R 892   U 671 

Beschreibung des Adelsgutes Libnow, das im Distrikt Wolgast liegt und im August 1694 geometrisch vermessen wurde1 

Namen der Einwohner

1  Claus Lesuman
2  Frens Banck,
3  Frens Hopp,
4  Frens Schutt
5  Petter Schutt
6  Jochom Lagman
Diese sechs Personen sind Vollbauern und Untertänige, jeder hat gleich viel Land zu bestellen.

7  Fredrick Hartman, ist ein Müller.
8  Michel Raath, Einlieger.
9  Arent Möller, auch ein Einlieger.
10  Haus des Kuhhirten.

Libnow ist das Gut eines Adligen und liegt im Distrikt Wolgast. Es ist seit alten Zeiten ein Gut der Stedings gewesen und nun besitzt es der auf Lentschow wohnende Steding. Der Acker ist alles steuerpflichtiges Land, aber über dessen richtige Hufenzahl nach der reduzierten Methode, weiß der Besitzer selbst nichts genauer zu berichten, als das der steuerpflichtige Acker auf allen seinen Gütern in einer Summe nach reduzierten Hufen gehalten ist. Wie der Beschreibung Pinnows zu entnehmen ist, so ist der Pastor-Kirchenacker nicht auf dem Gelände dieses Dorfes vorhanden. Mit seinen Grenzen stößt dieses Dorf im Osten an Pinnow, im Norden an Lentschow und Zarrentin, im Westen an Zarrentin und Murchin und im Süden an die Peene . Das Dorf gehört zum Kirchspiel Pinnow.

 R 893   U 692 

Arealausrechnung für Libnow2 

Der Acker wird in drei Felder geteilt

A war die Sommersaat

[A]   149M
Aa  reines Sandland voll kleiner Steine  49M 30R
Ab  Sandboden, etwas lehmvermischt und sehr schwer  24M 210R
Ac  hoch gelegenes Lehmhumusland  5M 120R
Ad  schwarzes Humusland  7M 60R
Af  Humusland, etwas sandvermischt  54M 180R

Das Winterfeld B

[B]   86M 270R
Ba  gutes Sandhumusland  76M 150R
Bb  Lehmhumusland  10M 120R

Die Brache

[C]   141M 180R
Ca  Sandhumusland  57M 60R
Cb  Sandboden, ist ein Ackerstück  5M 60R
Cd  reines Sandland  65M
Cf  neu aufgebrochene Sandkämpe im wüsten Acker  14M

Wüster Acker

[D]   208M 270R
Da  100 Jahre unbestellter, wüster Acker von Sandgrund, mit Heide und einigen Kiefern bewachsen, ist als Acker brauchbar  188M 60R
 U 693 Db  sandiges, altes, wüstes Land, das im Acker bei der Grenze zu Zarrentin liegt, welches  R 894  wieder als Acker brauchbar ist, es besteht aus Sandgrund, der etwas humusvermischt ist  20M 210R

Wiesen

Eax  auf dem Gebiet des Dorfes befindet sich nur eine Wiese, die dem Müller zukommt. Sie liegt unten bei der Mühle, ist an Areal  2M 30R

Heufuderzahl

[Ertrag] 2 Heufuder
von erwähnter Wiese kann man zwei gute gute Fuder bekommen 2 Heufuder

Weideland

[F]   208M 30R
Fa  Tümpel und Moraste mit anderem Buschwerk, das man in den Ackerflecken findet  24M 150R
Fb  Grasland und morastiges Land, das beim Bürgermeister See 3  liegt  9M 180R
Fc  der Morast, der unten um das Feld A liegt, ist mit Erlenbüschen und einigen Eichen beim Acker bewachsen  51M 60R
 U 694 Fd  flaches morastiges Land, das zwischen der Grenze von Murchin, Pinnow und Anklam verläuft  R 895  ist beim Land zum wüsten Acker hin bewachsen sowie zwischen der Grenze bei Pinnow und Libnow  122M 240R

Ga  das Dorf mit Wegen und Gärten enthält  6M 150R

 Fischgewässer

[H]   34M
Ha  Mühlenteich 4  ist ein tiefer See aus Schlammboden bestehend, und man kann darin fischen, ist reich an allerhand Arten Fisch  23M 300R
Hb  Bürgermeister See ist ein mäßig tiefer See von hartem Grund, und reich an allerhand Arten Fisch  8M 30R
Hc  Die Beiden Seen5  sind zwei tiefe Seen, die ein Flachmoor voneinander trennt und darin kann wegen Tiefe nicht gefischt werden  2M 240R

Summe

Acker: 370M 150R
Wüster Acker: 208M 270R
Wiese: 2M 30R
Heufuder: 2 Heufuder
Wald und Weide: 208M 30R
Grundstücke: 6M 150R
Fischgewässer: 34M

 R 896   U 672 

Annotationen zu Libnow

Über den Acker

Das Ackerland in Libnow wird in drei Schläge oder Felder geteilt und ist seiner Natur nach teils gutes Land, teils sehr sandig. Das Feld B ist das beste, das in guten Jahren am reichlichsten an Getreidesaat ist. Das Feld A wird an Fruchtbarkeit danach eingeschätzt, in dem Roggensaat das beste Gedeihen und Wachstum hat. Das Feld C soll wegen seines sandigen Grundes das schlechteste sein, in einen Morgen können drei Sch eingesät werden und es gibt generell das vierte Korn wieder. Nach Aussage soll das Ackerland, wenn es frisch gedüngt ist, nur zwei Mal mit Streusaat besät werden, wie doch an allen Orten, wo der Acker gut ist. Nach meiner Überprüfung scheint nicht alles wirklich gleichmäßig zu sein, besonders das Feld B, dort ist der Boden an einigen Stellen recht schwarz und kann wohl vier bis sechs Jahre ungedüngt bestellt und mit Streusaat besät werden.

