Beschreibung des Adelsgutes Vorwerk, das im August 1694 geometrisch vermessen worden ist1
Vorwerk liegt im Distrikt Wolgast, zwei Meilen von der Stadt Wolgast entfernt am Peenestrom gleich neben der kleinen Stadt Lassan. Das Gut wird von dem Besitzer, der dort auch wohnt, selbst bewirtschaftet. Das Dorf
grenzt im Norden an Waschow, im Süden an die Stadt Lassan, im Westen an Papendorf und im Osten fließt nahe der Peenestrom vorbei .
Dieses Dorf gehört zum Kirchspiel Lassan.
Namen der Einwohner
1 . Major
Weissenstein, Besitzer.
2 . Sander Kisol, Untertan.
3 . Johan Sass, freier Mann.
4 . Sidon Below, Untertan.
5 . Jochom Sas.
6 . Christian Noskiött, Schmied.
7 . Der Viehhirte.
Arealausrechnung für Vorwerk
Acker
[A]
54M 195R
Aa
Sandhumus, ebenes Land, war dieses Jahr Sommerfeld
42M 180R
Ab
Sandboden
12M 15R
[B]
69M 120R
Ba
guter Sandhumus, ebenes Land, war dieses Jahr das Brachfeld
60M 150R
Bb
Sandboden, ebenes Land
8M 270R
[C]
95M 120R
Ca
guter Sandhumus, ebenes Land, war dieses Jahr Sommerfeld
41M 90R
Cb
Sandhumus, ebenes Land
54M 30R
D Ackerstück bei den Häusern, wird jedes Jahr besät 4M
Wüster Acker
[E]
81M 37 1/2 R
Ea
Heidekrautboden, ist in alten Zeiten Acker gewesen
45M 30R
Eb
wüster Acker mit Heide bewachsen, von gleicher Güte und Natur wie der bewirtschaftete
Acker, wenn er so gepflegt wird
96M 7 1/2 R
Die Wiesen
[F]
[Ertrag] 30 Heufuder
15M
Fa
gute grasige Wiese, etwas sumpfig
13M
Fb
etwas sumpfig
2M
Anmerkung: Vorwerk hat Wiesen auf Pinnows Boden mit der Signatur Ec zu 111 Morgen und 180 Ruten, und die können ebensoviel gute Fuder Heu geben, wie der Morgen, der am geringsten ist
R 363 U 240Viehweide
[G]
40M 110R
Ga
sumpfige, bültige Wiese
12M
Gb
sumpfiges Weideland
9M 210R
Gc
Koppel, sehr bewachsen
3M 140R
Gd
umzäunte Koppel, die für Kleinvieh genutzt wird
6M 30R
Ge
Weide mit Riedgras
1M 90R
Gf
sumpfiger Boden mit einigen Büschen darauf sowie mit einigen großen Eichen
7M 240R
Zudem besitzt Vorwerk auch die Hälfte des Erlenbruchs Fm bei Pinnow zu 146M 60R.
H der Galgenberg 2M 90R
Grundstücke und Hofstellen
J Das Gut und die Grundstücke auf denen die Häuser gebaut sind. Und zwischen den Häusern einige kleine Obstgärten ohne Wert; sowie einige kleine Stücke und Gemüsegärten 12M 7 1/2 R
Über die Beschaffenheit des Ackers
Der Acker liegt drei Schlägen und ist in drei Felder geteilt, davon werden jährlich zwei besät, während das dritte Brach liegt. Von welcher Güte oder Bodenart der Acker ist, habe ich in der Ausrechnung genügend vermerkt.
Summe
Acker: 223M 135R
Wüster Acker: 81M 37 1/2 R
Wiese: 15M
Heufuder: 30 Heufuder
Viehweide: 42M 200R
Grundstücke: 12M 7 1/2 R
Annotationen zu Vorwerk
Über den wüsten Acker
Der wüste Acker, der an der Grenze zu Waschow liegt, ist von gleicher Güte wie der bewirtschaftete Acker und er wird untrüglich nicht als Acker genutzt. Der andere an der Grenze zu Papendorf ist etwas sandiger und bergiger.
RRev 217 URev 3301704 wurde das Dorf Vorwerk revidiert und wie folgt befunden.2
Im Feld A
Ac ein Stück Sandboden, etwas humushaltig, von Eb aufgepflügt 3M 240R
Im Feld B
Bc ein Stück Sand von Eb aufgepflügt 7M 180R
Im Feld C
Cc
ein Stück Sandboden von Ea gerodet
8M 120R
Cd
zwei Stücke entlang Ab und Bb aufgepflügt vom wüsten Acker Ea, besteht meist aus
Sandboden, etwas grasig
4M 150R
Notiz: der gesamte neu bewirtschaftete Acker, wird so oft bestellt, wie das daneben gelegene Feld.
Anmerkung: der übrige wüste Acker besteht meist aus sandigem Grund und ist um Gf herum sehr tiefliegend. Davon soll, laut Aussage, nichts bewirtschaftet werden, sondern als Weide liegen gelassen werden.
Summe
Neuer Acker: 24M 90R