R 392   U 261 

Beschreibung des Adelsdorfes Wangelkow, das im Distrikt Wolgast liegt und im August 1694 geometrisch vermessen wurde.1 

Namen der Bewohner

1 . Claus Schröder
2 . Andreas Möller
zwei Häker

3 . Ertman Ycker Schafhirt

Wangelkow ist ein Adelsdorf im Wolgaster Distrikt, eine halbe Meile von der Stadt Lassan. Dieses Dorf ist in alten Zeiten ein von Neuenkirchensches2  Gut gewesen, nun aber gehört es dem Herrn Horn auf Klotzow. Dessen Vorfahren haben es mit den Rechten von oben genanntem Eigentümer oder Besitzer gekauft. Dieses Gut soll in alten Zeiten zu sechs Bauerhufen berechnet worden sein. Seine Grenzen verlaufen mit nachfolgenden Dörfern: Auf der südlichen Seite mit dem Adelsgut Klotzow, auf der östlichen mit Jamitzow, im Norden mit der Stadt Lassan, und auf der westlichen Seite mit Lentschow. Gegenwärtig bewirtschaftet der Eigentümer auf Klotzow dieses Dorf mit eigener Viehzucht. Seine Schäferei hat er dazu gelegt. Dieses Dorf gehört zum Kirchspiel Lassan.

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Arealausrechnung von Wangelkow

Acker

A bezeichnet den Acker, der dieses Jahr mit Roggen besät wurde

[A]   65M 210R
Aa  durchschnittlich gute Sanderde, ebenes Land  62M 90R
Ab  Sandkamp  3M 120R

B gibt den Acker an, der brach liegt

[B]   63M 172 1/2 R
Ba  Sandboden, ebenes Land  15M 7 1/2 R
Bb  hochgelegener magerer Sand  8M 90R
Bc  hochgelegener hügeliger Sandboden  33M 60R
Bd  hochgelegener Sandboden  7M 15R

C bezeichnet den Acker, der mit Sommergetreide besät wird

[C]   34M 120R
Ca  durchschnittlicher Sandboden, ebenes Land  24M 270R
Cb  hochgelegener hügeliger Sandboden  9M 150R

D  hochgelegener magerer Sand, vor kurzem aufgepflügt  5M 210R

Wüster Acker

[E]   42M 60R
Ea  ebener wüster Acker, der mit Heide bewachsen ist  10M
Eb  hochgelegene, sandige und hügelige Heide, war ehemals Acker  32M 60R

 R 394   U 263 

Viehweide

[F]   147M 90R
Fa  Sumpfige, tief liegende Weide  7M 210R
Fb  hohe Heidehügel und tiefe Täler, etwas sandig  79M 150R
Fc  Rakow , ein bültiges und grasiges Moor  12M 270R
Fd  Birken Moor  1M 150R
Fe  kleine grasige Moräste  6M 180R
Ff  sumpfiger Morast mit kleinen Eichen bewachsen  35M 22½R
Fg  etwas bültiger Morast  4M 7 1/2 R

Seen

[H]   90M 82 1/2 R
Ha  Straßensee , von festem Grund  27M 15R
Hb  Trünnelsee  2M 7 1/2 R
Hc  Scholwersee  13M 15R
Hd  Der See an der Grenze zu Lentschow3   48M 45R

Grundstücke und Hofstellen

J  Der Hof, die Straße und die Grundstücke, auf denen die Häuser gebaut sind, sowie einige wüste Hofstellen  5M 15R

Summe

Acker: 169M 112 1/2 R
Wüster Acker: 42M 60R
Viehweide: 147M 90R
Seen: 90M 82 1/2 R
Grundstücke und Hofstellen: 5M 15R

 R 395   U 264 

Annotationen von Wangelkow

Von der Beschaffenheit des Ackers

Der Acker in Wangelkow ist sandig; er wird in drei Felder geteilt und liegt in drei Schlägen. Von den drei Feldern werden zwei jährlich besät und das dritte liegt brach, außer dort wo das Land sehr sandig ist, dort wird nur jedes dritte oder sechste Jahr gesät. Der andere Acker, der Dünger zulässt, wird häufiger besät. In einen Morgen des besten gedüngten Ackers werden drei Scheffel gesät, aber in den sandigen nur zwei Scheffel. An Fruchtbarkeit kann er, nach Auskunft des Besitzers, nicht mehr als das dritte Korn geschätzt werden. Die Bodengüte der Ackerstücke ist ausreichend in der Ausrechnung verzeichnet.

