R 347   U 233 

Beschreibung des Adelsgutes Waschow, das im August 1694 geometrisch vermessen worden ist.1 

Dieses Gut liegt im Distrikt Wolgast am Peenestrom, sechs viertel Weg von der Stadt Wolgast und einen halben viertel Weg von der Stadt Lassan entfernt. Es gehört zum Kirchspiel Lassan. Der Gutsherr lebt auf dem Gut. An diesen Hof grenzen nachfolgende Dörfer: im Norden Wehrland, im Süden Vorwerk, im Westen Klein Jasedow und im Osten der Peenestrom.

Namen der Einwohner

1 . Jobst Henning von Bruchhausen, Besitzer.

2 . Hans Been
3 . Matthis Möller
freie Männer.

4 . Der Viehhirte.

 R 348   U 234 

Arealausrechnung für Waschow

Acker

[A]   77M 150R
Aa  mittelmäßig guter Sandhumus, ebenes Land, war dieses Jahr das Roggenfeld  69M 270R
Ab  magerer Sandboden  7M 180R

[B]   68M 52 1/2 R
Ba  guter Sandhumus, ebenes Land, war dieses Jahr die Brache  31M 7 1/2 R
Bb  mittelmäßig guter Sandboden  29M 15R
Bc  magerer hochgelegener Sand  8M 30R

[C]   59M 60R
Ca  mittelmäßig guter Sandboden, ebenes Land, war dieses Jahr das Sommerfeld  45M 60R
Cb  schwarzer Sandhumus  5M
Cc  mittelmäßiger Sandboden  9M

Wüster Acker

[D]   71M 150R
Da  wüster Acker mit Heide bewachsen  9M 150R
Db  wüster Acker, etwas tiefliegendes Land  25M 30R
Dc  wüster Acker mit Heide bewachsen  23M 270R
Dd  tief liegender wüster Acker  3M
De 2  sandiger Acker, lag einige Jahre in Ruhe  8M 270R

 R 349   U 235 

Die Wiesen

[E]  [Ertrag] 100 Heufuder  58M 60R
Ea  gute Wiese  7M
Eb  etwas sumpfige Wiese mit kurzem Gras  11M 90R
Ec  gute, flache Seewiese  21M 30R
Ed  Seewiesen, etwas sumpfig und buschig  12M
Ee  gute Wiese  240R
EF  sehr buschige Wiese  6M

Viehweide

[F]   76M 180R
Fa  sumpfige, bültige Viehweide  13M 150R
Fb  flache Viehweide  9M 150R
Fc  sumpfige, moorige Wiese, die als Weide genutzt wird  7M
Fd  hohe Heidehügel und tiefe Täler, magere Weide  46M 180R

Wald und Brüche

[G]   82M 207 1/2 R
Ga . Bruch mit allerlei kleinem Laubwald bewachsen  53M 270R
Gb  morastiges Land mit Eichen, Erlen und Haselwald bewachsen  11M 7 1/2 R
Gc  sumpfiger Erlenbruch  8M 15R
Gd  Sandhügel mit großen Eichen darauf  7M 30R
Ge  Eichenwald  2M 180R

Hofstellen

H 3  das Gut samt den Grundstücken, auf denen die Häuser gebaut sind, sowie zwei Obstgärten  9M 30R

Summe

Acker: 204M 262 1/2 R
Wüster Acker4 : 71M 150R
Wiese: 58M 60R
Heufuder: 100 Heufuder
Viehweide: 76M 180R
Wald: 82M 207 ½R
Grundstücke: 9M 30R

 R 350   U 236 

Annotationen zu Waschow

Über die Beschaffenheit des Ackers

Der Acker liegt in drei Schlägen und ist in drei Felder aufgeteilt, davon werden zwei jährlich besät, während das dritte als Brache liegt. Von welcher Güte oder Bodenart der Acker ist, findet man in den Ausrechnungen genügend angemerkt.

Aussaat

Laut Aussage des Adligen werden meistens jedes Jahr ausgesät:
Roggen 13 Drömt
Weizen ein Drömt
Gerste 13 Drömt
Hafer acht Drömt
Erbsen sechs Sch
Nach dieser Angabe der Aussaat kommen drei Sch auf einen Morgen, woraus man schließen kann, dass diejenigen, die weniger als drei Sch angegeben haben, gefälscht haben, insbesondere da der Acker von einerlei Güte sein mag.

