf bis sechs Jahre und wohl
darüber.
Sonst gibt es hier keine Gelegenheit mehr, Ackerland zu gewinnen, denn das gesamte übrige Ödland besteht aus reinem Sand, der sehr lose ist, wenn er umgepflügt werden sollte. Außerdem kann hier von
der Weide nichts entbehrt werden.4
1 Laut Urschrift Fol. 660 vermessen von Olaus Spaak
2 Christoph von Neuenkirchen, Rat und Hauptmann (25. Juli 1567- 9. Juni 1641) und Johann (Hans) von Neuenkirchen , Pomm.-Wolgastischer Hofmarschall (?-14. Aug. 1624). Die Familie erlosch im 17. Jahrhundert.
3 Das schwedische Wort pors steht für den botanischen Begriff Myrica Gale, welches im Deutschen Gagel bzw. den Gagelstrauch meint, eine Pflanze aus der Familie der Gagelstrauchgewächse. In norddeutschen Gegenden wird der Gagelstrauch häufig auch als Porst oder Post bezeichnet. Allerdings sollte der norddeutsche Porst nicht mit dem hochdeutschen Porst bzw. Sumpfporst, einer Pflanze aus der Familie der Heidekrautgewächse, verwechselt werden. Frank Lorberg: Das Verschwinden des Gagels - Landschaft ein ephemeres Phänomen. In: Bellin, F., Gehlken B., u.a.: Gagel, Speik und Wegerich. Beiträge zur Landschafts- und Vegetationskunde. Kassel 1999, Seite 82ff.
4 Dieser Absatz findet sich nur in der Urschrift.