Aussaat

Wintersaat, die nur aus Roggen besteht, wird gesät 13 Drömt 6 Sch Sommergetreide von Gerste 5 Drömt 4 Sch Sommergetreide von Hafer 4 Drömt 9 Sch Die Summe beläuft sich auf 283 Sch.

Wiese und Viehweide

In Wangelkow gibt es keine Wiesen. Für die Schafherde ist genug Weide auf den Heidehügeln und dem wüsten Acker. Für Großvieh kann auch die Weide im Bruch und im kleine Morast genutzt werden.

 R 396   U 265 

Wald

Wald, der zum Bauen nutzbar wäre, gibt es in Wangelkow nicht, nur kleines Buschwerk im Bruch an der Grenze zu Lassan. Hiervon haben sie nicht einmal das nötige Brennholz für den Hausbedarf.

Vieh

Zehn Ochsen werden jährlich in Wangelkow gehalten, sowie die Schäferei, die aus 500 bis 600 Schafen besteht.

Seen und Fischgewässer

Vier Seen gibt es bei Wangelkow, in denen allerlei Fische vorkommen. In diesen Seen fischen die Einwohner.

 RRev 327   URev 467 

In Jahr 1704 ist das Dorf Wangelkow revidiert und wie folgt befunden worden.

Im Feld A

Ac , ein Stück, leicht hügelige, grobe und magere Sanderde, kann jedes sechste bis neunte Jahr besät werden, von Eb aufgepflügt.  22M 150R

Im Feld B

[Bd-Be]   16M 270R
Bd , ein Stück, Leicht hügeliges und mageres, mit kleinem Kies vermischtes Sandland, ist noch nicht besät worden, von Fb aufgepflügt, kann jedes sechste, siebte oder neunte Jahr mit Roggen oder Buchweizen besät werden.  16M 90R
Be , ein Stück, gleich daneben, wie Bc  180R

Im Feld C

[Cc-Ce]   29M 30R
Cc , drei Stücke, durchschnittlicher Sandboden, besät mit Feld C, von Eb aufgebrochen  5M 270R
Cd , ein Stück, hoch liegender, magerer und loser Sand, der alle 9 bis 12 Jahre mit Roggen besät wird, hier und da etwas besser, von Fb aufgepflügt.  23M 60R
Ce , ein Stück, von den Hofstellen aufgepflügte Sanderde  2M 150R

 URev 468 

Hier wird jedes Jahr hier und da auf den Feldern von Klotzow und Wangelkow etwas vom Acker liegen gelassen, das nicht mit den anderen besät wird, es muss insgesamt 5 bis 6 Jahre und mehr liegen. Sonst gibt es hier keine Gelegenheit, mehr Acker zu erhalten, da das gesamte übrige wüste Land aus reinem Sand besteht, das sehr locker ist, wenn es aufgepflügt würde; auch kann nichts von der Weide entbehrt werden.

Summe

Neuer Acker: 71M

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2008, Dr. Michael Busch
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Oloff (Olaus) Spaak
Revision:
Anmerkungen:

1 Laut Urkarte vermessen von Olaus Spaak.

2  Christoph von Neuenkirchen, Rat und Hauptmann (25. Juli 1567- 9. Juni 1641) und Johann (Hans) von Neuenkirchen , Pomm.-Wolgastischer Hofmarschall (?-14. Aug. 1624). Die Familie erlosch im 17. Jahrhundert.  

3 Gemeint ist der Großer See