Über die Beschaffenheit und Fruchtbarkeit der Wiesen

Die Wiesen, die bei den Ackerfeldern liegen, haben einen guten Rasen, die anderen sind etwas sumpfig und buschig. Nach dem Bericht des Besitzers kann er nicht mehr als 50 Fuder bekommen, aber wie ich mich erinnere, werden hier die Wiesen verpachtet, die am Peenestrom liegen. Diese sollen hier zwischen nicht eingerechnet werden, denn es sind 52 Morgen. Und es kommt wohl nicht nur eine Fuhre auf jeden Morgen Land, entweder müssen die Fuhren sehr groß sein, oder sie sind nicht richtig angegeben.

 R 360  5   U 237 

Über Wald und Viehweide

Viehweide haben sie genug auf diesem Gut, denn nicht nur das, was in den Ausrechnungen als Viehweide aufgeführt ist, sondern auch der wüste Acker, die Brüche sowie die Heidehügel sind für die Schafe. Wald haben sie in den Brüchen, sowie ihr notwendiges Brennholz, aber nichts was zum Bauen brauchbar ist, und auch nichts zum Verkaufen.

Gesinde

Der Acker muss mit den eigenen Leuten und Vieh bewirtschaftet werden, denn die freien Leute, die hier wohnen geben ihre Pacht auch an das Gut. Und sonst sind hier keine Untertänigen und auch keine Dörfer, die Dienste leisten.

Hufen

Dieses Gut soll seit alters her zu fünf Ritterhufen geschätzt worden sein und zu drei steuerbaren Hufen. Und für so viele Hufen wird er nun geschätzt.

Die Windmühle

Von der Windmühle haben sie keinen Gewinn, mit dieser wird nicht mehr als für den Hausbedarf gemahlen. Notwendig ist sie auch nicht, sie steht geschützt, denn der Wind wird von allen Seiten vom Wald abgehalten. Sie haben einen Knecht, der sich etwas darauf versteht.

 RRev 216   URev 328 

1704 ist das Dorf Waschow revidiert und wie folgt befunden worden.6 

Im Feld A

Ac  ein Stück Sandboden des wüsten Ackers Db aufgepflügt, wird in drei Schlägen bewirtschaftet  2M 90R

Im Feld B

Bd  ein Stück, etwas hoch gelegener und magerer Sandboden, von Dc aufgepflügt  120R

Im Feld C

Cd  etwas tief liegender lockerer und magerer Sandboden, kann nur alle drei bis vier Jahre besät werden, von Dc aufgepflügt  4M

Anmerkung: Der übrige wüste Acker hier auf dem Feld ist überall von sandigem Grund, etwas mager und tief liegend. Gerade das Stück von Db, das zwischen Aa und Ba liegt ist nicht besonders zur Bewirtschaftung brauchbar. Aber zur Grenze Vorwerks ist es etwas höher gelegen, könnte davon etwas aufgebrochen und alle sechs bis sieben Jahre besät werden. Aber es kann nicht überall als Weide entbehrt werden.

Summe

Neuer Acker: 6M 210R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2008, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Arvid Carlmark
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Arvid Carlmark vermessen.

2 In der Urschrift folgt Df: sandiger wüster Acker.

3 Als weiterer Abschnitt in der Urschrift: Streitigkeit: ja: niedriges Land, bei dem Gewässer, mit kleinen Büschen bewachsen 3M 140Rjb: der Teil des Jasedower Sees, den Waschow beansprucht 3M 210R

4 In der Reinschrift steht ein falscher Übertrag: 62M 180R. In der Urschrift wurde der Betrag nachträglich berichtigt: 71M 150R.

5 Die Seiten 351 bis 359 wurden im Beschreibungsband ausgelassen.

6 Arealausrechnung des Ackers, der in Waschow seit 1694 bewirtschaftet wird und bei der Revisionsmessung 1704 besichtigt wurde. (Überschrift der Revisionsurschrift).