Über die Aussaat

Jeder Bauer kann nach eigener Aussage an Wintersaat aussäen: 20 Sch
Sommersaat jeder zu: 16 Sch
die Summe für alle sechs Bauern beträgt: 216 Sch

 R 897 

Über Wiesen

Ihre Wiesen haben sie unten an der Peene, wo auch die Wiesen des Besitzers Steding und Vorwerks anstoßen. Ihnen ist ein bestimmter Teil vom Besitzer zugewiesen, wovon jeder laut Aussage zehn Fuder bekommen kann, ergibt zusammen 60 Fuder.

 U 673 

Über Wald

Als Brennholz haben die Bauern zum Bedarf die Kiefern, diese findet man auf dem wüsten Acker. Und was sie an Zaungesträuch und anderem Sahl- oder Laubholz als Brennholz benötigen, können sie frei im Wald der Herrschaft sammeln.

Über Weideland

Gutes Weideland für Großvieh und Pferde ist auf ihrem Grund zu bekommen, sowohl auf dem wüsten Acker als auch auf dem morastigen Boden unten an der Peene . Das ist allerdings im Herbst und Frühjahr für die Tiere sehr tief und beschwerlich.

Über Vieh

Acht Häupter Vieh oder Rinder kann jeder Bauer über den Winter füttern, sowie jeder vier Pferde.

Über Mühlen

Auf Libnows Grund befindet sich eine Wassermühle, sie hat einen Gang und  R 898  kann das ganze Jahr über mahlen, wenn das Wasser, das sie antreibt nicht mangelt. Das Wasser hat sie aus dem nahe liegenden Mühlenteich, der sein Wasser aus den Morasten Walendows und Buggows durch fortlaufende Moraste bekommt. Der Grund und die Mühle gehören Steding auf Lentschow, dem gibt der dort wohnende  U 674  Müller jährlich 15 Drömt Roggen und zwei Drömt Weizen als Grundpacht. Für die Kosten der Mühle und des Grundgebäudes steht der Besitzer selbst, aber Mühlstein und Eisenflächen kommen dem Anteil des Müllers zu. An Akzise gibt dieser Müller jedes Quartal soviel, wie er von seiner Mühle zweimal hat.

Über Dienste

In der Woche dienen diese in Libnow jeder vier Tage auf dem Gut Lentschow mit Vieh und Leuten, sowie einen Tag zu Fuß.

Über Fischgewässer

Mühlenteich ist ein morastiger und fischreicher See, aus dem der Besitzer fischen lässt. Die Beiden Seen sind vom Land so tief, dass man daraus nicht gefischt werden kann, doch man kann am Ende an der einen Seite Reusen setzen.
Der Bürgermeister See ist ein kleiner, guter, fischreicher See, aus dem die Bauern fischen können, er ist bis zum Grund mittelmäßig tief.

 RRev316   URev455 

1704 ist das Dorf Libnow revidiert und wie folgt befunden worden.6 

Im Feld A

Ag , zwei Stücke, von klarem Sand, die noch nicht besät waren, vom wüsten Acker Db gerodet  2M 270R

Im Feld C

Ce  besteht zumeist überall aus hoch gelegenem und magerem Sandboden, hier und da etwas steinig-kiesig, wird laut Aussage jedes sechste bis siebente Jahr besät. Und dann muss ein Teil des alten Ackers liegen und ruhen, von Da aufgepflügt, worauf noch einige Stücke mit Kiefernbüschen sind.  132M 210R

Anmerkung: Der übrige Teil von Da besteht aus etwas uneben liegendem Sandboden, der nicht besonders zur Kultivierung brauchbar ist. Db ist zumeist mit jungen Kiefernbüschen bewachsen und der Grund ist von reinem Sand. Und nun muss der gesamte übrige wüste Acker als Weide für das Vieh liegen.

Summa

Neuer Acker: 135M 180R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2008, Verena Schmidtke M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Oloff (Olaus) Spaak
Revision:
Anmerkungen:

1 Wurde laut Urschrift von Olof Spaak vermessen.

2 Arealausrchnung für das Adelsgut Libnow, das im Distrikt Wolgast liegt. (Überschrift der Urschrift).

3 Auf aktuellen Karten ist der Name des Sees nicht verzeichnet.

4 Auf aktuellen Karten ist der Name des Sees nicht verzeichnet.

5 Ebenso.

6 Arealausrechnung für den Acker, der in Lentschow und Libnow seit 1694 bewirtschaftet wird und bei der Revisionsmessung 1704 besichtigt wurde. (Überschrift der Revisionsurschrift).